Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 23 › Seite 183
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-07-10, Seite 183
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gericht 6 · Gott 2 · Tod 3
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einer Anzahl von Gemeinden sich für das Ganze halte“.
Was den letzten Punkt betrifft, so glaube ich nicht, daß dieser Irrthum wirklich häufig vorkommt, ich habe ihn noch nirgends bestimmt zu erkennen Gelegenheit gehabt, halte es aber namentlich bei fanatischen Secten allerdings für möglich, und vermuthe, daß er z. B. auch bei manchen deutschen Methodisten sich finden mag. Der erste Irrthum mag aber häufiger sein, vielleicht bei den meisten fleischlich dahinlebenden Christen; doch glaube ich auch, daß bei Solchen in der Regel auch gar keine rechte Sorge ist, ob sie zu der wahren Kirche gehören.
Obwohl nun aber die Anmerkung diese Erklärung über das Gedicht gibt, so sieht man doch aus dem Gedichte selbst, daß noch etwas Anderes gemeint ist. Uns will es scheinen, als habe dem Dichter der unirte Gegensatz gegen das reine Bekenntniß zu seiner Begeisterung ein gut Theil mitgeholfen. Davon zeugt unter Anderm der erste Vers, der so schließt:
„Doch der ewige, heilige, göttliche Dom
Steht nicht in Wittenberg, Genf und Rom.“
Das ist ein recht sonderliches Bekenntniß, entweder auf Unkenntniß der Geschichte beruhend, oder auf einer sich selbst widersprechenden Meinung. Nach der Ansicht des Dichters ruht der heilige Tempel der Kirche auf ewigen Säulen, und dem ist gewiß so; aber auf Erden ist er doch auch gewißlich zu finden? Der Dichter sagt: er erstreckt sich über Himmel und Erde. Ist auch wahr; aber ist er denn bloß unsichtbar? Der Dichter sagt: Nur der, der geweiht ist hineinzugehn, könne diesen Wunderbau sehn. Abgesehen davon, daß dieß nicht ganz richtig ist, denn die Pharisäer und hochmüthigen Schriftgelehrten haben unzweifelhaft jenes erste kleine Häuflein mit ihrem göttlichen Wandel und göttlicher Freude im Heiligen Geiste auch gesehen; abgesehen hiervon, so muß der Dichter, wenn er die Geschichte kennt, doch auch wissen, daß man in Wittenberg dieselbe Kirche hat auch einmal sehen und hören können (wie der Schuhmacher Hans Sachs sagt: „Die Wittenbergische Nachtigall, Die man jetzt höret überall“); vielleicht mag man sie auch heut zu Tage noch daselbst sehen können, wenn Einen der HErr grade drauf zu führte. Kann man sie aber daselbst sehen, so steht sie auch in Wittenberg. Doch 's ist schon offenbar genug, daß er hier lediglich seinen Gegensatz gegen das reine Bekenntniß ausspricht. Daß dieses „exclusiv“ ist, das versteht sich ganz von selbst. Auch wird ja in derselben Nummer jenes Blattes von „Häretikern“ gesprochen, so daß sie also ihr Bekenntniß auch für „exclusiv“ erklären.
Wie die deutschen Methodisten das Gesetz verkehrt treiben, so diese Leute die Union, so daß sik keine klaren Augen behalten, sondern den Wald vor den vielen Bäumen nicht sehen. —
Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Veste verkündigen seiner Hände Werk. Ps. 19, 2.
