Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 23 › Seite 183
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-07-03, Seite 183
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kirchlichen Behörde nichts fruchteten: sagte ein sehr großer Theil der Gemeinde sich los vom bisherigen kirchlichen Gemeindeverband und wurde unterm 11. December 1849 auch wirklich als „neue evangelische Gemeinde“ von der Fürstlichen Lippischen Regierung anerkannt sammt dem Pastor, welchen sie sich gewählt. So bauten sie sich nun zwei Kirchen, die eine massiv, gründeten zwei Schulen, kauften ein Pfarrhaus, führten eine Kirchenordnung ein, ließen für sich ein Gesangbuch drucken. Da wurde jüngst ihr Pastor nach Berlin berufen, und als er dahin abgegangen und die Gemeinde einen Vikar sich gewählt, untersagte die Regierung den Gottesdienst und die Verwaltung der Sakramente unter dem Vorgeben, als habe blos der abgegangene Pastor die Fürstliche Concession gehabt, nicht aber die Gemeinde, und die Fürstliche Regierung verlangt, die Gemeinde soll zurückkehren in den vorigen Gemeindeverband, in welchem jener ungläubige Prediger das Amt verwaltet. Man weiß nicht, über was man sich mehr wundern soll, ob über jenes grundlose, gleich auf den ersten Blick als völlig grundlos sich darstellende Vorgeben der Regierung, als habe die Concession nur dem Pastor gegolten, oder darüber, daß eine Regierung noch immer Lust haben kann, die Gewissen ihrer Unterthanen zu bedrängen und in das Heiligthum des Glaubens und Bekenntnisses einzugreifen. In Baden will die Regierung die lutherische Gemeinde concessioniren, aber den Pastor Eichhorn nicht; im Lippischen will die Regierung den Pastor Stephann concessionirt haben, aber die Gemeinde nicht. Nun, es muß ja die Tyrannei noch höher steigen, bis man endlich lernen wird den Unterschied der geistlichen und weltlichen Gewalt, und daß man die zwei Regimente, das geistliche und weltliche, nicht in einander mengen und werfen soll, aus welchem unordentlichen Gemenge große Kriege, Aufruhr und Empörung erfolgt sind. Die Gewalt der Kirche giebt ewige Güter und wird allein durch das Predigtamt geübt und getrieben, so hindert sie die Polizei und das weltliche Regiment nichts überall. Denn das weltliche Regiment geht mit viel andern Sachen um als das Evangelium, es schützet nicht die Seelen, sondern Leib und Gut wider äußerliche Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Strafen. Das geistliche Amt ist: nach göttlichen Rechten das Evangelium predigen, Sünde vergeben, Lehre urtheilen und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen und die Gottlosen, deren gottloses Wesen offenbar ist, aus christlicher Gemeine ausschließen ohne menschliche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort — wie der letzte Artikel der Augsburgischen Confession lehrt.
(Pilger a. Sachsen.)
Kirchliche Nachricht.
Nachdem Herr Pastor Friedrich Jacob Theodor Jungck, bisheriger Hülfs-Prediger in den Gemeinden des Hrn. Past. A. Lehmann von einer derselben, nämlich der Gemeinde Eisleben berufen worden war, so ist derselbe am 1. Sonnt. nach Trinitatis inmitten seiner Gemeinde unter Assistenz des Br. Lehmann der kirchlichen Ordnung gemäß von mir in sein Amt eingewiesen worden. Der allmächtige Herr, der zur Rechten des Vaters sitzt und seine Kirche regiert und erhält, wolle die Arbeit dieses seines Dieners segnen zum Heil vieler Seelen!
