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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-10-03, Seite 17

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl—Abendmahlsfeier · Abendmahlsgemeinſchaft 1 · Abendmahlsgemeinſchaft 4 · Agende 1 · Beichtanmeldung · Bekenntnisſchriften 3 · DWW S Verenumioſchrinen

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Der Lutheraner.

„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“

Herausgegeben von der deutschen evangelisch-lutherischen Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten.

Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrgang 5.  St. Louis, Mo., den 3. October 1848.  No. 3.

Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.

Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, sind an den Redacteur, alle anderen aber, welche Geschäftliches, Bestellungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu senden.

(Eingesandt von P. Dr. Sihler.)

Der Lutheran Observer und die Ohio-Synode.

(Schluß.)

Indem wir nun einerseits, der Wahrheit gemäß, den obigen Beschluß der Synode von Ohio gegen die ungerechten Angriffe des Lutheran Observer, dieses Organs der unionistischen sogenannten Generalsynode, in der Kürze vertheidigt haben, so liegt uns eben so sehr andrerseits, der Liebe gemäß, ob, der Ohio-Synode kürzlich nachzuweisen, welche kirchliche Handlungsweise mit jenem Beschlusse auf das genaueste zusammenhange.

Die erste und wichtigste Folgerung besagten Beschlusses ist aber diese, daß mit jenem öffentlichen und feierlichen Bekenntniß zu den symbolischen Büchern durchaus unverträglich ist, nach wie vor gemischte Gemeinden, als solche, zu bedienen und z. B. Reformirten, als solchen, das heilige Abendmahl zu reichen; denn das kann in der That nicht genügen, wenn die Prediger der Ohio-Synode den Reformirten und Unirten, die etwa das heilige Abendmahl von ihnen begehren, die lutherische Lehre darlegen und von ihnen darnach verlangen, zuzugeben, daß sie mit der heiligen Schrift übereinstimme; die Leute nämlich denken in hergebrachter Gleichgültigkeit um die reine Lehre hierbei nicht weiter und anders, als also: „daß die lutherische Lehre mit der heiligen Schrift stimme, sehe ich nun freilich jetzt ein, aber die reformirte ist ja auch nicht der heiligen Schrift zuwider!“ Darum ist es durchaus von Nöthen, damit nach allen Seiten den Gewissen gerathen werde, daß der lutherische Pastor nicht blos im Allgemeinen den Schriftgehorsam der lutherischen Kirche in der Abendmahlslehre nachweise, sondern zugleich den bestimmten Beweis führe, daß die lutherische Kirche allein dem Schriftwort unterthan sei, wie es laute, die reformirte Kirche aber nicht also thue, sondern eigentlich aus dem Dünkel der fleischlichen Vernunft einen andern Sinn in die Einsetzungsworte hinein lege, welcher dem klaren einfachen Wortsinn schnurstracks zuwider sei, so daß sie sich nicht an das Wort Gottes halte, wie es laute, und ihre Lehre hierin der der lutherischen Kirche entgegengesetzt sei; wer also von Herzen die lutherische Abendmahlslehre als durchaus schriftgemäß anerkenne und bezeuge, der müsse zugleich auch die reformirte als schriftwidrig verwerfen, da sie doch nun einmal nach wie vor dem allmächtigen und wahrhaftigen Sohn Gottes nicht glaube und den Irrthum festhalte, daß in dem gesegneten Brode und Wein der Leib und das Blut Christi nicht wesentlich und wahrhaftig enthalten sei.

Sodann aber darf der lutherische Pastor dem Reformirten oder Unirten, der von ihm das heilige Abendmahl begehrt, nicht verhalten, daß er durch das aus seinen Händen und innerhalb einer lutherischen Gemeinde empfangene heilige Abendmahl thatsächlich aus seiner bisherigen Glaubensgemeinschaft aus- und in die lutherische Kirche eintrete. Denn durch solche Erklärung des lutherischen Pastors kann derselbe sein und der Reformirten Gewissen gehörig verwahren und zwar in folgenden Stücken:

Fürs Erste ist dadurch dem Irrthum vorgebeugt, als sei es möglich, die reine Lehre der lutherischen Kirche zu billigen und doch selber gliedlich einer falsch lehrenden Kirche anzugehören.

