Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 18 › Seite 143
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-04-29, Seite 143
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Menschen die allein seligmachende Kirche sei, und die altlutherischen Prediger behaupten dasselbe; — erstere behaupten, das Wort eines Mannes gelte in Glaubenssachen gleich Gottes Wort, und letztere thun auch so; — erstere glauben, daß Menschen Sünden vergeben, Himmel und Hölle schließen können, letztere glauben es auch; — erstere lehren, die Ohrenbeichte sei nothwendig, die letzteren auch; — erstere lehren, die Sacramente machen selig, vorausgesetzt, man bleibe in der Kirche, letztere lehren auch so; — erstere meinen, das Kreuzmachen enthalte eine Wunderkraft und Lichterbrennen sei ein wesentlicher Theil des Gottesdienstes, und letztere meinen es auch u. s. w“. Er sagt von den Predigern unserer Gemeinschaft, „daß sie hier die Ohrenbeichte einführen und behaupten, an des ewigen Richters Statt selig sprechen oder verdammen zu können; . . . . „sie behaupten in Predigten und Schriften, Luthers Wort sei so untrüglich und unfehlbar, als das unwandelbare Wort des ewigen Gottes, aber in der That und Anwendung stellen sie Luthers Worte sogar über Gottes Wort; ferner schämen sie sich nicht, zu lehren: ihre Verfassung, die sie die allein ächte Lutherische nennen, sei „die allein selig machende Kirche“.
Im „Lutheraner“ ist bereits oft auf das Klarste nachgewiesen, daß wir von der Kirche, den heiligen Sakramenten, der Absolution, den Ceremonien u. s. w. weder papistisch, noch methodistisch lehren, sondern daß wir darüber die reine, aus Gottes Wort sich von selbst ergebende Lehre haben. Jeder wahrheitsliebende Leser wird mit uns erkennen, daß obige Beschuldigungen und Verlästerungen sämmtlich rein aus der Luft gegriffen sind. Demnach erklären wir hiemit Herrn Ahrens für einen infamen Lügner und Verläumder, und nehmen diese Erklärung nicht eher zurück, als bis er seine niederträchtigen Lügen erkennt und uns abbittet.
Ihr aber, theure ev. lutherische Glaubensgenossen, hütet Euch vor den methodistischen Schwärmern und Irrlehrern. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, gebietet uns unser lieber Herr JEsus, Matth, 7, 16., und ihre Früchte sind offenbar, nämlich Lüge, Verläumdung und Verlästerung. Mit dem Worte Gottes können sie unsere Lehre nicht widerlegen, das wissen sie, denn unsere Lehre ist auf Gottes Wort gegründet, darum bestreiten sie uns jetzt mit den Waffen der Lüge; denn Lüge ist der eigentliche Geist des Methodismus.
Hermann Fick.
Die Macht des freimüthigen Zeugnisses.
Aus dem „Pilger aus Sachsen.“
Einem frommen Landmanne in Baden begegnete folgende Geschichte, die er selbst in einem zu Karlsruhe erscheinenden christlichen Volksblatte mitgetheilt hat, die zwar einestheils zeugt von der großen Verblendung des Volks und von der Gottentfremdung, wie sie jetzt überall zu finden ist, aber anderntheils auch von der Kraft des Wortes Gottes, und wie Gott es segnet, wenn man sich nicht scheut, sein Wort frei vor der Welt zu bekennen. Dieser wackere Landmann erzählt folgendermaßen:
Gegen das Ende des Jahres 1848 reiste ich von meinem Orte nach Pforzheim. Da ich meine Reise wegen Gepäck nicht zu Fuß machen konnte, so entschloß ich mich, mit einem Omnibuswagen zu fahren. Beim Einsteigen in denselben vernahm ich sogleich von den Passagieren politische Gespräche, besonders davon, daß es an der Zeit wäre, alle Fürsten und Könige vom Throne zu zu jagen. Diese Redner waren Städter und sie bedauerten, daß das Landvolk noch nicht genug aufgeklärt sei. Dieses Gespräch währte etwa eine Stunde; zuletzt sprach einer von diesen Herren. „Es wird doch endlich Einer kommen, der helfe;“ ein anderer sprach: „es müßten viele kommen, Einer könne nicht helfen.