Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 8 › Seite 64
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-12-10, Seite 64
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so ernsten Berufe! Ich weiß mir vor Kleinglauben oft beinahe nicht zu helfen. Wenn Gottes Wort nicht mein Trost wäre, ich müßte vergehen. Darum bitte ich die ganze Synode und Sie, lieber Herr Präses besonders, meiner in der Fürbitte vor dem Herrn als ihres geringen Mitbruders zu gedenken. Der Herr erbarme sich und gebe bald wieder einen Hirten den verlassenen Schafen in Shiboyank! Dieselben haben mich herzlich gebeten, ihre Lage der Synode doch ernstlich ans Herz zu legen, mit der Bitte, ihnen bald wieder einen Seelsorger zu schicken. Das walte Gott;
ꝛc. ꝛc. J. J. F. Auch.
General Schmettau.
Während eines Gebirgsmarsches in Schlesien ging der fromme General Schmettau neben Friedrich II. Der König wollte sich den Unmuth über die Langsamkeit des Marsches durch Scherze und Spottreden über die Frömmigkeit des Generals vertreiben. Schmettau konnte erst gar nicht zu Worte kommen. Da aber der König einen Augenblick schwieg, nahm er ganz dreist und ruhig das Wort: „Eure Majestät sind viel witziger, als ich, und auch viel gelehrter. Ueberdieß sind Sie mein König; der Kampf zwischen Ihnen und mir ist also in jeder Rücksicht ungleich. Aber dennoch können Sie mir meinen Glauben nicht nehmen. Und gelänge es Ihnen auch, je nun so hätten Sie mir zwar unermeßlich geschadet, aber auch Sich selbst mit." Der König blieb stehen und sagte mit Blitzen des Unwillens in den Augen: „Was soll das heißen, Monsieur Schmettau? Ich sollte mir schaden, wenn ich Ihm Seinen Glauben nehme?" — Schmettau erwiederte: „Eure Majestät glauben jetzt einen guten Officier an mir zu haben, und ich hoffe Sie irren sich nicht. Könnten Sie mir aber meinen Glauben nehmen, dann hätten Sie ein erbärmliches Ding an mir, ein Rohr im Windsturm, darauf nicht der mindeste Verlaß wäre." Friedrich war erst still, dann fragte er freundlich: „Sage Er mir doch, Schmettau, was ist denn eigentlich Sein Glaube?" —
„Ich glaube an die göttliche Erlösung von allen meinen begangenen Sünden. Ich glaube an eine göttliche Vorsehung, die jedes Haar auf meinem Haupte zählt und an ein ewiges, herrliches und seliges Leben nach dem Tode." — „Und das glaubt Er wirklich so recht mit aller Zuversicht?" — „Ja wahrhaftig, Euer Majestät." Da faßte der König bewegt Schmettau's Hand, drückte sie und sagte: „Schmettau, Er ist ein glücklicher Mensch!" —
Dann ging er nachdenkend weiter, und nie hat er Schmettau's Glauben wieder zum Gegenstand eines Scherzes gemacht.
„Bezeuge vor dem HErrn, daß sie nicht um Worte zanken, welches nichts nütze ist, denn zu verkehren, die da zuhören."
2 Tim. 2, 14.
Ich habe ein gutes Gewissen, schreibt Luther, wenn ich nur nichts böses gelehrt habe. Unpassend haben auch die höchsten und frömmsten Väter in der Kirche geredet, und zwar nicht selten selbst in den höchsten Artikeln des Glaubens; vergeblich ist es, über Ausdrücke und Worte zu streiten, wenn es bekannt ist, daß die Lehre selbst rein und lauter ist. Die streitsüchtigen Abwäger der Worte aber, deren ganze Gewissenhaftigkeit und Sorgsamkeit mehr dahin geht, mit was für Worten sie reden, während sie wenig um die Sache selbst bekümmert sind, ja nichts als Unrechtes lehren, diese finden immer etwas in fremden Büchern, um darüber zu lästern. Sie seigen Mücken und verschlucken Cameele; den Splitter eines unpassenden Wörtleins machen sie in Anderer Schriften zum Verbrechen, während sie die Balken gottloser Meinungen in ihren eigenen, als etwas ganz Göttliches selbst anbeten. Mögen diese allein gelten wollen und allein an ihrem Eigenen sich ergötzen, so viel sie wollen, das Unsrige mag sie aneckeln, aber sie mögen sich nur auch nicht daran vergreifen. (Aus einer Vorrede Luthers zu der lateinischen Ausgabe seiner Kirchenpostille von 1528. Siehe: Unschuld. Nachr. vom Jahre 1730. S. 186.)
