Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 22 › Seite 170
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-06-24, Seite 170
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jugendverein 1
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begangen, indem an dem Abende desselben Tages die Jünglinge in eine hiesige lutherische Kirche, die vorher bestimmt und mit Laubgewinden geschmückt worden ist, paarweise ziehen. In der Kirche wird mit der versammelten Gemeinde ein Lied angestimmt und von dem Pastor der Kirche eine zweckmäßige Rede gehalten. Dieser Tag ist dann ein rechter Festtag für Jung und Alt; und gern steuert jedermann an diesem Abend sein Scherflein zum Besten des Vereins. So sind die Jünglinge fröhlich in ihrem Werke. Und durch die Erfahrung von der Heilsamkeit und dem Segen eines solchen Vereins immermehr überzeugt, entstand in ihnen der Wunsch, daß doch auch an andern Orten dergleichen Vereine sich bilden möchten. Sie kamen daher bei den letzten Sitzungen der ev. luth. Synode von Missouri, O. u. a. S. mit der Bitte ein, die Synode möchte in allen ihren Gemeinden eine Anregung zu solchen Vereinen geben. Eine solche Anregung zu geben ist denn auch der Zweck dieser gegenwärtigen Zeilen. Möchten dieselben eine gute Aufnahme finden und mit Segen begleitet werden!
Es ist jetzt die Zeit der Vereine. Es entstehen Vereine über Vereine. Aber können Christen über alle die entstandenen Vereine sich erfreuen? Können und dürfen sie sich an einem jeden der entstandenen Vereine betheiligen? Gewiß nicht. Christen können sich nie über Vereine freuen, noch vielweniger sich denselben anschließen, die entweder ganz offen die Vertilgung der wahren Religion sich zum Ziel gesetzt haben, oder doch dieselbe allmählig untergraben, die also wider Gottes Ehre und das Heil der Menschen sind. An dergleichen Vereinen fehlt es leider in unsern Tagen nicht! Mögen sie immerhin Aufklärung und Menschenglück vorgeben. Ach, es ist nur ein schönes Aushängeschild, um die Unerfahrenen zu betrügen! Solche Vereine sind ein Gegenstand der Betrübniß und des Abscheu's bei allen wahren Christen. Vor solchen Vereinen müssen alle mit dem größten Ernste gewarnt werden. Aber, wo das Absehen auf Ausbreitung des Reiches Gottes gerichtet ist; wo man sich verbindet, etwas zur Förderung und Aufrechthaltung der reinen seligmachenden Lehre zu thun; wo man sich zusammenschließt, um sich gegenseitig vor den Verführungen und den Versuchungen in dieser Welt zu warnen und zum Eifer in der Gottseligkeit zu ermuntern — und zumal, wo dieß unter jungen Leuten geschieht; da lacht einem jeden Christen das Herz; da lobt und preißt man Gott, der solches hat zu Stande kommen lassen; da wird ein jeder christlicher Vater und eine jede christliche Mutter im Hinblick auf ihre Söhne mit Freuden den Verein begrüßen; da kann man alle Jünglinge mit gutem, fröhlichem Gewissen vor Gott ermahnen, sich doch auch einem solchen Verein, wo er besteht, anzuschließen oder einen dergleichen zu bilden. Es ist ein Gott wohlgefälliges Unternehmen. Wir sollen ja für die Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden herzliche Sorge tragen. Wir sollen, wenn wir nicht selbst hingehen können, das Wort Gottes zu verkündigen, uns durch Gebet und Handreichung an diesem nothwendigen Christenwerke betheiligen. Je mehr die gottlose und ungläubige Welt sich in unsern Tagen verbindet, das Wort Gottes und die Verkündigung desselben von der Erde zu verdrängen und allen Glauben auszurotten, desto mehr sollen sich Christen, Jung und Alt, verbinden, daß Gottes Wort erhalten werde und immermehr in den Schwang komme. Je mehr die Welt wider das heilige, von Gott geordnete, Predigtamt wüthet und nichts lieber sähe, als daß Niemand sich mehr zu diesem Amte hergäbe und die Predigerseminare leer ständen, desto mehr sollen wir gegen die Anschläge des Teufels auftreten und mit allem Fleiß daran sein, daß sich