Fürs Zweite wird nur in der willigen Annahme jener Erklärung des lutherischen Pastors von Seiten des Reformirten oder Unirten offenbar, daß der Letztere von Herzen die reine Lehre der lutherischen Kirche anerkennt und mit bekennt und aus Liebe zur göttlichen Wahrheit sich gern von seiner irrgläubigen Kirche trennt.

Fürs Dritte wird nur durch solches Verfahren auch der rechte Protest wider die falsche Union unserer Tage erhoben und der Wahn daniedergelegt, als könnten die Lutheraner und Reformirten, ohne Vereinigung der widerwärtigen Lehre, sich dennoch kirchlich vereinigen.

Welcher lutherische Pastor der Ohio-Synode also auch jetzt noch, sei es aus Bauchsorge oder aus Menschenfurcht, oder aus Trägheit den Reformirten oder Unirten jene durchaus nothwendige Erklärung vorenthielte, der würde nur mit dem Munde das lutherische Bekenntniß bezeugen, mit der That es aber verleugnen und hinter dem Aushängeschild der kirchlichen Symbole dem Unionismus fröhnen, mithin ein Heuchler sein.

Eine zweite nothwendige Folgerung des Sichbekennens zu den kirchlichen Symbolen ist für die kirchliche Praxis der Ohio-Synode diese, daß sie keiner Agende sich bediene, darin nicht blos bei der Austheilung des heiligen Abendmahls die unionistische Spendungsformel: „Christus spricht“ u. s. w., sondern auch sonst kein zweideutiges Formular vorkommt, sei es in der Ausführung des öffentlichen Gottesdienstes oder besonderer kirchlicher Handlungen. Denn der gemeinsame Gottesdienst und die Handlungen der Kirche sollen und können nur der thätliche Ausdruck und die mannigfache Verwirklichung desselben einen und reinen Bekenntnisses sein. Wie mannigfach aber die bisher gebrauchte Agende der Ohio-Synode dieser Forderung widerspreche, ist im Lutheraner früher bereits mehrfach nachgewiesen worden.

Drittens müßte die Ohio-Synode jetzt mit Ernst und Fleiß bedacht sein, sich des sogenannten vereinigten Gesangbuches möglichst bald zu entledigen und ein entschieden lutherisches einzuführen. Denn einmal ist jenes, dem Inhalt nach, kläglich bestellt, da auch die edlen älteren lutherischen Kirchenlieder jämmerlich verfälscht, verwässert und verstümmelt sind, und sodann hat es eben zugleich den Zweck, die falsche Union heutiger Zeit zwischen Reformirten und Lutheranern zu fördern.

Viertens sollte jetzt durchaus nirgends mehr jene schwärmerische Leichtfertigkeit vorkommen, daß einzelne lutherische Prediger auch der Ohio-Synode beim Austheilen des heiligen Abendmahls auch Glieder anderer Gemeinschaften zum Genusse sogar einladen und daher außer der praktischen Verleugnung der reinen Lehre und thatsächlichen Beförderung der falschen Union noch in anderer Hinsicht ihr Gewissen beschädigen, indem sie nämlich gar manchem Unwürdigen, den sie nicht genau kennen, Ursach werden können, sich das Gericht zu essen.

Dagegen sollte fünftens die Ohio-Synode es allen ihren Gliedern zur ernsten Angelegenheit

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Der Lutheraner.

"God's Word and Luther's doctrine pure shall to eternity endure."

Published by the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States.

Edited by C. F. W. Walther.

Volume 5.  St. Louis, Mo., October 3, 1848.  No. 3.

Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks at the yearly subscription price of One Dollar for out-of-town subscribers, who are to pay it in advance and bear the postage. — In St. Louis each single number is sold for 5 cents.

Only those letters which contain communications for the paper are to be sent to the Editor; all others, however, which contain business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent hither under the address: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.

(Submitted by Rev. Dr. Sihler.)

The Lutheran Observer and the Ohio Synod.

(Conclusion.)

Having, on the one hand, in accordance with the truth, briefly defended the above resolution of the Synod of Ohio against the unjust attacks of the Lutheran Observer, that organ of the unionistic so-called General Synod, it is incumbent upon us no less, on the other hand, in accordance with love, to point out briefly to the Ohio Synod what churchly conduct is most closely connected with that resolution.