Am nämlichen Tage wurde auch der Grundstein zu der ersten evang. lutherischen Kirche in Cape Girardeau gelegt. Je wichtiger diese Stadt wegen ihrer vortheilhaften Lage am Mississippi und ihrer volkreichen und fruchtbaren Umgebung zu werden beginnt, desto wichtiger ist es, daß auch hier unser gutes Bekenntniß eine Stätte findet. Es ist aber in der That ein Glaubenswerk, was hier unternommen wird. Ein ganz kleines Häuflein von sieben Familienhäusern, um ihres Glaubens willen verachtet und angefeindet, noch dazu meistens unbemittelt, hat sich zu einem Bau entschlossen, der nach menschlicher Rechnung ihre Kräfte bei weitem übersteigt. Vor der Welt müssen sie darum Thoren und Narren heißen. Die Feinde des Wortes Gottes sähen lieber, wenn ihr Vornehmen zu Schanden würde. Allein wenn diese unsre theuren Brüder fest stehen in dem Glaubens-Gebet Davids Ps. 25: „Mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich“, so wird sich auch an ihnen und ihren Feinden bewähren, was im folgenden 3. V. geschrieben steht: „Denn keiner wird zu Schanden, der deiner harret, aber zu Schanden müssen sie werden, die losen Verächter.“
Herr Past. Lehmann vollzog die Feierlichkeit mit einer angemessenen, glaubensstärkenden Ansprache an die anwesenden Gemeindeglieder über 1 Cor. 3, 11 ff., und der Unterzeichnete sprach zum Schluß ein Gebet. Gott wolle das Vornehmen dieser unsrer Glaubensbrüder segnen zur Ausbreitung seines Reichs und Förderung des rechtgläubigen Bekenntnisses, ihren Glaubensmuth stärken und erhalten, ihnen Mittel und Wege zeigen, und ihnen unter ihren lutherischen Brüdern im Lande umher theilnehmende Herzen erwecken zur gläubigen Fürbitte und milder Handreichung.
G. A. Schieferdecker.
Christus hat niemanden getödtet, sondern Er ist getödtet worden; Er hat niemanden einen Backenstreich gegeben, sondern einen solchen erduldet. Darum, wer getödtet wird, ahmt Christum nach, wer da tödtet, dem Antichrist nach.
(Augustinus.)
Die deutsche evang. luth. Central-Bibel-Gesellschaft für Wisconsin, Michigan und Canada in Detroit, Mich.,
macht hierdurch bekannt, daß sie von der bei B. G. Teubner in Leipzig gedruckten, von Dr. Wilhelm Hopf revidirten „ächten Lutherbibel“ einen Vorrath erhalten hat und zu folgenden Preisen verkauft:
Petit-Bibeln, Druckpapier, Einband in Leder ....... $—62
Corpus-Bibeln, „ „ „ „ ....... 85
Corpus-Bibeln Velinpapier in gepreßten Leder-Decken, mit Goldschnitt und Rückenvergoldung in Futteral 2,00
Corpus-Bibeln in Chagrin-Leder mit Goldschnitt, eleganter Vergoldung auf Decken und Rücken mit Futteral ....... $2,50
Corpus-Bibeln in Chagrin-Leder, Prachtband mit Goldschnitt und reicher Vergoldung in Futteral ....... 3,00
Neues Testament, Petit Ausgabe, Einband in Leder ,40
„ „ Corpus Ausgabe, „ „ „ „ ,50
Neues Testament, Prachtausgabe mit den Psalmen und 9 Stahlstichen 2,50
Nonparcille-Bibel, Taschenformat 1,25
Alle Bestellungen beliebe man unter folgender Addresse zu machen:
Mr. F. Jasmund,
Care of Rev. H. Fick,
Detroit, Mich.
Für das Privatschullehrer-Seminar
sind vom Oktober 1854 bis Juni 1855 an Beiträgen eingegangen:
Von F. L. zu Milwaukee $—50
„ Hrn. Carl Eißfeldt daselbst 2,00
„ der Gemeinde zum Kripplein Christi, Town IX, Wisconsin 3,50
„ der oberen Immanuelsgemeinde, Town XII. 5,50
„ der unteren Immanuelsgemeinde ebendaselbst 1,69
„ der Immanuelsgemeinde bei Watertown 2,16
„ Pastor Geyer 1,00
„ den P. P. Fürbringer, Fleischmann und Lochner, Ersparniß auf einer Reise 3,27
„ Frau Büstrin zu Milwaukee 50
„ der Dreieinigkeitsgemeinde daselbst 17,03
„ Frau Eilers 3,00
„ einigen übergetretenen Gliedern aus der vormaligen Romanowskyschen Gem. zu Milwaukee 3,54
„ der Gemeinde Past. Pankows zu Therese 4,67
„ der Gemeinde desselben bei Watertown 5,93
Dankopfer von Frau B. zu M. 10,00
Durch Pastor Fürbringer von Gemeindegliedern zu Kirchhayn 3,09
Von Herrn D. K. zu Milwaukee 25,00
Ueberschuß vom Verkauf einiger Bücher 54
Von F. L. zu Milwaukee 20
„ P. Günther 1,00
Summa: $94,12
Verausgabt davon sind: 56,31
Bleibt in Cassa: $37,81
Gottes reichen Segen allen milden Händen!