recht Viele dem Predigamt widmen und die rechtgläubigen Predigerseminare immermehr in Aufnahme kommen und besucht werden. Gewiß, Gott fordert von uns jetzt einen doppelten Eifer. Besonders in unsrer lutherischen Kirche, welche durch Gottes Gnade das reine lautere Bekenntniß der Wahrheit hat und bewahrt, thut es sehr noth, daß Prediger erzogen werden. Und gerade hier sind es so wenige, die sich auf das heilige Predigtamt vorbereiten wollen, und die es noch wollen, sind meist arm und unbemittelt. Sollte nun, wenn sich hier und da ein junger Mensch findet, der Lust und Gaben hat zu dem wichtigen und schweren und in der Welt verachteten und meist übel belohnten Beruf eines Predigers, nur darum, weil er keine Mittel hat, die Kosten einer mehrjährigen Vorbereitungszeit bestreiten zu können, zurückgewiesen oder aufgehalten werden? Das wäre ja fürwahr unverantwortlich! Die Synode im Ganzen sorgt dafür, daß Seminarlehrer unterhalten werden und also ein jeder, der Theologie studirt, freien Unterricht hat. Es liegt nun an den 50 bis 60 Dollars, die die jährliche Unterhaltung eines armen Studirenden kostet. Werden diese herbeigeschafft, so ist wieder Aussicht auf einen Prediger des Wortes Gottes da. Wie leicht aber können selbst von Unbemittelten solche Unterhaltungskosten aufgebracht werden, wenn sich mehrere zusammenschließen. Es ist erfreulich, wenn sich solche Kreise zur Unterstützung eines armen Studirenden aus allen Ständen und Altern bilden. Aber besonders ist es recht erfreulich, wenn dieß junge Leute thun.
Laßt mich Euch, geliebte Jünglinge, noch Einiges vorstellen, was Euch besonders zu diesem Werke bewegen sollte. Der junge Mann, der sich dem Predigtamte widmen will, steht in Eurem Alter. Es ist Einer von Euch. So solltet Ihr ihn schon darum unterstützen. Der Familienvater hat ein besonderes Interesse für den Familienvater, das Weib für das Weib, der Knabe und Jüngling für den Knaben und Jüngling. Doch noch mehr. Es tritt der junge Mann gleichsam für Euch ein in den schweren, Verleugnung fordernden Beruf. Während Ihr schon in der Vorbereitung auf Euren Beruf, wie es namentlich hier zu Lande steht, meist gut belohnt werdet und bei Fleiß und Treue die Aussicht auf ein sorgenfreies Leben habt: so können diejenigen, welche sich auf das heilige Predigtamt vorbereiten, in der Vorbereitungszeit sich nichts verdienen; sie haben ja genug zu thun mit der Erlernung fremder Sprachen und aller zur Führung eines lutherischen Predigtamtes nöthigen Kenntnisse und Wissenschaften; und was erwartet ihn meist hier in Amerika als lutherischen Prediger, denn von solchem ist doch nur die Rede? Wo sie ihr Amt treu verwalten, ist es Arbeit, Sorge, Seelennoth, Gefahr, Armuth, Verachtung, Verfolgung und Verjagung. Ferner, Ihr als das heranwachsende Geschlecht müßt dafür sorgen, daß Ihr auch einst wohlvorbereitete Prediger des Wortes Gottes habt. Hier zu Lande sorgt die Obrigkeit nicht für die Herbeischaffung von Predigern. Wenn Ihr später keine rechtschaffenen und tüchtigen Prediger finden könnt, wem müßt Ihr die Schuld geben? Euch selbst. Ihr könnt Euch ja nicht damit entschuldigen: Ja wir hätten auch gerne dafür gesorgt, aber es fehlte uns an den Mitteln. Gott giebt Euch Mittel genug. Wenn alles Geld, das junge Leute verdienen, nur wohl angewendet würde! Hier ist eine rechte Anwendung desselben. Die kleine Steuer zur Unterstützung eines Studirenden wird Euch einst nicht gereuen, Der liebe Gott wird es Euch reichlich segnen. was Ihr aus Liebe zu Gottes Wort und zur Ausbreitung des Reiches Gottes ausgegeben habt. Ihr sollt Eure lieben Eltern nicht darben lassen und diejenigen, welche arme bedürftige Eltern haben, möchte ich nicht einmal auffordern, einen Cent diesen ihren armen Eltern zu entziehen; aber nicht alle jungen Leute sind in einer solchen Lage, viele werden ihre Eltern nur erfreuen, wenn sie thätige und eifrige Glieder eines solchen Vereins werden.
