Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 17 › Seite 132

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-04-11, Seite 132

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3 · Ztaatsſchule 4

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erkennten, was Gott seit wenigen Jahren an ihnen durch die Predigt des Evangeliums gethan habe, wie alle die alten heidnischen Zustände durch Kraft des heil. Geistes überwunden seien und ein liebliches Glaubensleben unter ihnen angefangen habe. Dabei lenkte er dann auf die letzten traurigen Monate ein, da er gehindert gewesen sei, sie in den reicheren Verstand der Schrift einzuführen, weil er der Hilfe eines treuen Dollmetschers habe entbehren müssen. Die beiden letzten Dollmetscher, welche im Dienste der hiesigen Mission gestanden, hätten sich leider als unredlich und untauglich erwiesen und nachdem sie dieserhalb entlassen worden seien, habe kein Ersatz für sie ausfindig gemacht werden können. Da sei es denn hohe Zeit, zu berathen, wie der erwähnten Noth möge abgeholfen werden; es sei namentlich dies auch der Zweck weshalb die Abgeordneten der Kirche, zu der wir alle gehörten, jetzt hier seien, zuzusehen, wie die Gemeinde in Shebahyonk am Besten berathen werden könne.

Darauf nahm der Unterzeichnete das Wort und sprach die unmaßgebliche Ueberzeugung der Synode aus, wonach jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, daß die beiden indianischen Missionsgemeinden Shebahyonk und Bethanien vereinigt werden dürften. Obwohl die Bewohner einer jeden ihre Eigenthümlichkeit habe und die Entfernung zwischen beiden mehr als 100 Meilen betrage, so verbinde sie doch derselbe einige Glaube und wenn derselbe sich in beiden durch die Liebe bethätige, so werde auch jede gern bereit sein, der andern mitzutheilen, was sie Gutes habe, sie werde gern gemeinsam mit der andern der Wohlthaten der Gemeinschaft genießen, ja um dieser Gemeinschaft willen auch freudig ein Opfer bringen. Es sei nicht mehr möglich, daß der Gemeinde zu Shebahyonk die volle Predigt des Evangeliums anders zu Theil werde, als wenn sie sich mit den Brüdern zu Bethanien zu einem gemeinschaftlichen Wohnplatze vereinige. Auch seien die Ausgaben für die Unterhaltung einer Missionsstation so hoch, daß wenn man ihrer zwei zusammen legen könne, es heilige Pflicht sei, dies ins Werk zu setzen, um durch solche Ersparung in den Stand gesetzt zu werden, auch andern Heiden die Wohlthaten der Predigt des Wortes vom Kreuze zu Theil werden zu lassen. In Bezug auf die äußern Schwierigkeiten, die dabei sich entgegen stellten, habe Gott schon für deren Ueberwindung gesorgt, indem die Gemeinschaft der Brüder auf ihrer letzten Versammlung zu Cleveland beschlossen habe, den rothen Brüdern behilflich zu sein, daß eine jede luth. Familie in Shebahyonk und Bethanien mit etwa 40 Acker Landes ausgestattet werde. Es sei dieser Beschluß um so nothwendiger gewesen, da es nach des Miss. Auchs Aussage bekannt sei, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die Indianer nicht mehr in den organisirten Staaten dulden wolle, ausgenommen wenn sie durch Landbesitz und Ackerbau ein Recht gewönnen, die Duldung und den Schutz des betreffenden Staates zu beanspruchen. Wir sähen die Zeit mit schnellen Schritten herannahen, wo unsre theuern Brüder fürchten müßten, mit den übrigen besitzlosen Indianern über die Grenze des Landes hinausgewiesen zu werden, und aller jetzt erlangten Wohlthaten verlustig zu gehen, um im Kriege mit ihren Nachbarn oder durch sonstiges Elend der Reise, oder eines fremden Landes aufgerieben zu werden. Das habe denn unsre Gemeinschaft zu dem Plane bewogen, durch Erwerbung von hinreichendem Landbesitz für eine jede christliche Familie in Shebahyonk und Bethanien vorzubeugen, daß Niemand der Unsern von der Härte der Ausweisung betroffen werde. — Die Erwerbung eines größeren Strich Landes könne am leichtesten an Einem Orte geschehen und mache also das Zusammenwohnen der rothen Brüder an Einem Orte höchst wünschenswerth. — Auch möchten dieselben nicht unbeachtet lassen, daß mehrere ihrer jungen Männer um Frauen in Verlegenheit seien. In Shebahyonk gäbe es zur Zeit keine Jungfrauen und wenn die Jünglinge dennoch Frauen verlangten, so müßten sie in große Versuchung gerathen, andersgläubige Weiber aus der Nähe zu nehmen (etwa aus dem 40 Meilen entfernten Methodistendorf Kawkawling.) Wie gefährlich das aber für das Bestehen der ganzen Gemeinde sei, das könne Jeder leicht ermessen. In Bethanien dagegen sei durch die dortigen aufwachsenden und schon erwachsenen Mädchen dem Bedürfnisse von Frauen bald abgeholfen. — Wenn wir nun alles Vorerwähnte zusammennähmen, (so schlossen wir) so scheine es uns Gottes Wille zu sein, daß die beiden Indianerdörfer zusammen gelegt werden und beide durch Einigkeit zu einer starken Gemeinde zusammenwachsen möchten. Doch werde die Sache einer weiteren Berathung unterliegen müssen, besonders in Bezug auf das „Wie“ der Vereinigung. Wir möchten daher jetzt die Stimme und den Rath der rothen Brüder selber hören.

