Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 22 › Seite 171
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-06-26, Seite 171
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Loge · Loge 4
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Quark eben viel Wichtiges verborgen liegt; das Geheimnißvolle, womit sich diese Gesellschaften umgeben, ist wohl nichts, als der Speck, den man in die Falle legen muß, wenn man Mäuse fangen will. Es muß ja freilich etwas da sein, um die Geldbeiträge der kindischen Neugierde zu sichern. Aber gewiß kannst du über die Sache nicht sein, und wie du mit Zweifeln, d. h. mit Sünde hineingetreten bist, so mußt du auch mit Zweifeln, d. h. mit Sünde, darin bleiben. Denn bist du gewiß, daß man dir Alles offenbart hat? Hast du alle Grade? Und wenn du sie hast, bist du gewiß, daß die obersten Häupter nicht noch etwas für sich behalten? Ich sehe, du lächelst mit großer Selbstzufriedenheit, du bist vielleicht ein Prophet, oder gar ein Sachem, oder wie sie ihr Oberhaupt nennen mögen, aber mein lieber Freund, es hat schon mancher auf seinem hohen Posten gemeint, daß er der eigentliche Mann sei, der alle Fäden in seiner Hand habe, und alles lenke und leite, wie er eigentlich auch alles durchschaue und wisse, und hat's am Ende doch einsehen müssen, daß er nichts mehr und nichts weniger als ein Gimpel gewesen, dem man eben Sand in die Augen gestreut hat: Fürstenrock, Krone und Scepter sieht man auf dem Thron, selten aber den eigentlichen Fürsten und Regenten. Woher weißt du, daß man dir den eigentlichen Zweck der Gesellschaft offenbart habe? Wäre es denn solch ein unerhört Ding, wenn der nur den eigentlichen Leitern bekannt wäre, von denen man weder viel sähe noch hörte, die die Einfältigeren der Gesellschaft äußerlich an die Spitze stellten, und sie mit ganz kindischer und harmloser Geheimnißkrämerei beschäftigten, während sie als die eigentlicher Leiter das rechte Geheimniß für sich und die rechten Eingeweiheten behielten, und es durch den Haufen ausführen ließen? Schon als rechtlicher Staatsbürger darfst du kein Glied solcher geheimen Gesellschaften sein, viel weniger als ein Christ.
C. Du hüllst dich immer mehr für mich in ein mystisches Dunkel, und sprichst in lauter Räthseln! Was in aller Welt hat denn das Staatsbürgerthum mit den geheimen Gesellschaften zu thun?
P. Nun, ich denke, das wird euch das praktische Volk von Amerika bald lehren, vielleicht früher, als ihr denkt. Laßt es nur erst mehr aufmerksam auf euch werden, es wird euch bald auseinanderstieben! Und es ist mir jetzt schon unbegreiflich, wie ein republicanisches Volk mit seiner Regierung, das mit der größten Eifersucht über seine Institute wachen sollte, solche Gesellschaften bestehen läßt, oder wenn es sie nicht hindern will, nur noch für einen einzigen Menschen stimmen kann, der ein Glied einer geheimen Gesellschaft ist.
C. Komm! dreh dich einmal um, ich muß doch nachsehen, ob dir der deutsche Polizeizopf noch im Nacken hängt! Mensch! du mußt einen schweren Schaden an der Leber haben, daß du Alles so schwarz ansiehst! Es ist mir gerade, als hörte ich chinesisch reden, ich verstehe kein Wort davon.
P. Und liegt doch Alles auf der flachen Hand, daß es ein Kind fassen könnte. Wie sollte es mir nur im Traume einfallen, einem Menschen irgend etwas in meinen Privatgeschäften anzuvertrauen, der, Gott weiß wozu, seiner Gesellschaft verbunden ist; der vielleicht hart verpflichtet ist, Alles im Interesse und zum Vortheil der Gesellschaft zu betreiben, oder der doch ein unbewußtes Werkzeug sein könnte, das andere, tiefer Eingeweihte, zu ihrem Vortheil, aber zu meinem Schaden benutzen. Und nun noch ein öffentliches Amt! Glaubst du, daß das Volk dem Spiel lange zusehen wird?
