Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 15 › Seite 119
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-03-16, Seite 119
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nen: so läßt ihnen der ganze englische Schulunterricht nur sehr wenig dauernde Früchte zurück. Dies hat uns zu der Einsicht gebracht, daß es viel fruchtbarer wäre, diese Kinder, deren meist heidnische Eltern es doch noch lange nicht zu einer völligen Durchbildung in der Schule werden kommen lassen, zunächst ihre eigene Sprache lesen zu lehren. Freilich müßte dazu ein indianisches Buchstabier-Büchlein bearbeitet und gedruckt werden. Das Alphabet und die ganze Buchstabierweise müßte darin nicht englisch, sondern lateinisch (deutsch) sein, weil sich erstere für unsere Indianische Sprache durchaus nicht eignet. Die Beweise würden auch hier zu weit vom Berichte abführen, aber sie liegen auf der Hand für jeden, der von der Ind. Sprache Kenntniß hat. Wir haben auch bereits Versuche gemacht, indem wir kleine Worte auf die Tafel schrieben, die Buchstaben lateinisch benannten, und dann die Kinder buchstabiren ließen. Sie faßten das mit Leichtigkeit, und es machte ihnen Freude das buchstabirte Wort zu verstehen; während es freilich ermüdend sein muß, immerfort zu buchstabiren ꝛc. zumal so unnatürlich, als die englische Orthographie ist, ohne etwas davon zu verstehen. Eingehender will ich auf der Conferenz zu Frankenhilf mich mündlich darüber aussprechen. Und sollte, wie ich hoffe, dieser Vorschlag die Billigung der verehrlichen Commission erhalten und bald ausgeführt werden, so hoffe ich viel davon für Jung und Alt in Bethanien und Shiboyang.
Gewiß werden Sie, ehrwürdige Brüder, zugleich mit mir die Gnade Gottes preisen, wenn ich Ihnen nun noch mittheile, daß auch in letztverflossener Zeit wiederum einige Seelen, 15 an der Zahl der Kirche Gottes einverleibt wurden: 10 davon sind Kindlein (drei christl. und sieben heidnischer Eltern) und fünf sind Erwachsene, oder doch solche, die vorher unterrichtet werden konnten. *) Und unter denen ist uns zu besonderer Freude die Wittwe des verstorbenen Häuptlings Bemassike geworden. Vor nicht langer Zeit brachte sie uns ihr jüngstes Kindlein zur Taufe, das nach ihres Mannes Tode geboren war, und an dem sie mit ganzer Seele hing. Das Kindlein war schon krank, und starb am zweiten Tage nach der Taufe. Unser Schrecken war groß; denn wir mußten befürchten, sie werde in ihrer heidnischen Blindheit und Aberglauben meinen, das Kind sei in Folge der Taufe gestorben. Und wirklich trat ihr der Versucher damit nahe, und zwar in der Person eines Methodistenweibes. — Aber der gnädige Gott hat unser armes Flehen erhört, ja Er hat über Bitten und Verstehen gethan. Anfangs zwar war der Schmerz der gebeugten Mutter so groß, daß sie Tage lang ohne Nahrung blieb, und sich zu Tode hungern wollte. Aber Gott wußte ihr Herz zu wenden, so daß sie anfing im Worte Gottes Trost zu suchen, und demzufolge regelmäßig zur Kirche zu kommen, was sie sonst nie gethan hatte. Kurz vor Weihnachten erklärte sie dann ihren Entschluß, Christin zu werden; „aber“, sagte sie, „erst nach den Feiertagen, denn sonst könnte es heißen, ich würde des Geschenkes wegen Christin.“ — (Wir haben nämlich auch in diesem Jahre sämmtlichen von uns getauften Indianern eine kleine Christfreude und Bescherung bereitet, wozu wir einige Sachen aus Deutschland bekamen; ihre Zahl belief sich diesmal auf vierzig Personen. Am Sonntage nach Weihnachten ist sie denn auch zu unsrer und ihrer Kinder Freude, die Alle Christen sind, getauft und Salome genannt worden. Gott aber segne und erhalte sie in Seiner Gnade und mache sie gleich der Hanna von Jerusalem, die Gott so treulich diente Tag und Nacht, und so selig vom Heilande zu reden wußte. — Auch der älteste Sohn und Nachfolger des Häuptlings Bemassike, den die Methodisten, wie er selber sagt, betrogen, und in völliger Besoffenheit getauft haben, hat am Tage der Taufe seiner (Stief) Mutter, der Salome, erklärt, daß er mit den Methodisten bereits gebrochen habe und fernerhin uns angehören wolle, Auch hat er den Gottesdienst seit einigen Wochen regelmäßig besucht, was er sonst nicht that, und die Einladung zum Methodisten-Meeting bestimmt abgelehnt. Gott welle auch ihn in seinem Entschluße stärken und seine Erkenntniß mehren. — Unsere alte hundertjährige Sarah, von der mein letzter Bericht meldete, lebt auch noch, und ist immer noch hungrig nach der reinen Milch des Evangeliums; wie sehr auch sie zu Zeiten von den unverschämten Methodisten belästigt wurde. Gott schenke ihr reichlich den Eingang in seine ewige Ruhe und Freude. Amen.
