Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 26, Nummer 3 › Seite 17
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Oktober 1869, Seite 17
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unzucht
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Mid ich sahe einen Engel
fliegen mitten durch den Him⸗
mel, der hatte ein ewig Evan⸗
gelium, zu verkündigen deuen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechern, und Sprachen, und
Völkern,
Ossenb. Joh. 14, 6.
Ulrd sprach mit großer Stim⸗
me: Fürchtet Gott, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an deu, der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.
Ossenb. Joh. 14, 7.
Gottes Wort und Wue Lehr — unn und —
Herausgegeben von der Deutschen Spangelisch— Julserischen Synode von Nissouri, Ohio u. a. Staaten.
Zeitweilig redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.
durgan 26. St. Louis, Mo., den 1. October 1869.
No. 3.
Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle Monate zweimal für den jährlichen.Subscriptions⸗
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len und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Rummer für zehn Cents verkauft.
Barthel, Chouteau Avenue,
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welche Geschäftliches, Bestellungen. Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse:
M. C.
bet. 3d & ith Streéets, St. Louis, Mo., anherzusenden.
In Deutschland ist dieses Blatt zu beziehen durch Justus Naumanus Buchhandlung in Leipzig und Dresden.
Schwarmgeist und Lästergeist zeigt er ihm aus der Schrift, daß in geistlichen
sind Verwandte. Der Erste gebiert den Andern und göttlichen Dingen Gottes Gedanken und
und hinter beiden steckt der Teufel. Der Schwarm-Wege weit andere, als dieses tollen Geistes sind,
geist gehört zum Fleische. Er will zwar auch mit so wird er in den meisten Fällen nicht nur ein
geislichen Dingen umgehen, aber auf seine höhnischer Widersprecher, sondern sogar ein scham—
Weise, will auch seinen Antheil haben am loser Lästerer der biblischen Wahrheit und erklärt
Himmelreiche, aber auf eigenem Wege. Er ist viel eher Gottes Wort und Willen für „Humbug“,
nänlich jener vermessene Geist, der in Sachen der als daß er seinen steifen Nacken vor diesem Wort
Seelenseligkeit sich nicht in die von Gott bestimmte und Willen niederbeugt in den Staub. Damit
Omnung schicken und nicht allein von der heil. zeigt dann dieser Geist allerdings, weß Geistes
Schrift regiert und gebunden sein, sondern außer Kind er ist. — Es ist nun bekannt, wie sich heu⸗
ditser Ordnung einherschreiten und auf den tigen Tages leider auch die Methodisten von die—
Schwingen eigener Vernunftgedanken und Ge- sem unseligen Schwarm- und Lästergeist umtreiben
füble über und neben der Schrift umherflattern lassen und mit welch pechartiger Zähigkeit ihnen
will. Er fabricirt sich so sein eigenes Phantasie-dieser geistliche Aussatz anhängt, so daß man auch
gebilde von Wahrheit und Christenthum und ver⸗ in Absicht auf sie mit Salomo bekennen muß:
gnügt und betrügt sich damit, daß er dieses eigene „Wenn du den Narren im Mörser zerstießest mit
Fabricat für eitel Eingeben des heil. Geistes hält. dem Stämpfel wie Grütze, so ließe doch seine
Es liegt auf der Hand, wie übel es um einen Narrheit nicht von ihm.“ (Spr. 27, 22.) Der
Menschen stehen muß, der von diesem Taumel-sogenannte „Christliche Apologete“ vom 5. Juli
und Schwarmgeist angesteckt und in seine trüge-⸗(d. J. zeigt das wieder recht klar. — Gottes Wort
lichen Vorspiegelungen vertieft und verliebt ist. beschreibt sowohl das Wesen als auch die äußere
Er kann weder die Wahrheit recht erkennen, noch Gestalt der Kirche Christi auf Erden ganz genau.
zu einer fröhlichen Glaubensgewißheit kommen, Es lehrt, daß sie die Gemeinde der wahrhaft
weder zum wahren Leben — noch zu wahrer Ruhe Gläubigen und Heiligen (Ephes. 5, 25. ff., und
in Gott gelangen, denn dies Alles wirkt der heil. daß das wahre innerliche Einigungsband dersel⸗
Geist durch das Wort. Aus dem Schwarm-ben daher der eine Glaube und heil. Geist sei
geist wird aber der Lästergeist geboren. Will (Ephes. 4, 3—6.); daß der wahre Glaube jedoch
nämlich der heil. Geist mit dem Worte Gottes nur aus der reinen Predigt des Wortes Gottes
über ihn kommen, ihn bändigen und austreiben, komme (Röm. 10, 17.), und daß daher reines
Wort und Saerament allezeit die untrüglichen
Kennzeichen der wahren Kirche seien (Joh. 8,
31. 32.). Gottes Wort lehrt darum ferner, daß
alle wahren Glieder der Kirche mit größester Treue
über der reinen Lehre zu wachen und zu kämpfen
und alle falsche Propheten und irrigen Lehren
sorgfältigst zu meiden haben (Matth. 7, 21.
Röm. 16, 17.), verkündigt aber auch zuvor, nicht
nur, daß der Kirche allezeit Heuchler und Schein—
christen untergemischt sein würden, wie das Un⸗
kraut dem Weizen (Matth. 13, 24. ff.), sondern
daß sogar auch mitten in ihr Rotten, Ketzereien
und Spaltungen aufkommen (1 Cor. 11, 19.),
daß namentlich die letzten Zeiten gräuliche Zeiten
sein würden (2 Tim. 3, 1. ff.), in denen Viele
vom Glauben abfallen und den verführerischen
Geistern und Lehren der Teufel anhangen (1 Tim.
4, 1. ff.), viele falsche Propheten, falsche Christi
und falsche Apostel auftreten und selbst die Aus—
erwählten in Gefahr bringen (Matth. 24, 24. ff.),
daß die Ungerechtigkeit überhand nehmen und die
Liebe in Vielen erkalten (Kap. 24, 12. ff.), ja,
daß die Zahl der Gläubigen verschwindend klein
und die Kirche ein armes, geringes, verachtetes
und verfolgtes Häuflein sein würde bis an den
Tag ihres endlichen und herrlichen Triumphes
über alle ihre Feinde. Wenn daher zu unsern
Zeiten namentlich auch inmitten unserer theuren
lutherischen Kirche das Unkraut falscher und ver—
derblicher Menschenlehren oder eines herrschenden
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