Es erhob sich jetzt der Bruder des Häuptlings Meganigischick (der letztere selbst war sehr krank gewesen, und zwar mit anwesend, aber noch schwach) und bekannte seine Dankbarkeit gegen Gott, der dieses Haus (wir waren in der Kirche) und die Gemeinde so gesegnet habe, daß darinnen das Evangelium seit mehreren Jahren zu seinem und zu seiner Brüder Heil gepredigt werde. So schön und hell, wie der heitere Sonnenblick jetzo in diesen Ort hineinscheine und die Herzen erfreue, so heiter und klar sei es jetzt in seinem Herzen geworden; und das sei seine Freude, um derer willen er nun schon seit Jahren dem HErrn täglich und innig danke. Dieser Leib und dieses Leben sei vergänglich und der Tod erwarte uns alle, darum es unzweifelhaft sei, daß um des Wortes Gottes willen alles Andre, was sich auf dieses Leben beziehe, zurück zu setzen sei; die Sorge für die unsterbliche Seele sei das Allerwichtigste im Leben. Ihm selbst sei es der theuerste Wunsch, im Worte Gottes zu verbleiben; ohne dasselbe könne er nicht mehr sein. Die Elendigkeit der früheren Dollmetscher hätte er und seine Brüder selbst schmerzlich empfunden und sie sähen ein, daß sie nicht länger ohne die reichere Auslegung des Wortes Gottes bleiben dürften. Er sei bereit, Alles zu thun, damit dem jetzigen Mangel abgeholfen und sie mit den Bethaniern vereinigt würden. Doch wünsche er die andern Brüder auch reden zu lassen, was ihres Herzens Meinung sei. — Als er so in einer edlen Sprache (besser als ichs wieder geben kann) und vom heiligsten Ernste in tiefstem Herzen ergriffen, geredet, war es ersichtlich, daß die Versammlung sehr bewegt und nicht fähig war, sofort die Frage zur Entscheidung zu bringen. Man wünschte zuvörderst daheim mit den Frauen und andern Familiengliedern zu reden und die Sache mit ihnen gemüthlich zu besprechen. Es wurde daher die Versammlung für jetzt geschlossen und vorgeschlagen, daß man am selbigen Nachmittage zum zweiten Male zusammen kommen wolle. Dieser Vorschlag ward angenommen.

