Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 24 › Seite 370
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 19. November 1907, Seite 370
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeindeſchule · Gemeindeſchule · Unterrichtsfächer · Schule und Haus
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Alle Hände aus Werk!
Drei Beschlüsse faßte die evangelisch⸗lutherische Imma⸗
nuelsgemeinde zu Detroit, Mich., in ihrer letzten Versammlung:
1. Alsbald eine Extrakollekte zu erheben zur Tilgung der
Schuld der Synodalkasse. Diese Kollekte soll so erhoben wer⸗
den, daß der Pastor von der Kanzel den Zweck der Synodal⸗
kasse und ihre jetzige Notlage schildert und auffordert, daß die
Christen um des HErrn JEsu willen nach Vermögen und nach
Freudigkeit ihre Gaben zu dieser Kollekte an den Pastor ab⸗
geben;
2. daß der Pastor der Gemeinde in deren Auftrag diese
Sache auf der Detroit⸗Pastoralkonferenz zur Sprache bringe
und herzlich bitte und ermahne, daß auch die andern Pastoren
diese Sache alsbald aufnehmen und sie ihren Gemeinden
dringend empfehlen;
3. daß der Pastor der Gemeinde auch durch den „Luthe⸗
raner“ allen Schwestergemeinden in der ganzen Synode diese
Sache vortrage und sie bitte, ihre Hände mit den unsrigen zu
vereinen, damit so bald als möglich, wenigstens bis zum Zu⸗
sammentritt der Delegatensynode im nächsten Frühjahr, die
Schuld getilgt werde.
Es wurden auch alsbald Mittel und Wege beraten, wie
die Gemeinde hernach an ihrem Teil dazu tun könne, in Zu⸗
kunft der Synodalkasse ausreichende Mittel zuzuführen. (Schon
im letzten Frühjahr hatte die Gemeinde auf Grund solcher
Beratungen ihre regelmäßigen Beiträge für diese Kasse ver⸗
doppelt.) So Gott Gnade gibt, werden diese Beratungen in
späteren Versammlungen fortgesetzt werden und — gebe es
Gott! — zu einem gesegneten Ziel führen.
Was dringt und treibt denn nun, diese Sache mit vereinten
Kräften anzugreifen?
Die Not ist groß. Am 1. Februar waren es §29,320.92;,
jetzt sind es schon 555,479.91 Schulden. Was weißt du, ob der
Allgemeine Kassierer noch die Gehälter der Professoren, die
Unterstützung der kranken Professoren und der Professoren⸗
witwen ausbezahlen kann?
Die Synodalkasse ist recht eigentlich „unsere“ Kasse. Wer
ist die Synode? Doch die Gemeinden miteinander. Den Ge⸗
meinden gehören die Gymnasien und Seminare. Die Gemein⸗
den lassen sich da ihre Pastoren und Lehrer ausbilden.
Es ist unsere Hauptkasse. Wenn wir die nicht genügend
versorgen, so gerät unser ganzes Synodalwerk ins Stocken.
Es ist des HErrn IEsu Sache. Er hat sein Blut am
Kreuz vergossen, damit Pastoren und Lehrer das Evangelium
zum Heil der Menschen lehren sollen.
Bei seinem Werk will er uns zu seinen Mithelfern haben,
damit wir auch gute Werke haben, die uns in die selige Him⸗
melsruhe nachfolgen. Wir sollen uns Schätze im Himmel
sammeln.
Er macht uns so selig. Er vergibt uns unsere Sünden.
Er schenkt uns die Höllenstrafe. Die ganze Schuld erläßt er
uns auch. Den Himmel schenkt er uns. Er will unser guter
Hirte sein, unser bester Freund. Er beschert uns auch alles
zeitliche Gut und Glück. Sollten wir da nicht ihm mit Lust
Dankopfer bringen?
Es ist jetzt gerade Zeit, daß wir diese Schulden bezahlen
sollten. Im Frühjahr wäre freilich noch bessere Zeit gewesen.