Der Christ betet ohne Unterlaß.
Wo ein Christ ist, da ist eigentlich der heilige Geist, der da nichts anders thut, denn immerdar betet. Denn ob er gleich nicht immerdar den Mund reget oder Worte machet, dennoch gehet und schlägt das Herz, gleichwie die Pulsadern u. das Herz im Leibe, ohne Unterlaß mit solchem Seufzen: Ach, lieber Vater, daß doch dein Name geheiligt werde, dein Reich komme, dein Wille geschehe bei uns und jedermann ꝛc. ꝛc.; und darnach die Püffe und Anfechtung und Noth härter drücken und treiben, darnach gehet solch Seufzen und bitten desto stärker, auch mündlich. Daß man keinen Christen kann finden ohne beten, so wenig als einen lebendigen Menschen ohne den Puls, welcher stehet nimmer still, reget und schläget immerdar für sich; obgleich der Mensch schläft oder anders thut, daß er sein nicht gewahr wird.
Luther.
Quitung und Dank.
Für den hiesigen Kirchenbau erhielt ich
$8. 20. von der Gemeinde des Herrn P. Fürbringer in Elkhorn, Pr. Ills.
25. von St. Louis
1. 55. von einem Ungenannten
durch Hrn. B.
1. 00. von Herrn M. Frosch,
1. 00. von Herrn A. Wagner,
in Ann Arbor, durch Herrn P. Hattstädt.
3. 00. von der Gemeinde des Herrn P. Trautmann in Adrian, Mich.
2. 00. von der Gemeinde des P. Sievers in Frankenlust, Mich.
1. 00. von Herrn J. R. Auf der Heide
1. 00. von Herrn B. H. Succop
in Pittsburgh, Pa.
$19. 00.
Den milden Gebern sage ich im Namen meiner Gemeinde und des Gotteshauses meinen herzlichsten Dank und wünsche Gottes reichliche Vergeltung und Segen in irdischen und himmlischen Gütern.
Sagniuaw City, den 6. December 1850.
Ottmar Cloeter, P.
Erhalten
zur Synodal-Missions-Casse.
Durch Herrn John Rudolph Auf der Heide in Pittsburgh eingesendet $2. 00.
Von der luth. Gemeinde in Collinsville 3. 90.
„ Gemeindegliedern in St. Louis 8. 25.
„ den Gemeinden des Herrn P. Schuster in Marschall Co., Ja. 6. 00.
„ Herrn Bejamin Hosmann 1. 00.
„ Ungenannt 1. 00.
„ Ungenannt 50.
„ Herrn P. G. Döpken in Piqua, O. 1. 00.
„ einigen andern Missionsfreunden 1. 00.
F. W. Barthel, Cassirer.
Bezahlt
den 6. Jahrg. Herr P. Clöter (2 Ex.)
„ 7. „ die Herren P. G. Döpken, Christian Harsch, John Leierzapf, Joh. Friedr. Mönig, P. Polack, Palisch, P. Friedr. Reiß, Jungf. Schwanenberger, Joh. Friedr. Scheppmann, Christian Schubert, Friedr. Zimmer.
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutheraners
um die beigesetzten Preise.
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus, unveränderter Abdruck
Das Dutzend $1. Hundert Stück $7. 10.
Die Verfassung der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nebst einer Einleitung und erläuternden Bemerk.
Das Dutzend 50; 25 Stück $1. 5.
Erster Synodalbericht der deutschen evang. luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. vom Jahre 1847 10.
Zweiter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1848 10.
Dritter Synodalbericht derselben Synode vom Jahre 1849 10.
Dritter Jahrgang des Lutheraners von 1846—47. No. 8—26. 50.
(Der 1. u. 2. Jahrgang sind vergriffen.)
Vierter und fünfter Jahrgang des Lutheraners $1.
Christliches Concordienbuch, d. i. Symbolische Bücher der evang. luth. Kirche, New-Yorker Ausgabe in gepreßtem Leder gebunden $1. 25.
Gespräche zwischen zwei Lutheranern über den Methodismus, (in Pamphletform) 1 Stück [unleserlich]
Dr. Martin Luthers Tractat von der wahren Kirche, 2 Stück 5.
Dr. Luthers Hauspostille, oder Predigten über die Evangelien auf die Sonn- und Festtage des ganzen Jahrs, New-Yorker Ausgabe, gebunden in Kalbleder $2.
