Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 12, Nummer 5 › Seite 33
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. Oktober 1855, Seite 33
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Ztaatsſchule 4
Herausgegeben von der
„Gottes WMort und Tuthers Xehr' vergehet nun und mimmermehr. —
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Deutschen Ev. Luther. Synode von Missouri, Ohio und
Redigirt von C. F. W. Walther.
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andern Staaten.
—
Jahrg. 12.
St. Louis, Mo., den 23. Oktober 1855.
No. 5.
„Bedingungen: Der Lutheran er erscheint alle zwei Wochen einmal für den jähr⸗
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unter der Addresse: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.,
(Eingesandt von Past. Röbbelen.)
Die Offenbarung St. Johannis.
Das fünfzehnte und sechszehnte
Capitel.
„Darnach im 15. und 16. Capitel kommen die
seben Engel mit den sieben Schalen, da nimmt
das Evangelium zu Vnd stürmt das Papstthum
an allen Enden durch viel gelehhrte fromme Yre⸗
»diger, und wird des Thiers Stuhl, des Papsts
Gewalt finster, unselig und veracht. Aber sie
verden alle zornig und wehren sich getrost. Denn
es gehen drei Frösche, drei unsaubere Geister aus
des Thiers Maul, reizen damit die Könige und
Fürsten wider das Evangelium. Aber es hilft
nicht, ihr Streit geschieht doch zu Harmageddon.
Die Frösche sind die Sophisten, als Faber, Eck,
Emser ꝛc. Die viel gecken wider das Evange⸗
lium, und schaffen doch nichts und bleiben
R hrösche.“
Wie das 12. Capitel uns wieder von vorn er⸗
zählte, was im 11. schon in größeren Umrissen vor
unsere Angen getreten war, so wird auch in die⸗
sen beiden Capiteln der Inhalt des vorigen wieder
aufgenommen. Während sich der Horizont auf
dem Berge, der uns so eben eine Rundschan ver⸗
gönnte bis an die Grenzen der Ewigkeit erweitert
hat, verengt er sich, da wir ins Thal lenken.
Wir bekommen daher noch einmal nacheinander
ju schauen, was wir oben überblickten.
Der Sturz des antichristischen Papstthums,
den bereits das 14. Cap. dargestellt hat, wird
.nso im Folgenden nur eingehender beschrieben,
gleichwie man Geld erst zaͤhlt, wenn man's em⸗
pfangen hat.
V. 1. ist die Ueberschrift der beiden Capitel,
die schier so lautet wie die welche Paulus Röm. 1.
über das Sündenregister der ganzen Welt setzt,
wenn er schreibt: „Gottes Zorn vom Himmel
wird offenbaret über alles gottlose Wesen und
Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit
Werke gethan, die Cap. 14. V. 15. — 19. an⸗
in Ungerechtihkeit aufhalten.“ Die Siebenzahl
entspricht dem Schluß des Verses: mit denselbi⸗
gen ist vollendet der Zorn Gottes“ und be⸗
stätigt, was schon zu dem vorigen Capitel bemerkt
wurde, daß nach der Kirchenreformation nichts
mehr zu erwarten steht als der jungste Tag.
Woher aber, möchte man fragen kommen dann
doch immer die „sieben Engel,“ wenn kein
Fortschritt der Begebenheiten stattfindet, sondern
nur entfaltet wird, was im vorigen Capitel schon
niedergelegt worden ist, wenn sich nur das Siegel
des Briefes löst, waͤhrend man den Inhalt des⸗
selben bereits aus dem Munde des Boten ver⸗
nommen hat? Werden denn nun auf einmal
aus den dreien sieben? Spielt die Offenbarung
so mit den Zahlen? Antwort: Ja, ein heiliges
Spiel! Alles was von jenen drei Engeln gesagt
wird hat Luther vollbracht und noch dazu die
dern drei Engeln zueignet. Er hat:
1. das ewige Evangelium verkündigt (14,
2. den Sturz des antichristischen Papstthums
*
scheu Hure, vor Ab- und Rückfall gewarnt
(14, 9. 10.),
4. aus den Zeichen der Zeit erkannt, daß nun
das Gericht bevorstehe und Christum darum
angerufen (14, 15).
5. nachdem die unsichtbare Kirche wieder offen⸗
bar geworden war und sich von der Ge⸗
meinschaft mit dem antichristischen Haufen
auch äußerlich losgesagt hatte eine scharfe
Hippe geführt und gegen die Lüge gezeugt
(14, 17.),
6. als ein Fegopfer aller Leute im Geist und
in der Kraft Eliä unerschrocken und mit
Feuereifer den Antichrist verdammt (14,18.).
Auch die Frucht hat er schon gesehen. Denn
was am Schluß des vorigen Capitels gesagt wor⸗
den ist gilt von Luthers Tagen so wohl wie von
spätern Jahrhunderten der lutherischen Kirche.
Man kehrte in Buße zu dem ewigen Anfang des
Evangelii zurück (1000), aber sobald der reine
Quell sich weiter ergoß („Feldweges“), lieh ihm
das erdige Ufer seine Farbe: das Reich, das
nicht von dieser Welt ist schien nur durch „Zaum
und Gebiß“ aufrecht erhalten werden zu können
(bis an die Zäume der Rosse“) und der schmet⸗
ternde Ton der letzten Posaune erstarb in Klagen
über die undankbare Welt, der, wie schon so viel
bundert Mal zuvor die Gnade unsers HErrn
IEsu Christi zu größerem Fluch gereichte, als
wenn Gott nur das Gesetz offenbart hätte (6:
bedeutet dann den Fluch des Gesetzes — hun⸗
dertfach = 600.).
offenbart (14, 8.),
3. treulich vor der Befleckung mit der römi⸗
Und wie nach dieser, so nach der andern Seite
hin. Denn gleichwie die Eine Sonne die Bläue
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