Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 17 › Seite 267

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 20. August 1912, Seite 267

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeindeſchule

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8 Ner utheranesE

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Folgende Gottes dienste fanden während der Synode statt.
Am Freitagabend hielt Prof. Sylwester eine Schulpredigt über
Joh. 21, 15—17. Am Sonntagmorgen predigte P. Schmidt
von Walla Walla über die Epistel des Sonntags. Beichtredner
war P. Gahl. Am Sonntagabend war englischer Gottesdienst,
in dem P. Hassold aus Portland über Röm. 1, 16 predigte. Die
Pastoralpredigt wurde am Montagabend gehalten von P. Rim-
bach über Kol. 1, 25—29.

Das Ergebnis der Wahl war folgendes: Präses: P. Stübe;
erster Vizepräses: P. Rimbach; zweiter Vizepräses: P. Scho⸗
knecht. An Stelle des treuverdienten Kassierers Beiersdorfer,
der die Wiederwahl ablehnte, wurde gewählt Adolf Engel,
2634 45th Ave., S. W., Seattle, Wash.

Das nächste Mal versammelt sich die Synode, will's Gott,
in der Gemeinde Präses Stübes zu Cornelius, Oreg. Referent:
P. Fedder. Thema: „Das Christentum in seiner Betätigung
nach Kol. 3, 1—4, 6.“ H. Bohl.

Zurx kirchlichen Chronik.

über Gemeindeschulen schreibt der Lutheran Cuurch Visitor:
„Es mag nutzlos sein, aber wir wollen es doch einmal wieder
aussprechen, daß die Gemeindeschule der beste Platz ist für die
Erziehung unserer Kinder. Wir wissen wohl, daß es so scheint,
als ob die Wiedereinrichtung und Erhaltung der Gemeindeschule
schwer, wenn nicht unmöglich wäre; aber wir glauben, es liegt
lediglich daran, daß ein Teil unserer Christen die Wichtigkeit einer
christlichen Erziehung ihrer Kinder in Verbindung mit dem,
was wir gewöhnlich weltliche Bildung nennen, nicht erkennt. Wir
glauben, daß die gegenwärtigen Zeiten eine Rückkehr zu dem
System fordern, welches die geoffenbarte Wahrheit in die rechte
Verbindung bringt mit aller andern Erkenntnis beim Unterricht
und bei der Bildung des Verstandes und Herzens unserer Jugend.
Und es ist uns eine große Freude, daran zu denken, daß es in der
lutherischen Kirche in Amerika noch 6526 solcher Gemeindeschulen
mit 267,642 Schülern gibt. Wir möchten denen, die diese Schulen
erhalten, ein Wort der Ermunterung zurufen und sie auffordern,
ja daran festzuhalten, bis die öffentliche Meinung sich wieder zu
ihren Gunsten wendet. Wir glauben, daß es heute Tausende von
ernsten Christen in diesem Lande gibt, die von Herzen wünschen,
daß ihre Kinder gerade solche Schulen besuchen könnten.“ — So
reden Leute von der Gemeindeschule, die sie nicht haben, aber
gern hätten. Mit den Leuten, die ermuntert werden, sie ja fest—
zuhalten, sind gerade auch wir gemeint. Wie unberantwortlich
wäre es nun für uns, die wir diese segensreiche Einrichtung haben,
sie verkümmern zu lassen aus Gründen, die uns keine Ehre wären!

E. P.

Die Wohltätigkeitskonferenz hielt ihre Jahresversammlung
vom 30. Juli bis zum 1. August, und zwar an den beiden ersten
Tagen in Watertown und am dritten Tage in Oconomowoc, Wis.
Es waren reichgesegnete Tage für alle, die der Konferenz bei⸗
wohnten. Wurden doch gerade solche Gegenstände besprochen und
beraten, die einem gläubigen Christen am Herzen liegen, nämlich
Werke der Mission und der Wohltätigkeit an den durch Christum
erlösten Mitmenschen. So legte P. Enno Dümling eine Arbeit
vor, welche die Notwendigkeit und die Art und Weise der Stadt⸗
mission schilderte. Dr. H. Dümling führte in seinem gediegenen
Referat aus die Notwendigkeit und Führung unserer Altenheime.
P. J. Rubel zeigte, wie ersprießlich es sein würde, wenn die
Synode eine gewisse Kontrolle über unsere Wohltätigkeitsbe⸗
strebungen ausüben würde. Hieran anknüpfend, beschloß die