*) Funfzehn seit meinem letzten Bericht; siebzehn im ganzen jüngstverflossenen Jahre. Einige und Vierzig ist nun die Seelenzahl des gesammelten Gemeindleins. Zwei Paare wurden christlich getraut; zwei Kindlein innerhalb der Gemeinde geboren (die ersten), zwei starben und wurden christlich beerdigt. Auch Heiden starben zwei und wurden heidnisch bestattet.
Endlich habe ich Ihnen noch die frohe Kunde zu bringen, daß Herr Missionar Mießler, dessen Absendung Ihnen bereits von Leipzig aus gemeldet wurde, am 8. November glücklich hier eingetroffen ist. Der barmherzige Gott gebe nun Seinen Segen reichlich zu unserm vereinten Wirken, und stärke uns auch namentlich zur baldigen und völligen Erlernung der so unnahbaren Sprache, was wir ernstlich begehren.
Aus dem Allen werden Sie, theure Brüder, ersehen haben, daß unser Gott Sein Gnadenantlitz immer noch über Bethanien leuchten läßt. Darum wollen denn auch Sie nicht ermüden. mit uns Ihn für Alle Gnade zu preisen, mit uns Ihn auch ferner anzuflehen, daß Er fort und fort sich zu dem Werke, das wir in Seinem Namen führen, bekennen wolle, daß er je mehr und mehr auch aus diesem Volke um Sein Wort, um Sein Kreuz sammle, die Gesammelten aber mit starken Armen bei Sich erhalte, bis Er selber, der Erzhirte, erscheinen wird, um aller Verführung und aller Sünde ein Ende zu machen. „Ja, komm HErr Jesu!“ Amen.
In herzlicher Liebe und mit dem Gruße des Friedens
der Ihrige
Baierlein.
Etat.
Die Bedürfnisse der Station hoffe ich in diesem Halbjahr mit $75,00. bestreiten zu können.
Des Dollmetschers Gehalt beträgt wie bekannt 60,00
Meine persönlichen und häuslichen Bedürfnisse werden ohngefähr 100,00. betragen.
Zuletzt möchte ich die Verehrliche Comission bitten, dem Manne, der Herrn Eisfeldt's Stelle bisher vertreten hat, für die letztvergangenen fünf Monate 30,00. auszuzahlen.
Summa $265,00,
An eine ungläubige Seele.
Du sagst, „daß Du nach Wissen im Koth der Erde wühlest,“
Worin Du, wie es scheinet, Dich recht behaglich fühlest;
Und „daß die Gottesahnung Dir immer mehr entschwindet,“
Die doch bei allen Völkern zu aller Zeit sich findet;
Es ist Dein Vergnügen, die Bibel zu verhöhnen,
Und Gott den HErrn zu lästern, den Ursprung alles Schönen: —
Das alles ist natürlich; Du bist ja schon verthieret,
Hast alles abgestreifet, was sonst die Menschen zieret;
Hast die Vernunft ertödtet, verstocket Dein Gewissen:
So hast Du alle Bande der Menschlichkeit zerrissen,
Und in Dir ausgelöschet den heil'gen Gottesfunken.
Nun bist Du, arme Seele, zum Vieh herabgesunken,
Und dienst dem Teufel treulich, der völl'g Dich besessen;
Von dessen Lügenkothe mit Wollust Du gegessen.
Woran die Teufel selber noch ein Ekel haben:
Am Koth der Gottesläugnung willst Du Dich nur erlaben.
In diesem Kothe wühlst Du mit rechter Herzensfreude,
Und preisest ihn den Deutschen als wahre Seelenweide.
