Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 11 › Seite 74

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-01-18, Seite 74

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Lehren Pastor Grabau's.
8. erfordert und zu den Früchten des Glaubens rechnet.“ (Zweiter Synodalbrief, Seite 50.)

8. „Diese alle“ (welche außer der sichtbaren lutherischen Kirche sich als wahre Gläubige befinden), „wo man sie findet, gehören zu der Einen sichtbaren Kirche und Gemeine Gottes auf Erden: säßen sie auch mitten unter Päpstlern, Calvinisten, Türken, Heiden, ꝛc. Sie sind Lutheraner.“ (Informatorium I. 2) „In dieser Einigen, wahren sichtbaren Kirche ist die sogenannte unsichtbare, sonst nirgends.“ (Ib.) „Wie nun der Glaube an die reine Lehre und Sacrament, so ist Gottes Reich an die wahre sichtbare Kirche verbunden. Und aller wahrer lebendiger Glaube, der durch's Wort in den Herzen der Menschen auf Erden ist, gehört in die sichtbare lutherische Kirche; so wie alle reine Lehre, die irgendwo auf Erden erschallt, auch darein gehört. Gehört aber Wort und Glaube drein, so gehört die selig werdende Seele auch drein, und ist an sie verbunden, und wird in ihr zur ewigen Herrlichkeit zubereitet. Alles, was berufen ist und dem Worte Gottes glaubt und göttlich lebt, zählet Gott in die sichtbare lutherische Kirche hinein, und Alles, was darin heuchelt und trügt, zählet er hinaus. Es ist nur Eine Kirche, die allezeit berufen und erkannt wird auf den Grund der Apostel und Propheten d. i. auf reine Lehre und Sacrament.“ (2. Synodalbrief S. 25.)

Lehren der römischen Kirche.
fution oder Widerlegung, welche die Papisten im Jahre 1530 dem 7. Artikel der Augsburgischen Confession entgegen setzten, wo es heißt: „Daß allezeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben.“)

8. Die Kirche ist sichtbar und schließt in ihrem Schooße Gute und Böse ein. Diese Kirche aber ist bekannt und vergleichbar einer auf einem hohen Berge gelegenen Stadt, die von allen Seiten gesehen wird. . . . Hieraus folgt, daß nur drei Arten von Menschen von ihr ausgeschlossen werden, erstens die Ungläubigen, dann die Ketzer und Abtrünnigen, endlich die Excommunicirten. . . . Als die erste Eigenschaft wird im Glaubensbekenntniß der Väter angegeben, daß sie Eine sei. . . . Eine zweite Eigenschaft der Kirche ist, daß sie heilig ist. . . . Die dritte Eigenschaft der Kirche ist diese, daß sie catholisch d. i. allgemein genannt wird. . . . . Alle Gläubigen, die von Adam an bis auf diesen Tag gewesen sind, oder die sein werden bis an der Welt Ende, und die den wahren Glauben bekennen, gehören zu eben dieser Kirche. . . . . Allgemein heißt sie auch deswegen, weil alle, die das ewige Ziel zu erlangen wünschen, sie ebenso festhalten und umfassen müssen, wie Jene, die in die Arche eingingen, um nicht in der Sündfluth umzukommen.“ (Der Römisch-Trid. Catechismus I, 10, 7. ff.) Es gibt jedoch der Jesuit Ebermann zu: „Derjenige, welcher ohne seine Schuld irrig ist und bereit, sich der catholischen Kirche anzuschließen, wenn er den Irrthum einsehen würde, wird in Wahrheit und vor Gott unter die Glieder der sichtbaren catholischen Kirche gerechnet.“ (Parallela ecclesiae verae et falsae p. 97.)

Lehren der lutherischen Kirche.
Gliedern forderten; jene (die Päpstischen) aber behaupteten, die Kirche werde heilig genannt von den inneren Ursachen (der Kirche), nehmlich von Gott, vom Wort, von den heiligenden Sacramenten, nicht aber von der Heiligkeit, welche die Glieder empfangen haben. . . . Das Wesen der Kirche (aber) ist die innerliche Vereinigung mit dem Haupte Christo durch den Einfluß des Glaubens und der Heiligkeit und die Vereinigung mit den Gläubigen in der ganzen Welt nach denselben Eigenschaften.“ (Hülsemann's Vorlesungen über die Concordienformel. p. 819. ff.)

