Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 3 › Seite 24

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-10-01, Seite 24

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weiter könnte gearbeitet werden. Nun der HERR weiß, was wir bedürfen, und wird es lenken, so es anders Sein heil. Wohlgefallen ist. Bitt' Ihn nun recht fleißig mit uns, und thu' auch deine Hände auf, daß wir in den Stand gesetzt werden, den vielfachen Ansprüchen an unsere arme Missionskasse Genüge leisten zu können. Hast du ja diesmal des erfreulichen so viel gehört. Laß dichs zu Lob und Dank gegen Gott bewegen, und beweise deine Dankbarkeit, so du anders kannst, auch gern mit der That. Daß dir aber die Sache, die der HERR hier durch uns schwache Werkzeuge treibt, immer lieber, und du bei uns hier im fernen Norden immer einheimischer werdest, will ich dir nun bald, so der HERR Gnade und Kraft verleiht, eine übersichtliche Darstellung des ganzen hiesigen Missionswerkes von seiner ersten Entstehung bis auf die neuen freudigen Ereignisse in kurzen Abschnitten liefern. —

Dem HERRN allein sei Ehre!

August Crämer.

Landgraf Philipp.

Landgraf Philipp der Großmüthige verdiente diesen Namen, welcher eigentlich bedeutet: der Herzhafte, Tapfere, auch in dem Sinne, in welchem wir das Wort heut zu Tage brauchen; er war ein Herr, der zur rechten Zeit und am rechten Orte wohl ab und zu zu thun verstand, und von seinen Unterthanen, von denen er wohl wußte, wie treu sie ihm waren, manches hören und ertragen konnte. Dazu war er mildthätig und freigebig.

Einst hatte er eine außerordentliche Abgabe durch das ganze Land ausgeschrieben, denn zu Führung der Kriege, die er größtentheils um des evangelischen Glaubens willen unternahm, brauchte er oft Geld und viel Geld. Die Armen und insbesondere die Wittwen aber sollten, das war sein ausdrücklicher Befehl, mit der Steuer verschont werden. Einer seiner Rentbeamten aber, der sich etwa durch eine große Summe eingetriebener Abgaben beliebt machen, oder vielleicht gar sein Schäfchen dabei besonders scheeren wollte, hatte jedoch auch einer Wittwe in seinem Bezirk die Steuer in seines Fürsten Namen abgefordert, und da diese sie nicht bezahlen konnte, ihr die Kuh gepfändet. Eben wurde die Kuh fortgeführt, und die Frau ging laut weinend und jammernd neben der Kuh her. Da trifft sichs, daß der Landgraf mit seinem Gefolge daher geritten kommt, den die Frau aber nicht kennt. Der Landgraf fragt, was ihr fehle? und sie erzählt ihm ihr Schicksal. Der Landgraf gibt ihr einen Thaler, um die Kuh wieder einzulösen. Voller Freude geht die Frau von dannen, betrachtet sich den Thaler und spricht: „So wollt ich doch nun, daß der Thaler glühend heiß wäre und brennete dem Fürsten lichtes Lohes auf dem Herzen.“ Und was that der Landgraf? Lachend wandte er sich nach seinem Gefolge um und sprach: Hört doch, hört! habe ich meinen Thaler nicht wohl angelegt?

Zuweilen wollten die Herren vom Hofe seiner Mildthätigkeit Grenzen setzen, indem sie sagten, dieser oder jener, dem er etwas gegeben hatte oder zu geben Willens war, sei der Wohlthat und des Allmosens nicht werth. „Er hat mich, antwortete dann der Landgraf, in meines Herrn Christi Namen angesprochen, darum thue ich ihm Gutes, obschon er es nicht werth ist.“

Als aber einst einer seiner Edelleute zu der Zeit, als die vielen schönen Klostergüter eingezogen wurden, nach einem derselben Lust bekam, und den Landgrafen darum anging, er möge es ihm doch für seine langen treuen Dienste geben, sprach der Landgraf: „Wie könnten Wir dazu kommen, daß Wir dir ein solches Gut schenkten? Ist es doch nicht Unser, sondern Gottes und seiner Kirche. Sollten Wir es nun Gott nehmen und dir geben? das schickt sich nicht. Diese Güter müssen wieder hin gegeben werden, woher sie gekommen sind, zu Kirchen und Schulen und zur Steuer der Armen und Kranken. Ist dir etwas vonnöthen, so warte so lange, bis daß ein weltlich Gut, das Unser ist, los wird, und bitte darum, so wollen Wir deiner Bitte und deines Dienstes nicht vergessen.“

Und den Ruhm, die Kirchengüter zu rechten Dingen treulich verwendet zu haben, hatte damals Philipp der Großmüthige vor allen Fürsten und Herren seiner Zeit voraus, und soll ihn auch voraus behalten.

(Eingesandt.)

5.

Aus dem Lied der Lieder.