“ Da sprach ich: „Ja wohl, meine Herren, Einer kann helfen, wenn sich das Volk zu ihm wendet.“ Auf dieses äußerte einer der Herren: „Sie meinen gewiß den über uns.“ Ich sagte: „Ja wohl, diesen meine ich.“ Da sprach er, ohne mich weiter reden zu lassen: „Wenn der uns helfen könnte, hätte er schon lange geholfen; ich sage, sprach er: Wer sich auf den verläßt, der ist verlassen, unser Herrgott ist ein alter Mann und ist geistesschwach, der kann nichts mehr thun, seine Kraft ist längst veraltet.“ Eine würtembergische Dame saß auch in dem Wagen; dieselbe sagte: „Wissen Sie, was man in Stuttgart sagt? Unser Hergott sei eben auch ein Herr, deswegen helfe er auch den Herren und den Bauern helfe er nicht.“—Jetzt war es mit mir auf's Höchste gekommen; ich stand auf und sprach mit starker Stimme: „Es ist jetzt in der letzten Zeit!“ Ohne mich weiter reden zu lassen, sprach einer: „Ob ich auch eine letzte Zeit glaube; das sei unsere letzte Zeit, wenn wir sterben.“ Ich sprach: „Lassen Sie mir das Wort, ich sage, es sei in der letzten Zeit, und zwar darum, weil die heilige Schrift sagt; „in der letzten Zeit werden Spötter aufstehen!“ Sie, mein Herr, sagte ich, sind einer derselben, Sie sind ein Spötter und ein Gotteslästerer und diese Dame auch; Sie sagen: Gott sei veraltet und geistesschwach; diese Dame sagte: er sei ein Herr und deswegen helfe er den Herren; Sie beide haben die Majestät Gottes angegriffen und darüber gespottet, es wird Ihnen einst schwer werden, vor dem lebendigen Gott zu stehen und zu sehen, daß Er der Richter der Lebendigen und der Todten ist, wenn Sie sehen müssen, daß Er nicht geistesschwach ist, sondern daß Er Augen hat, wie Feuerflammen und alle Gedanken unsres Herzens kennt!“ Ich sprach hierauf noch mehreres über das Wort Gottes. Da verstummten meine Reisegefährten, der HErr hatte sie seines Wortes Kraft empfinden lassen. Während ich immer erwartet hatte, man werde mich zum Wagen hinauswerfen, schwiegen sie alle still und ich sah es ihnen an, daß sie sich ihrer gottlosen Reden schämten und in ihrem Innern Unruhe und Höllenqual empfanden.
Herzändernde Kraft des Bibelwortes.
Ein merkwürdiges Beispiel von der Kraft des Bibelwortes ist Franziscus Junius, gestorben als Professor der Theologie zu Leiden 1602. Als selbiger in Lion die Rechte studirte, und hier Cicero's Bücher von der Natur der Götter las und zugleich daraus Epicur's Einwürfe gegen die Möglichkeit einer göttlichen Vorsehung kennen lernte, auch in dieser Zeit mit einem gewissen lüderlichen Atheisten bekannt und bald vertraut wurde, drang endlich das Gift des baarsten Atheismus auch in sein Herz. Mit tiefer Betrübniß gewahrte Junius' Vater des Sohnes klägliche Veränderung. Alle Vorstellungen, welche dieser dem Tiefgesunkenen machte, waren vergeblich; er schien dem Gerichte der Verstockung verfallen und unrettbar verloren zu sein. Der Vater unterließ nicht, dennoch Gott um die Rettung der verirrten Seele seines Sohnes anzurufen, und als derselbe eines Tages abwesend war, legte er das Neue Testament, welches der Unglückliche schon längere Zeit nicht wieder in seine Hände genommen, heimlich ihm auf seinen Schreibtisch. Was hierauf geschehen, erzählt letzterer selbst mit folgenden Worten: „Als ich wieder nach Hause kam, und unschlüßig war, was ich vornehmen oder mit was für einer Lektüre ich mich beschäftigen sollte, sehe ich auf meinem Schreibtisch das Neue Testament vor mir liegen. Ich schlage dasselbe auf und gerathe auf das erste Capitel des Evangeliums Johannis. Ich lese, und bin kaum bis auf die Hälfte des Capitels gekommen, als ich unter dem Lesen dergestalt gerührt und bewegt werde, daß ich gar bald die an mein Herz dringende göttliche