Athanasius Kirchner, ein berühmter Astronom, überzeugte einen Gottesleugner vom Dasein Gottes auf folgende Weise: Es hatte dieser nemlich lange gewünscht, daß ihn jemand davon überzeugen möchte, und Kirchner hatte es schon oft vergeblich versucht. Endlich kam er auf folgenden Einfall: Er setzte zu der Zeit, da sein Freund zu ihm kommen wollte, einen schönen Globus, der den gestirnten Himmel vorstellte, in einen Winkel seines Zimmers. Da sein Freund kam, beschäftigte er sich mit astronomischen Rechnungen, welches jenen nöthigte, sich unterdeß im Zimmer umzusehen. Da bemerkte er nun sogleich den schönen Globus, und fragte Kirchnern, ob er ihm gehöre? Wer ihn gemacht und dahin gestellt habe? Kirchner antwortete: er sei nicht sein, es habe ihn Niemand gemacht, er müsse etwa von ohngefähr dahin gekommen sein. „Das kann ich nicht glauben, es ist unwahrscheinlich, es ist schlechterdings unmöglich“, erwiderte der Freund, und schien unwillig zu werden, daß ihm Kirchner so etwas thörichtes überreden wolle. Kirchner ergriff sogleich diese Gelegenheit und sagte: „Sie wollen nicht glauben, daß dieser schlechte und kleine Körper von sich selbst entstanden sei? Wie können Sie glauben, daß das viel größere und schönere Original von sich selbst, durch einen bloßen Zufall so geworden sei, wie wirs jetzt sehen und mit Recht bewundern?“ — Durch diese glückliche Erfindung ward sein Freund gewonnen, und erkannte die Narrheit eines Gottesleugners.
Die Rache ist mein! Ich will vergelten! spricht der HErr. 5 Mos. 32, 35.
Michael, Bischof zu Salzburg, ein bessrer Jäger als Priester, hielt im Jahr 1537 eine große Jagd, auf welcher ein angeschossener Hirsch die Lappen durchbrach, und im Getraide eines armen Bauers todt niederfiel. Der arme Bauer fand den Hirsch, nahm die Beute mit sich, weidete das Wild aus, und nährte geraume Zeit sich und die Seinigen davon. — Das wurde aber verrathen. Der Bischof ließ sogleich den armen Mann greifen und in ein abscheuliches Gefängniß werfen, als wäre er der größte Verbrecher gewesen. Seiner Regierung befahl er, dem Bauer den Prozeß zu machen, und ihn zu einem elenden Tode zu verdammen. Die Räthe trugen, als ehrliche Leute, Bedenken, eines todten Viehes wegen, einen Menschen umzubringen, und wollten das Urtheil über den Bauer nicht selbst sprechen. Sogleich bestieg der Bischof selbst den Richtstuhl, und sprach folgendes Urtheil aus: „Weil der Bauer durch Heimschleppung des Wildes sich an seiner Obrigkeit vergangen hat, soll er in die Haut des geraubten Thieres eingenäht, und den bischöflichen Jagdhunden Preis gegeben werden: wird er aber auf Händen und Füßen so schnell laufen, daß er den Hunden entgehen kann, so soll ihm das Leben geschenkt sein.“ — Das Urtheil wurde wirklich an dem armen Mann vollzogen. Er ward eingenäht, und auf einen freien Platz gebracht. Hier ließ der geistliche Herr die bewährtesten und größten seiner Jagdhunde auf den Unglücklichen los, setzte das Jagdhorn selbst recht freudig an den Mund, und nun fielen die Hunde sogleich über den Bauer wüthend her, und zerrissen ihn in viele Stücke. Den Tag darauf ritt dieses Scheusal auf die Jagd, stürzte mit seinem Pferde, und brach den Hals!
Ergebung in Gottes Willen bei Todesfällen.
