Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 17, Nummer 8 › Seite 63

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 27. November 1860, Seite 63

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gottesdienſt. R · Unzucht · Loge · ö Loge 33 · Prieſtertum 2

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nehmen, mit ernstlichen Besorgnissen entgegen.
Namentlich von Pastor Diedrich auf das heftigste
in der Dorfkirchenzeitung angegriffen, dazu mit
einer Menge Anträgen auf völlige Umgestaltung
bestürmt, schien sie einer Sichtung entgegenzuge⸗
hen und namentlich die Versammlung der Gene⸗
ralsynode fur sie eine verhängnißvolle werden zu
wollen. In einem Privatbriefe wird uns von
dem Ergebniß derselben vorläufig Folgendes ge⸗
meldet: —Die Breslauer Synode ist wider Erwar⸗
ten zur Befriedigung ausgefallen. Diedrich und
die seine Ansicht theilen, bleiben in der Verbin⸗
dung und werden von der Gemeinschaft ungetra-
gen. Man hat sich entschieden gegen den
Chiliasmus erklärt. Das alte Verhältniß zur

Leipziger Mission ist wieder hergestellt.

Etwas über die geheimen Gesellschaften in
den Vereinigten Staaten.

Wie wir lesen, haben die Vereinigten Staaten
ebensoviele Freimaurer als Europa zusam-
men. Die Freimaurerei ist zwar hieher von
England verpflanzt worden, sie begnügt sich aber
hier nicht mit der englischen Eintheilung ihrer
Mitglieder in drei Grade, sondern hält sich an
das französische System mit 33 Graden. Die
Freimaurer sagen selbst, daß sie aus dem graue⸗
sten Alterthum herstammen. Wahrscheinlich sind
diese Maurer die Nachkommen der Maurer, die
den babylonischen Thurmbau aufführen wollten.
1. Mos. 11. Wenigstens gleichen sie ihnen an
Gottlosigkeit, denn sie möchten gern aus allen
Religionen Eine machen und es dahin bringen,
daß jeder glauben köͤnne, was ihm beliebt und daß
dennoch alle sagen: Wir glauben all an Einen
Gott. Was dann freilich ein schöner Gott sein muß.

Außerdem, heißt es in einem Wechselblatt,
gibt es einen sogenannten Druidenbund, der
sehr weit verbreitet ist; in größeren Städten be⸗

tritt man selten die Wohnstube eines ungläubi⸗

gen deutschen Arbeiters, in welcher nicht das
Anfnahmediplom unter Glas und Rahmen auf
gehängt ist. Die Logen derselben heißen Haine
und das Ganze ist üͤberhaupt ein Abklatsch der

Freimaurerei mit einigen Aenderungen, die sich
indeß nur auf die Benennungen und Symbole
der einzelnen Aemter bezie hen. Druiden wa—

ren heidnische Priester unter den alten Celten und
hatten Macht, in Bann und Acht zu thun, er⸗
theilten den Unterricht mündlich in Versen, meist
von geheimem Sinn, glaubten an die Seelen.

wanderung (daß nehmlich die Seelen der Men.
schen nach dem Tode in andere Menschen oder in
Tyiere fuhren) und beschäͤftigten sich mit Wahr⸗

sagerei und Zanberei. Was das für eine Ge⸗

sellschaft ist, die sich Druidengesellschaft nennt,
kann man sich daher wohl denken.

Ferner hat man in allen Staaten Logen (lies:
kohschen) „der sonderbaren Brüder“
(Odd Fellows). Diese Gesellschaft scheint noch
mehr Mitglieder zu zählen als selbst die der Frei—
maurer. Sie hat innerhalb der Vereinigten
Staaten 32 Großlogen und etwa 2,500 soge⸗
nannte Werkstätten, mit nahe an 120,000 Mit-
gliedern. Auch diese Gesellschaft verräth schon
durch ihren Namen, was hinter ihren Geheim-—
nissen zu suchen ist.

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ö Neben diesen sind die Templer-Heer⸗
lager zu erwähnen, deren es in den östlichen
Staaten sehr viele gibt. Sodann muß der
Tammany-Gesellschaft in New-York
gedacht werden, einer politischen Gesellschaft, die
1789 entstand und anfänglich nur die Verbesse⸗
rung des Schicksals der Indianer im Auge hatte,
dann aber später mit dem 1783 gestifteten „Co-
lumbischen Orden“ zusammenfloß. Sie
zerfällt in verschiedene „Stämme,“ die unter sich
ihre „Sachems“ haben und ihre „Berathungs⸗
feuer“ halten. Ihre Logen nennen sie „Wig⸗
wams“, ihre Zeitrechnung ist die der Indianer.
Eine Abart dieser Gesellschaft finden wir in den
Vereinen oder Stämmen der rothen Männer
(red men), fur welche die Deutschen im Osten sehr
häufig eine Vorliebe zu erkennen geben.

In neuester Zeit ist zu diesen Orden noch der
der „Söhne von Malta“ getreten. Alle
ihre öffentlichen Prozessionen und Umgänge finden
um Mitternacht statt; sie sagen, um anzudeuten,
daß sie ihre guten Werke im Stillen und nicht
um von den Leuten gesehen zu werden, thun. Sie
machen also öffentlich bekannt, daß sie Gu⸗
tes im Stillen thun! Muß eine gute Sorte
Wohlthäter sein.

Wie sich ein Mensch, der ein Christ sein will, an
solche Banden anschließen kann, ja wie es mög⸗
lich ist, daß nur ein ehrbarer Mensch in solche
Schlupfwinkel der Finsterniß mitkriechen kann,
ist kaum glaublich.

