Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 20 › Seite 310

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. September 1907, Seite 310

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: FI · Gemeindeglied · Gemeindeglied 4 · Kirchenzucht · Lehranſtalt 1

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310

Aus unsern andern Anstalten werden folgende Zahlen ge—
meldet:

Neu⸗ . Gesamt⸗ Neu⸗ Gesamt
eingetretene. zahl. eingetretene. zahl.
Springfield: 6⁵ 236 Milwankee: 6⁴ 2¹³3
Addison: 43³ 197 St. Paul: 31 15⁵
Seward: 30⁰ 112 Concordia: 30 141
Fort Wayne: 45 219 Hawthorne: 24 9⁸

Mit St. Louis ergibt dies eine Zahl von 414 Neueingetretenen
und eine Gesantzahl von 1581 Schülern und Studenten, die sich
fast alle auf das Predigt⸗ oder Schulamt vorbereiten wollen. Das
ist wieder ein reicher Gottessegen, für den wir alle billig Gott
von Herzen danken sollen. Er gebe nun aber auch seinen reichen
Segen zum Lehren und Lernen, daß bei allen das Ziel erreicht
werde! Alle Christen wollen ihn darum fleißig und brünstig
bitten und mit frommem Herzen in die Worte des allgemeinen
Kirchengebets einstimmen: .„Segne die rechtgläubigen Lehran⸗
stalten zur Ausrüstung treuer Arbeiter in deinem Weinberge.“
Ja, Gott wolle auch in dem nun neubegonnenen Schuljahre alle
unsere Anstalten behüten vor falscher Lehre und gottlosem Leben
und seine hilfreiche, schützende Hand über sie halten!

Die im vorstehenden mitgeteilten Zahlen werden noch er⸗
höht werden durch Schüler auf den drei Distriktsprogymnasien
in New Orleans, „Portland, Oreg., und Oakland, Cal., die
ihr Schuljahr Wäter beginnen und von denen darum noch keine
Angaben eintreffen konnten. Von Portland wird uns geschrie⸗
ben: „Am 25. August fand die Grundsteinlegung unsers neuen
Collegegebäudes statt. Das Gebäude ist schon fast zu weit vor⸗
geschritten für eine Grundsteinlegung, denn sein Außeres geht
schon seiner Vollendung entgegen, so daß es wohl gegen Anfang
November fertig sein wird. Trotz des Regens hatte sich doch
eine kleine Schar an Ort und Stelle eingefunden, um der Feier
beizuwohnen. Auf Grund von Esra 3, 10. 11 legte P. Stübe
uns ans Herz, daß wir Ursache haben, Gott zu danken, wenn wir
auf der einen Seite auf den Endzweck sehen, dem dieses Gebäude
dienen soll, und zum andern auf die Liebe, die dieses Gebäude
errichtet. Er zeigte in Kürze, welches Ziel die Schulen dieser
Welt verfolgen, die religionslos sein sollen, aber, Gott sei es
geklagt, es oft nicht sind, da sie die rechle Religion verspotten und
ihre eigene aufrichten, die Religion der Vernunft. Er zeigte,
welches Ziel dagegen unsere Gemeindeschulen verfolgen, nämlich,
Christi Kirche zu bauen, und welches Ziel vor allem diese Schule,
das Concordia-College, verfolge, nämlich, Arbeiter für Christi
Kirche auszubilden. Im zweiten Teil führte er aus, was die
Menschen gar oft bewegt, hohe Schulen zu errichten, und wie sie
es zuwege bringen, daß sie großartige Gebäulichkeiten errichten
fönnen. An der Hand der Geschichte unserer Anstalt zeigte er
dann, daß Liebe zu Christo, zur Kirche uns bewogen hat, nach
jahrelangem Zaudern im Vertrauen auf den allmächtigen Gott
eine Anstalt hier anzufangen und ihr auch ein eigenes Heim zu
schaffen. Und trotzdem der Distrikt noch verhältnismäßig klein
ist, so hat er doch die Last auf seine eigenen Schultern genommen,
um sie im Vertrauen auf Gott gern und willig zu tragen. Solche
Liebe hat Gott in unser Herz gegeben, und ihm müssen wir
danken. In einer kurzen englischen Ansprache legte P. O. Hagoes
von der norwegischen Synode dar, welch großes Gut unsere
Synode in der rechten Lehre habe, da sie fest zur Schrift halte,
und zeigte fodann, welcher Segen deshalb durch unsere Colleges
gestiftet würde. Möge auch diese Anstalt diesen Segen immer
mehr ausbreiten helfen! Den Akt der Grnndsteinlegung voll⸗
zog Präses Behrens. Das Gebäude wird 72438 Fuß groß sein,
Raum bieten für etwa 25 Schüler samt den Hauseltern und ist
auf einem 5 Acker großen Grundstück init schöner Aussicht auf die
Berge und den Columbia-Fluß gelegen. Die Kosten des ganzen

