Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 5 › Seite 37
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-10-31, Seite 37
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Heilige · Union 1 · Vereinigung 1
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niedergeschlagenerem Herzen durch den „Lutheraner“ zur öffentlichen Kunde gebracht haben, als dies.
Der Aufsatz, auf welchen wir uns hierbei beziehen, ist in der Nummer des “Lutheran Standard” vom 11. d. M. unter dem Departement New Philadelphia (Grünwald?) enthalten und lautet unter der Aufschrift „die Generalsynode“, wie folgt:
„Wir wünschen unsere Leser mit dem Stand der Kirche und mit den Vorgängen in den verschiedenen Abtheilungen derselben in Bekanntschaft zu erhalten. Obgleich einige Verschiedenheit sowohl in Lehren als in Maßregeln statt findet, so sind wir doch Eine Kirche(?), und unsere Glieder von allen Partheien haben ein Interesse, mit den Verhandlungen unserer kirchlichen Körper bekannt zu werden, mögen sie dieselben nun bis auf alle Einzelnheiten billigen, oder nicht. Aus dieser Ursache haben wir in der gegenwärtigen Nummer eine Anzahl Auszüge aus den Verhandlungen der Generalsynode geliefert. Es wird von allen zugestanden, mögen sie nun Gönner oder Widersacher der Generalsynode sein, daß dieser Körper einen sehr wichtigen Einfluß auf den Charakter der lutherischen Kirche in den Vereinigten Staaten ausübe, und daher müssen alle ein Interesse fühlen, die Verhandlungen derselben zu kennen. Möge es uns hier gestattet sein, darzulegen, was vielleicht schon allen unsern Lesern wohl bekannt ist, daß wir für unsre Person immer zu einer Union (Vereinigung) aller unserer Synoden mit der Generalsynode geneigt gewesen sind. Ohne irgend Jemanden unsre Ansichten aufdringen zu wollen, wollen wir es wagen, unsere Gründe, warum wir zu einer solchen Verbindung geneigt sind, vorzulegen, und unsere Leser mögen dieselben annehmen oder verwerfen, wie es ihnen beliebt.
„1. Eine Verbindung mit der Generalsynode erfordert nicht, daß man irgend eine lutherische Lehre oder Maßregel, welche den altlutherischen Synoden theuer ist, verleugne.
„2. Eine Union mit der Generalsynode erfordert oder schließt nicht eine Billigung oder Rechtsprechung irgend einer besondern Lehre oder Maßregel in sich ein, welche die einzelnen Glieder dieser Synode vertreten.
„3. Wären solche Synoden, wie die von Pennsylvanien und von Ohio, in der Generalsynode repräsentirt, so würden die Lehren und Maßregeln, welche jene Synoden vertreten, besser bekannt werden und einen weitern Kreis von Freunden gewinnen.
„4. Der Einfluß, welchen diese Synoden auf den Charakter der Kirche in den Vereinigten Staaten auszuüben im Stande sein würden, würde bei weitem wichtiger und wohlthätiger sein, als er jetzt ist.
„5. Jene Synoden würden auch selbst aus einer solchen Verbindung einen wesentlichen Vortheil ziehen in mehrern Rücksichten, insonderheit indem sie etwas von dem löblichen Eifer für die kirchlichen Anstalten in sich aufnehmen würden, wie er sich bei jenen Synoden zeigt, welche jetzt mit der Generalsynode in Verbindung stehen.
„6. Eine solche Union aller unserer Synoden würde zum Zweck haben, Vorurtheile zu mindern, unsere Prediger einander bekannt zu machen und unsere Kirche auf eine höhere Stufe der Einigkeit in der Gesinnung und einmüthigen Handelns zu bringen.
„7. Eine Synode kann in Verbindung mit der Generalsynode treten, und doch ihre gegenwärtige Verfassung behalten, wie mit der New York Synode der Fall war.
„8. Kein Beschluß (act) der Generalsynode ist für die einzelnen Synoden bindend, wenn er nicht durch die letzteren bestätigt ist; daher kann eine solche Union der Unabhängigkeit der einzelnen Synoden nicht im mindesten einen Eintrag thun.
