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Pieper Correspondence St. Louis, Missouri — Franz Pieper to Dr. H. G. Stub, 2 November 1916, Letter
Letter
No scan. This archive holds a typed transcription only, not an image of the original.
St. Louis. Proposing changes to the Opgjør. The addressee is taken from the transcriber's page heading, "An Dr Stub". Typed transcription by R. Lah, November 1996; tildes mark letters he could not make out.
German transcription typed transcription, not checked against the original
Transcribed by R. Lah, Lafayette, Indiana November, 1996.
(~ tilde used where letters were not discernable)
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Concordia College
St Louis, Mo.
Dr Franz Pieper, President
St Louis, Mo, 2 November, 1916.
~~~~~~~~, ~~~~~~ ~~~~~ Doktor!
Herr Professor Dau teilte mir mit, dass Sie wege(?) Ihrer geschwächsen Gesundheit noch laengere Teilnicht imstande sein wuerden, sich an einer Besprechung mit Vertretern der Synodalkonferenz zu beteiligen. Ich dachte aber es moechte gut sein und das Ziel unserer beiderseitigen Strebens foerdern, wenn ich persönlich, also nicht als Vertreter der Synodalkonferenz, Ihnen kurz meine Gedanken ueber eine moegliche Verstaendigung mitteilte. Ich habe letzte Woche nochmals meine Schriftstuecke, die sich auf die Norwegische Synode beziehen, gelesen. (1). Dabei trat mir wieder vor Augen, wie wir in dem grassen Kampfe gegen den Erasmianismus Schulter an Schulter gekaempft haben. Ich kann auch die Ueberzeugung nicht los werden, dass wir noch ein Herz und eine Seele sind und die Wolke, welche teileinigen Jahren zwischen uns getreten ist, leichs zerstreuen koennten. Wir haben teileinigen Jahren nicht mit einander korrespondiert. Ich wollte den Eindruck vermeiden, dass wir deutschen Lutheraner uns den Norwegern aufdraengten, weil ich durch Sie und auch durch die Vaeter Ottesen, Preus, Koren, Larsen und andere darueber un~errichtet war, dass
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(1) Die Schriftstuecke gehen auf das Jahr 1879 zurueck.
(page 2 of letter).
ein Teil Ihrer Volkes auf ~~~~~~~~~~~~ ~~~~~ ~~~~~~~~. Freilich habe ich mit dem seligen Dr Larsen korrespondiert. Aber das gesthah ledig ein auf Dr Larsens Initiative hin. Schliesslich wollte er von mir wissen, ob ich ihn noch fuer einen Missourier und Glaubensbruder halte. Ich bezahte das, bat ihn aber, seinen Einfluss dahin geltend zu machen, dass sonderlich Irre: Punkte im Opgjoer geändert wuerden: die Coordination der Irre:: “Lehrformen” und die Verantwortlichkeit des Menschen fuer die Annahme der Gnade. Was den ersten Punkt betrifft, so ich Dr Larsen`s Stellung zum Opgjör nicht ganz klar mir geworden. Es schien mir, dass er, wie vor 30 Jahren, die Irreite Lehrform nur als Beschreibung der Auserwählten fussen wollte, im Sinne von: Die Auserwählten sind diejenigen, welche in der Zeit(?) glauben oder im Glauben Sterben; der Glaube bildet einen Teil der allgemeinen Heilsordnung, in der auch die Auserwaehlten zur Seligkeit gefuehrt werden. Klar wurde mir aber seine Stellung zum zweiten Punkt durch den letzten Brief, den er mir schrieb. Ich ~innerte ihn darum, dass “des Mensch Verantwortlichkeitsgefuehl gegenueber der Annahme oder Verwerfung der Gnade” nicht seinen
(page 3 of letter)
(An Dr Stub 2 Nov 1916.)
persoenlichen Glauben decke. Er wolle nur sagen, dass der Mensch fuer die Verwerfung der Gnade verantwortlich(?) sei, er wolle aber nicht sagen, dass der Mensch auch fuer die Annahme der Gnade verantwortlich sei. Hierauf gebrauchte Dr Larsen den starken Ausdruck, dass dass Verantwortlichkeitsgefuehl in bezug auf die Annahme der Gnade allerdings Unsinn sei. Er fuerchte aber, dass eine Änderung im Opgjör nach dessen Annahme durch die Distrikte schwer zu bewerkstelligen ~in wuerde. Dies war die letzte Misseilung Dr Larsen`s an mich.
