Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 11 › Seite 85

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-01-23, Seite 85

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Miſſion 29 · Schöpfung 10

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„Beschlossen: Wiewohl es uns das höchste Vergnügen gewähren würde und wir aufs aufrichtigste wünschen, diejenigen mit uns in Lehre und Gebräuchen vereint zu sehen, die mit uns einen Namen führen, und in solchem Fall geneigt sind, uns mit ihnen in solchen Sachen, die die Beförderung der Sache der Wahrheit bezwecken, zu vereinigen und gemeinschaftlich mit ihnen zu wirken: so müssen wir doch ausdrücklich erklären und wünschen also verstanden zu werden, daß, so wünschenswerth auch eine Vereinigung sein möge, sie doch allein auf die Versicherung eines strengen Anhangens an der Lehre und den Gebräuchen unserer Kirche, wie diese in den Symbolen derselben dargestellt sind, zu Stande gebracht werde; und so lange wir diese Versicherung nicht erhalten können, so können wir, unseres Theils, in keine solche Vereinigung einwilligen.“

Auch unserer Synode und unseres Blattes haben die theuren Brüder dieses Verbandes freundlichst gedacht. Wir finden folgenden betreffenden Beschluß:

„Beschlossen: Daß es uns freut, zu hören, daß etliche unserer deutschen lutherischen Brüder eine Synode formirt haben, genannt „„Die deutsche evangelisch-lutherische Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten““, und daß sie ein deutsches Blatt herausgeben, genannt „„Der Lutheraner““, welches der Verbreitung und Vertheidigung der ursprünglichen Lehren und Gebräuche der lutherischen Kirche gewidmet ist, auf welches Blatt wir die Aufmerksamkeit unserer deutschen Brüder zu lenken wünschen.“

Mit herzlicher Freude lesen wir ferner, daß etliche englische Lutheraner aus Missouri an die Synode eine Bittschrift haben ergehen lassen, worin sie darum ansuchen, unter die Aufsicht der Synode genommen und von Gliedern derselben bedient zu werden, welcher Bitte auch gewillfahrt werden solle.

Endlich finden wir noch in dem Berichte eine warme Empfehlung der von H. Ludwig in New York herausgegebenen Werke durch die Synode: 1. des Concordienbuchs, 2. der Hauspostille Luthers, 3. der englischen Uebersetzung der Augsburgischen Confession mit einer historischen Einleitung und erklärenden Anmerkungen, und 4. der englischen Uebersetzung von Meurers Leben Luthers.

Wir schließen diesen Auszug mit dem innigen Wunsche, der HErr wolle diese Synode, die nun schon beinahe dreißig Jahre lang gegen den Abfall der sogenannten amerikanisch-lutherischen Kirche und insonderheit gegen den der Generalsynode unter viel Schmach und Verfolgung treulich gezeugt und gekämpft und sich, so viel wir wissen, unter allen ältern Synoden des Landes allein mit den Kleinodien unserer Kirche in diese letzte greuliche Zeit herüber gerettet hat, ferner segnen und zu einem Salz der Erde machen, das der um sich greifenden geistlichen Fäulniß in anderen Synoden wehrt.

Die nächste Sitzung der Synode soll in Beck's Kirche, Davidson County, Nord-Carolina (ohngefähr sechs Meilen südöstlich von Lexington), gehalten und, geliebt es Gott, Sonnabends vor dem dritten Sonntag im October 1849 begonnen werden. Der Secretär der Synode ist: Rev. J. R. Moser, Flint Rock, Catawba Co., N. C.

(Eingesandt.)

Nea-Mathla über die Schöpfung der Menschen.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte etwa um das Jahr 1825 Einrichtung getroffen, um unter den Seminolen von Florida Schulen einzuführen, und eine Geldsumme war zu diesem Zwecke angewiesen. Dem widersetzte sich Nea-Mathla, ein ausgezeichneter Häuptling, der über jenen Stamm großen Einfluß ausübte. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, die wohlwollende Absicht der Regierung auszuführen, wurde eine Versammlung gehalten, in welcher sich Nea-Mathla erhob und den Gouverneur Duval, der damals Superintendent der Indianischen Angelegenheiten war, folgendermaßen anredete:

„Vater, es ist nicht mein Wunsch, aus meinen rothen Kindern weiße Kinder machen zu lassen. Als der Große Geist die Menschen schuf, schuf er sie so, wie sie sind, und zwar mit drei Merkmalen. Er wies bei der Erschaffung einem jeden seine Farbe an, seine Pflichten, und es war nie seine Absicht, daß sie sich vermischen sollten.

„Vater, also schuf der Große Geist die Menschen. Er stand an einem hohen Orte. Darauf nahm er etwas Staub in seine Hand, mischte und trocknete ihn, blies ihn an, warf ihn aus seiner Hand vor sich hin — und vor ihm stand ein weißer Mann!