C. Gott sei Dank, es ist hier ein freies Land, und ich fürchte nicht, daß sich die europäischen fürstlichen Inquisitionen so bald hierher verpflanzen werden; das wäre doch zu abscheulich, wenn die kostbare Freiheit hier sollte so zu Grunde gehen.
P. Eben weil die Freiheit so kostbar ist, ist es die Pflicht eines jeden rechtschaffenen Bürgers, sie mit Eifersucht zu bewaffnen, und alle Gefahren, die ihr drohen, auf rechtlichem Wege im Keime zu ersticken. Was für Bürgschaft haben die treuen Bürger, daß in euren geheimen Gesellschaften diese kostbare Freiheit nicht heimlich untergraben wird, damit sie, oder ehrgeizige Männer durch sie, sich zu Herren machen?
C. Paul, trink ein Glas kaltes Wasser, damit du wacker wirst! Du träumst und siehst uns schon mit voller Musik und Regalien nach dem Capitol ziehen, den Präsidenten absetzen, den Congreß auseinanderjagen, und einen zweiten Napoleon zum Kaiser ausrufen. In der That, das ist zu lustig. Ich glaube wirklich, du bist krank! Wie kannst du vernünftiger Mensch auf solche Gedanken kommen, die ich nur den allerärmsten Schwachköpfen zugetraut hätte; um die man sich eben nicht zu bekümmern braucht.
P. Ich habe dir schon früher gesagt, daß ich hinter dem ganzen Quark nicht viel Wichtiges vermuthe, noch viel weniger fürchte ich mich vor irgend etwas der Art; denn ich weiß, daß mein HErr und König im Himmel auch hier auf Erden Alles regiert und leitet. Sollte dies Land seine Freiheit verlieren, was Gott in Gnaden verhüten möge, so wäre dies eine Strafe Gottes für die Sünden des Volks, und darein müßten wir uns mit Geduld schicken, so schwer es Fleisch und Blut ankommen möchte. Du kannst es aber keinem vernünftigen Menschen verargen, wenn er gegen diese immer mächtiger werdenden Gesellschaften Mißtrauen hegt, woran sie selbst Schuld sind, da sie sich geflissentlich in Geheimnisse einhüllen, und das Licht scheuen. Denn auch auf die bürgerlichen Verhältnisse hat der Ausspruch Christi seine volle Anwendung: „Wer Arges thut, hasset das Licht.“
Aber gesetzt auch, die Gesellschaften wären für den Augenblick noch ganz harmlos, dessen du aber durchaus nicht gewiß sein kannst, so liegt dennoch die Gefahr für die Zukunft keineswegs in der Einbildung einiger Schwachköpfe, sondern in dem Wesen der Gesellschaften selbst. Sie haben ja leider schon solch eine fühlbare schädliche Macht, daß ein ordentlicher Mann, der die Ruhe seines Gewissens lieber hat, als das tägliche Brod, und Gewissens halber in diese Gesellschaften nicht eintreten kann, seine bittere Noth hat, entweder ein Geschäft anzufangen, oder es fortzusetzen, wenn er nicht zu diesen „Brüderorden“ gehört, weil die „Brüder“ natürlich einander die Kundschaft zuwenden.
Nun weiß Jedermann, wo Macht ist, die nicht bewacht oder eingeschränkt werden kann, da liegt der Mißbrauch sehr nahe. Die Begierde, die Macht auszuüben, und mit Unterdrückung Anderer zu herrschen, ist das stete Spiel der Welt, vom König bis zum niedrigsten Polizeidiener; wäre da nicht das Mißtrauen des Volks ein gegründetes, daß auch die Gesellschaften dazu möchten versucht werden, wenn sie erst zu solchem Gipfel der Macht gestiegen sein werden? Die Massen der Gesellschaften sind durch alle Staaten hindurch organisirt; mit dem steigenden Einfluß steigt natürlich das stolze Bewußtsein dieses Einflusses und dieser mächtigen Gewalt, und in demselben Verhältniß das Gefallen daran. Es bedarf nur eines äußern Anstoßes, und eines ehrgeizigen, willenskräftigen, gewandten Mannes, und wie leicht ist eine solche Masse zur Ausführung ehrgeiziger Pläne fortgerissen. Und wie gesagt, wer bürgt dir dafür, daß du nicht jetzt schon ein unbewußtes Werkzeug solcher Pläne bist?
