Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 10 › Seite 74
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-01-03, Seite 74
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription AI-corrected against the scan
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gebet 3 · Taufe 8
74
Urheberin (autrix).“ (Expos. in prov. Sal. c. 9. n. 152.) Aehnlich schreibt Cornelius a Lapide: „Christus hinterließ sein Fleisch in dem hl. Abendmahle, auf Wunsch und vielleicht Bitten der seligen Jungfrau.“ (In Syr. c. 24. v. 19.) Ja, an eben dieser Stelle führt Cornelius weiter aus, daß Maria diese Bitte darum gethan: „Damit auch ihr Fleisch sich mit den Gläubigen vereinigen möge.“ Der erstgenannte Salazar erzählt auch am angezogenen Orte n. 144.: „Unser heiliger Vater Ignatius“ (der Ordensstifter) „dachte, daß Sohn und Mutter Ein Fleisch und Blut wäre, oder daß der Sohn ein Theil von der Mutter sei; daraus schloß er, daß er in dem Abendmahl nicht allein Christi, sondern auch Mariens Fleisch und Blut, oder gewiß ein großes Theil von Maria zu sich nehme. Denn wenn Mutter und Sohn Eines Fleisches und Blutes sind, so folgt nothwendig, wer des Sohnes Fleisch und Blut genießet, der genießt auch der Mutter Fleisch. Ueber welche Gedanken denn das Gemüth des heiligen Ignatius eine unglaubliche Wollust (!) empfand.“ — Man sieht wohl, der Jesuitenglaube wird im heiligen Abendmahle nicht sowohl durch den Glauben, darin Christi, des Gottmenschen, Leib und Blut zu genießen, gestärkt, als vielmehr durch die wahnsinnige Vorstellung, da mit dem Leib und Blut der heiligen Jungfrau gespeist und getränkt zu werden. Der gute Zweck, den Mariencultus zu heben, heiligt bei ihnen auch das Mittel, daß man nicht eigentlich Christum den Stifter und die Gabe des hl. Sacramentes sein läßt, sondern Maria!
Vasquez: „Wenn ein Kind, welches getauft werden soll, mit dem Tode ringt und man es auf keine andere Art taufen kann, als daß man es in einen Brunnen wirft und ersäuft, so ists billig, daß man es in den Brunnen hinunterwerfe, mit der Absicht, es zu taufen.“ (Tom. II. in 3. part. Thom. disp. 145. c 3.) In demselben Sinne spricht sich Escobar aus und setzt noch hinzu: „Vollzieht man nicht die Taufe wirklich, wenn man theils in der Absicht zu taufen, theils in der zu tödten, ein Kind mit siedendem Wasser begießt? Wer will das leugnen, da ja die Tödtung nimmermehr ein Hinderniß der Abwaschung ist?“ (Universae th. mor. lib. II. sect. 2. probl. 19.)
Joh. de Alloza, aus Lima in Peru, gest. 1666, schreibt, „Im Nothfall ist die Taufe mit einer zweifelhaften Materie zu ertheilen, dergleichen Rosenwasser, Urin, Schweiß ist.“ (Flores summar. seu alphabetum morale p. 30.)
Gregorius de Valentia, oder Papst Clemens der VIII. Doctor Doctorum (Lehrer über alle Lehrer) genannt, gest. 1603, schreibt: „Jeder ist verpflichtet das zu glauben, wovon das Gegentheil in der That wahr ist, wenn ei- eine Synode festsetzte, daß es zum Glauben gehöre.“ (Tom. 3. disp 1. q. 2. p. 5.)
Cornelius a Lapide schreibt zu den Worten Pauli: „Es ist besser freien, denn Brunst leiden,“ Folgendes: „Für die, die das Gelübde der Keuschheit“ (so nennt er das Gelübde, nicht zu heirathen) „abgelegt haben, sowohl Männer, als Weiber, ist es besser, daß sie in ihren Begierden verbrennen und in Hurerei leben, als daß sie wieder heirathen.“ (Ad 1 Cor. c. 7. v. 9.) Das spätere eigen ersonnene Gelübde geht also über das in der Taufe abgelegte Gelübde. Lieber soll man wider Gottes Gebot Hurerei treiben, als wider des Papstes Verbot und das demselben geleistete Versprechen in den von Gott gegen Hurerei und alles unreine Wesen eingesetzten heiligen Ehestand treten! Wer erkennt hier nicht in den Jesuiten die echten Kammerdiener der babylonischen Hure?