Erlauben Sie mir nun eine kurze Darstellung meiner persoenlichen Auffassung der Sachlage; 1). Sie, teurer Herr Doktor, gehoeren zu denen unter uns, welche am ausfuehrlichsten und gruendlich dargelegt haben, dass nur die erste Lehrform die Lehre der Schrift und des Bekenntnisses ist. Es entspricht g~~~~ Ihrer persoenlichen Stellung wenn die Coordination der beiden Lehrformen beseitigt wird. 2). Auch Sie halfen von Herzen dafuer, dass der Mensch zwar fuer die Verwerfung der Gnade verantwortlich ist, dass es aber dem Ausdruck nach Synergismus in sich schliesst, wenn man von einer. Verantwortlichkeit des Menschen auch fuer die Annahme der Gnade redet. So stelle ich mir eine Einigung in bezug auf diese beiden Punkte ganz leicht vor. 3). Herr Professor Dau hat diesen Sommer bei einer Durchreise durch St Paul eine kurze Unterredung
(page 4 of letter)
mit herrn Dr Kildahl gehabt. Professor Dau hat den Eindruck bekommen, dass Dr Kildahl ein gewissen hafter und tuechtiger Theologe ist und wohl bereit sein maechte, in eine Verhandlung einzutreten, die auch die United Synod in Lehreinigkeit mit uns bringen koennte. 4). Wei~ die von Ihnen und uns vertretene Lehrstellung im grunde die Stellung aller Christen ist und von unserm Christlichen Volk bei klaren Darstellung leichs als die richtige erkannt wird, so wuerde auch ein veraendertes Opgjör freudige und allgemeine Zustimmung bei Ihrem Norwegischen Volk finden. 5). Wie herrlich waere es, wen das e~le Norwegische Volk 1917 sich of eine Basis stellen wuerde, die von jedem Anklang an den alten und modernen Erasmianismus frei ist. Ich denke keineswegs an irgend eine organische Verbindung der Norwegischen Lutheraner mit den Deutschen Lutheranern America`s. Ich den, lediglich an ein Zusammenstehen in der einen reinen Lehre und in dem einen Bekenntniss der Wahrheit. 6). Fast alle unsere englischen Gemeinden haben Norweger in ihrer Mitte. Da ist es gewiss wuenschenswert, dass keine Lehrdifferenz zwischen uns trete. 7). Herr Professor Hove seiete uns bei dem Begräbniss Dr Stoeckhardt mit, dass auch Sie eine Discussion vor Ann(?) der Opgjör lieber gesehen haetten.
(page 5 of letter).
So sehe ich die allgemeine Sachlage an. Sie ist die denkbar guenstigste fuer eine voellige Verstaendigung. Lassen Sie uns Fleiss anlegen, die Verstaendigung herbei zufuehren, ehe der Teufel uns noch weiter auseinanderbringt. Falls Sie Zeit und kraft fuer eine persönliche Unterredung haben sollsen(?), bin ich gern bereit nach St Paul zu kommen. Ich wuerde auch gern die Bekanntschaft Dr Kildahl`s machen.
Unsere Anstalt ist dieser Jahr so gefuellt, dass wir gerne 40 Studenten als Vikare ausgesendet haben. Naechsten Monat (Dec 18-22) werden 5 Glieder unserer Fakultaet eine Schlussunterredung mit der Fakultät von Wauwatosa haben. Wir erwarten voellige Einigung.
In alter Freundschaft und Liebe,
Ihr
F Pieper.
English translation AI translation
Transcribed by R. Lah, Lafayette, Indiana, November 1996.
(~ tilde used where letters were not discernible)
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Concordia College
St. Louis, Mo.
Dr. Franz Pieper, President
St. Louis, Mo., 2 November 1916.
[illegible in the transcription] Doctor!