Ehe wir noch unser Mittagsmahl beendet hatten, wurden wir gemahnt, zur Versammlung zurück zu kehren, da die Indianer wünschten, den heute zum Fischfang besonders günstigen Tag noch nach beendigter Versammlung auszunutzen. Als wir nun alsbald in ihrer Mitte erschienen, so war die erste Frage von Seiten der Indianer, wann wir denn glaubten, daß die Vereinigung geschehen müsse. Wir antworteten daß gerade diese Frage von uns gemeinschaftlich zu berathen sei. Nun trat ein Augenblick der Stille ein; dann theilten die Indianischen Brüder uns Folgendes mit: Bei der Besprechung mit ihren Weibern hätten sie erkannt, daß es nothwendig sei, die beiden Stationen zu vereinigen; doch lebe bei ihnen allen die fröhliche Hoffnung, daß ihre Brüder in Bethanien zu ihnen ziehen würden und nicht umgekehrt sie zu den Bethaniern. Sie könnten mehrere Gründe anführen, die es wünschenswerth machten, daß Shebahyonk zum gemeinsamen Wohn und Ansiedlungsplatz erwählt werde. Zum Ersten sei es ungegründet, wenn man glaube, daß um Shebahyonk kein gutes Waizenland sei; zum 2. seien die Küsten der Saginaw-Bay, an der sie wohnten, so reich an Erwerbsquellen, daß sie fürchten müßten, in Bezug aufs Leibliche einen schlimmen Tausch zu machen, falls sie nach Bethanien wanderten. Die Bay biete ihnen nicht allein den Vortheil der ausgezeichnetsten Fischerei im Sommer und Winter dar, sondern da sie noch auf viele Meilen keine Nachbarn hätten, so sei auch die Jagd bei ihnen viel ergiebiger, als in Bethanien, da dieser Ort mitten im Walde liege, wo die Jankees nachgerade mit Ansiedlungen und Bauen von Sägemühlen das Land einzunehmen Miene machten. (Es wird wirklich schon gegenwärtig 2 Meilen oberhalb Bethanien eine Sägemühle gebaut und wird viel Land in der Umgegend von den Besitzern und ihren Werkleuten aufgekauft,) Die Leichtigkeit des Verkehrs durch Boote und Canoes von Birkenrinde auf der Bay sei den Bewohnern von Shebahyonk viel werth, und mache ihnen alle Lebensbedürfnisse weit billiger, als in Bethanien, wohin man einen weiten Waldweg zu den nächsten Handelsplätzen habe oder mit vieler Mühe den schnellfließenden Pine-River herauf-

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recognized what God had done for them within a few years through the preaching of the Gospel, how all the old heathen conditions had been overcome by the power of the Holy Spirit and a lovely life of faith had begun among them. Thereupon he turned to the last sad months, in which he had been hindered from introducing them into the richer understanding of the Scripture, because he had had to do without the help of a faithful interpreter. The two last interpreters who had been in the service of the mission here had proved, alas, dishonest and unfit, and after they had been dismissed on that account, no substitute for them could be found. It was therefore high time to deliberate how the said distress might be remedied; it was also expressly the purpose for which the delegates of the Church, to which we all belonged, were now here, to see how the congregation at Shebahyonk might best be advised.

Thereupon the undersigned took the word and expressed the humble conviction of the Synod, according to which the time had now come when the two Indian mission congregations Shebahyonk and Bethany might be united. Although the inhabitants of each have their peculiarity, and the distance between the two amounts to more than 100 miles, yet the same one faith binds them, and if this shows itself active in both through love, each will also be ready to impart to the other what good it has; it will gladly enjoy in common with the other the benefits of fellowship, yes, for the sake of this fellowship will gladly bring a sacrifice. It was no longer possible for the congregation at Shebahyonk to receive the full preaching of the Gospel otherwise than by uniting with the brethren at Bethany in a common dwelling place. Also the expenses for the maintenance of a mission station were so high that if one could put two together, it was a sacred duty to carry this out, in order, by such saving, to be put in a position to let other heathen also share in the benefits of the preaching of the Word of the cross. As to the external difficulties which stood in the way, God had already provided for their overcoming, in that the fellowship of the Brethren, at its last convention at Cleveland, had resolved to be helpful to the red brethren, so that each Lutheran family in Shebahyonk and Bethany might be furnished with about 40 acres of land. This resolution had been the more necessary since it was known, according to Missionary Auch's statement, that the government of the United States would no longer tolerate the Indians in the organized States, except when through land ownership and agriculture they acquired a right to claim the toleration and protection of the State concerned. We saw the time approaching with swift steps when our dear brethren would have to fear being expelled with the other landless Indians beyond the border of the country, and losing all the benefits now obtained, to be worn out in war with their neighbors, or by other misery of the journey, or of a strange land. That, then, had moved our fellowship to the plan of forestalling, by acquisition of sufficient land for each Christian family in Shebahyonk and Bethany, that any of our people should be struck by the hardship of expulsion. — The acquisition of a larger tract of land could be effected most easily in one place, and thus made the living together of the red brethren in one place most desirable. — They should also not leave unnoticed that several of their young men were in difficulty about wives. In Shebahyonk there were at present no maidens, and if the young men nevertheless desired wives, they would fall into great temptation to take women of another faith from the neighborhood (perhaps from the Methodist village of Kawkawling, 40 miles distant). How dangerous that would be for the continuance of the whole congregation, anyone could easily judge. In Bethany, on the contrary, through the growing and already grown girls there, the need of wives would soon be remedied. — If we now took together all that had been mentioned, (so we concluded) it seemed to us to be God's will that the two Indian villages be put together and both, through unity, grow together into one strong congregation. Yet the matter would have to be subject to further deliberation, especially as to the "how" of the union. We therefore wished now to hear the voice and counsel of the red brethren themselves.