O, so laßt Euch diese geringe Vorstellung bewegen, theure lutherische Jünglinge, so wie sie Eure Genossen in St. Louis bewegt hat. Tretet im Namen des HErrn zusammen. Habt Ihr unter Euch, in der Gemeinde, zu welcher Ihr gehört, gerade Keinen, den Ihr unterstützen könnt, schreibt an das Directorium des Concordia-Collegiums zu St. Louis — Rev. Professor C. F. W. Walther — oder an das Directorium des Predigerseminars zu Fort Wayne, Ia., — Rev. Dr. Sihler — und es wird Euch bald Jemand zugewiesen werden, für dessen Unterstützung Ihr Eure Liebesgaben verwenden könnt. Es sind gegenwärtig mehrere Knaben und Jünglinge da, die blos darum noch nicht in das Concordia-Collegium eintreten können, weil ihnen das Geld für ihren Unterhalt fehlt. Sind in einer Gemeinde nur wenige junge Leute überhaupt anzutreffen, oder nur wenige, welche sich zu einem solchen Werke vereinigen mögen; so daß diese wenigen es nie dahin bringen werden, sich eines Studirenden ganz allein annehmen zu können: so sollen sie sich dadurch nicht abschrecken lassen; sie können ja entweder mit einem andern ebenfalls kleinen Jünglingsverein sich verbinden und mit diesem zusammen etwas thun, oder sie können ihre Beiträge, dieselben seien auch noch so gering, an das Directorium einer der bezeichneten Anstalten zur Unterstützung
English translation AI translation
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observed, in that on the evening of the same day the young men go in pairs into a Lutheran church of this city, which has been designated beforehand and adorned with garlands. In the church a hymn is raised with the assembled congregation, and a suitable address is delivered by the pastor of the church. This day is then a true festival for young and old; and everyone gladly contributes on this evening his mite for the benefit of the Society. Thus the young men are cheerful in their work. And, ever more convinced by experience of the salutary and blessed effects of such a Society, there arose in them the wish that such societies might also be formed in other places. They therefore came before the last sessions of the Ev. Luth. Synod of Missouri, O. and other S. with the request that the Synod might give an impulse to such societies in all its congregations. To give such an impulse is accordingly also the purpose of these present lines. May they find a good reception and be attended with blessing!
It is now the age of societies. Societies spring up upon societies. But can Christians rejoice over all the societies that have arisen? Can and may they take part in every one of the societies that have arisen? Certainly not. Christians can never rejoice over societies, much less join themselves to them, which have either quite openly set as their goal the extirpation of the true religion, or at least gradually undermine it, and which are therefore against God's honor and the salvation of men. Of such societies there is unhappily no lack in our days! Let them pretend, as they will, to enlightenment and human happiness. Alas, it is only a fine signboard to deceive the inexperienced! Such societies are an object of grief and of abhorrence to all true Christians. All must be warned against such societies with the greatest earnestness. But where the aim is directed to the extension of the Kingdom of God; where men unite to do something for the promotion and maintenance of the pure, saving doctrine; where they join together in order to warn one another against the seductions and temptations in this world and to encourage one another to zeal in godliness — and especially where this is done among young people; there the heart of every Christian laughs for joy; there one praises and glorifies God, who has permitted such a thing to come to pass; there every Christian father and every Christian mother, in view of their sons, will greet the Society with joy; there one can with a good, cheerful conscience before God exhort all young men to join such a Society, where it exists, or to form one like it. It is an undertaking well-pleasing to God. We are indeed to take hearty care for the extension of the Kingdom of God upon earth. We are, when we cannot go ourselves to proclaim the Word of God, to take part by prayer and by lending a hand in this necessary Christian work. The more the godless and unbelieving world in our days unites to drive the Word of God and the proclamation of it from the earth and to root out all faith, so much the more ought Christians, young and old, to unite, that God's Word may be preserved and come ever more into vogue. The more the world rages against the holy Ministry ordained of God, and would like nothing better than that no one should any longer give himself to this office and that the seminaries for preachers should stand empty, so much the more ought we to oppose the devices of the devil and with all diligence see to it that very many devote