Edmund Campianus aus London wurde zwar 1581 wegen seiner Jesuitischen Umtriebe enthauptet, wie wenig aber davon Ursache Ueberzeugungstreue gewesen sei, erhellt aus einem Briefe, den er an den Ordensgeneral geschrieben hat und der zu Trier 1583 durch den Druck veröffentlicht worden ist; darin heißt es nehmlich: „Der Zustand der Catholiken in England ist sehr beschwerlich, nichts ist den Gemüthern freigelassen, nichts unangetastet, nicht die Rede, nicht die Religion, man muß mit Anderen reden und durch einen Eid bekräftigen, was die Anderen bekräftigen, wenn man auch im Herzen weit anders denkt, selbst wenn man im Gewissen das gerade Gegentheil fühlt“. [A. a. O. p 86.] Armer Mensch! Erst sieht er sich gezwungen, um der Verfolgung zu entgehen, wider sein Gewissen zu handeln und endlich verläßt ihn selbst sein letzter Trost! Lüge, Heuchelei, Meineid. Der Jesuit Paul. Bombini hat des unseligen Menschen Leben und Tod als eine Märtyrergeschichte beschrieben!
Steph. Bauni, vielleicht der unverschämteste und unflätigste Moralist unter den Jesuiten, ein Franzos, gest. 1649, schreibt: „Es ist erlaubt, die Gelegenheit zu etwas zu suchen, was vorerst und an sich Sünde ist, wenn es um eines geistlichen oder leiblichen Nutzens willen, sei es um eines eigenen oder fremden, geschieht.“ (Tractat. de poenitentia q. 4. p. 94.) Wenn damit der Grundsatz, daß der gute Zweck das böse Mittel heilige, nicht ausgesprochen ist, dann wissen wir in der That nicht, wie er deutlicher ausgesprochen werden könne.
Mart. Cresser, gest. zu Brügge in Westflandern (Niederlanden) 1635, schreibt: „Niemand kann ohne eine besondere Offenbarung mit Glaubensgewißheit gewiß sein, ob er ein gutes Gewissen habe, ob er jetzt in der Gnade stehe, geschweige ob er werde selig werden. Dies ist die Meinung aller Katholischen.“ (Lib. 2. de conscientia c. 13. p. m. 140.) — Gewiß ein schauerliches Bekenntniß, das in den Abgrund eines jesuitischen Herzens schauen läßt. Bei ihrer schändlichen Moral ist es auch freilich nicht möglich, daß sie je ein gutes, der göttlichen Gnade und des göttlichen Wohlgefallens versichertes, heiteres Gewissen haben; aber ist's nicht erschrecklich, daß sie es selbst als einen Glaubensartikel in die Welt hinaus schreiben, sie könnten ohne eine außerordentliche Offenbarung nie wissen, ob sie ein gutes Gewissen haben? O ihr Lutheraner! preiset, preiset Gott, daß ihr ein Evangelium habt, das eure Gewissen reinigt von den todten Werken und euch jenen kindlichen Geist gibt, der da rufet: „Abba, lieber Vater!“ Hebr. 9, 14. Röm. 8, 15. Während ein Jesuit selbst bekennen muß, er gehöre zu denen, von welchen unter anderem geweissagt ist, daß sie Brandmaal in ihrem Gewissen haben.“ 1 Tim. 4, 1—3.