F. Lochner.
Quittungen und Dank.
Mit herzlichem Dank gegen Gott und die milden Geber bescheinigt hiermit Unterzeichneter $5,00 vom Jünglingsverein zu Cincinnati und $1,00 von Herrn Beck ebendaselbst empfangen zu haben
G. W. Weiler.
Concordia-College, den 9. Juni 1855.
Herzlich dankend quittirt erhalten zu haben: vom Altenburg-Frohnaer Jünglingsverein $10,00 und vom Buffaloer Jünglingsverein $6,00 der Unterzeichnete
J. P. Beyer.
Concordia-College, den 18. Juni 1855.
Mit innigem Danke bescheinigt Unterzeichneter von dem Jünglingsverein der Gemeinde zu Altenburg Herry Co., Mo. $10,00 empfangen zu haben, welche Gaben der Liebe der barmherzige Gott an den milden Gebern hier zeitlich, einst aber ewig segnen wolle.
G. Gruber.
Concordia-College, den 27. Juni 1855.
Herzlich dankend bescheinigen wir hiermit $3,00 auf der Hochzeit des Herrn J. G. Hildner in Frankenmuth gesammelt, desgleichen $2,00 von Hrn. Schroll daselbst erhalten zu haben. Gott wolle es den milden Gebern reichlich vergelten.
J. G. Nüchterlein.
G. Bernthal.
Fort-Wayne, den 1. Juni, 1855.
English translation AI translation
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ecclesiastical authority availed nothing: a very large part of the congregation declared itself free from the hitherto existing ecclesiastical parish union, and on the 11th of December 1849 was in fact recognized as a "new evangelical congregation" by the Princely Lippe government, together with the pastor whom it had chosen. So they built themselves two churches, one of them massive, founded two schools, bought a parsonage, introduced a church order, and had a hymnbook printed for themselves. Then lately their pastor was called to Berlin, and when he had gone thither and the congregation had chosen a vicar, the government forbade public worship and the administration of the sacraments, under the pretext that only the departed pastor had had the princely concession, but not the congregation, and the princely government demands that the congregation shall return to the former parish union, in which that unbelieving preacher administers the office. One does not know what to wonder at more, whether at that baseless pretext of the government, appearing wholly baseless at first glance, as though the concession had been valid only for the pastor, or at this, that a government can still have a mind to oppress the consciences of its subjects and to interfere in the sanctuary of faith and confession. In Baden the government is willing to license the Lutheran congregation, but not Pastor Eichhorn; in the Lippe country the government is willing to have Pastor Stephann licensed, but not the congregation. Well, tyranny must indeed rise still higher, until men at last learn the distinction between the spiritual and the worldly power, and that the two regiments, the spiritual and the worldly, are not to be mixed and thrown together, out of which disorderly mixture great wars, insurrection and rebellion have come. The power of the church gives eternal goods and is exercised and carried on solely through the preaching office; so it hinders the police and the worldly government in nothing at all. For the worldly government has to do with many other matters than the Gospel; it protects not the souls, but body and goods against outward force with the sword and bodily punishments. The spiritual office is: according to divine right to preach the Gospel, forgive sins, judge doctrine and reject the doctrine that is contrary to the Gospel, and to exclude from the Christian congregation the ungodly, whose ungodly conduct is manifest, without human force, but solely by God's Word — as the last article of the Augsburg Confession teaches.
(Pilger a. Sachsen.)
Church News
Whereas Pastor Friedrich Jacob Theodor Jungck, hitherto assistant preacher in the congregations of Pastor A. Lehmann, had been called by one of them, namely the congregation at Eisleben, he was on the first Sunday after Trinity, in the midst of his congregation, with the assistance of Brother Lehmann, installed by me in his office according to the church order. May the almighty Lord, who sitteth at the right hand of the Father and governs and preserves His church, bless the labor of this His servant to the salvation of many souls!
On the same day the cornerstone was also laid for the first Evangelical Lutheran church in Cape Girardeau. The more important this city begins to become on account of its advantageous situation on the Mississippi and its populous and fruitful surroundings, the more important it is that our good confession also find a place here. It is, however, in truth a work of faith that is here being undertaken. A very small little flock of seven families, despised and hated for the sake of their faith, and moreover for the most part without means, has resolved upon a building which according to human reckoning far exceeds their strength. Before the world they must therefore be called fools and simpletons. The enemies of God's Word would rather see their undertaking put to shame. But if these our dear brethren stand fast in the prayer of faith of David, Ps. 25: "My God, I hope in thee, let me not be ashamed, that mine enemies triumph not over me", then will be proved true also in them and their enemies what is written in the following 3rd verse: "Yea, let none that wait on thee be ashamed, but let them be ashamed which transgress without cause."