Kraft des Wortes empfinde, und erkenne, wie weit hier die majestätische Einfalt der Rede selbst den höchsten Grad menschlicher Beredtsamkeit übersteige. Mein ganzer Leib zitterte, mein Gemüth war tief erschüttert, und den ganzen Tag war ich so eingenommen und betreten, daß ich nicht wußte, wie mir geschah. — Du erbarmtest dich meiner, o mein Gott, und führtest mich verlorenes Schaaf zu deiner Heerde wieder zurück! — Von dieser Zeit an, da mich Gott durch seines Geistes Kraft so mächtig ergriffen, fing ich an, alle anderen Dinge mit weniger Geschmack und Fleiß zu lesen und zu treiben, diejenigen hingegen, die mehr die Gottesfurcht zu ihrem nächsten Zweck haben, mit angestrengterem Eifer und Fleiß zu erwägen und mich darin zu üben. Und wie freudig bewegt wurde nicht das Herz meines zärtlichen Vaters, als er diesen meinen geänderten Trieb und meine neue Gesinnung merkte! Seine Freude über meine Wiederkehr zu der Furcht des HErrn war eben so groß, als seine Betrübniß über meinen Unglauben und meine Abweichung von dem rechten Wege gewesen war“. (Vita Franciski Junii ab ipso scripta. Lugd. Bat. 1595.)
Kirchliche Nachricht.
Nachdem der Heir Pastor Reißner, früher in Perryville, von der Evangel.-Luther. Gemeinde in Staunton, Macoupin Co., Ill., von Herrn
English translation AI translation
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men the only saving Church, and the Old Lutheran preachers assert the same; — the former assert that the word of a man is of equal authority in matters of faith with God's Word, and the latter do likewise; — the former believe that men can forgive sins and shut heaven and hell, the latter believe it also; — the former teach that auricular confession is necessary, the latter also; — the former teach that the sacraments save, provided one remain in the Church, the latter teach likewise; — the former think that making the sign of the cross contains a miraculous power, and that the burning of candles is an essential part of divine service, and the latter think so also, etc." He says of the preachers of our communion, "that they introduce auricular confession here and assert that they can, in the place of the eternal Judge, pronounce blessed or condemned; . . . . they assert in sermons and writings that Luther's word is as infallible and unerring as the unchangeable Word of the eternal God, but in deed and application they place Luther's words even above God's Word; further, they are not ashamed to teach: that their constitution, which they call the only genuine Lutheran one, is 'the only saving Church.'"
In the "Lutheraner" it has already been shown often and most clearly that we teach neither in a papistical nor in a Methodistical manner concerning the Church, the holy Sacraments, Absolution, the ceremonies, etc., but that we have on these matters the pure doctrine which results of itself from God's Word. Every reader who loves the truth will acknowledge with us that the above accusations and slanders are altogether pure inventions. Accordingly we hereby declare Mr. Ahrens an infamous liar and slanderer, and will not withdraw this declaration until he acknowledges his base lies and begs our pardon.
But ye, dear evangelical Lutheran fellow-believers, beware of the Methodistical enthusiasts and false teachers. "By their fruits ye shall know them," our dear Lord JESUS commands us, Matt. 7, 16, and their fruits are manifest, namely lying, slander and blasphemy. With the Word of God they cannot refute our doctrine, that they know, for our doctrine is founded on God's Word; therefore they now combat us with the weapons of lying; for lying is the proper spirit of Methodism.
Hermann Fick.
The Power of Candid Testimony.
From the "Pilger aus Sachsen."