Professor Dau told me that because(?) of your weakened health you would for some time yet not be able to take part in a discussion with representatives of the Synodical Conference. But I thought it might be good, and might further the goal of our mutual striving, if I personally, thus not as representative of the Synodical Conference, shared with you briefly my thoughts about a possible understanding. Last week I read once more my writings that refer to the Norwegian Synod (1). In doing so it again came before my eyes how we fought shoulder to shoulder in the great battle against Erasmianism. Nor can I shake off the conviction that we are still one heart and one soul, and that the cloud which for some years has come between us could easily be dispersed. For some years we have not corresponded with each other. I wanted to avoid the impression that we German Lutherans were pressing ourselves on the Norwegians, because I had been informed by you and also by the fathers Ottesen, Preus, Koren, Larsen and others that
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(1) The writings go back to the year 1879.
(page 2 of letter).
a part of your people [illegible in the transcription]. To be sure, I corresponded with the late Dr. Larsen. But that happened solely on Dr. Larsen's initiative. In the end he wanted to know from me whether I still regarded him as a Missourian and brother in the faith. I affirmed that, but asked him to use his influence so that especially two [transcription: "Irre:"] points in the Opgjör would be changed: the coordination of the two [transcription: "Irre::"] "forms of doctrine" and man's responsibility for the acceptance of grace. As for the first point, Dr. Larsen's position on the Opgjör did not become entirely clear to me. It seemed to me that, as 30 years ago, he wanted to base the second [transcription: "Irreite"] form of doctrine only as a description of the elect, in the sense of: The elect are those who in time(?) believe or die in faith; faith forms a part of the general order of salvation in which the elect too are led to salvation. His position on the second point, however, became clear to me through the last letter he wrote me. I reminded him that "man's sense of responsibility toward the acceptance or rejection of grace" did not cover his
(page 3 of letter)
(To Dr. Stub, 2 Nov 1916.)
personal belief. He only meant to say that man is responsible(?) for the rejection of grace, but did not mean to say that man is also responsible for the acceptance of grace. To this Dr. Larsen used the strong expression that a sense of responsibility regarding the acceptance of grace is indeed nonsense. But he feared that a change in the Opgjör would be difficult to bring about after its adoption by the districts. This was Dr. Larsen's last communication to me.
Permit me now a brief presentation of my personal understanding of the situation: 1). You, dear Doctor, belong to those among us who have shown most fully and thoroughly that only the first form of doctrine is the doctrine of Scripture and Confession. It corresponds [illegible in the transcription] to your personal position if the coordination of the two forms of doctrine is removed. 2). You too hold from the heart that man is indeed responsible for the rejection of grace, but that it implies synergism, at least in expression, if one speaks of a responsibility of man also for the acceptance of grace. So I imagine agreement on these two points to be quite easy. 3). This summer Professor Dau, passing through St. Paul, had a brief conversation
(page 4 of letter)
with Dr. Kildahl. Professor Dau gained the impression that Dr. Kildahl is a conscientious and able theologian and might well be ready to enter into a negotiation that could bring the United Synod too into doctrinal unity with us. 4). Because the doctrinal position represented by you and us is at bottom the position of all Christians, and is easily recognized as the right one by our Christian people when clearly presented, an altered Opgjör would also find joyful and general agreement among your Norwegian people. 5). How glorious it would be if the noble Norwegian people in 1917 were to take a stand on a basis free of every echo of the old and modern Erasmianism. I am by no means thinking of any organic connection of the Norwegian Lutherans with the German Lutherans of America. I am thinking solely of standing together in the one pure doctrine and in the one confession of the truth. 6). Almost all our English congregations have Norwegians in their midst. There it is surely desirable that no doctrinal difference come between us. 7). At Dr. Stoeckhardt's funeral Professor Hove told us that you too would have preferred to see a discussion before adoption(?) of the Opgjör.
(page 5 of letter).
That is how I view the general situation. It is the most favorable imaginable for a complete understanding. Let us apply diligence to bring about the understanding before the devil drives us still further apart. Should you have(?) time and strength for a personal conversation, I am glad to be ready to come to St. Paul. I would also gladly make the acquaintance of Dr. Kildahl.
Our institution is so full this year that we were glad to have sent out 40 students as vicars. Next month (Dec. 18-22) 5 members of our faculty will have a concluding conversation with the Wauwatosa faculty. We expect complete agreement.
In old friendship and love,
Your
F. Pieper.