Gebäudes werden sich auf ungefähr §6000.00 belaufen. Der
Preis des Grundstücks, das der Distrikt letzten Mai kaufte, war
52500.00. Für den Bau sind seit der Synode etwa §1400.00
eingegangen und nahezu §1500.00 an zinsfrei geborgtem Gelde.
Der Distrikt mußte sich nämlich auf der Synodalversammlung
sagen, daß es wohl kaum möglich sein würde, die ganze Bar⸗
summe in einem Jahre aufzubringen.
gern Geld zinsfrei borgen, wo es zu haben ist, und dann nach und
nach abbezahlen. Möge Gott in uns die Freudigkeit, für sein
Reich zu opfern, erhalten und vermehren! Neue Schüler stehen
uns ungefähr 5 in Aussicht.
werden, hat die Aufsichtsbehörde zur Aushilfe den Studenten
L. Blankenbühler angestellt.
er die Religionsstunden übernimmt.

im Osten fortsetzen.“ —— Aus Winfield wird uns gemeldet,
daß auf der dortigen Anstalt im gauzen etwa 80 Schüler studieren
werden; darunter sind 23, die sich auf das Predigtamt vor⸗
bereiten wollen, außerdem ein Seminarist aus Addison, der be⸗
sondere Kurse nimmt. und 3 Mädchen, die einmal Gemeindeschul⸗
lehrerinnen werden möchten. L. F.
Die Gesamtsumme aller für erzieherische und wohltätige
Zwecke genachten Vermächtnisse und Stiftungen in unserm Lande
wird auf 5106,000,000 allein für das letzte Jahr berechnet.
Dabei wird bemerkt, daß 300 reiche Leute fast die Hälfte dieser
Sunnme, nämlich §51,000,000, gegeben haben. Davon wird
dann viel Aufhebens gemacht, alle Blätter berichten darüber und
die Namen dieser Geber sind in aller Leute Mund. Die Gaben

den kaum geachtet und gerechnet. Menschen zählen eben die Dol⸗
lars, aber Gott sieht das Herz an, und die Geschichte von der
armen Witwe und ihren zwei Scherflein, Mark. 12, 41 ff., zeigt,
daß das

größer ist als die große Gabe manches Reichen. Natürlich ist

damit nicht gesagt, daß Gott nicht von seinen reichen Christen
Spricht er doch selbst an anderer Stelle

große Gaben haben will.
durch St. Paulus: „Den Reichen von dieser Welt gebeut, daß sie
nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum,
sondern auf den lebendigen Gott, der uns dargibt reichlich, aller⸗
lei zu genießen; daß sie Gutes tun, reich werden an guten Wer⸗
ken, gerne geben, behilflich seien, Schätze sammeln, ihnen selbst
einen guten Grund aufs Zukünftige, daß sie ergreifen das ewige
Lebey“, 1 Tim. 6. 17 ff. Und es ist denn Worte Gottes Heneß
was iin Buch Tobias steht: „Hast du viel, so gib reichlich“, To
4, 9. Daß dies doch auch unsere wohlhabenden und reichen 6n.
sten recht zu Herzen nehmen möchten und Missionen. Lehranstalten
und Wohltätigkeitsanstalten fleißig und ihrem Vermögen ent⸗
sprechend bedenken möchten! Es ist kein übles Beispiel, das vor
einiger Zeit ein englischer Millionär gegeben hat. Seinen Kin⸗
dern hinterließ er eine Viertelmillion, aber zur Gründung und
Erhaltung eines Altenheims fünf Millionen und — won
größere Summen für Wohltätigkeitszwecke.

Die Herrlichkeit, Glied einer christlichen Gemeinde
zu sein.

Ein Gemeindeglied werden ist in unsern Tagen bei der el
eine sehr törichte und sogar schimpfliche Sache. Tausende und
aber Tausende preisen es jetzt in Deutschland als eine hocherfreu⸗
liche Errungenschaft, daß niemand niehr genötigt ist, Glied einer
Gemeinde zu sein oder zuwerden; und Tausende und aber Tau⸗
sende, welche aus unserm alten Vaterlande hier einwandern,
freuen sich darüber, als über einen unschätzbaren Vorzug dieses

Deshalb möchten wir auch

Da jetzt drei Klassen eingerichtet

Auch P. Rimbach hilft mit, indem
Auch dies Jahr werden
wieder einige unserer Schüler ihr Studium auf unsern Anstalten;

der Liebe, die nur nach einzelnen Dollars oder Cents zählen, I

geringe Opfer manches Armen in Gottes Augen viel

*

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