8. „Es begehrt“ (der Jesuit) „Kedd von den Evangelischen zu erweisen, daß bei ihnen die wahre Kirche Christi sei, davon wir in unserm Glaubenssymbolo sagen: Ich glaube Eine heilige catholische (allgemeine) Kirche. . . . Hierbei ist zu erinnern, erstlich, daß nach gemeiner Art zu reden durch die wahre Kirche Christi die ganze christliche und auf Erden noch streitende Kirche verstanden werde, welche, weil sie nur eine einige in der ganzen Welt ist, blos hin die wahre Kirche Christi genannt wird, eben wie man von der Sonnen, die nur Eine am Himmel ist, nicht eine Sonne, sondern die Sonne zu sagen pfleget, und Jedermann dadurch die Sonne, welche am Himmel ist, in individuo und insonderheit verstehet. Weil aber die allgemeine Kirche Christi in viel Theil sich zertheilet, deren jeder eine wahre Kirche Christi recht genennet wird, so pfleget man auch von Christi Kirche, wenn nicht eigentlich von der ganzen Universal-Kirche gehandelt wird, als von vielen, oder von Einem desgleichen noch mehr gefunden werden, zu reden, und zu fragen z. E.: Ob bei den lutherischen eine wahre Kirche Christi sei? Wenn denn die Lutheraner von ihrer Kirche nicht ausgeben, daß sie die ganze allgemeine Kirche Christi sei, als hat man in gegenwärtigem Streit Keddens Art zu reden, sich billig zu enthalten. Wie es denn ein rechter Glaubensartikel ist, daß Christus allezeit wahre Gläubigen, die ihm geistlich vereiniget seien und eine catholische Kirche machen, auf Erden erhält, ob wir gleich, wer und welche sie seien, weder mit äußerlichen Sinnen, noch mit unserer Vernunft gewiß erkennen und von andern unterscheiden können. . . . Woraus denn erhellet, daß von keiner sichtbaren und an gewissen Ort und Enden umschriebenen Kirche könne recht gesagt werden, daß sie sei die wahre Kirche, davon wir in unserem Glauben sagen: Ich glaube Eine heilige catholische Kirche. . . . Ebenso wenig kann von einer gewissen sichtbaren Versammlung gesagt werden, daß außer ihr kein Heil sei. Denn weil die allgemeine Kirche Christi sich weiter erstreckt, als eine jegliche sichtbare Versammlung, und ihre Glieder unter mancherlei Versammlungen berufener Christen in der Welt hat, so muß außer einer jeden derselben auf gewisse Maaße noch Heil und Seligkeit zu finden sein. . . . Nun aber ist diese weder des seligen Lutheri, noch der Evangelischen Lutherischen Kirchen Meinung oder Lehre jemals gewesen, sondern Lutherus gestehet, daß die Universal- oder allgemeine christliche Kirche sich weiter erstrecke, denn die lutherische Kirche, wie dieselbe in gemeiner Art zu reden genommen und als eine sichtbare Versammlung betrachtet wird. Denn er saget frei, daß die allgemeine christliche Kirche in alle Welt sich ausbreite und habe ihre Gliedmaßen auch zum Theil unter der römischen Kirche, ja unter Türken, Persen, Tartaren und allenthalben. Dieses aber saget weder er noch andere evangelische Lehrer von der lutherischen Kirche, sofern dieselbe als eine sichtbare Kirche von der römischen und andern streitenden Partheien unterschieden wird; sondern unsere beständige Meinung ist, daß die Evangelische Lutherische Kirche eine Particularkirche, und also ein Theil der einigen allgemeinen christlichen Kirche, sei. . . . Es bedenke“ (daher) „der christliche Leser, wie von den Evangelischen mit Fug und Recht könne gefordert werden“ (von dem Jesuiten Kedd), „dasjenige zu beweisen, was sie nicht bejahen, ja, was sie leugnen und selbst als falsch und irrig verwerfen. . . . Hier aber bejahen die lutherischen nicht, daß bei ihnen allein die einige christliche catholische Kirche sei, außer welcher kein Heil ist, sondern verwerfen dies als einen irrigen und falschen Wahn, den sie von ihrer Kirche nie geschöpft oder vertheidigt haben.“ (Vertheidigung des unbeweglichen Grundes, dessen der Augsburgischen Confession verwandte Lehrer zum Beweis ihrer Kirchen sich gebrauchen, zuvörderst Jodoci Keddens, Jesuitens, Sophistereien entgegen gesetzt von Dr. Johann Musäus. Jena, 1654. Seite 7. ff.)

(Eingesandt.)
Hochwürdiger Herr Professor!