Konferenz: „1. Wir empfehlen den Wohltätigkeitsgesellschaften
und Liebesanstalten, sich unter die Aufsicht der Synode zu stellen.
2. Wir empfehlen den Synoden, den Wohltätigkeitsvereinen zu
gestatten, über ihre Arbeit, über ihre Einnahmen und Ausgaben
der Synode zu berichten. 3. Wir empfehlen, daß unsere Chri⸗
sten, wenn sie sich zu einem neuen Liebeswerk verpflichten wollen,
den Rat der Synode oder ihrer Beamten dazu einholen.“ Es
wurde sodann berichtet über die Arbeit der Kinderfreundgesell⸗
schaften, über eine in Aussicht genommene Errichtung eines
Diakonissenhauses in St. Louis sowie über die Gewinnung
passender Jungfrauen für den Krankenpflegerdienst. — Am
Dienstag⸗ und Donnerstagabend wurden Gottesdienste abge⸗
halten, in welchen die Pastoren Gieschen, Herzberger, Wambs⸗
ganß und Schlechte Ansprachen hielten. Die Wahl ergab fol⸗
gendes Resultat: Präses: P. Ph. Wambsganß; Vizepräses:
P. F. W. Herzberger; Sekretär: P. F. Wohlfeil; Schatzmeister:
Herr A. Freese. — Am Mittwochnachmittag wurde der Konferenz
Gelegenheit gegeben, in unserer Anstalt für Schwachsinnige und
Epileptische einer biblischen Geschichtsstunde, die von Direktor L.
Pingel geleitet wurde, beizuwohnen. Das war etwas gar Köst⸗
liches und Herzergreifendes. Denn es zeigte sich, daß auch diese
Elendesten unter den Elenden ihren himmlischen Arzt und Hei⸗
land kannten und das zur Seligkeit Notwendige aus Gottes Wort
gefaßt hatten. Ja, man vergaß wohl einen Augenblick, daß man
Schwachsinnige vor sich hatte, als diese die Lieder „Hilf, Helfer,
hilf in Angst und Not“, und „Schönster HErr JEsu“ so frisch
und fröhlich sangen, als ob es vollsinnige Kinder wären. Ja,
„die Elenden sollen essen, daß sie satt werden“. Gott segne die
Anstalt, die Lehrer, die sich der dortigen so schwierigen Arbeit mit
großer Treue hingeben, sowie die Insassen! Er ermuntere auch
uns Christen, die Anstalt mit unsern Gebeten und Gaben gerne
und reichlich zu unterstützen. Zum Schluß kann noch erwähnt
werden, daß in der nächsten Nummer des Blattes „Der Bote aus
Bethesda“ sämtliche Arbeiten und Beschlüsse der Konferenz er⸗
scheinen werden. Die betreffende Nummer wird an einen jeden
frei versandt werden, der sich deswegen wwendet an Dir. L Pingel,
Watertown, Wis. A. S.

Die Waltherliga hielt vom 21. bis zum 25. Juli ihre
20. Nationalkonvention zu Fort Wayne, Ind., und genoß die
liebreiche Gastfreundschaft der dortigen lutherischen Gemeinden,
besonders der Emmausgemeinde, in deren Kirche die Gottesdienste
und in deren Jugendhalle die Versammlungen stattfanden. Mit
einem feierlichen Gottesdienst wurde die Konvention eröffnet.
Wohl an 1000 junge Leute hatten sich dazu eingefunden, be—
sonders aus Fort Wayne und den benachbarten Städten. P. Fr.
Wambsganß hielt die Predigt über Phil. 2, 5 und schilderte den
Heiland JEsus Christus erstens in seiner Erniedrigung als unsern
Erlöser und Seligmacher und zweitens als herrliches Vorbild be⸗
sonders für die Jugend. Abends war dann ein besonderer Ge⸗
sangsgottesdienst, in dem Gemeindegesang mit Chorgesang. Solos
und Orgelvorträgen von Lehrer Hahn abwechselte. Am Montag⸗
morgen begann man mit den Geschäftsversammlungen. Diese
wurden mit Gesang, Schriftverlesung und Gebet unter Leitung
der anwesenden Pastoren eröffnet. Auch wurden in jeder Sitzung
von Pastoren Ansprachen an die etwa 300 Delegaten und Gäste
gehalten, die aus zehn Staaten der Union kamen und 101 Ver⸗
eine mit etwa 7000 Gliedern vertraten. — Unter den Geschäften
nahm die Herbergssache den ersten Rang ein. Diese hat es be⸗
sonders mit den jungen Glaubensgenossen zu tun, die in eine
Großstadt ziehen, um dort Beschäftigung zu finden. Da wird
hilfreiche Hand geleistet, damit so ein „Fremdling“ passende
Arbeit, eine christliche Herberge, Glaubensgenossen und eine treu⸗
lutherische Kirche findet. Diese Arbeit soll immer weiter ausge⸗
dehnt und einheitlich und mit erneutem Eifer betrieben werden.
In dieser Weise tut die Waltherliga kirchliche Handlangerdienste,

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