„Der Große Geist war traurig. Er sah, daß das, was er geschaffen hatte, nicht das war, was er beabsichtigte. Der Mann war weiß! Er sah schwach und kränklich aus. Der Große Geist sah ihn an und sprach: „„Weißer Mann, ich habe dir das Leben gegeben. Du bist nicht das, was ich eigentlich wollte. Ich könnte dich wieder dahin schicken, wo du hergekommen bist; doch nein — ich will dir das Leben nicht nehmen. Tritt zur Seite.““ Der Große Geist mischte den Staub von Neuem, trocknete ihn, blies ihn wieder an — und vor ihm stand ein schwarzer Mann!

„Der Große Geist war bekümmert. Er sah, daß dieser Mann schwarz und häßlich war; darum befahl er ihm, zur Seite zu treten. Dann mischte er den Staub von Neuem, blies ihn an — und vor ihm stand ein rother Mann!

„Der Große Geist lächelte. In diesem Augenblicke sahen alle in die Höhe und erblickten eine Oeffnung im Himmel, durch welche drei Kisten langsam herabsanken. Sie kamen endlich herunter und blieben auf dem Boden liegen. Drauf sprach der Große Geist: „„Ich habe euch allen das Leben gegeben. Der rothe Mann allein ist mein Liebling; jedoch sollt ihr alle leben. Ein jeder von euch muß aber die ihm zukommenden Pflichten erfüllen. Diese drei Kisten enthalten die Werkzeuge, welche ihr zu gebrauchen habt, um euch den nöthigen Lebensunterhalt zu verschaffen.““ So redend, rief er den weißen Mann zu sich. „„Weißer Mann““, sägte der Große Geist, „„du bist nicht mein Liebling, doch habe ich dich zuerst erschaffen. Oeffne diese Kisten, betrachte sie und wähle, welche du willst. Sie enthalten die Geräthe, welche ihr alle drei während eures Lebens zu gebrauchen habt.““

„Der weiße Mann öffnete die Kisten, sah hinein und sprach: „„Ich will diese nehmen.““ Sie war voll Federn, Tinte, Papier und all der Dinge, die ihr weißen Leute zu gebrauchen pflegt. Er blickte auf den schwarzen Mann und sprach: „„Ich habe dich demnächst geschaffen; jedoch kann ich dir die zweite Wahl nicht gestatten.““ Dann wandte er sich zu dem rothen Manne, lächelte und sprach: „„Komme, mein Liebling, und wähle.““ Der rothe Mann sah in die beiden noch übrigen Kisten und sprach: „„Ich will diese nehmen.““ Sie war voll Biberfelle, Bogen und Pfeile und all der Dinge, welche die Indianer gebrauchen. Darauf sprach der Große Geist zu dem Neger: „„Du kannst diese nehmen.““ Sie war voll Hacken und Aexte, zum Beweise, daß der schwarze Mann geschaffen war, um für den weißen und rothen Mann zu arbeiten.

„Vater, so schuf der Große Geist die Menschen und so versah er sie mit den Werkzeugen, mit welchen sie arbeiten sollten. Es ist nicht sein Wille, daß unsere rothen Kinder die Artikel gebrauchen sollen, welche in der Kiste herab gekommen, die der weiße Mann wählte, so wenig, als sich für den weißen Mann schickt, die Geräthe zu nehmen, welche von dem Großen Geiste zum Gebrauche seiner rothen Kinder bereitet sind.“

(McKenney, Memoirs, Bd. 2. S. 16.)

Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden. Röm. 1, 22. Jener ausgezeichnete Häuptling erzählt offenbar keine ältere Ueberlieferung seines Volkes, sondern theilt in der Form einer Dichtung seine Gründe gegen die Einführung von Schulen mit. Und wie albern fällt dieselbe aus! Der Name „Großer Geist“ erregt Anfangs die Erwartung, daß die Indianer Gottes ewige Kraft und Gottheit aus seinen Werken ersehen hätten. Allein diese Erwartung wird völlig getäuscht, da der Große Geist so ohnmächtig und unbarmherzig erscheint, daß er den weißen und den schwarzen Mann als einen „verunglückten Wurf“ betrachtet, weßhalb sich sein Liebling, der rothe Mann, denn auch berechtigt glaubt, sie zu hassen und zu verachten.

Ihr seid allzumal Einer in Christo JEsu. Gal. 3, 28. So rief der Apostel einst den Juden und Griechen zu. Möge es auch bald so heißen in Beziehung auf den „weißen und den rothen Mann“. Es steht bei dem HErrn; laßt uns ihn um Gnade anrufen. H. Fick.

English translation AI translation

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"Resolved: Although it would afford us the highest pleasure, and we most sincerely wish, to see united with us in doctrine and practice those who bear the same name with us, and in such case are inclined to unite with them in such matters as aim at the promotion of the cause of truth, and to work together with them: yet we must expressly declare, and wish to be understood accordingly, that, however desirable a union may be, it can be brought about only upon the assurance of a strict adherence to the doctrine and the practices of our Church, as these are set forth in her Symbols; and so long as we cannot obtain this assurance, we, for our part, cannot consent to any such union."

Our Synod and our paper also have been kindly remembered by the dear brethren of this body. We find the following resolution concerning them:

"Resolved: That it gives us pleasure to hear that some of our German Lutheran brethren have formed a Synod, called ""The German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States,"" and that they publish a German paper, called ""Der Lutheraner,"" which is devoted to the spread and defense of the original doctrines and practices of the Lutheran Church, to which paper we desire to direct the attention of our German brethren."