„9. Es wird nicht verlangt, daß von unsern Gemeinden Beiträge zur Kasse der Generalsynode aufgebracht werden.
„10. Die Kosten der Reise der Delegaten zu ihren Versammlungen werden von der Generalsynode aus dem Fond bezahlt, welcher aus dem Verkauf der Gesangbücher entsteht.
„Diese Gründe, zugleich mit andern, welche vorgelegt werden könnten, haben uns immer mit überwindender Kraft zu Gunsten einer Verbindung mit der Generalsynode gestimmt. Dem sei nun, wie ihm wolle, unsere Leser sind nun im Stand über die Stärke jener Gründe zu urtheilen, wie wir; und mit ihnen verlassen wir sie.“
So weit der “Lutheran Standard”. Für diesmal theilen wir unsern Lesern diesen überaus bedauerlichen, Gottes Wort durchaus widersprechenden Aufsatz zur Erwägung und Warnung nur mit, und behalten uns vor, denselben in nächster Nummer mit dem Lichte des Wortes Gottes zu beleuchten.
Bileams Esel.
5 Mos. 22, 28.
Unter allen Wundern der Schrift muß keins mehr herhalten, als Bileams redender Esel. Dieß arme Thier ist mit den Pfeilen des Spottes schon so hageldick beschossen worden, daß es freilich kein Wunder wäre, es könnte schon längst nicht mehr wie ein Esel schreien, geschweige menschlich sprechen.
„Ein Esel mit menschlicher Sprache!!“ Die Sache scheint unsern lichtklaren Denkern so völlig ungereimt, so ganz undenkbar, daß sie ohne alle Widerrede das tollste Mährlein sein muß. Und da pflegen sie natürlich den Schluß zu machen: welchen Werth kann man einem Buche beilegen, das solche Sachen für baare Münze gibt?
Aber was noch ärger ist, selbst gläubigere Leute, die gerne das göttliche Ansehen der Schrift aufrecht gehalten wüßten, die andere Wunder in der Bibel ohne Bedenken annehmen, werden von Bileams Esel in Verlegenheit gesetzt, und ihr Herz ordentlich, wie Bileams Fuß, an die Wand geklemmt.
Ich möchte aber doch in aller Welt wissen, was uns denn hindert, dieses offenbar als Thatsache erzählte und im Neuen Testamente (2 Pet. 2, 16.) bestätigte Wunder gelten zu lassen?
Sollte es denn dem lieben Gott pur unmöglich gewesen sein, aus einer Esels-Kehle menschliche Worte hervorgehen zu lassen? Es ist bekannt, daß das Thierorgan nicht durchaus unfähig zu unsern Sprachen ist. Jenes Baders Staar konnte sein: „Ich bin des Baders Staar!“ „Du Tolpatsch!“ ꝛc. sehr deutlich aussprechen. Ein Cardinal in Rom hatte einen Papageien, welcher die drei Glaubensartikel wie der beste Katechismusschüler aufsagte. Und nun ein Esel, der läßt ja schon von Natur zwei unsrer Selbstlauter (I A) in ziemlicher Reinheit vernehmen. Was könnte der am Ende, wenn's auf sein Organ ankäme! Warum sollte denn der liebe Gott, von dem man noch dazu behaupten darf, daß er allmächtig ist, nicht einmal ausnahmsweise in eines solchen Thieres Kehle die Worte habe legen können: „Was habe ich gethan, o mein Herr Bileam, daß du mich geschlagen hast?“ Ach, ich glaube gar, daß Gott auch nöthigenfalls die Steine könnte reden lassen (Luc. 19, 40.), die doch noch keine zwei Vokale von Natur loshaben. Daß aber bei unserm Wunder der liebe Gott und nicht der Esel das Meiste gethan, steht ausdrücklich dabei, denn es heißt: „Der HErr that der Eselin den Mund auf.“
Ein Wunder bleibts freilich immer; es soll aber auch eins sein. Aber ich bitte — nicht die Lichtfreunde, sondern die Schwachgläubigen mit dem geklemmten Herzen, ich bitte sie recht angelegentlich, daß sie sich's doch einmal genau überlegen möchten, ob denn dieses Wunder mit der redenden Eselin ein größeres und — so zu sagen — unmöglicheres Wunder sei, als wenn der HErr 5000 Mann mit 5 Broden speis't und noch 12 Körbe voll Brocken übrig bleiben.
