Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 22 › Seite 176
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-06-24, Seite 176
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Die göttliche Ferne.
Für Manche ist Christus zwar geboren, gestorben und auferstanden, aber noch nicht gen Himmel gefahren. Sie sind den ganzen Tag andächtig gestimmt, weinen bei ihren Gebeten, seufzen bei ihren Betrachtungen. Alles ist ihnen feierlich und ein fortwährendes Halleluja hören sie in ihren Herzen erklingen. Dieser Milch müssen sie entwöhnt werden, sie müssen feste Speise genießen lernen, und es ist ihnen gut, daß Christus hingeht. Doch wann werden sie dieß verstehen? Ueber Verlassenheit, über Entziehung der Gnade klagen sie. Allein sie mögen nur eine Weile warten, mögen in der Stadt harren, bis sie angethan werden mit der Kraft aus der Höhe, gleichwie die Apostel mit Pfingsten zu einer erhabenen Stufe der Liebe emporstiegen, wo sie nicht mehr nach Thränen suchten, sondern ihre Lust daran fanden, über das Böse zu triumphiren und den Satan unter die Füße zu treten. —
Bernhard.
Geistliche Wachsamkeit.
Oft läßt Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, im Anfange ihrer Bekehrung den Menschen alle seine Güte empfinden: Dann wenden sie sich ganz von der Welt ab, wollen nur ihm leben. Aber sie sind noch schwach, wie junge Pflanzen des Mais. Darum schaden ihnen in dieser Zeit der Reif und der Nebel. Reif fällt über sie, „wenn sie etwas sein und scheinen wollen, wenn sie sich der göttlichen Tröstung für werth halten und solches Glück verdient zu haben meinen; Nebel aber umzieht sie, wenn sie in dem süßen Gefühle beständig bleiben und ruhen wollen. Dadurch nämlich wird das Licht der Vernunft verfinstert, die Kräfte, welche offen sein und Blüthen und Früchte tragen sollen, schließen sich und, die Erkenntniß der Wahrheit wird verhindert.
Ruysbroek.
Vom Kreuz und Leiden.
Thäte Leiden nicht weh, so hieße es nicht Leiden. Es ist nichts Peinlicheres als Leiden und nichts Fröhlicheres, als gelitten haben. Leiden ist ein kurzes Leid und eine lange Liebe. Hättest du alle Kunst der Sternenseher, könntest du so hoch von ihr sprechen, als aller Menschen und Engel Zungen, es würde dich nicht so viel zu einem guten Leben fördern, als wenn du dich in deinem Leiden Gott kannst geben und lassen. Siehe, die edle Seele grünt von Leiden, als die schöne Rose von dem Morgenthau. Leiden ist eine Liebesruthe, ein väterlicher Schlag den Auserwählten. Geduld im Leiden ist ein lebendiges Opfer, ist größer, denn Todte erwecken oder andere Zeichen thun. Leiden kleidet die Seele mit rosigem Kleide, schmückt sie mit einem grünen Palmenscepter; in Ewigkeit singt sie mit süßer Stimme und freiem Muthe ein neues Lied, das aller Engel Schaar nicht singen kann, weil sie das Leiden nie empfunden haben. —
Suso.
Adventsstimme.
Oftmals verhießen die Propheten die Ankunft des Herrn; viele Herolde gingen ihm voraus, aber sie waren immer nur reich an Versprechungen. Der Eine sagte: Harre des Herrn, sei getrost und unverzagt, und harre des Herrn! Ein Anderer: „Ob er verzieht, so harre seiner, er wird gewißlich kommen! Jesaias ward fast unwillig und sprach: „Ach, daß du den Himmel zerrissest und führest herab, und David war von der Bitte selbst in den Ton des Befehls übergegangen, wenn er ausrief: Stürze deine Himmel und fahre herab!" So hatte der Propheten ganzer Chor längern Wartens gleichsam überdrüßig, bald bittend, bald klagend, bald gebietend seine Wünsche kund gegeben. Endlich kam der Ersehnte und schloß ihren Mund. „Jetzt soll die Stimme der Kirche sich erheben, sie soll laut rufen: Gott und Mensch ist in Jesu Christo erschienen."