With hearty joy we read, furthermore, that some English Lutherans from Missouri have sent a petition to the Synod, in which they request to be taken under the oversight of the Synod and to be served by its members, which request is also to be granted.

Finally, we find in the report besides a warm recommendation, by the Synod, of the works published by H. Ludwig in New York: 1. the Book of Concord, 2. Luther's House Postil, 3. the English translation of the Augsburg Confession with a historical introduction and explanatory notes, and 4. the English translation of Meurer's Life of Luther.

We close this extract with the fervent wish that the LORD may further bless this Synod, which for now nearly thirty years has faithfully testified and contended, amid much reproach and persecution, against the apostasy of the so-called American Lutheran Church, and especially against that of the General Synod, and which, so far as we know, alone among all the older Synods of the country has rescued itself with the jewels of our Church into this last dreadful time, and that He may make it a salt of the earth, which withstands the spiritual corruption spreading about in other Synods.

The next session of the Synod is to be held in Beck's Church, Davidson County, North Carolina (about six miles southeast of Lexington), and, God willing, to begin on the Saturday before the third Sunday in October 1849. The Secretary of the Synod is: Rev. J. R. Moser, Flint Rock, Catawba Co., N. C.

(Submitted.)

Nea-Mathla on the Creation of Men.

About the year 1825 the government of the United States made arrangements to introduce schools among the Seminoles of Florida, and a sum of money was appropriated for this purpose. Nea-Mathla, a distinguished chief, who exercised great influence over that tribe, opposed this. After several unsuccessful attempts to carry out the benevolent intention of the government, an assembly was held, in which Nea-Mathla rose and addressed Governor Duval, who was at that time Superintendent of Indian Affairs, as follows:

"Father, it is not my wish to have my red children made into white children. When the Great Spirit created men, he created them just as they are, and indeed with three distinguishing marks. At the creation he assigned to each his color, his duties, and it was never his intention that they should mix.

"Father, thus the Great Spirit created men. He stood on a high place. Thereupon he took some dust in his hand, mixed and dried it, breathed upon it, threw it from his hand before him — and before him stood a white man!

"The Great Spirit was sad. He saw that what he had created was not what he had intended. The man was white! He looked weak and sickly. The Great Spirit looked at him and said: ""White man, I have given thee life. Thou art not what I really wished. I could send thee back to the place whence thou camest; but no — I will not take thy life from thee. Step aside."" The Great Spirit mixed the dust anew, dried it, breathed upon it again — and before him stood a black man!

"The Great Spirit was grieved. He saw that this man was black and ugly; therefore he commanded him to step aside. Then he mixed the dust anew, breathed upon it — and before him stood a red man!

"The Great Spirit smiled. At this moment all looked up and beheld an opening in the heavens, through which three chests slowly sank down. They came down at last and remained lying on the ground. Thereupon the Great Spirit said: ""I have given life to you all. The red man alone is my darling; yet you shall all live. But each of you must fulfil the duties that belong to him. These three chests contain the tools which you are to use in order to procure for yourselves the necessary sustenance."" Speaking thus, he called the white man to him. ""White man,"" said the Great Spirit, ""thou art not my darling, yet I created thee first. Open these chests, look at them, and choose whichever thou wilt. They contain the implements which you all three are to use during your lives.""

"The white man opened the chests, looked in, and said: ""I will take this one."" It was full of pens, ink, paper, and all the things which you white people are accustomed to use. He looked at the black man and said: ""I created thee next; yet I cannot allow thee the second choice."" Then he turned to the red man, smiled, and said: ""Come, my darling, and choose."" The red man looked into the two remaining chests and said: ""I will take this one."" It was full of beaver skins, bows and arrows, and all the things which the Indians use. Thereupon the Great Spirit said to the Negro: ""Thou mayest take this one."" It was full of hoes and axes, as a proof that the black man was created to work for the white and red man.

"Father, thus the Great Spirit created men, and thus he provided them with the tools with which they were to work. It is not his will that our red children should use the articles which came down in the chest which the white man chose, any more than it is fitting for the white man to take the implements which were prepared by the Great Spirit for the use of his red children."

(McKenney, Memoirs, Vol. 2, p. 16.)

Professing themselves to be wise, they became fools. Rom. 1, 22. That distinguished chief evidently relates no older tradition of his people, but sets forth in the form of a fiction his reasons against the introduction of schools. And how silly it turns out! The name "Great Spirit" at first raises the expectation that the Indians had perceived God's eternal power and Godhead from His works. But this expectation is wholly disappointed, since the Great Spirit appears so powerless and unmerciful that he regards the white and the black man as a "failed cast," on which account his darling, the red man, believes himself entitled to hate and despise them.

Ye are all one in Christ Jesus. Gal. 3, 28. So the Apostle once cried to Jews and Greeks. May it soon be said likewise with respect to the "white and the red man." It rests with the LORD; let us call upon Him for grace. H. Fick.