Kennest du dich nicht,
Herzlich Angenehme?
Zeig dein Angesicht.
Laß nur von dem Weinen,
Und zu mir gekehrt,
Laß dein Auge stralen.
Schönste unter Allen!
Geh hinaus und sieh,
Wo der lieben Herde
Spuren in dem Sande,
Ihrer Füße Stapfen,
Sind im Sand zu lesen,
Allda folge nach!
Wie will ich dich leiten,
Ihnen nachzufolgen!
Wie will ich dich lehren,
Herzlich mich zu lieben!
Wie will ich dich füllen
Mit der besten Weide!
Zahllos sind die Scharen,
So vorangezogen.
Treu des Hirten Stimme,
Meiner Stimme treu.
Wie aus weiter Ferne
Kannst du sie im Blauen,
Wo die Berge golden
über Wolken gehen,
Noch mit Augen sehen,
Wie sie alle leuchten!
Wie sie alle stralen!
Wie sie alle loben
Und die Harfen haben!
Gehe bei den Häusern,
Wo die Hirten wohnen
Da nimm dich der Lämmer
Leitend, lehrend an.
Weide meine Böcklein,
Trage meine Lämmer
Jene goldne Straße
Dort zum Berg hinan!

G. Schaller.

Kirchliche Nachricht.

Nachdem Herr P. Schliepsiek, bis dahin bei Waterloo, Ills., von der luth. Gemeinde auf Pleasant Ridge, Madison Co., Ills., zum Nachfolger des theuren Pastor Lochner ordentlich berufen worden war und solchen Beruf angenommen hatte, ist derselbe am 17. Sonntage nach dem Feste der heil. Dreieinigkeit d. J., im Auftrage des Präsidiums unserer Synode, durch P. Strasen öffentlich in sein Amt eingewiesen worden.

Das Postamt des lieben Bruders ist:

Callinsville, Madison Co., Ills.

Zur Nachricht auf Anfrage.

Das Choralbuch von Layritz ist zwar vierstimmig für Orgel, aber ohne Vor- und Zwischenspiele gesetzt.

Bücher und Pamphlets

zu haben in der Expedition des Lutheraners

um die beigesetzten Preise.

Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unveränderter Abdruck 10
Das Dutzend $1. Hundert Stück $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nebst einer Einleitung und erläuternden Bemerk. 5
Das Dutzend 50 Cents; 25 Stück $1.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. vom Jahre 1847 10
Zweiter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1848 10
Dritter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1849 10
Dritter Jahrgang des Lutheraner von 1846—1847. No. 8—26. 50
(Der 1. und 2. Jahrgang sind vergriffen.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1
Christliches Concordienbuch, d. i. Symbolische Bücher der evang. luth. Kirche, New-Yorker Ausgabe, in gepreßtem Leder gebunden $1. 25
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphletform) 1 Stück 5
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 Stück 5
Dr. Luthers Hauspostille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Festtage des ganzen Jahrs, New-Yorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder $2
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, welchem die sonn- und festtäglichen Perikopen beigefügt sind, verlegt von der hiesigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßtem Lederband, das Stück 75
Das Dutzend $8 } gegen Baarzahlung.
100 Stück $62. 50 }
A B C-Buch, New-Yorker Ausgabe, das Stück 10
Das Dutzend $1.
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unveränderter Abdruck, New-Yorker Ausgabe, im Einzelnen 25
im Dutzend $2. 60
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, brochirt und beschnitten 15
im Dutzend $1. 50
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Missouri ꝛc. zusammengetragen von Pastor Fr. Wyneken, d. St. 15
im Dutzend $1. 50
Der Hirtenbrief des Herrn P. Grabau zu Buffalo v. J. 1840 nebst den zwischen ihm und mehreren luth. Pastoren von Missouri gewechselten Schriften 15

Gedruckt bei Moritz Niedner,
Chestnut Street, between Main & Second,
No. 16.

English translation AI translation

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could be carried further. Now the LORD knows what we need, and will direct it, if it is otherwise His holy good pleasure. Entreat Him now right diligently with us, and open also thy hands, that we may be put in a position to satisfy the manifold claims upon our poor mission treasury. Thou hast indeed heard this time so much that is gratifying. Let it move thee to praise and thanksgiving toward God, and prove thy gratitude, if thou art otherwise able, gladly also with deed. That the cause which the LORD here carries on through us weak instruments may become ever dearer to thee, and thou ever more at home with us here in the far North, I will soon give thee, if the LORD grants grace and strength, a comprehensive account of the whole mission work here, from its first beginning up to the new joyful events, in brief sections. —

To the LORD alone be the glory!

August Crämer.

Landgrave Philip.

Landgrave Philip the Magnanimous deserved this name, which properly means: the stout-hearted, the brave, also in the sense in which we use the word nowadays; he was a lord who knew well how to do at the right time and in the right place now this and now that, and who from his subjects, of whom he well knew how faithful they were to him, could hear and bear much. Besides, he was charitable and generous.