Da hatte noch jedermann Verdienst. Aber das haben wir ver⸗
paßt, wir klugen Leute! Darum ist jetzt die beste, die höchste
Zeit, solange wir noch zu geben haben. Laßt uns nicht warten,
bis der himmlische Vater uns das tägliche Brot erst wieder ganz
knapp zuteilt.
machen?
Nur mit vereinten Kräften können wir der Not wehren.
Etliche allein bringen es nicht zustande. Aber Eintracht
macht stark.
Gewiß, dagegen kann niemand etwas sagen.
Wie soll man denn diese Kollekte sammeln?
Da muß jede Gemeinde am besten wissen, was ihren Ver⸗
hältnissen am passendsten ist. Wir empfehlen unsern Schwester⸗
gemeinden unsern Plan zur Prüfung. Wir sind noch immer
ganz gut danit gefahren. Er bietet jedermann, jung und alt,
reich und arm, Gelegenheit, aus willigem Herzen nach seinem
Vermögen und nach der Freudigkeit, die er aus dem Evan⸗
gelium hat, dem HErrn ein angenehmes Opfer darzubringen.
Wohlan denn, ihr Brüder, frisch ans Werk! Und der
SErr gebe den Segen dazu! Ihm allein die Ehre!
Die evangelisch-lutherische Immanuelsgemeinde zu
Detroit, Mich.,
Durch ihren Pastor.
Wie bringen wir unser lutherisches Schulwesen
zur Blüte?
Mit dieser Frage beschäftigte sich die Gemischte Pastoral⸗
und Lehrerkonferenz der Missouri⸗- und der Wisconsinsyno e
von Milwaukee und Umgegend am 10. und 11. Oktober. Auf
Wunsch der Konferenz wird ein Auszug aus der Arbeit hier
mitgeteilt.
Zum Aufblühen unsers Schulwesens gehört nicht nur
dies, daß unsere Kinder eine tüchtige „weltliche“ Ausbildung
erhalten, die ihnen das heutzutage nötige Wissen beibringt,
sondern vor allen Dingen dies, daß sie einen tüchtigen Unter⸗
richt in der christlichen Lehre bekommen, der richtige, klare,
tiefe und reiche Erkenntnis des Gesetzes und Evangeliums
schafft; daß ihnen eine evangelische Seelsorge und Zucht zu
teil wird, die eine christliche Gesinnung in ihnen erzeugt; end⸗
lich auch dieses, daß wir alle unsere eigenen und viele fremde
Kinder für unsere Schulen gewinnen.
Um unser Schulwesen zu solcher Blüte zu bringen, müssen
zunächst alle von Gott bestellten Erzieher von der Not⸗
wendigkeit der christlichen Schule überzeugt
sein. Alle Christen wollen ja ihre Kinder so erziehen, daß
sie selig werden. So müssen sie auch vor allen Dingen darauf
hören, was Gott von ihnen fordert betreffs der Erziehung ihrer
Kinder. Dann werden sie zu der ÜUberzeugung kommen, daß
sie in der Regel nur mit Zuhilfenahme der Gemeindeschule
dem einigermaßen nachkommen können, was Gott fordert.
Die feststehende göttliche Forderung lautet: „Ihr Väter,
reizet eure Kinder nicht zu Zorn, sondern ziehet sie auf in der
Zucht und Vermahnung zu dem SErrn“, Eph. 6, 4. Aufziehen,
aufnähren sollen Eltern ihre Kinder, das heißt: wie sie eine
sorgfältige, passende, anhaltende leibliche Ernährung und übung
anwenden, um den Leib ihrer Kinder aufzubauen; wie sie
ferner eine sorgfältige, passende, andauernde Unterweisung und
Übung anwenden, um ihre Kinder geistig zu bilden, daß sie
Was wollten wir dann mit unsern Schulden
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