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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 16. Juni 1864, Seite 153

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeindeſchule

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Alas ich sahe einen Engel
liegen mikten durch den Him⸗

mel, der hatte ein· ewig Evan⸗
4 gelium, qu verkündigen denen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechtern, und Sprachen, und

Völkern,
Offenb. doh. 14,6.

MII sprach mit groher Stim⸗
me: Fürchiet Goti, und gebet
Rihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den, der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.

Offenb. Jod. 14. 7.

Gottes Wort und Aubae ar un nun und —

——
S

Herausgegeben von der Deutschen Cvaugelisch⸗ Lutherischen Synode v von 1 und andern Sinaten

V.

Redigirt von C. F. W. Walther.

*

Jahrgang 20.

St.

Louis, Mo., den 15. Juni 1 1864.

Ro. 20.

Bedin gungen:

Der Lutheraner erscheint alle Monat zweimal für den jäbrlichen Subseriv⸗

Nur die Briefe, welche Mittbeilungen für das Blatt enthalten, siild an den Redalteur, alleanbern

rionspreis von einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorausbezahlen und aber, welche Geschäftliches, Bestellungen. Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten. unter der Adresse:

das Postgelt zurragen haben. — In St. Louls wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.

Mr. M. C. Barthel, care 0f C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anherzusenden.
In Deutschland ist dieses Blatt zu —.— durch Justus Naumann in Leipzig.

—*
Predigt
am ersten heil. Pfingstfeie tag 1864
in St. Louis, Mo., gehalten
und auf Verlangen seiner Gemeinde mitgeiheilt

von C. F. W. Walther.

J. N. J.

HErr Gott heiliger Geist, der Du einst in
diesen heiligen Tagen Dich in die Herzen Deiner
auserwählten Knechte ergossen, das dürre Land
dDeiner Kirche befeuchtet und es wieder grünend,
blühend und fruchtbar gemacht hast, o siehe doch,
mauch jetzt schmachtet Deine Kirche wieder gleich
einem vertrockneten Felde und wartet dürstend
Deines himmlischen Regens. Zwar erschallt
noch immer unter uns der Donner Deines reinen
Wortes; zwar fließen noch immer unter uns die
Himmelsquellen Deiner unverfälschten Sacra—
mente: aber ach, vergeblich ist alles unser Pflan⸗
zen, vergeblich alles unser Begießen, wo Du nicht
selbst kommst und Dein Gedeihen gibst. Darum
flehen wir heute zu Dir, HErr Gott heiliger Geist,
an diesem Deinem Feste, komm, o komm doch
berab! Erhebe Dich, Du himmlischer Wind,
ergieße Dich, Du himmlischer Regen, und bringe
himmlisches Leben, himmlisches Licht, himmlischen
Trost, himmlische Freude, himmlische Kraft und
Stärke in unsere Herzen. Ein Pfingsten, HErr,
ein neues Pfingsten, das ist es, was wir bedürfen.
Wir sind es ja freilich nicht werth, daß Du uns
in Gnaden heimsuchest; denn wie ost bist Du
schon zu uns gekommen unter dem Schalle Deines
Wortes und in der Stille unserer Kammer, und

—

wir haben Dir nicht aufgethan!
ja in Deinem Worte verheißen, daß Du in den
letzten Tagen ausgegossen werden sollest uͤber alles
Fleisch, über Söhne und Töchter, über Jünglinge
und Aelteste, über Knechte und Mägde; darum
halten wir Dich bei dieser Deiner selbsteigenen
Verheißung, die ja noch heute so fest stehet, als
vor Jahrtausenden, und bitten Dich, gehe in die⸗
sen heiligen Tagen nicht an uns voruber, laß
unsere Herzen nicht leer bleiben, sondern komme
zu uns. Du lässest ja Deine irdische Sonne
Jahr aus Jahr ein nach kaltem Winter immer
aufs neue wieder aufgehen und durch ihre be⸗
lebenden und wärmenden Sirahlen allenthalben
den Frühling wieder hervorsprossen mit seinen
Blüthen, Blumen und Früchten: o so gehe denn,
Du Sonne unserer Seelen, auch über uns in die⸗
sen Tagen wieder auf, verscheuche aus unseren
Herzen die Winterkälte des geistlichen Todes und
laß es auch darin Frühling werden durch Schaf⸗
fung eines neuen göttlichen Lebens in Glaube und
Liebe. So wollen wir Dir auch dienen im hei⸗
ligen Schmuck und Deinen Namen preisen hier
zeitlich und dort ewiglich. Amen! Amen!

Meine theuren, in Christo herzlich geliebten
Zuhörer!

Am Weihnachtsfeste haben wir mit Verwun⸗
derung gehört, daß Gottes Liebe zu uns Menschen
so groß war, daß er sich zu unserer Erlösung
mit unserer menschlichen Natur persönlich ver⸗
einigte, selbst ein Mensch und so unser Bruder
wurde. Die hierdurch geoffenbarte Liebe Gottes

Aber es ist uns

ist so groß, daß kein Mensch sse e völlig begreifen,
geschweige mit Worten völlig ausrede Nnn,
Damit scheint denn nun auch Gottes Liebe ihren
thöchsten Gipfel, ja, ihr Ziel und Ende erreicht zu
haben. Aber, meine Lieben, selbst wenn wir die
in der Menschwerdung Gottes geoffenbarte Liebe
Gottes vollkommen ermessen könnten und schon
ermessen hätten, so würden wir damit doch noch
nicht alle ihre Breiten und Längen und Tiefen
Höhen ermessen haben. Und zwar ist es gerade
das heilige Pfingstfest, das wir in diesen Tagen
feiern, an welchem die Sonne der göttlichen Liebe
sich vor unserem Geiste noch immer höher erhebt
und nun erst recht in ihrem vollen Glanze vor
unseren Augen erscheint. Denn was ist es, was
wir in diesen Tagen feiern? Es ist die Thatsache,
daß sich Gott nicht nur in Christo mit unserer
menschlichen Natur persönlich vereiniget habe,
sondern sich nun auch mit jedem einzelnen Men-
schen in Gnaden vereinigen und in seinem Her⸗
zen Wohnung machen will.

Ja, es ist Gott nicht genug, aller Menschen
Erlöser, Tröster, Schutzherr, ja, Freund, Bruder
und Vater zu sein, er will auch der Gast ihres
Herzens werden. Es ist Gott nicht genug, in uns
Menschen nur sein Werk zu haben und uns mit
seinen Gaben, mit seinem Lichte, seiner Kraft und
seinem Troste, zu erfüllen, er will selbst mit sei⸗
nem Wesen in unser Herz hinein. Es ist Gott
nicht genug, die Menschen nur zu seinen Priestern
zu machen, die vor ihm erscheinen und ihm die⸗
nen dürfen, er will sie auch zu seinen Tempeln
machen, in denen er ihnen dient. Es ist Gott

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