Kirchliche Nachrichten.

Am 14. Sonnt. n. Trinit. wurde Herr Past.
Moll, von dem Unterzeichneten in sein neues
Arbeitsfeld zu Neu-Gehlenbeck eingeführt.

Den HErr schenke seinem Diener Gnade und
setze ihn zum Segen für Viele. Amen.

G. Link, Pastor.

Die Addresse des lieben Bruders ist:

Rev. J. M. M. Moll,
Lamps Point, Madison Co.„IIl.

Am 21. Sonnt. n. Trinit. wurde Herr Past.
G. Link, berufen von der ev. luth. Gem. in
Town of Lebanon, bei Watertown, Wisc. durch
den Unterzeichneten in sein neues Amt eingeführt.

Der treue Gott setze diesen Seinen Diener
zum Segen für Viele.

C. Strasen, Pastor.
Rev. G. Link.

Watertown, Wise.

Addresse:

Kircheinweihung.

Am 2. November hatte die ev. luth. Drei⸗
einigkeits⸗Gemeinde in Town Rantoul, Calumet
Co., und am 22. Sonnt. nach Trinit. die St.
Pauls-Gemeinde in Town Marison, Brown Co.,
die Freude, ihr neuerbautes Blockkirchlein ein⸗
weihen zu können. Der gnädige und barmher⸗
zige Gott wolle an beiden Orten, im tiefsten Ur⸗
walde, sein Wort und seine Gemeindlein, die
(besonders am letzten Orte, wie auch in Maple
Grove) von Gliedern der Wiskonsin-Synode,
die immer auf der Lauer liegen, zu schneiden,
wo wir gesäet haben —sollten es auch nur öffent⸗
liche Sünder, die zucht⸗ und lichtscheu von uns
zu ihnen laufen, sein —sehr bedroht sind, bei sei⸗
nem seligmachenden Worte erhalten und viel
Frucht schaffen Amen.

Town Hermann, Sheb. Co., Wisc., im No⸗

vember 1860. J. N. Beyer.

Zur gefälligen Beachtung!

Alle Gelder, welche an mich zu senden
sind, wolle man nach folgender Addresse
befördern, und um Verluste zu verhüten,
in Wechseln (Dralls) auf New York, wo
solches thunlich ist. ö

Nach Beschluß der Synode, in der letz⸗
ten Sitzung, gehen alle Gelder, von der
ganzen Synode für die Innere-Mission,
an mich.

Wilhelm Meyer,
Cassirer mittleren Districts.
Addresse: Wilhelm Meyer,
care of Meyer & Bro.
Fort Wayne, Ind.

Aufforderung.

Alle diejenigen stimmberechtigten Pasto⸗
ren, welche ihre Parochialberichte noch nicht
eingereicht haben, sind gebeten, die selben
baldmöglichst an den Unterzeichneten ein⸗
zusenden.

Man wolle gefälligst addresstren:
J. A. F. W. Müller,

Letterbox 769,

Chicago, Ills.

Ouittung und Dank.

Für den Kirchbau der „Ersten deutschen evangelisch-luthe⸗
rischen Gemeinde in Jowa City“ erhalten: von einem Unge⸗
nannten bei Milwaukee 51,00, von Herrn Marggrander in
Rochester, N.-Y., 81,00, von Herrn H. Steinmeier in St.
Louis 83,00, von Herrn D. Steinmeier das. 82,00, von Frau
Gottschalk das. 80,25, von Herrn Niese das. 80,50, von Hrn.
W. Steinmeier das. 50,25, von der Gemeinde des Herru
Past. Reichardt in Arcadia 84,00.

Joh. Friedr. Döscher.

Für J. Herzer durch Herrn Pastor Bilz von Herrn
H. Blume 81,00, von Hrn. F. Stürmer 80,25,
von einem Ungenannten 50,7—))).
Cl. Seuel von der Gemeinde des Herrn Pastor
Schliepsiek .....9..
Heinrich Walker vom Jungfrauen-Verein der
Gemeinde des Hrn. Past. Lindemann zu Cleve⸗
land. .
L. A. Gräber von der Gemeinde des Hrn. Past.
Groß in Richmond, BUGW⁊Cmdnd.
H. Parteufelder aus der Gemeinde zu Saginaw
City, Mich., zu seiner Reise von Saginaw City
nach St. Louis
Desgleichen aus der Gemeinde zu Frankentrost,
Mich., von Hrn. Schwarz 80,40, von Hrn. J.
Geuder 81,00, von Hrn. K. Gräbner 51,00,
von Hrn. Kitsteiner 80,50
„George Bartling von L. Fiene in der Gemeinde
des Herrn Past. Wunder 22 20500
Berichtigung: Von Fr. Marquardt in der Gemeinde
des Hrn. Past. Küchle 52,00. George Bartling.

Für J. J. Hoffmann vom Frauenverein der Gem.
des Orn. Past. Wüstemann in Roseville 84,60,
von Frau Rahfeld das. 80,25, auf der Kindtaufe
des Hrn. Schak das. gesammelt 81,15. 6,00
Berichtigung: An der Quittung für J. J. Hoffmann,
No. 3, Jahrg. 17 des Lutheraners muß es heißen: von der
Gemeinde in Wolcottsville §1,36 statt 54,36.

92,00

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3,00

2,49

— —

11,0⁰

31,10

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2,90

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Erhalten
für den Haushalt des Concordia⸗Collegium:
Von Hrn. A. Heine in New-⸗Bremen 10 Bu. Kartoffeln.
„der Norwegischen ev.-luth. Gem zu Koskonong
durch Past. Ottesen

830,00

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