J. Pet. Maffejus, gest. 1603 zu Tivoli, schreibt in seiner Biographie des Stifters des Jesuitenordens, Ignatius von Lojola von demselben Folgendes: „Ignaz besaß eine wunderbare Listigkeit, die Sterblichen zu locken und von der Sclaverei des Satans zum Gehorsam Christi herüberzuführen, und dieselben Künste, deren sich der böse Geist zum Verderben der Seelen bedient, wendete er, soweit es erlaubt, und recht sein mochte, (?) zum Heil und zur Wohlfahrt der Menschen an. Die Neigungen und Gemüthsarten derjenigen, mit denen er verhandelte, spürte er auf eine feine Weise aus, stellte den Ehrsüchtigen Glänzendes, den Geizigen Nutzenbringendes, den Wollüstigen Angenehmes vor und fing so einen jeden, wie man sagt, mit seiner eigenen Angel u. Lockspeise.“ (Vit. Ignatii lib. 3. c. 11.) — Diese Bemerkung eines treuen Jesuiten von seinem Ordensstifter schließt das Geheimniß auf, wie doch die Jesuiten so frech haben sein können, ihre über alle Maaßen lockere Moral sogar in die Oeffentlichkeit hinauszuschreiben. Dieses sollte die Lockspeise sein, durch welche man auch die lasterhaftesten Menschen für den Orden gewinnen wollte. Man war also von dem Ordensstifter selbst gelehrt, daß, wenn man den guten Zweck habe, jemanden zur wahren Religion (nämlich zum Pabstthum) zu gewinnen oder dabei zu erhalten, auch das schlechteste Mittel, nämlich die Anstachelung des Stolzes bei dem einen, die Nährung des Geizes bei dem anderen, die Nachsicht gegen die Wollust bei einem dritten ꝛc., gebraucht werden könne, ja durch jenen guten Zweck geheiligt werde. Es ist freilich erschrecklich, daß sich solche Menschen die „Societas Jesu“ (Gesellschaft Jesu) nannten. Sie hätten sich vielmehr „Societas Satanae“ (die Gesellschaft des Satans) nennen sollen. Denn während Jesus, um die Menschen zu gewinnen und zu bekehren, ihren natürlichen sündlichen Neigungen entgegentritt und Buße für dieselben fordert, so ist es eben der Satan, welcher bei diesen sündlichen Neigungen anknüpft und dieselben dazu gebraucht, die Menschen für seine Teufelsreligion zu gewinnen. Mit Recht hat man daher im vorigen Jahrhundert anstatt Jesuiter—Jesuwider gesagt.—
Hiernach und nach allem, was wir bisjetzt von den Jesuiten mitgetheilt haben, mag nun der Leser urtheilen, was von den hiesigen s. g. catholischen Zeitungsschreibern, insonderheit was von Herrn Oertel zu halten ist, der in seiner „catholischen Kirchenzeitung“ vom 7. April vorigen Jahres schreibt: „Auch laß ich mich mit Freuden einen „„Handlanger,““ einen „„ganz untergeordneten““ Handlanger der Jesuiten nennen.“ —Fürwahr, deutlicher hätte dieser arme Mensch nicht bekennen können, wie tief er, nachdem er die Wahrheit verließ, gesunken ist!
English translation AI translation
74
the author (autrix)." (Expos. in prov. Sal. c. 9. n. 152.) Similarly writes Cornelius a Lapide: "Christ left his flesh in the Holy Supper, at the wish and perhaps the prayers of the blessed Virgin." (In Syr. c. 24. v. 19.) Yes, in this very passage Cornelius goes on to explain that Mary made this request for this reason: "That her flesh also might be united with the believers." The aforementioned Salazar likewise relates in the cited place, n. 144: "Our holy Father Ignatius" (the founder of the Order) "thought that Son and Mother were one flesh and blood, or that the Son was a part of the Mother; from this he concluded that in the Supper he receives not only Christ's but also Mary's flesh and blood, or at least a great part of Mary. For if Mother and Son are of one flesh and blood, it follows necessarily that whoever partakes of the Son's flesh and blood partakes also of the Mother's flesh. Over which thoughts the mind of the holy Ignatius felt an incredible voluptuousness (!)." — One sees well that the Jesuit faith in the Holy Supper is strengthened not so much by the faith that therein one enjoys the body and blood of Christ, the God-man, as rather by the insane imagination of being fed and given to drink with the body and blood of the holy Virgin. The good end, to promote the cult of Mary, sanctifies with them also the means, that one does not properly let Christ be the Founder and the Gift of the holy Sacrament, but Mary!
Vasquez: "If a child which is to be baptized is struggling with death and cannot be baptized in any other manner than by throwing it into a well and drowning it, then it is fitting that one should throw it down into the well with the intention of baptizing it." (Tom. II. in 3. part. Thom. disp. 145. c 3.) In the same sense Escobar expresses himself and adds: "Does one not truly perform baptism if one pours boiling water upon a child, partly with the intention of baptizing, partly with that of killing? Who will deny this, since the killing is surely never a hindrance to the washing?" (Universae th. mor. lib. II. sect. 2. probl. 19.)
Joh. de Alloza, of Lima in Peru, died 1666, writes: "In case of necessity baptism is to be administered with doubtful matter, such as rose-water, urine, sweat." (Flores summar. seu alphabetum morale p. 30.)
Gregorius de Valentia, or Pope Clement VIII, called Doctor Doctorum (teacher above all teachers), died 1603, writes: "Everyone is bound to believe that, the opposite of which is in fact true, if a synod decreed that it belongs to the faith." (Tom. 3. disp 1. q. 2. p. 5.)