Glaubt ihr das letztere, so könnet ihr auch das erstere glauben von ganzem Herzen. Ich glaub's, in vollkommenstem Ernste. Wenn ich's aber nicht glaubte, so glaubte ich auch an Jericho's stürzende Mauern, an Eliä barmherzige Raben und viel anderes nicht; ich glaubte dann auch an die fünf wunderbaren Brode nicht.
W. Redenbacher.
Luthers Urtheil über die Heiligen.
Ich sage nicht, daß ich sie durchaus nicht für Heilige oder für die Kirche Gottes halte, die du anführst, sondern daß es nicht bewiesen werden könne, daß sie wirklich Heilige seien, wenn es jemand leugnet, sondern daß es ganz ungewiß bleibe. Der Beweis, den man von ihrer Heiligkeit hernimmt, ist daher keinesweges zur Bestätigung eines Glaubensartikels zuverlässig. Ich nenne sie Heilige und halte sie dafür, ich gebe ihnen den Namen der Kirche und achte sie so, nach der Regel der Liebe, aber nicht nach der Regel des Glaubens; das heißt, die Liebe, welche von jedermann das Beste denkt und nicht argwöhnisch ist und von dem Nächsten alles Gute glaubt und voraussetzt, nennt jeden Getauften einen Heiligen, und es ist keine Gefahr, wenn sie irret, denn der Liebe Loos ist betrogen werden, da sie, als eine allgemeine Dienerin, der Guten und
English translation AI translation
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with a more downcast heart through the "Lutheraner" than this.
The article to which we here refer is contained in the number of the "Lutheran Standard" of the 11th inst., under the department New Philadelphia (Grünwald?), and runs as follows under the heading "The General Synod":
"We wish to keep our readers acquainted with the state of the Church and with the proceedings in the various divisions of it. Although some difference exists both in doctrines and in measures, yet we are still One Church(?), and our members of all parties have an interest in becoming acquainted with the proceedings of our ecclesiastical bodies, whether they approve of them in every particular or not. For this reason we have furnished in the present number a series of extracts from the proceedings of the General Synod. It is conceded by all, whether they be friends or opponents of the General Synod, that this body exercises a very important influence upon the character of the Lutheran Church in the United States, and therefore all must feel an interest in knowing its proceedings. Let it be permitted us here to set forth what is perhaps already well known to all our readers, that we for our own part have always been inclined toward a union (uniting) of all our Synods with the General Synod. Without wishing to force our views upon anyone, we will venture to lay before you our reasons why we are inclined to such a connection, and our readers may accept or reject them as it pleases them.
"1. A connection with the General Synod does not require that one renounce any Lutheran doctrine or measure which is dear to the old-Lutheran Synods.
"2. A union with the General Synod does not require or involve an approval or justification of any particular doctrine or measure which the individual members of this Synod advocate.
"3. If such Synods as those of Pennsylvania and of Ohio were represented in the General Synod, the doctrines and measures which those Synods advocate would become better known and would win a wider circle of friends.
"4. The influence which these Synods would be in a position to exercise upon the character of the Church in the United States would be by far more important and beneficial than it now is.
"5. Those Synods themselves also would derive an essential advantage from such a connection in several respects, especially in that they would take up something of the laudable zeal for the institutions of the Church such as is shown among those Synods which are now connected with the General Synod.
"6. The purpose of such a union of all our Synods would be to diminish prejudices, to make our preachers acquainted with one another, and to bring our Church to a higher stage of unity in sentiment and of harmonious action.