Hildebert, sermo II. in Epiphan. Dom.
Wer sich vollkommen verleugnet, der ist also in Gott aufgenommen, daß, was ihn auch betreffen mag, zuerst Gott berühren muß, da er in Gott ist und Gott in ihm. Wie der Trank nicht eher den Gaumen erreichen kann, als bis er über die Zunge geflossen ist, und wie er nach dem schmecken lernt, was er der Zunge saftet, so bekommt für denjenigen, der sich Gott hingiebt, Alles, was sich ihm ereignen mag, einen würzigen Geschmack, und wird ganz göttlich. Trifft ihn auch noch so großes Leid; er trägt es leicht, da er es als aus des Herrn, nicht aus dessen Hand, der es ihm verursacht hat, annimmt; und durch den Herrn kann ja Nichts Bitteres gehen! —
Ruysbroek.
Auferstehung des Fleisches.
Urbanus Regius, der alte aufrichtige Freund Luthers, hatte in seinem Hause eingeführt, so oft seine Kinder das Credo (das apostolische Symbolum) hersagten und wenn sie auf die Worte des dritten Artikels „Auferstehung des Fleisches" kamen, daß sie mit Fingern auf ihre Brust weisen mußten. Damit wollte er ihnen den wichtigen und tröstlichen Artikel, daß einst derselbe Leib, den wir jetzt tragen, nur verklärt, auferstehen werde, schon frühzeitig einprägen.
Geständniß eines Atheisten.
Der materialistische Atheist de la Mettrie legt unter andern folgendes Geständniß ab: „Ich gestehe es, daß meine ganze Philosophie mir nichts hilft, daß ich nicht den Tod als die traurigste Nothwendigkeit der Natur betrachten sollte: und ich wollte, daß ich diese Vorstellung, die mich so niederschlägt, auf ewig verbannen könnte. Denn ich höre gleichsam schon auf zu sein, so oft ich daran gedenke, daß ich einmal nicht sein werde". (Abregee des Syst. 48.)
Urtheil eines Heiden über den Atheismus.
So schreibt der Heide Cicero: „Wer nicht erkennt, daß die Seele und der Verstand des Menschen, seine Vernunft, Ueberlegung und Klugheit durch eine absichtliche göttliche Thätigkeit bereitet worden sei, dem scheint mir's eben an diesen Dingen selbst zu mangeln." (Lib. II. de N. D.
Auf Verleumdungen soll man nicht schweigen, nicht, damit man sich durch sein Widersprechen räche, sondern damit man der Lüge nicht einen ungehinderten Fortgang gestatte und diejenigen, welche dadurch verführt worden sind, nicht in dem Schaden stehen lasse, den sie dadurch leiden:
[unleserlich] Basilius M. (Ep. 31.)
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutheraners
um die beigesetzten Preise.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unveränderter Abdruck 10.
Das Dutzend $1. Hundert Stück $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nebst einer Einleitung und erläuternden Bemerk. 5.
Das Dutzend 50; 25 Stück $1.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. vom Jahre 1847 10.
Zweiter, Dritter und Vierter Synodalbericht derselben Synode, jeder 10.
Dritter Jahrgang des Lutheraners von 1846 — 47. No. 8 — 26. 50.
(Der 1. u. 2. Jahrgang sind vergriffen.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1.
Christliches Concordienbuch, d. i. Symbolische Bücher der evang. luth. Kirche, New-Yorker Ausgabe in gepreßtem Leder gebunden $1. 25.
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphletform) 1 Stück 5.
Dr. Martin Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 Stück 5.
Dr. Luthers Hauspostille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Festtage des ganzen Jahrs, New-Yorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder $2.