To a pious countryman in Baden the following history happened, which he himself communicated in a Christian people's paper published at Karlsruhe, and which on the one hand bears witness to the great blindness of the people and to the estrangement from God that is now everywhere to be found, but on the other hand also to the power of the Word of God, and how God blesses it when one is not ashamed to confess His Word freely before the world. This worthy countryman relates as follows:
Toward the end of the year 1848 I journeyed from my place to Pforzheim. Since I could not make my journey on foot on account of baggage, I resolved to go by an omnibus. On getting into it I at once heard from the passengers political conversations, especially to the effect that it was time to drive away all princes and kings from the throne. These speakers were townsmen, and they lamented that the country people were not yet sufficiently enlightened. This conversation lasted about an hour; at last one of these gentlemen said: "One will surely come at last who will help;" another said: "Many would have to come, one could not help." Then I said: "Yes indeed, gentlemen, One can help, if the people turn to Him." Upon this one of the gentlemen remarked: "You surely mean Him above us." I said: "Yes indeed, Him I mean." Then he said, without letting me speak further: "If He could help us, He would have helped long ago; I say, said he: Whoever relies on Him is forsaken; our Lord God is an old man and feeble-minded, He can do nothing more, His power is long since antiquated." A Württemberg lady sat also in the carriage; she said: "Do you know what they say in Stuttgart? Our Lord God is just also a gentleman, therefore He helps the gentlemen also, and the peasants He does not help."—Now it had come to the utmost with me; I stood up and said with a strong voice: "It is now in the last time!" Without letting me speak further, one said: "Whether I believe also in a last time; that would be our last time, when we die." I said: "Let me have the word, I say it is in the last time, and for this reason, because the Holy Scripture says: 'In the last time there shall come scoffers!' You, sir, said I, are one of them, you are a scoffer and a blasphemer, and this lady also; you say: God is antiquated and feeble-minded; this lady said: He is a gentleman, and therefore He helps the gentlemen; you both have attacked the majesty of God and mocked at it; it will one day be hard for you to stand before the living God and to see that He is the Judge of the quick and the dead, when you must see that He is not feeble-minded, but that He has eyes like flames of fire and knows all the thoughts of our heart!" I then said still more about the Word of God. Thereupon my fellow-travellers became silent; the LORD had let them feel the power of His Word. Whereas I had always expected that they would throw me out of the carriage, they all kept silent, and I saw by them that they were ashamed of their godless talk, and felt in their inmost souls unrest and torment of hell.
Heart-changing Power of the Word of the Bible.
A remarkable example of the power of the Bible's Word is Franciscus Junius, who died as professor of theology at Leyden in 1602. When he was studying law at Lyons, and here read Cicero's books on the Nature of the Gods, and at the same time learned from them Epicurus's objections against the possibility of a divine providence, and also at this time became acquainted and soon intimate with a certain dissolute atheist, the poison of the most downright atheism at last penetrated also into his heart. With deep affliction Junius's father perceived his son's pitiable change. All the remonstrances which he made to the deeply fallen one were in vain; he seemed to have fallen under the judgment of hardening, and to be irretrievably lost. The father did not fail nevertheless to call upon God for the rescue of his son's wandering soul, and when the latter was one day absent, he secretly laid the New Testament, which the unhappy man had not taken into his hands again for some time, on his writing-desk. What happened thereupon the latter himself relates in the following words: "When I came home again, and was undecided what to undertake or with what reading to occupy myself, I saw the New Testament lying before me on my writing-desk. I opened it and happened upon the first chapter of the Gospel of John. I read, and had scarcely come to the half of the chapter when, in reading, I was so touched and moved that I very soon felt the divine power of the Word penetrating my heart, and perceived how far the majestic simplicity of the discourse itself surpasses the highest degree of human eloquence. My whole body trembled, my mind was deeply shaken, and the whole day I was so taken up and bewildered that I did not know what was happening to me. — Thou hadst mercy upon me, O my God, and didst lead me, a lost sheep, back again to Thy fold! — From this time on, since God had so mightily seized me by the power of His Spirit, I began to read and to pursue all other things with less taste and diligence, but those which have godliness more as their immediate aim, to ponder with more strenuous zeal and diligence and to exercise myself in them. And how joyfully was the heart of my tender father moved when he perceived this changed bent of mine and my new disposition! His joy at my return to the fear of the LORD was just as great as his affliction at my unbelief and my departure from the right way had been." (Vita Franciski Junii ab ipso scripta. Lugd. Bat. 1595.)
Church Notice.
Whereas the Rev. Pastor Reißner, formerly at Perryville, by the Evangelical Lutheran congregation at Staunton, Macoupin Co., Ill., by Mr.