There now rose the brother of the chief Meganigischick (the latter himself had been very ill, and was indeed present, but still weak) and acknowledged his gratitude to God, who had so blessed this house (we were in the church) and the congregation that therein the Gospel had been preached for several years to his own and his brethren's salvation. As beautiful and bright as the cheerful sunshine now shone into this place and gladdened the hearts, so cheerful and clear it had now become in his heart; and that was his joy, for the sake of which he had now for years thanked the Lord daily and fervently. This body and this life were perishable and death awaited us all, wherefore it was beyond doubt that for the sake of God's Word everything else that relates to this life must be set aside; care for the immortal soul was the most important thing in life. To himself it was the dearest wish to abide in the Word of God; without it he could be no more. The wretchedness of the former interpreters he and his brethren had themselves painfully felt, and they saw that they could no longer remain without the richer exposition of the Word of God. He was ready to do everything so that the present want might be remedied and they be united with the Bethanians. Yet he wished to let the other brethren also speak what the opinion of their heart was. — When he had thus spoken in a noble language (better than I can render it) and seized by the holiest earnestness in the deepest heart, it was evident that the assembly was greatly moved and not able to bring the question to decision at once. They wished first to speak at home with the women and other members of their families and to discuss the matter with them in a friendly way. The assembly was therefore closed for the present and it was proposed that they meet a second time the same afternoon. This proposal was accepted.

Before we had yet finished our midday meal, we were summoned to return to the assembly, since the Indians wished to make use of the day, especially favorable for fishing, after the close of the meeting. When we thereupon appeared at once in their midst, the first question on the part of the Indians was when we then thought the union should take place. We answered that precisely this question was to be deliberated by us in common. Now a moment of silence ensued; then the Indian brethren communicated the following to us: In their conference with their wives they had perceived that it was necessary to unite the two stations; yet there lived among them all the cheerful hope that their brethren at Bethany would move to them, and not they, conversely, to the Bethanians. They could adduce several reasons which made it desirable that Shebahyonk be chosen as the common dwelling and settlement place. First, it was unfounded to believe that there was no good wheat land about Shebahyonk; secondly, the shores of Saginaw Bay, on which they dwelt, were so rich in means of livelihood that they must fear making a bad exchange in respect to temporal things if they moved to Bethany. The Bay offered them not only the advantage of the most excellent fishery in summer and winter, but since they had no neighbors for many miles, the hunting also was far more productive with them than at Bethany, since that place lay in the midst of the forest, where the Yankees were by degrees making a show of taking possession of the land with settlements and the building of sawmills. (A sawmill is in fact already being built at present 2 miles above Bethany, and much land in the neighborhood is being bought up by the owners and their workmen.) The ease of traffic by boats and canoes of birch bark on the Bay was worth much to the inhabitants of Shebahyonk, and made all necessaries of life far cheaper for them than at Bethany, whither one had a long forest road to the nearest trading places or with much toil had to go up the swift-flowing Pine River