Es gereicht mir zu großer Freude, Ihnen und den lieben Lesern des „Lutheraner's“ die Mittheilung machen zu können, daß meine Gemeinde sich jetzt zu den Gottesdiensten in einem eigens dazu eingerichteten Locale versammeln kann, während früher die Gottesdienste in einer Halle gehalten werden mußten, in der nicht selten durch die mancherlei darin abgehaltenen Versammlungen von Vereinen unangenehme Störungen vorkamen. Zugleich kann ich nicht umhin, Einiges über die freudenvolle Einweihung dieses Locales zu berichten. — Am Morgen des 11. Sonntags nach dem Feste der Dreieinigkeit versammelten sich zu dem Zwecke die Glieder meiner Gemeinde und viele der lieben Glaubensgenossen — Männer und Frauen, Söhne und Töchter — der Gemeinde zu Baltimore, welche zur großen Freude meiner Gemeinde zum größten Theile am Festmorgen in aller Frühe hier eingetroffen waren, in dem alten Predigtlocale. Nachdem ich einige Worte über 1. Mos. 23, 10. zum Abschiede aus dem alten Locale gesprochen hatte und der 3. Vers von Nro. 9. in unserm Gesangbuche gesungen war, ordneten sich die Anwesenden zu einem Zuge. An dessen Spitze gingen die Schulkinder. Nach ihnen kamen die beiden Herren Pastoren Keyl und Sommer — der erstere mit der Bibel; der letztere mit dem Gesangbuche — und ich in deren Mitte mit der Agende — alle drei im Chorrock und mit Barett. Uns folgten die Vorsteher, den Kelch, die Patene, Hostienschachtel, Abendmahlskanne und das Taufbecken in der Hand. Hierauf folgten die Männer u. Frauen meiner Gemeinde und hinter ihnen die Frauen u. Männer der Baltim. Gemeinde. Es war ein lieblicher Anblick, diesen Zug auf einer langen

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Doctrines of Pastor Grabau.
8. requires and reckons among the fruits of faith." (Second Synodal Letter, page 50.)

8. "All these" (who, outside the visible Lutheran Church, are found as true believers), "wherever one finds them, belong to the One visible Church and congregation of God upon earth: though they sat in the midst of papists, Calvinists, Turks, heathen, etc. They are Lutherans." (Informatorium I. 2) "In this One, true, visible Church is the so-called invisible, and nowhere else." (Ib.) "As faith in the pure doctrine and Sacrament is, so is God's kingdom bound to the true visible Church. And all true living faith that is in the hearts of men on earth through the Word belongs in the visible Lutheran Church; just as all pure doctrine that resounds anywhere on earth also belongs therein. But if Word and faith belong therein, then the soul that is being saved belongs therein also, and is bound to it, and is prepared in it for eternal glory. Everything that is called and believes the Word of God and lives godly, God counts into the visible Lutheran Church, and everything that therein feigns and deceives, he counts out. There is only One Church, which is at all times called and known upon the foundation of the apostles and prophets, that is, upon pure doctrine and Sacrament." (2. Synodal Letter p. 25.)

Doctrines of the Roman Church.
futation or Refutation, which the papists in the year 1530 set against the 7th Article of the Augsburg Confession, where it says: "That there must at all times be and remain one holy Christian Church.")

8. The Church is visible and includes in her bosom good and evil. But this Church is known and comparable to a city situated upon a high mountain, which is seen from all sides. . . . From this it follows that only three kinds of men are excluded from her: first, the unbelievers; then the heretics and apostates; finally the excommunicated. . . . As the first property, it is given in the Creed of the Fathers that she is One. . . . A second property of the Church is that she is holy. . . . The third property of the Church is this, that she is called catholic, that is, universal. . . . . All believers who have been from Adam down to this day, or who shall be until the end of the world, and who confess the true faith, belong to this very Church. . . . . She is called universal also for this reason, that all who desire to attain the eternal goal must hold fast to her and embrace her, just as those who entered into the ark, that they might not perish in the flood." (The Roman-Tridentine Catechism I, 10, 7. ff.) Yet the Jesuit Ebermann concedes: "He who is in error without his own fault and is ready to join the catholic Church, if he should perceive the error, is in truth and before God reckoned among the members of the visible catholic Church." (Parallela ecclesiae verae et falsae p. 97.)