Doch wird einst dein Gewissen, daß Du zwar jetzt erschlagen,
Erwachen und Dir selber die ganze Wahrheit sagen:
„Verfluchter Gottesläugner, Du hast Dich selbst belogen,
Muthwillig Dich und Andre um's ewige Heil betrogen!“
Du weißt ja selbst am Besten, daß alles ist erdichtet,
Was gegen Gott und Bibel Du jemals hast gerichtet.
D'rum werde wieder Mensch doch und sei forthin vernünftig,
Und höre auf zu lästern und beß're Dich inskünftig.
Wo stehts geschrieben?
Der Kirchenvater Hieronymus schreibt: „Was sein Ansehen nicht aus der Schrift hat, wird mit derselben Leichtigkeit verworfen, mit welcher es bewiesen wird.“ (Quod de scripturis sacris non habet auctoritatem, eadem facilitate contemnitur, qua comprobatur.) Hieraus können die Papisten ersehen, wie fest nach ihres eigenen Kirchenvaters Ausspruch Vieles steht, was sie festhalten; denn sie gestehen selbst zu, daß Vieles, was zu ihrem Glauben gehört, nicht aus der Schrift, sondern aus der Tradition bewiesen werden könne. Ja, da die Papisten behaupten, daß die heilige Schrift Niemand auslegen könne, als die Kirche, was bei ihnen so viel heißt, als: der Papst und etwa die Bischöfe dazu: so gründet unter den Papisten nach ihrem eigenen Geständniß eigentlich nur der Papst und die Bischöfe ihren Glauben auf die Schrift, die anderen glauben nur an Papst und Bischöfe. Da aber bekanntlich auch diese ihren Glauben nicht aus der Schrift nehmen, so nimmt ihn in der papistischen Secte eigentlich Niemand aus der Schrift. Wir Lutheraner glauben allerdings auch, daß Niemand als die Kirche die
English translation AI translation
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guage: the whole English school instruction leaves them very few lasting fruits. This has brought us to the insight that it would be much more fruitful first to teach these children, whose mostly heathen parents will in any case be a long way from allowing them a full education in the school, to read their own language. To be sure, an Indian spelling-book would have to be prepared and printed for this. The alphabet and the whole method of spelling would have to be, not English, but Latin (German), because the former is quite unsuited to our Indian language. The proofs would lead too far from the report here, but they are plain to anyone who has a knowledge of the Indian language. We have also already made trials, in that we wrote little words on the board, named the letters in the Latin way, and then had the children spell. They grasped it with ease, and it gave them pleasure to understand the word spelled; whereas it must indeed be wearisome to spell continually, etc., especially so unnaturally as English orthography is, without understanding anything of it. I intend to express myself more fully on this orally at the conference at Frankenhilf. And should this proposal, as I hope, receive the approval of the honorable Commission and be carried out soon, I hope for much from it for young and old in Bethany and Sheboygan.
Surely you, reverend brethren, will praise the grace of God together with me when I now further inform you that also in the time last past several souls, 15 in number, were incorporated into the Church of God: 10 of them are little children (three of Christian and seven of heathen parents) and five are adults, or at least such as could be instructed beforehand. *) And among these there has come to us, to our special joy, the widow of the deceased chief Bemassike. Not long ago she brought us her youngest little child to baptism, which was born after her husband's death, and to which she clung with her whole soul. The little child was already ill, and died on the second day after the baptism. Our fright was great; for we had to fear that she would imagine, in her heathen blindness and superstition, that the child had died in consequence of the baptism. And in truth the Tempter drew near to her with this, namely in the person of a Methodist woman. — But the gracious God has heard our poor supplication; yea, He has done above all that we ask or think. At first, indeed, the grief of the bowed mother was so great that she remained for days without food and wanted to starve herself to death. But God knew how to turn her heart, so that she began to seek comfort in the Word of God, and accordingly to come regularly to church, which she had never done before. Shortly before Christmas she then declared her resolve to become a Christian; "but," she said, "only after the holidays, for otherwise it might be said that I became a Christian for the sake of the gift." — (We have, namely, this year also prepared for all the Indians baptized by us a little Christmas joy and distribution of gifts, for which we received some things from Germany; their number amounted this time to forty persons. On the Sunday after Christmas she was then also baptized, to our joy and that of her children, who are all Christians, and named Salome. God bless and preserve her in His grace and make her like Hannah of Jerusalem, who served God so faithfully day and night, and knew so blessedly how to speak of the Saviour. — Also the eldest son and successor of the chief Bemassike, whom the Methodists, as he himself says, deceived and baptized in complete drunkenness, declared on the day of the baptism of his (step-)mother, Salome, that he had already broken with the Methodists and would henceforth belong to us. He has also attended the divine service regularly for some weeks, which he formerly did not do, and has decidedly declined the invitation to the Methodist meeting. May God strengthen him also in his resolve and increase his knowledge. — Our old hundred-year-old Sarah, of whom my last report told, is still living, and is still hungry for the pure milk of the Gospel, however much she too was at times molested by the impudent Methodists. May God grant her abundantly an entrance into His eternal rest and joy. Amen.