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, welchem sonn- und die festtäglichen Perikopen beigefügt sind, verlegt von der hiesigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßtem Lederbande, das Stück 75.
Das Dutzend $8 } gegen Baarzahlung.
100 Stück $62. 50 }
A B C-Buch, New-Yorker Ausgabe, das Stück 10.
(Das Dutzend $1.)
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unveränderter Abdruck, New-Yorker Ausgabe, im Einzelnen 25.
im Dutzend $2. 60.
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, broschirt und beschnitten 15.
im Dutzend $1. 50.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Missouri ꝛc. zusammengetragen von Pastor Fr. Wyneken, das Stück 15.
im Dutzend $1. 50.
Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu Buffalo v. J. 1840 nebst dem zwischen ihm und mehreren luth. Pastoren von Missouri gewechselten Schriften 15.
Brief Dr. Martin Luthers von Einsetzung der Kirchendiener an den Rath zu Prag in Böhmen vom Jahre 1523. aus dem Lateinischen übersetzt von Paulus Speratus 10.
Timotheus. Ein Geschenk für die confirmirte Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden 30.
Gedruckt bei Moritz Niedner,
North Ecke der dritten und Chestnutstraße.
English translation AI translation
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The Divine Distance.
For some, Christ is indeed born, died and risen again, but not yet ascended into heaven. They are devoutly disposed all day long, weep at their prayers, sigh at their meditations. Everything is solemn to them, and a continual Hallelujah they hear resounding in their hearts. They must be weaned from this milk, they must learn to eat solid food, and it is good for them that Christ goeth away. But when will they understand this? They complain of desolation, of the withdrawal of grace. Yet let them only wait a while, let them tarry in the city until they be endued with power from on high, as the apostles at Pentecost rose to a lofty stage of love, where they no longer sought after tears, but found their delight in triumphing over evil and in treading Satan under their feet. —
Bernhard.
Spiritual Watchfulness.
Often Christ, the Sun of Righteousness, in the beginning of their conversion lets men feel all his goodness: Then they turn wholly from the world, and will live only for him. But they are still weak, like young plants in May. Therefore frost and mist harm them at this time. Frost falls upon them, "when they would be and seem to be something, when they hold themselves worthy of divine consolation and think they have deserved such happiness; but mist surrounds them when they would remain constantly in the sweet feeling and rest. For thereby the light of reason is darkened, the powers which ought to be open and bear blossoms and fruits close, and the knowledge of the truth is hindered.
Ruysbroek.
Of the Cross and Suffering.
Were suffering not painful, it would not be called suffering. There is nothing more painful than suffering, and nothing more joyful than to have suffered. Suffering is a short sorrow and a long love. Hadst thou all the art of the astrologers, couldst thou speak as highly of it as the tongues of all men and angels, it would not further thee so much to a good life as if thou canst give and resign thyself to God in thy suffering. Behold, the noble soul flourishes through suffering, like the fair rose through the morning dew. Suffering is a rod of love, a fatherly stroke to the elect. Patience in suffering is a living sacrifice, is greater than to raise the dead or to do other signs. Suffering clothes the soul with a rosy garment, adorns her with a green scepter of palm; in eternity she sings with sweet voice and free courage a new song, which the host of all the angels cannot sing, because they have never felt suffering. —
Suso.
Voice of Advent.
Oftentimes the prophets announced the coming of the Lord; many heralds went before him, but they were always only rich in promises. One said: Wait on the Lord, be of good courage and not discouraged, and wait on the Lord! Another: "Though he tarry, wait for him, he will surely come! Isaiah became almost impatient and said: "Oh that thou wouldest rend the heavens, that thou wouldest come down," and David had passed from the petition itself into the tone of command, when he cried out: Cast down thy heavens and come down!" Thus the whole choir of the prophets, weary as it were of longer waiting, now beseeching, now complaining, now commanding, had made known their wishes. At last the Desired One came and shut their mouth. "Now the voice of the church shall rise, it shall cry aloud: God and man has appeared in Jesus Christ."
