# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_6. Juni 1916_S217 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 0 Und ich sahe einen Engel liegen milten durch den 8 Himmel, der hatte ein ewig Cvangtlium, zu verkündigen denen, die auf Erden sihen und wohnen, und allen Hei⸗ den, und Geschlechtern, und Sprachen, und Välkern, und sprach mil groher Slimime: Lürchlei Golt. und gebet 4 üihni die Chre; denn die Zeit fh Hseines Geridns is hommen, 1 und betel an den. der gemacht har Himmel, und Erde, und Meet, und die Wasser- runnen. Ossb. Joh. 14, 6.7. Ferausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Suynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten. Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis. * 72. Jahrgang. St. Louis, Mo., den 6. Zuni 1916. NUr. 12. — —— Des siegreichen Heilandes Auffahrt. (Schlu ß.) Doch der eigentliche Zweck, die herrliche Frucht und Kraft und rechte Bedeutung der glorreichen Himmelfahrt Christi wird klar, wenn wir sie in dem innigen Zusammenhang mit seinem Leben, Leiden und Auferstehen nach den Schriftworten be— trachten. Christi Himmelfahrt ist nicht nur das herrliche Ende seiner sichtbaren Gegenwart bei seiner Kirche auf Erden und der sichtbare Einzug Christi in sein himmlisches Reich, sondern sie ist auch seine feierliche Thronbesteigung (Joh. 6, 62), der feierliche Triumphzug nach Krieg und Sieg über seine und unsere Feinde und die tatsächliche Erschließung des Himmels (Joh. 17, 24) sowie die Bereitung unserer Wohnstätte im Himmel (Joh. 14, 2; 12, 26). ö Das ganze Leben, Leiden und Sterben Christi ist ein Kampf gewesen, in welchem er wider Sünde, Tod, Teufel und Hölle kämpfte, um die Menschen aus den Händen dieser Feinde zu erretten. Die Schrift sagt Ps. 68, 19: „Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen; du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch für die Abtrünnigen.“ Diese Weissagung Davids führt St. Paulus Eph. 4, 8—10 ein: „Darum spricht er: Er ist aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängnis gefangen und hat den Menschen Gaben gegeben. Daß er aber aufgefahren ist, was ist's, denn daß er zuvor ist hinuntergefahren in die untersten Orter der Erde? Der hin⸗ untergefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete.“ Und Kol. 2, 15 sagt der⸗ selbe Apostel: „Und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie Schau getragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst.“ Hier verbindet der Apostel Christi Niederfahrt mit seiner Auffahrt und seinen Kampf mit seinem Triumph. Die Erniedrigung war der Kampf, die Höllen⸗— fahrt und Auferstehung Christi war Sieg über Tod und Teufel, seine Himmelfahrt der Triumph über die höllischen Geister. Seit dem Sündenfall Adams sind alle Menschen von Natur in dem Gefängnis der Sünde, des Gesetzes, des Todes und des Teufels. Der menschgewordene Sohn Gottes ließ sich für alle Menschen ins Gefängnis der Sünde, des Gesetzes, des Todes und der Hölle setzen. Dieses Gefängnis hat er in einem furcht⸗ baren Kampf bis zum Tode siegreich zerbrochen, die Feinde ge⸗ fangengesetzt, die im Gefängnis liegenden Menschen daraus be⸗ freit und ihre Feinde zu Gefangenen gemacht. Er hat die Feinde ausgezogen, sie zur Schau getragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. Mit seiner Him⸗ melfahrt hat er einen glorreichen Triumphzug gehalten. Durch die Himmelfahrt ist die Sünde ihres Rechts und ihrer Macht, die Menschen zu quälen und zu verdammen, zu zwingen und zu beherrschen, beraubt. Die einzige Kraft der Sünde ist das Gesetz (1 Kor. 15, 55—57). Dieses Gesetz hat Christus erfüllt und ihm die Kraft genommen, den Menschen zu verdammen. Damit ist dem Tode sein Stachel genommen. Durch Christi Himmelfahrt ist dieser Feind ein Gefangener aller Gläubigen geworden. Endlich ist auch der Satan selbst ein Gefangener der Gläubigen. „Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, tut er uns doch nicht, das macht, er ist ge⸗ richt't, ein Wörtlein kann ihn fällen.“ So ist die Himmel⸗ fahrt Christi eine siegreiche Gefangennehmung aller Feinde, der Triumph über unser Gefängnis. Aber es gibt auch Gaben für die Menschen, auch für die Abtrünnigen, die der Sieger austeilt. Von diesen Gaben spricht Christus: „Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden“ (Joh. 16, 7). Dies geschah zu Pfingsten, wie Petrus sagt: „Nun er durch die Rechte Gottes erhöhet ist und empfangen hat die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret“ (Apost. 2, 33). Der Heilige Geist mit seinen Gaben ist eine Frucht der Himmelfahrt und des Sitzens Christi zur Rechten Gottes. Christus sendet fortwährend seinen Geist im Wort; er beruft die Menschen in seine Kirche, leitet und tröstet seine Gläubigen bis ans Ende. „Und unter solche