Once he had levied an extraordinary tax throughout the whole land, for to carry on his wars, which he undertook for the most part for the sake of the evangelical faith, he often needed money and much money. The poor, however, and in particular the widows, were, it was his express command, to be spared the tax. But one of his stewards, who wished perhaps to make himself popular by a large sum of collected taxes, or perhaps even to shear his own little sheep in the process, had nevertheless demanded the tax also of a widow in his district in the name of his prince, and since she could not pay it, had distrained her cow. Just then the cow was being led away, and the woman went along beside the cow weeping aloud and lamenting. It happens that the Landgrave comes riding by with his retinue, whom the woman, however, does not know. The Landgrave asks what ails her? and she tells him her fate. The Landgrave gives her a thaler to redeem the cow. Full of joy the woman goes her way, looks at the thaler and says: "Now I would that the thaler were glowing hot and burned the prince in clear flame upon his heart." And what did the Landgrave do? Laughing, he turned to his retinue and said: Hear ye, hear! have I not invested my thaler well?

At times the gentlemen of the court wished to set bounds to his benevolence, saying that this or that man, to whom he had given something or was minded to give, was not worthy of the benefaction and the alms. "He has asked me," answered the Landgrave then, "in the name of my Lord Christ, therefore I do him good, although he is not worthy of it."

But when once one of his noblemen, at the time when the many fine cloister estates were being confiscated, took a fancy to one of them, and applied to the Landgrave for it, that he might give it to him for his long faithful services, the Landgrave said: "How could We come to give thee such an estate? It is not Ours, but God's and His Church's. Should We then take it from God and give it to thee? That is not fitting. These estates must be given back to where they came from, to churches and schools and for the support of the poor and the sick. If thou hast need of anything, wait until a worldly estate that is Ours becomes free, and ask for it, and We will not forget thy request and thy service."

And the glory of having faithfully used the church estates for right purposes Philip the Magnanimous had in his day above all princes and lords, and shall keep it above them.

(Contributed.)

5.

From the Song of Songs.

Knowest thou not thyself,
Heartily Beloved?
Show thy countenance.
Cease only from weeping,
And turned to me,
Let thine eye beam.
Fairest among all!
Go forth and see,
Where of the dear flock
Tracks are in the sand,
Of their feet the prints
Can be read in the sand,
There follow after!
How will I lead thee,
To follow after them!
How will I teach thee,
Heartily to love me!
How will I fill thee
With the best pasture!
Numberless are the hosts
That have gone before.
True the Shepherd's voice,
True to my voice.
As from far away
Canst thou see them in the blue,
Where the mountains golden
Go above the clouds,
Still with eyes see,
How they all shine!
How they all beam!
How they all praise
And have the harps!
Go by the houses,
Where the shepherds dwell,
There take thou the lambs
Guiding, teaching, to thee.
Feed my kids,
Carry my lambs
That golden way
Yonder up the mountain!

G. Schaller.

Church Notice.

After Mr. Pastor Schliepsiek, until then near Waterloo, Ills., had been regularly called by the Lutheran congregation at Pleasant Ridge, Madison Co., Ills., as successor to the dear Pastor Lochner, and had accepted this call, he was on the 17th Sunday after Trinity of this year, by commission of the Presidium of our Synod, publicly installed into his office by Pastor Strasen.

The post-office of the dear brother is:

Callinsville, Madison Co., Ills.

In Reply to an Inquiry.

The chorale-book of Layritz is indeed set in four parts for organ, but without preludes and interludes.

Books and Pamphlets

to be had at the Expedition of the Lutheraner

at the prices affixed.

Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unaltered reprint 10
The dozen $1. Hundred copies $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St., with an introduction and explanatory remarks 5
The dozen 50 cents; 25 copies $1.
First Synodal Report of the German Evang. Luth. Synod of Missouri, Ohio and other States, of the year 1847 10
Second Synodal Report of the same Synod, of the year 1848 10
Third Synodal Report of the same Synod, of the year 1849 10
Third volume of the Lutheraner, 1846—1847, Nos. 8—26 50
(The 1st and 2nd volumes are out of print.)
Fourth and fifth volumes of the Lutheraner $1
Christliches Concordienbuch, that is, Symbolical Books of the Evang. Luth. Church, New York edition, bound in embossed leather $1. 25
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in pamphlet form) 1 copy 5
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 copies 5
Dr. Luthers Hauspostille, or Sermons on the Gospels for the Sundays and Festivals of the whole year, New York edition, bound in calfskin $2
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, to which the Pericopes for the Sundays and festivals are added, published by the local Evang. Luth. Congregation U. A. C., in embossed leather binding, the copy 75
The dozen $8 } for cash payment.
100 copies $62. 50 }
A B C-Buch, New York edition, the copy 10
The dozen $1.
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente, unaltered reprint, New York edition, singly 25
by the dozen $2. 60
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, stitched and trimmed 15
by the dozen $1. 50
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri, compiled by commission of the Synod of Missouri etc. by Pastor Fr. Wyneken, of this city 15
by the dozen $1. 50
Der Hirtenbrief des Herrn P. Grabau zu Buffalo v. J. 1840, together with the writings exchanged between him and several Lutheran pastors of Missouri 15

Printed by Moritz Niedner,
Chestnut Street, between Main & Second,
No. 16.