Kirchen-Gesangbuch für evang. luth. Gemeinden, welchem die sonn- und festtäglichen Perikopen beigefügt sind, verlegt von der hiesigen evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßtem Lederbande, das Stück 75.
Das Dutzend $8
100 Stück $62. 50
gegen Baarzahlung.
A B C-Buch, New-Yorker Ausgabe, das Stück [unleserlich]
(Das Dutzend $1.)
Johann Hübners Biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testamente. Unveränderter Abdruck, New-Yorker Ausgabe, im Einzelnen 25.
im Dutzend $2.
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Psalms, broschirt und beschnitten [unleserlich]
im Dutzend $1.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auftrage der Synode von Missouri ꝛc. zusammengetragen von Pastor Fr. Wyneken, das Stück [unleserlich]
im Dutzend $1.
Der Hirtenbrief des Herrn P. Grabau zu Buffalo v. J. 18[unleserlich]0 nebst dem zwischen ihm und mehreren luth. Pastoren von Missouri gewechselten Schriften [unleserlich]
Gedruckt bei Moritz Niedner,
Nord-Ecke der dritten und Chestnutstraße.
English translation AI translation
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so serious a calling! Because of my little faith I often scarcely know how to help myself. If God's Word were not my comfort, I should perish. Therefore I beg the whole Synod, and you, dear Mr. President especially, to remember me in intercession before the Lord as your lowly fellow-laborer. May the Lord have mercy and soon give again a shepherd to the forsaken sheep in Shiboyank! They have besought me heartily to lay their condition earnestly upon the heart of the Synod, with the request that a pastor be sent them again soon. God grant it;
etc. etc. J. J. F. Auch.
General Schmettau.
During a march through the mountains in Silesia the pious General Schmettau walked beside Frederick II. The King wished to dispel his ill humor over the slowness of the march by jests and mockery of the general's piety. Schmettau at first could not get a word in at all. But when the King was silent for a moment, he took the floor quite boldly and calmly: "Your Majesty is much wittier than I, and also much more learned. Moreover, you are my King; the contest between you and me is therefore unequal in every respect. But yet you cannot take my faith from me. And if you should succeed, well then, you would indeed have done me immeasurable harm, but yourself also." The King stood still and said, with flashes of displeasure in his eyes: "What is that supposed to mean, Monsieur Schmettau? I should harm myself if I take his faith from him?" - Schmettau replied: "Your Majesty believes you now have a good officer in me, and I hope you are not mistaken. But if you could take my faith from me, then you would have a miserable creature in me, a reed in the storm, on which there would not be the least reliance." Frederick was at first silent, then asked in a friendly manner: "Tell me, Schmettau, what then is your faith, really?" -
"I believe in the divine redemption from all my sins committed. I believe in a divine providence, which numbers every hair upon my head, and in an eternal, glorious and blessed life after death." - "And do you really believe that quite with all confidence?" - "Yes, truly, Your Majesty." Then the King, moved, took Schmettau's hand, pressed it and said: "Schmettau, you are a happy man!" -
Then he walked on thoughtfully, and never again did he make Schmettau's faith the subject of a jest.
"Charge them before the Lord that they strive not about words to no profit, but to the subverting of the hearers."
2 Tim. 2, 14.
I have a good conscience, writes Luther, if only I have taught nothing evil. Even the highest and most pious fathers in the Church have spoken inappropriately, and indeed not seldom even in the highest articles of the faith; it is vain to dispute over expressions and words, when it is known that the doctrine itself is pure and sincere. But the contentious weighers of words, whose whole conscientiousness and carefulness goes rather to this, with what words they speak, while they are little concerned about the matter itself, yea, teach nothing but what is wrong, these find always something in other men's books to rail at. They strain at gnats and swallow camels; the mote of an inappropriate little word they make a crime in others' writings, while the beams of godless opinions in their own they themselves worship as something altogether divine. Let these wish to be the only ones that count, and delight in their own alone, as much as they will, ours may disgust them, but let them also not lay hands upon it. (From a preface of Luther to the Latin edition of his Kirchenpostille of 1528. See: Unschuld. Nachr. of the year 1730, p. 186.)
The Christian Prays Without Ceasing.
