Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 26, Nummer 7 › Seite 49
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Dezember 1869, Seite 49
Scan: Internet Archive item DerLutheraner26.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Anhang
Ild ich sahe einen Engel
liegen mitten durch den Him-
mel, der hatte ein ewig Evan⸗
gelium, zu verkündigen denen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechtern, und Sprachen, und
Völkern,
Ossenb. Joh. 14, 6.
Vid sprach mit großer Stim-
me: Fürchtet Gott, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den, der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.
Offenb. Joh. 14, T.
Gottes Wort und Luthers Lehr vergehet nun und nimmermehr. x ....
I‚I‚..III.... ———
Herausgegeben von der Deutschen Lvangelisch-Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Zeitweilig redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.
St. Louis, Mo., den 1. December 1869.
No. 7.
Jahrgang 26.
Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle Monate zweimal für den jährlichen Subscriptions⸗ Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, sind an die Redaction, alle andern aber
preis von einem Dollar und fünfzig Cents für die auswärtigen Unterschreiber, die denselben vorauszubezah⸗
en und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für zehn Cents verkauft.
welche Geschäftliches, Bestellungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse: M. C
Barthel, Chouteau Avenue, bet. 3d & âth Streets, St. Louis, Mo., anherzusenden.
In Deutschland ist dieses Blatt zu beziehen durch Justus Naumanns Buchhandlung in Leipzig und Dresden.
„ (Eingesandt.)
Der Gräuel der Schwärmerei.
Wo Satan ausgebrütet
Das Ei der Schwärmerei,
Da spottet, lästert, wüthet
Er ungescheut und frei.
Tritt man das Ei mit Füßen,
So fährt die Otter h'raus; Jes. 59, 5.
Mit Tode muß er's büßen,
Wer's Ei will essen aus.
Mit Grauen ist zu sehen
Des Teufels Selaverei;
Die Leut' in Fesseln gehen
Und wähnen sich doch frei.
Die Sinne sind zerrüttet,
Das Urtheil ist geschwächt,
Im Herzen ausgeschüttet
Regiert des Dünkels Recht.
Dabei ist man bereitet
Für jeden nenen Traum;
Als Wahrheit wird verbreitet
Der Wahn und leere Schaum.
Erkenniniß vom Gesetze
Ist ganz und gar dahin,
Ein leeres Traumgeschwätze
Erfüllet Herz und Sinn.
Was man sich ausgeklaubet
Vom Evangelio,
Wird mächtig hart geglaubet,
Und ist doch lauter Stroh.
Die Summa von dem Leben,
Das Gott geweiht soll sein,
Ist selbsterwähltes Streben
In lauter Angst und Pein.
Ach Gott! Du wollst ausrotten
Der Schwärmer großes Heer.
Sich doch, wie höhnisch spotten
Sie deine reine Lehr'.
Du trägst ja noch Erbarmen
Mit deinem Häuflein klein,
Drum stehe bei uns Armen,
Und sieh mit Gnaden drein.
Dein Wort allein uns leitet
Zum Himmel recht hinein;
Was dem zuwider streitet,
Das muß verfluchet sein.
In solchem Sinn erhalie
Uns, HErr, zu deiner Ehr';
Des Satans Reich zerspalte,
Du bist allein die Wehr'.
Du, Gott, im höchsten Throne,
Du, Vater, Sohn und Geist,
Der uns erlös't im Sohne,
Sei ewig hoch gepreis't. L. E.
Die Zeugen der Reformation im
bairischen Schwaben.
(Schluß.)
Den beiden evangelischen Zeugen fügen wir
noch als dritten hinzu:
III. Christoph Gerung, den Bekenner.
Das Jahr 1523 war für die Stadt Memmin⸗
gen ein sehr bedeutungsvolles. Auch dorthin wa⸗
ren die Zeugnisse des gewaltigen Mannes Gottes,
Dr. Martin Luthers, gekommen und allenthalben
regten sich die Geburtswehen des „neuen Glau⸗
bens.“ Die Priesterschaft stand in ihrer Mehrzahl
auf Seiten des Pabstes. Selbstverständlich be⸗
mühte sie sich die reformatorischen Bestrebungen
zu hemmen. Christoph Schappeler, der heiligen
Schrift und beider Rechte Doctor, aus St. Gallen
gebürtig und seit 1513 Prediger in Memmingen,
kämpfte entschieden mit Christoph Gerung für
reine Lehre. An die Gemeinden in Memmingen
schrieb Luther selbst Briefe, um sie im Glaubens⸗
kampfe zu ermuntern und zu trösten. Lassen wir
nun im Auszuge aus Gerungs Schrift über die
Beichte und Oelung Einiges folgen, um zu zei—
gen, in welch kräftiger Weise auch dieser Mann in
die Schranken trat. Das Büchlein erschien im
Jähre 1523. Er sagt, daß die Ohrenbeichte wi⸗
der die Schrift und die letzte Oelung kein Sacra⸗
ment sei. „Lieben Brüder,“ hebt er an, „nach
dem ich wissend bin, daß ihr große inbrünstige
Liebe zu dem heil. Evangelium Gottes habt, darin
ihr euch ganz ergeben habt, ja ganz genommen
seid darin von Gott unserm Vater; weshalb auch
unser allerschnädester und allerschändlichster Feind,
der Teufel, nicht leiden mag euren seligen, fried⸗
lichen und heilsamen Fürgang im wahren Weg
des HErrn und sich euren evangelischen Glauben
in diesen zwei vornehmlichen Artikeln zu schwächen
untersteht: bin ich aus brüderlicher Liebe, so ich
in Christo unserm HErrn zu euch im Geiste trage,
bewegt worden, über diese zwei Stücke nach dem
English translation
Not yet translated.