*) Fifteen since my last report; seventeen in the whole of the year just past. Forty-odd is now the number of souls of the little congregation gathered. Two couples were married in Christian fashion; two little children were born within the congregation (the first), two died and were buried as Christians. Of the heathen also two died and were buried in heathen fashion.
Finally I have still to bring you the glad tidings that Herr Missionary Mießler, whose departure was already reported to you from Leipzig, arrived here happily on the 8th of November. May the merciful God now give His blessing abundantly to our united labors, and strengthen us also especially for the speedy and complete learning of the so inaccessible language, which we earnestly desire.
From all this you, dear brethren, will have seen that our God still lets His countenance of grace shine over Bethany. Therefore do not you also grow weary of praising Him with us for all grace, of further beseeching Him with us that He would continue to acknowledge the work which we carry on in His name, that He would gather more and more also from this people for His Word and His Cross, and keep the gathered with strong arms near Himself, until He Himself, the Chief Shepherd, shall appear, to make an end of all seduction and of all sin. "Even so, come, Lord Jesus!" Amen.
In hearty love and with the greeting of peace
yours,
Baierlein.
Estimate.
The needs of the station I hope to be able to meet this half year with $75,00.
The interpreter's salary amounts, as is known, to 60,00
My personal and domestic needs will amount to about 100,00.
Lastly I would ask the honorable Commission to pay to the man who has hitherto filled Herr Eisfeldt's place, for the last five months, 30,00.
Total $265,00,
To an Unbelieving Soul.
You say "that you wallow for knowledge in the filth of the earth,"
Wherein, as it seems, you feel quite comfortable;
And "that the sense of God is vanishing from you more and more,"
Which yet is found among all peoples at all times;
It is your pleasure to mock the Bible,
And to blaspheme God the LORD, the source of all that is fair: —
All that is natural; you are indeed already brutified,
Have stripped off all that otherwise adorns men;
Have killed reason, hardened your conscience:
Thus you have torn asunder all the bonds of humanity,
And extinguished in yourself the holy spark of God.
Now you are, poor soul, sunk down to the beast,
And serve faithfully the devil, who possesses you wholly;
Of whose lying filth you have eaten with delight.
At which the very devils still have a loathing:
In the filth of the denial of God you want only to refresh yourself.
In this filth you wallow with true joy of heart,
And praise it to the Germans as true pasture for the soul.
Yet one day your conscience, which you have now indeed slain,
Will awake and tell you yourself the whole truth:
"Accursed denier of God, you have lied to yourself,
Wantonly cheated yourself and others of eternal salvation!"
You know indeed yourself best that all is invented
That you ever directed against God and the Bible.
Therefore become a man again and be reasonable henceforth,
And cease to blaspheme and amend yourself hereafter.
Where Is It Written?
The Church Father Jerome writes: "What has not its authority from Scripture is rejected with the same ease with which it is proved." (Quod de scripturis sacris non habet auctoritatem, eadem facilitate contemnitur, qua comprobatur.) From this the Papists can see how firmly, according to the saying of their own Church Father, much stands which they hold fast; for they themselves admit that much that belongs to their faith cannot be proved from Scripture, but from tradition. Yes, since the Papists maintain that no one can interpret Holy Scripture but the Church, which with them means as much as: the Pope and perhaps the bishops besides: so, among the Papists, according to their own admission, really only the Pope and the bishops found their faith upon Scripture; the others believe only in Pope and bishops. But since, as is well known, these also do not take their faith from Scripture, no one in the papistical sect really takes it from Scripture. We Lutherans indeed also believe that no one but the Church the