Das Mißtrauen hat sich auch schon hie und da in englischen sowohl wie deutschen Blättern Luft gemacht, und namentlich auf den bösen Einfluß hingewiesen, den dieser auf die Gerichtsverhandlungen wenigstens haben könne. Aber wenn auch nichts daran ist, so sollte ein guter Staatsbürger Allem und Jeglichem ausweichen, das Mißtrauen und Besorgniß in den Gemüthern erzeugen könnte.
C. Du würdest deine Befürchtungen und Besorgnisse bald aufgeben, wenn du unter uns wärest und sähest, wie fein und ordentlich, brüderlich, offen und frei Alles unter uns verhandelt wird, du würdest bald Ein Herz und Eine Seele mit uns sein.
P. Das ist nun einmal ein Ding der Unmöglichkeit, denn ich habe dir bewiesen, und du hast mir's bis jetzt nicht widerlegt; daß es gegen Gottes Wort, also Sünde ist, in eine geheime Gesellschaft einzutreten, weil es nicht aus dem Glauben geht, und noch größere Sünde, darin zu bleiben, weil alle Geheimnißkrämerei gegen das Christenthum ist. Wie ein guter Staatsbürger an solchen Gesellschaften keinen Antheil nehmen darf, weil es Unrecht ist, wenn man's vermeiden kann, auch nur Anlaß zu Mißtrauen und Besorgniß zu geben, das muß dir auch klar geworden sein. Wie kannst du als ein Christ es nun verantworten, ein Glied derselben zu sein, die der HErr JEsus selbst geradezu als solche bezeichnet hat, die das Licht scheuen, und vom Lichte gestraft werden, um nicht noch Aergeres zu sagen. Hast du wohl je daran gedocht, welche Aergernisse du und alle Christen der christlichen Gemeinde geben, wenn sie sich solchen Gesellschaften anschließen?
C. Aergernisse, nun in That, das wüßte ich
English translation AI translation
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nonsense much of importance lies hidden; the mysteriousness with which these societies surround themselves is probably nothing but the bacon which one must put in the trap if one wants to catch mice. Something must, of course, be there, to secure the money contributions through childish curiosity. But you cannot be certain about the matter, and as you entered with doubts, that is, with sin, so you must remain in it also with doubts, that is, with sin. For are you certain that everything has been revealed to you? Have you all the degrees? And if you have them, are you certain that the highest heads do not still keep something back for themselves? I see you smile with great self-satisfaction; you are perhaps a Prophet, or even a Sachem, or whatever they may call their chief, but, my dear friend, many a man in his high post has thought that he was the real man who had all the threads in his hand, and directed and guided everything, as he also actually saw through and knew everything, and has in the end nevertheless had to perceive that he was nothing more and nothing less than a simpleton, into whose eyes sand had simply been strewn: princely robe, crown, and scepter one sees upon the throne, but seldom the real prince and ruler. How do you know that the real purpose of the society has been revealed to you? Would it be such an unheard-of thing if it were known only to the real leaders, of whom one neither saw nor heard much, who put the simpler members of the society outwardly at the head, and kept them busy with quite childish and harmless mystery-mongering, while they, as the real leaders, kept the true secret for themselves and the right initiates, and had it carried out through the multitude? Even as an honorable citizen of the state you ought not to be a member of such secret societies, much less as a Christian.
C. You wrap yourself more and more, for me, in a mystic darkness, and speak in downright riddles! What in all the world has citizenship to do with secret societies?
P. Well, I think the practical people of America will soon teach you that, perhaps sooner than you think. Let it only become more attentive to you, and it will soon scatter you in all directions! And it is already incomprehensible to me how a republican people with its government, which ought to watch over its institutions with the greatest jealousy, allows such societies to exist, or, if it will not hinder them, can vote only for a single man who is a member of a secret society.
C. Come! turn round once, I must see whether the German police pigtail is still hanging at the back of your neck! Man! you must have a serious disorder of the liver, that you look at everything so black! It is just as if I heard Chinese spoken; I understand not a word of it.
