Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 26 › Seite 205
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-08-21, Seite 205
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jugend 5
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und Wein im Abendmahle lehrt, glaubt und bekennt, gleichwohl aber vor den geweihten Elementen nicht niederkniet und sie anbetet, weil nemlich, wie unser kleiner Katechismus lehrt, Christi Leib und Blut unter Brod und Wein uns Christen zu essen und zu trinken (nicht aber sie herumzutragen, anzubeten ꝛc.) von Christo selbst eingesetzt ist. Da würde ihm auch über das mitgetheilte Gespräch höchst wahrscheinlich ein anderes Licht aufgehen. Denn es gehört in der That nicht viel Unbefangenheit dazu, um herauszufinden, daß der Altlutherische seiner ein wenig habe spotten wollen, als der sich nicht nur für einen Lutheraner ausgab, sondern sich auch zu einem Kämpfer für ihre theuren Wahrheiten aufwirft, ohne doch die lutherische Lehre zu kennen, geschweige, daß er sich dazu bekennete und sie von Herzen gläubete, wie das ein jeder wahrer Altlutheraner thut.
Will übrigens der nun schon so oft gebrandmarkte Herr Weyl mit seinen scandalösen Geschichten von Altlutheranern fortfahren, so erwarte er von uns keine Erwiderung mehr, als die ihm nun wiederholt gegebene, daß er nemlich so lange als ein erbärmlicher Verleumder dasteht, so lange er nicht mit zeugenden Thatsachen, mit Gründen und Beweisen aus der Schrift und unsern Symbolen hervortritt, oder wenn er dieß, wie er gar wohl weiß, nicht kann, seine lügnerischen Ansinnungen und seine boshafte Verdächtigung unserer guten Sache widerruft, und lieber bußfertig zu dem theuern Glauben und Bekenntniß seiner Kirche zurückkehrt, statt daß er sich unter ihrem eigenen Namen erdreistet, ihr schnöder Feind zu sein! — A. C.
Mittheilung von Welthändeln.
Die politischen Begebenheiten sind seither der Art gewesen, daß sie immer wichtigere und entscheidendere erwarten ließen. Deßhalb haben wir diese Mittheilungen einige Zeit anstehen lassen, um nicht immer Halbes berichten zu müssen. Eine entscheidende Wendung ist in Deutschland wenigstens eingetreten. Der Frankfurter Reichstag hat sich in Folge der Zurückberufung der Abgeordneten der größeren deutschen Staaten aufgelöset; der gemäßigte Theil fügte sich in die Nothwendigkeit, nur ein kleiner, aus etwa hundert Gliedern der demokratischen Partei bestehend, widersetzte sich, wanderte nach Stuttgart und spielte dort eine kurze Zeit die lächerliche Rolle einer souveränen, ganz Deutschland Gesetze vorschreibenden Versammlung, bis er, durch würtemberger Militär gewaltsam auseinander getrieben, in alle vier Winde zerstoben ist. Der Reichsverweser hat Frankfurt auch verlassen, vielleicht um nie zurückzukehren; denn was soll er auch fernerhin dort? Der König von Preußen hat nun eine eigene deutsche Reichsverfassung in Vorschlag gebracht und beabsichtigt, sich an die Spitze eines deutschen Staatenbundes zu stellen, wenn anders die Eifersucht Oestreichs, das an Baiern und Würtemberg Bundesgenossen hat, es dazu kommen lassen wird. Uebrigens ist er eifrigst bemühet, durch Niederkämpfung der republikanischen Aufstände hin und her Ruhe und Ordnung herzustellen und sich dadurch den Dank der kleinern Fürsten zu verdienen. Nachdem preußische Soldaten den Aufstand in Dresden gedämpft hatten, zog ein ansehnliches preußisches Heer nach Baden und schlug die Insurgenten aufs Haupt, mit welcher Arbeit es bei Abgang der letzten Nachrichten bis auf die Eroberung der Festung Rastatt fertig war. So ist denn jetzt ein Interregnum (Zwischenreich) eingetreten; die jüngst geschaffene sogenannte Centralgewalt hat ihre ruhmlose Laufbahn vollendet, der alte seit 1815 bestehende deutsche Bund ist thatsächlich aufgelöset. Was wird nun im Rathe der hohen Wächter über Deutschland beschlossen sein? Wer wünscht nicht seinen Brüdern nach dem Fleisch Friede, Ordnung und Wohlfahrt, aber noch viel mehr Rückkehr von den löcherichten Brunnen zur lebendigen Quelle, die sie verlassen haben? — In Leipzig ist ein Verein bemüht, zeitgemäße Schriften Luthers durch neuen Abdruck unter das deutsche Volk zu verbreiten.