Gottfried von Häseler, der im Jahre 1752 als Königlicher Geheimer Rath starb, erlebte das harte Schicksal, daß er innerhalb sieben Tagen seine vier ältesten, sehr hoffnungsvollen Söhne an den Blattern verlor. Drei derselben wurden an Einem Tage zu Grabe getragen. Mit großer Fassung folgte der weinende Vater ihren Särgen nach. Als der letzte eingesenkt wurde, kam ihm die Nachricht zu Ohren: eben sei der Vierte auch gestorben. Jetzt fiel er in Ohnmacht; aber sobald er sich erholt hatte, sprach er von diesem vielfachen, sehr schmerzlichen Verluste mit aller Gelassenheit eines Christen. Sein zärtliches Vaterherz empfand denselben freilich, so lange er lebte; er bezeugte es oft, daß er durch die harte göttliche Schickung sehr gebeugt worden sei; aber mit welcher Gemüthsfassung er solche ertragen habe, können seine eigenen Worte, womit er diesen Trauerfall in seinem Tagebuche aufzeichnete, am besten beweisen. Es sind folgende: „Im October 1723 hat uns der HErr über Leben und Tod ein Hartes erzeiget: innerhalb sieben Tagen sind unsere vier ältesten hoffnungsvollen Söhne uns an den Pocken durch den Tod entrissen worden. Gott erfreue ihre, durch das Blut Christi theuer erkauften Seelen vor dem Throne des Lammes in alle Ewigkeit! Uns arme, schmerzlich gebeugte Eltern lehre Er, seinen heiligen Rathschluß erkennen, und bedenken, daß, was Er thut, wohlgethan sei! — Einst sehen wir im Lichte, was hier auf Erden dunkel war, und rufen dann vereint mit unsern Kindern aus: Vater! hier sind wir und die du uns gegeben hast.“
Todesnachricht.
Mit tiefer Betrübniß machen wir den lieben Lesern, insonderheit den theuren Brüdern im Amte, hierdurch die Mittheilung, daß nach Gottes unerforschlichem Rathschlusse Herr C. H. Siegmund Buttermann, gewesener Pastor der deutschen ev.-lutherischen Gemeinde zu Chester, Randolph Co., Illinois, von dessen Eintritt in das heilige Amt wir Nr. 20 dieses Blattes mit großer Freude Kunde gegeben haben, am 12ten d. M. nach nur siebenstündigem Krankenlager an der Cholera verstorben ist.
Der Selige war geboren zu Weferlingen in der Provinz Sachsen, woselbst sein Vater Superin-
English translation AI translation
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of a number of congregations holds itself for the whole."
As regards the last point, I do not believe that this error actually occurs frequently; I have nowhere yet had opportunity to recognize it definitely, but hold it, especially among fanatical sects, to be indeed possible, and suppose that it may be found, e. g., also among many German Methodists. The first error, however, may be more frequent, perhaps among most Christians living on in the flesh; yet I believe also that among such persons there is as a rule no real concern at all whether they belong to the true Church.
Although the note, however, gives this explanation of the poem, one sees nevertheless from the poem itself that something else is meant. It seems to us as if the united opposition to the pure Confession had contributed a good part to the poet's enthusiasm. Of this the first verse bears witness among other things, which closes thus:
"Yet the eternal, holy, divine Dome
Stands not in Wittenberg, Geneva and Rome."
That is a very peculiar confession, resting either on ignorance of history or on a self-contradictory opinion. According to the poet's view the holy temple of the Church rests upon eternal pillars, and that is certainly so; but on earth, too, it is surely to be found? The poet says: it extends over heaven and earth. That is also true; but is it then merely invisible? The poet says: Only he who is consecrated to go in can see this wonderful structure. Apart from this, that this is not quite correct, for the Pharisees and haughty scribes undoubtedly saw that first little flock also, with its divine walk and divine joy in the Holy Ghost; apart from this, the poet must, if he knows history, also know that in Wittenberg the same Church was once seen and heard (as the shoemaker Hans Sachs says: "The Wittenberg nightingale, Whom one now hears everywhere"); perhaps one may still see it there today, if the LORD should happen to lead one to it. But if one can see it there, then it stands also in Wittenberg. Yet it is already evident enough that he is here merely expressing his opposition to the pure Confession. That this is "exclusive" is a matter of course. Also, in the same number of that paper "heretics" are spoken of, so that they themselves also declare their confession to be "exclusive."
As the German Methodists drive the Law in a perverted way, so these people the Union, so that they keep no clear eyes, but do not see the wood for the many trees. —
The heavens declare the glory of God, and the firmament showeth his handywork. Ps. 19, 2.