Doctrines of the Lutheran Church.
members; but those (the papistical party) maintained that the Church is called holy from the inner causes (of the Church), namely from God, from the Word, from the sanctifying Sacraments, but not from the holiness which the members have received. . . . The essence of the Church (however) is the inner union with the Head, Christ, through the influence of faith and holiness, and the union with the believers in the whole world according to the same properties." (Hülsemann's Lectures on the Formula of Concord. p. 819. ff.)

8. "He desires" (the Jesuit) "Kedd to prove of the Evangelicals that the true Church of Christ is with them, of which we say in our Creed: I believe One holy catholic (universal) Church. . . . Here it is to be remembered, first, that according to the common manner of speaking, by the true Church of Christ the whole Christian Church, still militant upon earth, is understood, which, because there is but one single one in the whole world, is called simply the true Church of Christ, just as one says of the sun, which is only one in heaven, not a sun, but the sun, and everyone thereby understands the sun which is in heaven, in particular and especially. But because the universal Church of Christ is divided into many parts, each of which is rightly called a true Church of Christ, one is also accustomed to speak and to ask of Christ's Church, when the whole Universal Church is not properly being dealt with, as of many, or of one such as there are still more to be found, e. g.: Whether among the Lutherans there is a true Church of Christ? Since, then, the Lutherans do not give out of their Church that it is the whole universal Church of Christ, one has in the present dispute good reason to refrain from Kedd's manner of speaking. As it is indeed a true article of faith that Christ at all times preserves upon earth true believers, who are spiritually united with him and make one catholic Church, although we cannot know with certainty, by outward senses or by our reason, who and which they are, nor distinguish them from others. . . . Whence it is evident that of no visible Church, circumscribed to certain places and ends, can it rightly be said that it is the true Church, of which we say in our Creed: I believe One holy catholic Church. . . . Just as little can it be said of any certain visible assembly that outside of it there is no salvation. For since the universal Church of Christ extends farther than any visible assembly whatever, and has her members among manifold assemblies of called Christians in the world, there must be found, outside each one of them, in a certain measure, salvation and blessedness still. . . . Now this has never been the opinion or doctrine either of blessed Luther or of the Evangelical Lutheran Churches, but Luther admits that the universal or general Christian Church extends farther than the Lutheran Church, as it is taken in the common manner of speaking and regarded as a visible assembly. For he says freely that the universal Christian Church spreads into all the world and has her members also in part under the Roman Church, yea among Turks, Persians, Tartars, and everywhere. But this neither he nor other evangelical teachers say of the Lutheran Church, insofar as it is distinguished as a visible Church from the Roman and other contending parties; but our constant opinion is that the Evangelical Lutheran Church is a particular church, and thus a part of the one universal Christian Church. . . . Let the Christian reader consider," (therefore) "how with justice and right it may be demanded of the Evangelicals" (by the Jesuit Kedd) "to prove that which they do not affirm, yea, which they deny and themselves reject as false and erroneous. . . . Here, however, the Lutherans do not affirm that with them alone is the one Christian catholic Church, outside of which there is no salvation, but reject this as an erroneous and false delusion, which they have never conceived or defended of their Church." (Defense of the Immovable Ground, which teachers adhering to the Augsburg Confession employ in proof of their churches, set against, first of all, the sophistries of Jodocus Kedd, Jesuit, by Dr. Johann Musäus. Jena, 1654. Page 7. ff.)

(Communicated.)
Reverend Professor!

It is a great joy to me to be able to inform you and the dear readers of the "Lutheraner" that my congregation can now assemble for divine services in a place specially fitted up for the purpose, whereas formerly the services had to be held in a hall in which, not seldom, through the manifold meetings of societies held therein, unpleasant disturbances occurred. At the same time I cannot refrain from reporting something of the joyful dedication of this place. — On the morning of the 11th Sunday after Trinity, there assembled for that purpose, in the old preaching-place, the members of my congregation and many of the dear fellow-believers — men and women, sons and daughters — of the congregation at Baltimore, who, to the great joy of my congregation, had for the most part arrived here very early on the festival morning. After I had spoken a few words on Gen. 23, 10. at the farewell from the old place, and the 3rd verse of No. 9 in our hymnbook had been sung, those present arranged themselves into a procession. At its head went the school children. After them came the two Pastors Keyl and Sommer — the former with the Bible, the latter with the hymnbook — and I in their midst with the Agenda — all three in surplice and with biretta. We were followed by the elders, with the chalice, the paten, the wafer-box, the communion flagon and the baptismal basin in hand. Then followed the men and women of my congregation, and behind them the women and men of the Baltimore congregation. It was a lovely sight, this procession upon a long