# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1855 03 13_S118 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 118 mich in mancher Beziehung so beengt, daß ich bewogen ward, den Ruf der Auswanderer anzunehmen.“ — — „Das Buch „„die Stimme unserer Kirche in Frage von Kirche und Amt““ (Erlangen 1852), welches eben vor mir liegt, ist mir aus dem Herzen geschrieben.“ . . . „Endlich bitte ich, mir alle Briefe und Schriften, die ich erhalten soll, für jetzt in care of Mr. Andrew Vetter, blacksmith in Round Top, Fayette Co., Texas, zuzusenden. Die Post würde mich hier in meiner Einsamkeit im Eichenwalde an der Rabbs-Creek nicht auffinden, wo ich im Hause eines im Jahre 1853 in Texas eingewanderten Bruders wohne und wo die Gesellschaft ihre neue Heimath gründen will. — Eine baldige erwünschte Antwort erwartend verbleibe ich mit herzlichen Grüßen an Dr. Sihler und an die hochw. Missouri-Synode im HErrn ꝛc.“ Johann Kilian, ev. luth. Pastor. „P. S. Am 11. Februar vergangenen Freitag ist eine Legua Land gekauft worden, worauf unsere Gesellschaft sich ansiedeln will.“ Der HErr segne die theuren Brüder mit ihrem treuen Hirten leiblich und geistlich und durch sie die Kirche unseres neuen Vaterlandes! Warum nennen wir uns nicht bloß Christen? Der alte Frankfurter Senior Ministerii J. Dan. Arcularius wirft in einem Büchlein die Frage auf: „Warum behalten wir denn nicht den Namen der wahren Christen allein und lassen den Unterschied von Päbstischen, Calvinischen und dergleichen fahren? Ist die Augsburgische Confession bei dem Glauben der ersten Kirche blieben, warum bleiben wir nicht auch bei ihrem Namen?“ Die Antwort, die jener treuherzige Gottesgelehrte auf diese Frage gibt, ist folgende: „Herzlich gern wollten wir es thun, trösten uns auch des Christennamens in der Wahrheit; wenn wir nur wohnten an solchem Ort, da keine Leute wären, die sich dieses Namens auch gebrauchen und bleiben doch nicht bei dem allerheiligsten Glauben, wie er von den Aposteln gelehrt und den treuen Zeugen der Wahrheit in den Symbolis der ersten Kirchen bekannt worden ist! . . . Wie wohl wäre der Kirchen Christi gerathen gewesen, wenn es bei dem einigen Concilio der Apostel, bei ihren heilsamen Worten ohne weitere Erklärung hätte bleiben mögen, aber um der Ketzer willen ließ es sich nicht thun, in jener Einfalt zu bleiben, sagt der gelehrte Voß. Die Bosheit der unruhigen verführerischen Leute hat uns nicht stehen lassen in solcher kurzen einfältigen Bekenntniß, wie zu Zeiten der Apostel. Pappus schreibt: Wann der Satan und die Rottengeister die reine Bekenntniß unangefochten ließen, so hätte es niemals einer andern Confession, denn der Bibel, bedurft; weil er aber nimmer ruht, sondern, wenn ihm schon an einem Ort gewehret wird, er gleich anderswo wieder eine Lücke aufbricht, so muß man stets wehren und solchen Rottengeistern sich widersetzen, damit nicht allein diejenigen, so zu unserer Zeit leben, vor allerlei Irrthum und Verführung verwarnet, sondern auch die Nachkommenden berichtet werden, was ihrer Vorfahren eigentliche Meinung und Bekenntniß gewesen sei.“ (Das willige Glaubensbekenntniß oder Ermahnung zu treuer Verwahrung der wahren Lehre A. C. 1692. S. 98. 103.) „Erkennungszeichen eines Katholiken.“ Unter dieser Ueberschrift gibt Herr Oertel in seiner „Katholischen Kirchenzeitung“ vom 1. März folgenden kurzen Bericht: „Zwei Punkte sind es jetzt namentlich, an denen man einen wahren Katholiken erkennen kann. Wer die unbefleckte Empfängniß Mariens andächtig verehrt und wer namentlich den Jesuitenorden hochachtet, der ist auf rechter Bahn. Welcher Katholik aber Beides nicht thut, der hat mehr das Siegel eines Lumpen, als eines wahren Katholiken.“ Da habt ihrs, liebe Christen: der Heiland erklärt, daß man Seine wahren Christen an dem Gehorsam gegen Sein Wort, an der Liebe und an den guten Werken erkennen soll (Joh. 10, 27. 8, 31. 32. — 13, 35. — Matth. 