Athanasius Kirchner, a famous astronomer, convinced an atheist of the existence of God in the following manner: This man had namely long wished that someone might convince him of it, and Kirchner had already often tried it in vain. At last he hit upon the following idea: At the time when his friend was to come to him, he set a beautiful globe, representing the starry heaven, in a corner of his room. When his friend came, he busied himself with astronomical calculations, which obliged the other to look about the room meanwhile. Then he at once noticed the beautiful globe, and asked Kirchner whether it belonged to him? Who had made it and placed it there? Kirchner answered: it was not his, nobody had made it, it must have come there by chance. "That I cannot believe, it is improbable, it is absolutely impossible," replied the friend, and seemed to become indignant that Kirchner would persuade him of anything so foolish. Kirchner at once seized this opportunity and said: "You will not believe that this poor and small body arose of itself? How can you believe that the much greater and fairer original has become of itself, by a mere chance, such as we now see it and justly admire?" — By this happy device his friend was won, and recognized the folly of an atheist.
Vengeance is mine! I will repay! saith the LORD. Deut. 32, 35.
Michael, Bishop of Salzburg, a better hunter than priest, held in the year 1537 a great hunt, in which a stag that had been shot broke through the toils, and fell dead in the grain of a poor peasant. The poor peasant found the stag, took the booty with him, dressed the game, and for a considerable time nourished himself and his family on it. — But this was betrayed. The bishop had the poor man seized at once and thrown into a loathsome prison, as if he had been the greatest criminal. He commanded his government to bring the peasant to trial and to condemn him to a miserable death. The councillors, as honest men, had scruples about putting a man to death on account of a dead beast, and were unwilling to pronounce the sentence upon the peasant themselves. At once the bishop himself mounted the judgment seat, and pronounced the following sentence: "Because the peasant, by carrying home the game, has transgressed against his authority, he shall be sewn into the hide of the stolen animal and given up to the bishop's hounds; but if he will run so fast on hands and feet that he can escape the hounds, then his life shall be granted him." — The sentence was actually executed upon the poor man. He was sewn in, and brought to an open place. Here the spiritual lord let the best-trained and largest of his hounds loose upon the unfortunate man, put the hunting horn himself right joyfully to his mouth, and now the hounds at once fell furiously upon the peasant, and tore him in many pieces. The day after, this monster rode to the hunt, fell with his horse, and broke his neck!
Resignation to God's Will in Cases of Death.
Gottfried von Häseler, who died in the year 1752 as Royal Privy Councillor, experienced the hard lot that within seven days he lost his four eldest sons, full of great promise, by the smallpox. Three of them were carried to the grave on one day. With great composure the weeping father followed their coffins. When the last was lowered, the news came to his ears: the fourth also had just died. Now he fell into a swoon; but as soon as he had recovered, he spoke of this manifold, very painful loss with all the composure of a Christian. His tender father's heart felt it indeed as long as he lived; he often testified that he had been much bowed down by the hard divine dispensation; but with what frame of mind he bore it, his own words, with which he recorded this sorrowful event in his diary, can best prove. They are as follows: "In October 1723 the LORD of life and death has shown us a hard thing: within seven days our four eldest sons, full of hope, have been snatched from us by death through the smallpox. May God gladden their souls, dearly bought by the blood of Christ, before the throne of the Lamb to all eternity! Us poor parents, sorely bowed down, may He teach to recognize His holy counsel, and to consider that what He doeth is well done! — Once we shall see in the light what was dark here on earth, and shall then cry out together with our children: Father! here are we and those whom thou hast given us."
Announcement of a Death.
With deep affliction we hereby make known to the dear readers, especially to the dear brethren in office, that by God's unsearchable counsel Mr. C. H. Siegmund Buttermann, late pastor of the German Ev. Lutheran congregation at Chester, Randolph Co., Illinois, of whose entrance into the holy office we gave notice with great joy in No. 20 of this paper, died on the 12th inst. of the cholera after a sickness of only seven hours.
The deceased was born at Weferlingen in the Province of Saxony, where his father was Superin-