Hildebert, sermo II. in Epiphan. Dom.
Whoever wholly denies himself is so received into God that whatever may befall him must first touch God, since he is in God and God in him. As the drink cannot reach the palate until it has flowed over the tongue, and as it learns to taste what it moistens the tongue with, so for him who gives himself to God everything that may happen to him acquires a savory taste, and becomes wholly divine. Though ever so great a sorrow befall him, he bears it lightly, since he receives it as from the Lord, not from the hand of him who has caused it to him; and through the Lord nothing bitter can pass! —
Ruysbroek.
The Resurrection of the Flesh.
Urbanus Regius, the old, upright friend of Luther, had introduced in his house that, whenever his children recited the Creed (the Apostolic Symbol) and came to the words of the third article, "the resurrection of the flesh," they must point with their fingers to their breast. By this he wished to impress upon them early the important and comforting article, that one day the same body which we now bear, only transfigured, will rise again.
Confession of an Atheist.
The materialistic atheist de la Mettrie makes, among others, the following confession: "I confess that all my philosophy avails me nothing, that I should not despise death as the saddest necessity of nature: and I wish that I could banish forever this thought, which so casts me down. For I seem already to cease to be, as often as I think that I shall one day not be". (Abregee des Syst. 48.)
Judgment of a Heathen on Atheism.
So writes the heathen Cicero: "Whoever does not perceive that the soul and understanding of man, his reason, deliberation and prudence have been prepared by a purposeful divine activity, to him it seems to me that he lacks these very things himself." (Lib. II. de N. D.
One should not be silent under slanders, not that one may avenge oneself by one's contradiction, but that one may not grant falsehood an unhindered course, and may not leave those who have been misled thereby in the harm which they suffer thereby:
[illegible] Basilius M. (Ep. 31.)
Books and Pamphlets
to be had at the Expedition of the Lutheraner
at the prices annexed.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unaltered reprint 10.
The dozen $1. One hundred copies $7.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nebst einer Einleitung und erläuternden Bemerk. 5.
The dozen 50; 25 copies $1.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. vom Jahre 1847 10.
Zweiter, Dritter und Vierter Synodalbericht derselben Synode, each 10.
Dritter Jahrgang des Lutheraners von 1846 — 47. No. 8 — 26. 50.
(The 1st and 2nd volumes are out of print.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1.
Christliches Concordienbuch, d. i. Symbolische Bücher der evang. luth. Kirche, New-Yorker Ausgabe, bound in pressed leather $1. 25.
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in pamphlet form) 1 copy 5.
Dr. Martin Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 copies 5.
Dr. Luthers Hauspostille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Festtage des ganzen Jahrs, New-Yorker Ausgabe, bound in calf $2.
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, with the Sunday and festival pericopes appended, published by the local evang. luth. congregation U. A. C., in pressed leather binding, the copy 75.
The dozen $8 } for cash payment.
100 copies $62. 50 }
A B C-Buch, New-Yorker Ausgabe, the copy 10.
(The dozen $1.)
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unaltered reprint, New-Yorker Ausgabe, singly 25.
by the dozen $2. 60.
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, stitched and trimmed 15.
by the dozen $1. 50.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Compiled at the commission of the Synod of Missouri etc. by Pastor Fr. Wyneken, the copy 15.
by the dozen $1. 50.
Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu Buffalo v. J. 1840, together with the writings exchanged between him and several Lutheran pastors of Missouri 15.
Brief Dr. Martin Luthers von Einsetzung der Kirchendiener an den Rath zu Prag in Böhmen vom Jahre 1523, translated from the Latin by Paulus Speratus 10.
Timotheus. Ein Geschenk für die confirmirte Jugend. Adapted from Hiller, bound 30.
Printed by Moritz Niedner,
North corner of Third and Chestnut Street.