Pastor Lehmann performed the solemnity with a fitting, faith-strengthening address to the congregation members present, on 1 Cor. 3:11 ff., and the undersigned spoke a prayer at the close. May God bless the undertaking of these our brethren in the faith to the spreading of His kingdom and the furtherance of the orthodox confession, strengthen and preserve their courage of faith, show them ways and means, and raise up for them among their Lutheran brethren in the land round about sympathizing hearts for believing intercession and kindly helping hand.
G. A. Schieferdecker.
Christ has killed no one, but He has been killed; He has given no one a blow on the cheek, but has endured such. Therefore, whoever is killed imitates Christ, whoever kills, imitates Antichrist.
(Augustine.)
The German Evangelical Lutheran Central Bible Society for Wisconsin, Michigan and Canada in Detroit, Mich.,
hereby makes known that it has received a supply of the "genuine Luther Bible," printed by B. G. Teubner in Leipzig and revised by Dr. Wilhelm Hopf, and sells it at the following prices:
Petit Bibles, print paper, leather binding ....... $—62
Corpus Bibles, ditto ....... 85
Corpus Bibles, vellum paper, in embossed leather covers, with gilt edges and gilt back, in case 2,00
Corpus Bibles in morocco leather with gilt edges, elegant gilding on covers and back, with case ....... $2,50
Corpus Bibles in morocco leather, deluxe binding with gilt edges and rich gilding, in case ....... 3,00
New Testament, Petit edition, leather binding ,40
ditto, Corpus edition, ditto ,50
New Testament, deluxe edition with the Psalms and 9 steel engravings 2,50
Nonpareil Bible, pocket size 1,25
All orders please to be sent to the following address:
Mr. F. Jasmund,
Care of Rev. H. Fick,
Detroit, Mich.
For the Private School Teachers' Seminary
there have been received in contributions from October 1854 to June 1855:
From F. L. at Milwaukee $—50
" Mr. Carl Eißfeldt of the same place 2,00
" the congregation of the Manger of Christ, Town IX, Wisconsin 3,50
" the upper Immanuel congregation, Town XII. 5,50
" the lower Immanuel congregation of the same place 1,69
" the Immanuel congregation near Watertown 2,16
" Pastor Geyer 1,00
" Pastors Fürbringer, Fleischmann and Lochner, savings on a journey 3,27
" Mrs. Büstrin at Milwaukee 50
" the Trinity congregation of the same place 17,03
" Mrs. Eilers 3,00
" some members who have come over from the former Romanowsky congregation at Milwaukee 3,54
" the congregation of Pastor Pankow at Therese 4,67
" the congregation of the same near Watertown 5,93
Thank-offering from Mrs. B. at M. 10,00
Through Pastor Fürbringer from congregation members at Kirchhayn 3,09
From Mr. D. K. at Milwaukee 25,00
Surplus from the sale of some books 54
From F. L. at Milwaukee 20
" P. Günther 1,00
Total: $94,12
Expended thereof: 56,31
Remains in the treasury: $37,81
God's rich blessing upon all gracious hands!
F. Lochner.
Receipts and Thanks
With hearty thanks toward God and the gracious givers, the undersigned hereby certifies the receipt of $5,00 from the Young Men's Society at Cincinnati and $1,00 from Mr. Beck of the same place
G. W. Weiler.
Concordia College, the 9th of June 1855.
Gratefully acknowledging receipt: from the Altenburg-Frohna Young Men's Society $10,00 and from the Buffalo Young Men's Society $6,00, the undersigned
J. P. Beyer.
Concordia College, the 18th of June 1855.
With heartfelt thanks the undersigned certifies the receipt of $10,00 from the Young Men's Society of the congregation at Altenburg Herry Co., Mo., which gifts of love the merciful God may bless to the gracious givers here in time, but hereafter eternally.
G. Gruber.
Concordia College, the 27th of June 1855.
Gratefully we hereby certify the receipt of $3,00 collected at the wedding of Mr. J. G. Hildner in Frankenmuth, likewise $2,00 from Mr. Schroll of the same place. May God richly repay it to the gracious givers.
J. G. Nüchterlein.
G. Bernthal.
Fort Wayne, the 1st of June, 1855.