"7. A Synod may enter into connection with the General Synod and yet retain its present constitution, as was the case with the New York Synod.
"8. No resolution (act) of the General Synod is binding upon the individual Synods unless it is confirmed by the latter; therefore such a union cannot in the least do any injury to the independence of the individual Synods.
"9. It is not required that contributions be raised from our congregations for the treasury of the General Synod.
"10. The expenses of the journey of the delegates to their meetings are paid by the General Synod out of the fund which arises from the sale of the hymn-books.
"These reasons, together with others which might be presented, have always inclined us with overpowering force in favor of a connection with the General Synod. Be that as it may, our readers are now in a position to judge of the strength of those reasons as we are; and with them we leave it."
So far the "Lutheran Standard." For this time we communicate to our readers this exceedingly lamentable article, which is altogether contrary to God's Word, only for consideration and warning, and reserve to ourselves the right to illumine it in the next number with the light of God's Word.
Balaam's Ass.
Numbers 22, 28.
Among all the miracles of Scripture none has to bear more than Balaam's speaking ass. This poor animal has already been shot at with the arrows of mockery so thick as hail that it would indeed be no wonder if it could long since no longer bray like an ass, to say nothing of speaking like a man.
"An ass with human speech!!" The matter appears to our clear-sighted thinkers so utterly absurd, so wholly unthinkable, that it must without any contradiction be the maddest fable. And thereupon they naturally are wont to draw the conclusion: what worth can one attribute to a book that passes off such things for current coin?
But what is still worse, even believing people who would gladly see the divine authority of Scripture maintained, who accept other miracles in the Bible without hesitation, are put in perplexity by Balaam's ass, and their heart is quite pinched against the wall, like Balaam's foot.
But I should like to know, for all the world, what then hinders us from letting this miracle count, which is plainly related as a fact and confirmed in the New Testament (2 Pet. 2, 16.)?
Should it then have been simply impossible for the dear God to let human words go forth from an ass's throat? It is well known that the animal organ is not altogether incapable of our languages. That barber's starling could very plainly pronounce: "I am the barber's starling!" "You blockhead!" etc. A cardinal in Rome had a parrot which recited the three articles of faith like the best catechism pupil. And now an ass, he lets already by nature two of our vowels (I A) be heard in fair purity. What could he not do at last, if it depended on his organ! Why then should the dear God, of whom one may moreover affirm that he is almighty, not once, by way of exception, have been able to put the words into the throat of such an animal: "What have I done unto thee, O my lord Balaam, that thou hast smitten me?" Ah, I believe indeed that God could also, if need be, let the stones speak (Luke 19, 40.), which yet by nature have not two vowels in them. But that in our miracle the dear God and not the ass did the most, stands expressly written there, for it says: "The LORD opened the mouth of the ass."
A miracle it always remains, to be sure; but it is meant to be one. But I beg — not the Friends of Light, but the weak in faith with the pinched heart, I beg them most earnestly, that they would once consider it well, whether this miracle with the speaking ass is a greater and — so to speak — more impossible miracle than when the LORD feeds 5000 men with 5 loaves and 12 baskets full of fragments remain over.
If you believe the latter, you can also believe the former with your whole heart. I believe it, in the most perfect earnest. But if I did not believe it, I should also not believe in Jericho's falling walls, in Elijah's merciful ravens, and much else; I should then also not believe in the five wonderful loaves.
W. Redenbacher.
Luther's Judgment concerning the Saints.
I do not say that I hold those whom you adduce to be by no means saints or the Church of God, but that it cannot be proved, if anyone denies it, that they are really saints, but that it remains wholly uncertain. The proof which one takes from their holiness is therefore by no means reliable for the confirmation of an article of faith. I call them saints and hold them to be such, I give them the name of the Church and esteem them so, according to the rule of love, but not according to the rule of faith; that is, love, which thinks the best of everybody and is not suspicious and believes and presumes all good of the neighbor, calls every baptized person a saint, and there is no danger if it errs, for the lot of love is to be deceived, since it, as a universal servant, of the good and