The first and most important consequence of the said resolution is this, that with that public and solemn confession of the symbolical books it is utterly incompatible to go on, as before, serving mixed congregations as such, and, for example, administering the Holy Supper to the Reformed as such; for it cannot in fact suffice, when the preachers of the Ohio Synod set forth the Lutheran doctrine to the Reformed and Unionists who may desire the Holy Supper from them, and require of them thereupon to concede that it agrees with Holy Scripture; for in their inherited indifference toward the pure doctrine the people think in this matter no further and no otherwise than thus: "That the Lutheran doctrine agrees with Holy Scripture, I do indeed now perceive, but the Reformed is surely not contrary to Holy Scripture either!" Therefore it is altogether necessary, in order that consciences may be counseled on every side, that the Lutheran pastor should not merely in general demonstrate the obedience to Scripture of the Lutheran Church in the doctrine of the Supper, but at the same time furnish the definite proof that the Lutheran Church alone is subject to the Scripture-word as it reads, while the Reformed Church does not act thus, but actually, out of the conceit of carnal reason, reads into the words of institution another meaning, which is directly contrary to the clear, simple sense of the words, so that it does not hold to the Word of God as it reads, and its doctrine herein is opposed to that of the Lutheran Church; that whoever therefore heartily acknowledges and testifies the Lutheran doctrine of the Supper to be altogether in accord with Scripture must at the same time also reject the Reformed as contrary to Scripture, since it, now as before, simply does not believe the almighty and truthful Son of God, and holds fast the error that in the blessed bread and wine the body and blood of Christ are not essentially and truly contained.

Furthermore, the Lutheran pastor may not withhold from the Reformed or Unionist who desires the Holy Supper from him that by the Holy Supper received from his hands and within a Lutheran congregation he in fact departs from his former communion of faith and enters into the Lutheran Church. For by such a declaration of the Lutheran pastor he can properly safeguard his own conscience and that of the Reformed, and that in the following respects:

First, thereby the error is forestalled, as if it were possible to approve the pure doctrine of the Lutheran Church and yet oneself to belong as a member to a falsely teaching church.

Second, it becomes manifest only in the willing acceptance of that declaration of the Lutheran pastor on the part of the Reformed or Unionist that the latter heartily acknowledges and confesses with us the pure doctrine of the Lutheran Church and, out of love for the divine truth, gladly separates himself from his erring church.

Third, only through such a procedure is the right protest raised also against the false union of our days, and the delusion laid low, as though the Lutherans and Reformed could nevertheless unite churchly without a uniting of the contrary doctrine.

Whatever Lutheran pastor of the Ohio Synod, therefore, even now still, whether from care for his belly or from fear of men, or from sloth, should withhold from the Reformed or Unionists that altogether necessary declaration, would confess the Lutheran confession only with the mouth, but deny it in deed, and behind the signboard of the churchly symbols serve Unionism, and thus be a hypocrite.

A second necessary consequence of the avowal of the churchly symbols is, for the churchly practice of the Ohio Synod, this, that it use no Agende in which there occurs not only the unionistic formula of distribution at the dispensing of the Holy Supper, "Christ says," etc., but also in general no ambiguous formulary, be it in the conduct of public worship or of particular churchly acts. For the common worship and the acts of the Church should and can be only the active expression and the manifold realization of one and the same pure confession. But how manifoldly the Agende hitherto used by the Ohio Synod contradicts this requirement has already been shown repeatedly in the Lutheraner.

Thirdly, the Ohio Synod ought now with earnestness and diligence to be intent upon ridding itself as soon as possible of the so-called United Hymnbook and introducing a decidedly Lutheran one. For, in the first place, that book is, as to its contents, in a lamentable state, since even the noble older Lutheran hymns are miserably falsified, watered down and mutilated; and then it has withal the purpose of promoting the false union of the present time between the Reformed and Lutherans.

Fourthly, that fanatical levity ought now to occur nowhere at all any more whereby individual Lutheran preachers, even of the Ohio Synod, at the distribution of the Holy Supper even invite members of other communions to partake, and thus, besides the practical denial of the pure doctrine and the actual furtherance of the false union, injure their conscience in yet another respect, in that they may become the cause to many an unworthy person, whom they do not know exactly, of eating judgment to himself.

On the other hand, fifthly, the Ohio Synod ought to make it a serious concern to all its members