Where a Christian is, there is in truth the Holy Ghost, who does nothing else but pray continually. For although he does not continually move the mouth or make words, yet the heart goes and beats, like the pulse-veins and the heart in the body, without ceasing with such sighing: Ah, dear Father, that Thy name may be hallowed, Thy kingdom come, Thy will be done among us and every man, etc., etc.; and the harder the blows and temptation and distress press and drive, the stronger goes such sighing and petition, also aloud. So that one can find no Christian without prayer, any more than a living man without the pulse, which never stands still, but moves and beats continually of itself; even though the man sleeps or does otherwise, so that he is not aware of it.
Luther.
Receipt and Thanks.
For the church building here I received
$8. 20. from the congregation of Rev. P. Fürbringer in Elkhorn, Pr. Ills.
25. from St. Louis
1. 55. from an Anonymous donor
through Mr. B.
1. 00. from Mr. M. Frosch,
1. 00. from Mr. A. Wagner,
in Ann Arbor, through Rev. P. Hattstädt.
3. 00. from the congregation of Rev. P. Trautmann in Adrian, Mich.
2. 00. from the congregation of P. Sievers in Frankenlust, Mich.
1. 00. from Mr. J. R. Auf der Heide
1. 00. from Mr. B. H. Succop
in Pittsburgh, Pa.
$19. 00.
To the kind donors I say, in the name of my congregation and of the house of God, my most hearty thanks, and wish God's rich recompense and blessing in earthly and heavenly goods.
Sagniuaw City, December 6, 1850.
Ottmar Cloeter, P.
Received
for the Synodical Mission Treasury.
Sent through Mr. John Rudolph Auf der Heide in Pittsburgh $2. 00.
From the Lutheran congregation in Collinsville 3. 90.
" members of the congregation in St. Louis 8. 25.
" the congregations of Rev. P. Schuster in Marschall Co., Ja. 6. 00.
" Mr. Bejamin Hosmann 1. 00.
" Anonymous 1. 00.
" Anonymous 50.
" Rev. P. G. Döpken in Piqua, O. 1. 00.
" some other friends of missions 1. 00.
F. W. Barthel, Treasurer.
Paid
for the 6th volume Rev. P. Clöter (2 copies)
" 7th " the Messrs. P. G. Döpken, Christian Harsch, John Leierzapf, Joh. Friedr. Mönig, P. Polack, Palisch, P. Friedr. Reiß, Miss Schwanenberger, Joh. Friedr. Scheppmann, Christian Schubert, Friedr. Zimmer.
Books and Pamphlets
to be had at the Expedition of the Lutheraner
at the prices appended.
Dr. Martin Luther's Small Catechism, unaltered reprint
The dozen $1. Hundred copies $7. 10.
The Constitution of the German Evang. Luth. Synod of Missouri, Ohio and other States, with an introduction and explanatory remarks.
The dozen 50; 25 copies $1. 5.
First Synodical Report of the German Evang. Luth. Synod of Missouri, Ohio and other States, of the year 1847 10.
Second Synodical Report of the same Synod, of the year 1848 10.
Third Synodical Report of the same Synod, of the year 1849 10.
Third volume of the Lutheraner, of 1846-47. No. 8-26. 50.
(The 1st and 2nd volumes are out of print.)
Fourth and fifth volume of the Lutheraner $1.
Christian Book of Concord, that is, Symbolical Books of the Evang. Luth. Church, New York edition, bound in pressed leather $1. 25.
Conversations between Two Lutherans on Methodism, (in pamphlet form) 1 copy [illegible]
Dr. Martin Luther's Tract on the True Church, 2 copies 5.
Dr. Luther's Hauspostille, or Sermons on the Gospels for the Sundays and Festivals of the whole year, New York edition, bound in calfskin $2.
Hymn-Book for Evang. Luth. Congregations, to which the Sunday and festival pericopes are appended, published by the local Evang. Luth. Congregation U. A. C., in pressed leather binding, the copy 75.
The dozen $8
100 copies $62. 50
for cash payment.
A B C Book, New York edition, the copy [illegible]
(The dozen $1.)
Johann Hübner's Biblische Historien from the Old and New Testaments. Unaltered reprint, New York edition, singly 25.
by the dozen $2.
Dr. Martin Luther's Exposition of the 90th Psalm, stitched and trimmed [illegible]
by the dozen $1.
Spruchbuch to the Small Catechism of Luther. Compiled by order of the Synod of Missouri, etc., by Pastor Fr. Wyneken, the copy [illegible]
by the dozen $1.
The Pastoral Letter of Rev. P. Grabau at Buffalo of the year 18[illegible]0 together with the writings exchanged between him and several Lutheran pastors of Missouri [illegible]
Printed by Moritz Niedner,
Northeast corner of Third and Chestnut Street.