themselves to the ministry, and that the orthodox preachers' seminaries come ever more into favor and are attended. Surely God demands of us now a double zeal. Especially in our Lutheran Church, which by God's grace has and keeps the pure, sincere confession of the truth, it is very necessary that preachers be trained. And just here there are so few who wish to prepare themselves for the holy Ministry, and those who still wish to are for the most part poor and without means. Should now, when here and there a young man is found who has desire and gifts for the important and difficult calling of a preacher, despised in the world and for the most part ill rewarded, he, merely because he has no means to defray the costs of a preparation of several years, be turned back or held up? That would indeed be truly inexcusable! The Synod as a whole provides that seminary teachers are maintained and that thus everyone who studies theology has free instruction. It now depends on the 50 to 60 dollars which the yearly maintenance of a poor student costs. If these are procured, there is again prospect of a preacher of the Word of God. But how easily such costs of maintenance can be raised, even by those of small means, when several join together. It is gratifying when such circles for the support of a poor student are formed out of all classes and ages. But it is especially gratifying when young people do this.
Let me set before you, beloved young men, some further things which should especially move you to this work. The young man who wishes to devote himself to the Ministry stands in your own age. He is one of you. So you should support him for that reason alone. The father of a family has a particular interest in the father of a family, the wife in the wife, the boy and youth in the boy and youth. But still more. The young man steps in, as it were, for you into the difficult calling that demands self-denial. While you, even in the preparation for your calling, as things stand especially in this country, are for the most part well rewarded, and with diligence and fidelity have the prospect of a life free from care: those who prepare themselves for the holy Ministry can earn nothing during the time of preparation; they indeed have enough to do with the learning of foreign languages and of all the knowledge and sciences necessary for the conduct of a Lutheran ministry; and what awaits him for the most part here in America as a Lutheran preacher, for of such only is there question? Where they faithfully administer their office, it is labor, care, distress of soul, danger, poverty, contempt, persecution and expulsion. Further, you, as the rising generation, must see to it that you may also one day have well-prepared preachers of the Word of God. In this country the government does not provide for the procuring of preachers. If you cannot later find upright and capable preachers, whom must you blame? Yourselves. You cannot excuse yourselves by saying: Yes, we also would gladly have provided for it, but we lacked the means. God gives you means enough. If only all the money which young people earn were well applied! Here is a right application of it. The small contribution for the support of a student will one day not repent you, The dear God will bless it richly to you. what you have spent out of love for God's Word and for the extension of the Kingdom of God. You shall not let your dear parents suffer want, and those who have poor needy parents I would not even exhort to withdraw one cent from these their poor parents; but not all young people are in such a situation; many will only gladden their parents if they become active and zealous members of such a Society.
O, so let this slight representation move you, dear Lutheran young men, even as it has moved your comrades in St. Louis. Come together in the name of the LORD. If you have, among yourselves, in the congregation to which you belong, just no one whom you can support, write to the Board of Directors of Concordia College at St. Louis — Rev. Professor C. F. W. Walther — or to the Board of Directors of the Preachers' Seminary at Fort Wayne, Ia., — Rev. Dr. Sihler — and someone will soon be assigned to you for whose support you may employ your gifts of love. There are at present several boys and young men who for this reason alone cannot yet enter Concordia College, because the money for their maintenance is lacking. If in a congregation only few young people at all are to be found, or only few who are willing to unite for such a work; so that these few will never succeed in taking charge of a student entirely alone: let them not be deterred by this; they can either unite with another likewise small young men's society and do something together with it, or they can send their contributions, be they ever so small, to the Board of Directors of one of the designated institutions in support