5, 16.); die Papisten hingegen erklären, daß man ihre „wahren“ Christen an der andächtigen Verehrung eines Päbstlichen Hirngespinstes und an der Hochachtung der unsittlichsten und tugendfeindlichsten Rotte, die je auf dem Erdboden existirt hat, erkennen könne! Die Päbstin Johanna. Vor einiger Zeit erwähnte Herr Anstädt im „luth. Kirchenboten“, daß einstmals ein Frauenzimmer die päbstliche Würde erlangte, was erst dadurch ruchtbar wurde, daß dieses verkappte Weibsbild bei einer öffentlichen Prozession eines Kindes genas. Herr Oertel sucht in seiner „Kirchenzeitung“ Herrn Anstädt wegen dieser Angabe lächerlich zu machen. Unter Anderem schreibt er aber auch daselbst: „Selbst Luther erwähnt unseres Wissens nichts von der Päbstin Johanna.“ So geneigt wir nun sonst sind, durch Erfahrung belehrt, Herrn Oertel bewußter Lüge schuldig zu halten, so glauben wir doch gern, daß derselbe in diesem Punkte aus Unwissenheit irrte. Luther hat allerdings der Päbstin Johanna Erwähnung gethan und zwar in einer Weise, daß sein Zeugniß mit zu den großen Massen von Beweisen für die Wahrheit jener skandalösen Geschichte zu rechnen ist. So heißt es nehmlich in 22. Theile der Werke Luthers: „Zu Rom habe ich gesehen in einer großen Gassen, so stracks nach St. Peters Münster gehet, öffentlich in einen Stein eingehauen einen Pabst, wie ein Weib mit einem Scepter, päbstischen Mantel, trägt ein Kind am Arme; durch dieselbe Gasse zeucht kein Pabst, daß er solch Bild nicht darf sehen. Denn ein Weib, mit Namen Agnes, so von Mainz bürtig war, ist etwan von einem Cardinal knabenweise nach England geführt und endlich nach Rom bracht. Da ist sie von Cardinälen zum Pabst gewählt worden, aber sie ist zu Schanden und offenbar worden, daß sie öffentlich in derselbigen Gasse ein Kind gehabt. Es ist den Buben aber recht geschehen, der Teufel hat ihrer fein gespottet mit seinem Creatürichen. Es nimmt mich Wunder, daß die Päbste solch Bild leiden können; eben Gott blendet sie, daß man sehe, was Pabstthum sei, eitel Betrug und Teufelswerk.“ (S. 1391.) Wir behalten uns vor, die Sache selbst zu anderer Zeit durch unzweifelhafte historische Documente zu begründen; natürlich nicht, um Herrn Oertel zum Schweigen zu bringen oder überhaupt mit demselben uns in eine Controverse einzulassen, denn dieser Mann hat diese Ehre längst dadurch verwirkt, daß er, was wir aus seinen eigenen, uns vorliegenden Auktoritäten mit buchstäblicher Treue angeführt hatten, für eitel Lug und Erdichtung erklärt hat. Anfang der Salzburgischen Verfolgungen. Ein Salzburger mit Namen Paul Leidner erzählt in Gera, als die Emigranten durch diese Stadt zogen, den Anfang ihrer Leiden folgendermaßen: Ein Jesuit sprach zu einem Salzburgischen Bauer: Ob er auch wisse, daß die lutherischen Ketzer alle auf den Scheiterhaufen gehörten und verbrannt zu werden verdienten? Worauf der Bauer antwortete: „Ich bin auch ein solcher evangelischer Christ; so müßte ich auch verbrannt werden.“ Darauf habe denn der Lärm begonnen, da man bei angestellter Untersuchung auf eine immer größere Anzahl verborgen gewesener Lutheraner gestoßen sei. (Siehe: Das liebthätige Gera gegen die Salzb. Emigranten. Leipz. 1732. Seite 53.) In den Brockenkorb. Die schmale Straße führt geradezu in Gottes Herz, wie sie aus demselben zu dir hinabgeht. Ist sie auch nicht breit, so ist sie doch so kurz wie möglich, während die krummen Wege der Schlange lang und darum beschwerlich sind. Unsre Fragen bezeugen unsre Schranken. Diese anerkennen ist Weisheit. Gutes Korn fällt nicht durchs Sieb; will es heraus, so muß es hinüberspringen. Also stürzt Hochmuth die Besten. Das Kreuz ist die Tinte, womit Christi Diener ihre Predigten schreiben. Das geht so: wenn man mit Menschen anbindet, ehe man sie verstehen lernt, so äfft einen der Teufel mit dem eigenen Schatten. Dein Kreuz ist nur Christi Fußstapfe; es ist ein Meilenzeiger, der dir Gewißheit gibt, daß du noch auf dem rechten Wege bist. Wie man den Kindern in dunkeln Ecken, oder im Gebüsch ein Kleinod versteckt, damit sie der plötzliche Fund überrascht, so verbirgt der HErr unter der Trübsal das Perlengeschmeide der ewigen Herrlichkeit. K. Röbbelen. Ein gottseliges Weib. Als im Jahr 1551 die Papisten in den meisten lutherischen Städten wieder zur Gewalt gekommen waren, wurde auch der lutherische Prediger Bertlin zu Memmingen auf den Reichstag