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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. September 1865, Seite 1
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synoden
Urd ich sahe einen Engel
fliegen mitten durch den Him⸗
mel, der batte cin ewig Evan-
gelium, zu verkündigen denen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
neu, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechtern, und Sprachen, und
Völkern,
Offenb. Jod. 14, 6.
Uid sprach mit großer Stim-
me: Fürchtet Goit, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den, der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.
Offend. Jop. 14, 7.
hrmnusgegeben von der Deulshen Cvangelisch⸗ Lulherischen Synode von Misouri, Ohio und andern Staaten.
Zeitweilig redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theolotzischen Seminars in St. Lauis.
Jahrgang 22.
St. Louis, Mo., den 1. September 1865.
No. 1.
—
Bedingungen: Der dutheraner erscheint alle Monat zweimal für den jäbrlichen Subserip⸗
tionsyreis von einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorausbezahlen und
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In Deutschlandist dieses Blatt zu beuieben durch Justus Naumann in Le ipzig
Nur die Briefe, welche Nittheilungen für das Blatt entbalten, sind an die Redaktion, alle andern
Aber, welche Geschäftliches, Bestedungen, Abbestellunzen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adrese:
M. C. Barthel, Lomhard str., St. Louis, Mo., anherzusenden.
Vorwort
zum 22. Jahrgang des „Lutheraners.“
Mit dieser Nummer beginnt der „Lutherauer“
seinen 22. Jahreslauf. Eine lange Bahn voll
heißen Kampfes und vieler ernster Arbeit, aber
auch, zur Ehre unseres großen, wunderbaren,
güͤtigen und gnädigen Gottes dürfen wir es ja
wohl sagen, voll Sieg und Gnade und viel un-
verdientem Segen hat er bereits unter des HErrn
treuem Schutz und starker Hilfe durchschritten.
Der Weg, der vor ihm liegt, ist nicht minder
mNein Weg voll eitel Kampf und harter Arbeit,
aber so wir nur mit Gottes Hilfe treu erfunden
werden, und die Stim me unseres Zeugnisses un⸗
umwunden und unverholen fort erheben und das
gute Schwert des Geistes tapfer nach rechts und
links schwingen: so wird, so kann um Gottes
Treue und Wahrheit willen auch in dem neuen
Jahreslauf Sieg und Gnade und Segen nicht
ausbleiben. Freilich, Kampf, vielen heißen
Kampf wird es abermals kosten. Denn blicken
wir zunächst in den Bereich der lutherischen und
utherisch sich nennenden Kirche dieses Landes,
so steht da immer noch im Kampf wider ächtes,
Ernrens
Bibel- und Bekenntnißtreues, lauteres Luther
thum die Buffalosynode in altem hierarchischem.
Trotz und wuthet und tobt gelegentlich mit altem,
sich stets wiederholendem Ingrimm. Und obwohl
sie seit langem nichts Neues mehr auf den Plan
hat, vielmehr damit umgeht, manche
ö ihrer Blößen, als die Schmälerung und Raubung
der Rechte der Gemeinde und neuerlich ihre Lie⸗
besunthätigkeit, zu verdecken und zu überkleistern;
obwohl also von dieser Seite her wenig Veran-
lassung zu neuem Streit stattfindet: so ist sie doch
nie aus den Augen zu lassen. Da steht ferner
die aus Hierarchismus, Chiliasterei und etwas
Wahrheit zusam mengewürfelte Jowasynode, und
tritt neuerdings wieder kecker hervor mit ihren
Anspruchen für ihre sogenannte historische, im
Grunde aber höchst unhistorische Auffassung der
Symbole; und wenn sie so mit ihrer Schein
wisserei und ihrem Gelehrtthun fortfährt, dürfte
vielleicht bald eine ernstere, eingehendere Zurecht ⸗
weisung noth thun, wofern nicht die Gefahr zu
groß ist, den jugendlichen Feind durch zu viel
Beachtung nur übermüthiger zu machen. Da
gebahret und gebiert die Ohiosynode noch immer
und kann in der Lehre von Kirche und Amt nicht
weiter kommen, und wie sie einst aus demselben
Grunde die Hand zum Frieden auf Grund der
Einen, ewigen Wahrheit, des Einen, lauteren
Bekenntnisses und seines richtigen Verstandes zu⸗
rückgewiesen hat, so wittert sie noch immer leicht
Eroberungsgelüste, Feind seligkeit und wohl, weil
selbst davon nicht frei, Partheigeist. Die after⸗
lutherische Generalsynode aber droht in der That,
sich in sich selbst zn spalten, und zwar so macht
sich auf der einen Seite, wenn auch noch nicht
völlig geklärt, wirklich ein wahres lutherisches
Element geltend, während auf der andern die
feindseligen Kräfte der Uniererei, des Neumaß-
regelthums, des Hasses gegen Symboltreue, gegen
die Fremden, die Europäer, die alles Unglück
angestiftet haben sollen, weil sie den falschen
Frieden störten, nur desto mehr verdichten und
zum grimmigen Kampfe rühren. Die geistesver⸗
wandte Wisconsin -Synode aber ist vorzüglich in
praktischer Beziehung, wegen ihres dreisten Ein⸗
drängens und ihrer kecken Raubzüge in die Ge⸗
meinden, scharf ins Auge zu fassen. Blicken wir
nach außen, so steht da auf der einen Seite der
alte röm ische Coloß und rührt, daͤmonisch gekräf⸗
tigt, mit Macht alle seine Glieder und erhebt sich
nach allen Seiten hin zum zermalmenden Kampf.
Auf der andern Seite tummeln sich in wildem
Durcheinander die zahllosen Secten in der reißen ⸗
den Strömung des weltbeglückenden Zeitgeistes,
kaum hie und da durch einzelne bedenkliche Stim-
men gemahnt, den politischen Fanatismus doch
lieber wieder mit dem kirchlichen zu vertauschen.
Unterdessen arbeitet unverdrossen und rührig die
sogenannte evangelische Kirche, die gleichgültigen
Massen in ihr trügerisches, gefährliches Unions⸗
netz zu verstricken und zu fangen. Also nach alen
Se iten hin viel Ursache zu Kampf, zu Gegen⸗
und Abwehr. Aber, so sehr dies auch die meisten
unserer Gegner nicht einsehen wollen oder nicht
einsehen können, so kämpfen wir doch nicht, um
nur zu kämpfen, sondern um uns unser theuerstes
Kleinod, die reine, heilsame Lehre, ungeschmälert!
zu erhalten, und dasselbe gegen jeglichen Angriff
zu vertheidigen. Uns selbst nun in diesen reichen,
unerschöpflichen Schacht immer mehr zu vertiefen,
dieses kostbarste Kleinod uns immer mehr, immer
allseitiger anzueignen und dies lautere Gold in
uns und zwar auch in unserm Leben und allen
seinen Beziehungen immer mehr auszuprägen,
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