Cornelius a Lapide writes on the words of Paul: "It is better to marry than to burn," the following: "For those who have taken the vow of chastity" (so he calls the vow not to marry), "both men and women, it is better that they burn in their desires and live in whoredom than that they marry again." (Ad 1 Cor. c. 7. v. 9.) The later self-devised vow thus goes beyond the vow made in baptism. One should rather commit whoredom against God's commandment than against the Pope's prohibition and the promise made to him, and enter into the holy estate of matrimony, instituted by God against whoredom and all uncleanness! Who does not here recognize in the Jesuits the true chamberlains of the Babylonian Whore?
Edmund Campianus of London was indeed beheaded in 1581 on account of his Jesuitical intrigues, but how little conviction was the cause of it appears from a letter which he wrote to the General of the Order and which was published in print at Trier in 1583; therein he says: "The condition of the Catholics in England is very grievous, nothing is left free to the minds, nothing untouched, neither speech nor religion; one must speak with others and confirm by an oath what the others confirm, even if one thinks quite differently in the heart, even if one feels in conscience the very opposite." [Loc. cit. p 86.] Poor man! First he sees himself compelled, in order to escape persecution, to act against his conscience, and finally even his last comfort forsakes him! Lying, hypocrisy, perjury. The Jesuit Paul Bombini has described the life and death of the unhappy man as a history of martyrs!
Steph. Bauni, perhaps the most shameless and filthiest moralist among the Jesuits, a Frenchman, died 1649, writes: "It is permitted to seek the occasion for something which is first of all and in itself sin, if it is done for the sake of a spiritual or bodily benefit, whether one's own or another's." (Tractat. de poenitentia q. 4. p. 94.) If the principle that the good end sanctifies the evil means is not thereby stated, then we in fact do not know how it could be stated more plainly.
Mart. Cresser, died at Bruges in West Flanders (the Netherlands) in 1635, writes: "No one can be certain with certainty of faith, without a special revelation, whether he has a good conscience, whether he now stands in grace, to say nothing of whether he will be saved. This is the opinion of all Catholics." (Lib. 2. de conscientia c. 13. p. m. 140.) — Surely a dreadful confession, which lets one look into the abyss of a Jesuitical heart. With their shameful morality it is indeed not possible for them ever to have a good conscience, assured of divine grace and divine good pleasure, and cheerful; but is it not terrible that they themselves write into the world as an article of faith that they could not know without an extraordinary revelation whether they have a good conscience? O you Lutherans! praise, praise God that you have a Gospel which purges your consciences from dead works and gives you that childlike spirit which cries: "Abba, Father!" Heb. 9, 14. Rom. 8, 15. While a Jesuit himself must confess that he belongs to those of whom it is prophesied among other things that they have a brand mark in their conscience." 1 Tim. 4, 1—3.
J. Pet. Maffejus, died 1603 at Tivoli, writes in his biography of the founder of the Jesuit Order, Ignatius of Lojola, concerning him as follows: "Ignatius possessed a wonderful craftiness for enticing mortals and leading them over from the slavery of Satan to obedience to Christ, and the same arts which the evil spirit employs for the ruin of souls he applied, as far as it was allowed and might be right, (?) to the salvation and welfare of men. The inclinations and dispositions of those with whom he dealt he sought out in a subtle manner, presented to the ambitious something splendid, to the covetous something profitable, to the voluptuous something agreeable, and so caught everyone, as one says, with his own hook and bait." (Vit. Ignatii lib. 3. c. 11.) — This remark of a faithful Jesuit about his Order's founder unlocks the secret how the Jesuits could be so bold as to write their exceedingly lax morality out into the public. This was to be the bait by which the most vicious men too were to be won for the Order. One was thus taught by the founder of the Order himself that if one has the good end of winning someone to the true religion (namely, to Popery) or of keeping him in it, even the worst means, namely the instigation of pride in the one, the nourishing of avarice in another, indulgence toward voluptuousness in a third, etc., may be used, yea, is sanctified by that good end. It is indeed dreadful that such men called themselves the "Societas Jesu" (Society of Jesus). They should rather have called themselves "Societas Satanae" (the Society of Satan). For while Jesus, in order to win and convert men, opposes their natural sinful inclinations and demands repentance for them, it is precisely Satan who takes hold of these sinful inclinations and uses them to win men for his devil's religion. With right one said in the last century, instead of Jesuiter—Jesuwider.—
After this and after all that we have so far communicated about the Jesuits, let the reader now judge what is to be thought of the local so-called Catholic newspaper writers, especially of Mr. Oertel, who in his "Catholic Church Gazette" of April 7 of last year writes: "I also gladly let myself be called a ""henchman,"" a ""wholly subordinate"" henchman of the Jesuits." —Truly, this poor man could not have confessed more plainly how deeply he has sunk since he forsook the truth!