P. And yet everything lies on the flat of the hand, so that a child could grasp it. How should it ever occur to me, even in a dream, to entrust anything in my private affairs to a man who is bound to his society, God knows for what; who is perhaps strictly pledged to carry on everything in the interest and for the advantage of the society, or who at least might be an unconscious tool which others, more deeply initiated, use to their own advantage but to my harm. And now, in addition, a public office! Do you believe that the people will look on at the game for long?
C. Thank God, this is a free country, and I do not fear that the European princely inquisitions will soon be transplanted hither; it would be too abominable, if precious liberty here should go to ruin in that way.
P. Precisely because liberty is so precious, it is the duty of every upright citizen to arm it with jealousy, and to stifle in the bud, by lawful means, all dangers that threaten it. What security have the faithful citizens that in your secret societies this precious liberty is not secretly undermined, so that they, or ambitious men through them, make themselves masters?
C. Paul, drink a glass of cold water, that you may wake up! You dream, and already see us marching with full music and regalia to the Capitol, deposing the President, driving the Congress apart, and proclaiming a second Napoleon emperor. Indeed, that is too funny. I really believe you are sick! How can you, a reasonable man, come upon such thoughts, which I would have credited only to the very poorest simpletons; about which one simply need not trouble oneself.
P. I have told you before that I do not suppose much of importance behind the whole nonsense, still less do I fear anything of the kind; for I know that my LORD and King in heaven rules and guides everything here on earth also. Should this country lose its liberty, which God in mercy forbid, this would be a punishment of God for the sins of the people, and we would have to submit to it with patience, however hard it might come to flesh and blood. But you cannot blame any reasonable man if he harbors distrust toward these ever more powerful societies, of which they themselves are the cause, since they purposely wrap themselves in mysteries, and shun the light. For even to civil relations the saying of Christ is fully applicable: "Every one that doeth evil hateth the light."
But suppose the societies were for the moment still quite harmless, of which, however, you can by no means be certain, yet the danger for the future lies by no means in the imagination of a few simpletons, but in the very nature of the societies themselves. They already have, alas, so perceptible and harmful a power that an honest man, who values the peace of his conscience more than his daily bread, and for conscience' sake cannot join these societies, is in bitter distress either to begin a business or to continue it, if he does not belong to these "fraternal orders," because the "brothers" naturally turn their custom to one another.
Now everyone knows that where there is power which cannot be watched or restrained, abuse lies very near. The desire to exercise power, and to rule with the oppression of others, is the constant game of the world, from the king to the lowest policeman; would not the distrust of the people be well founded, that the societies also might be tempted to it, when they have once risen to such a summit of power? The masses of the societies are organized throughout all the States; with the growing influence there grows naturally the proud consciousness of this influence and of this mighty power, and in the same proportion the pleasure in it. It needs only an outward impulse, and an ambitious, strong-willed, skillful man, and how easily is such a mass swept away to the carrying out of ambitious plans. And, as said, who guarantees to you that you are not even now an unconscious tool of such plans?
The distrust has also already here and there given vent to itself in English as well as German papers, and has pointed especially to the evil influence which this could have, at least, upon court proceedings. But even if there is nothing in it, a good citizen ought to avoid everything and anything that could produce distrust and anxiety in men's minds.
C. You would soon give up your fears and anxieties if you were among us and saw how finely and orderly, how brotherly, open, and free everything is transacted among us; you would soon be of one heart and one soul with us.
P. That is simply a thing impossible, for I have proved to you, and you have not refuted it for me to this moment, that it is against God's Word, therefore sin, to enter a secret society, because it is not of faith, and a still greater sin to remain in it, because all mystery-mongering is against Christianity. How a good citizen may take no part in such societies, because it is wrong, when it can be avoided, to give even only occasion for distrust and anxiety, that must have become clear to you also. How can you as a Christian answer for being a member of those which the LORD JESUS Himself has directly designated as such as shun the light, and are reproved by the light, not to say worse. Have you ever thought what offenses you and all Christians give to the Christian congregation, when they join such societies?
C. Offenses, well indeed, that I should not know