In Ungarn ists noch zu keiner entscheidenden Schlacht gekommen und die mehrmaligen Gerüchte von ungeheuern Siegen der Ungarn über die Russen haben sich nicht bestätigt; doch behaupten die erstern immer noch ihre früher errungenen Vortheile. So lange die Ungarn nicht gänzlich bezwungen sind, so lange stehen allerdings die Throne noch nicht sicher. Ein siegreiches Vordringen derselben würde dem ganzen Deutschland, vielleicht Europa plötzlich ein anderes Ansehen geben. Unglaublich wäre es nicht, daß die Ungarn der vereinten Macht Rußlands und Oestreichs Trotz böten. Etwas Aehnliches geschah ehedem von den Hussiten. Und wer weiß, ob nicht die Ungarn von Gott zu einer Geißel wider das mit vielen Blutschulden beladene östreichische Kaiserhaus ausersehen sind?
Rom ist Anfang Julis nach längerer Beschießung und nicht ohne Ströme Blutes in die Hände der Franzosen gefallen. Die Sieger scheinen aber in nicht geringer Verlegenheit zu sein, was sie mit ihrer Beute machen sollen. Der Pabst ist noch nicht zurückgekehrt, obwohl ihm die Franzosen die Schlüssel der Stadt gesendet haben. —
„So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und laß dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend.“ Pred. Sal. 11, 9.
Hierüber schreibt Luther: „Das ist, gibt dir Gott Freude, so brauche derselben; schicket er dir Trübsal zu, erschrick nicht, verzage nicht. Also sollte man die jungen Leute von Jugend auf unterweisen: und welche Jünglinge nicht dieser Vermahnung folgen, da wird kein rechtschaffener Mann draus. Denn junge Leute sind heiß vor dem Kopfe, und sind noch vieler Dinge unerfahren, darum können sie nicht weichen, oder die große Bosheit und Undankbarkeit der Welt tragen. Darum ist Salomo ein rechter königlicher Schulmeister. Er verbeut der Jugend nicht, bei denen Leuten zu sein, oder fröhlich zu sein, wie die Mönche ihren Schülern; denn da werden eitel Hölzer und Klötzer draus, wie denn auch aller Mönche Mutter, Anselmus, gesagt hat: Ein junger Mensch, so eingespannet, und von Leuten abgezogen, sei gleich, wie einen feinen jungen Baum, der Frucht tragen könnte, in einen engen Topf pflanzen. Denn also haben die Mönche ihre Jugend gefangen, wie man Vögel in die Bauer setzet, daß sie die Leute nicht sehen, noch hören mußten, mit niemand reden durften. Es ist aber der Jugend gefährlich, also allein zu sein, also gar von Leuten abgesondert zu sein.
Darum soll man junge Leute lassen hören und sehen, und allerlei erfahren; doch daß sie zu Zucht und Ehren gehalten werden. Es ist nicht ausgerichtet mit solchem mönchischem Zwange. Es ist gut, daß ein junger Mensch viel bei den Leuten sei; doch daß er ehrlich zur Redlichkeit und Tugend gezogen, und von Lastern abgehalten werde. Jungen Leuten ist solcher tyrannischer mönchischer Zwang ganz schädlich, und ist ihnen Freude und Ergötzen so hoch vonnöthen, wie ihnen Essen und Trinken ist; denn sie bleiben auch desto eher bei Gesundheit.
So soll man an einem Menschen fürnehmlich Fleiß haben, daß er Gott fürchte und erkenne Gottes Wort, höre und lerne, eines ehrbaren Gemüths werde: wenn er im Herzen gottesfürchtig und fromm ist, so ist der Leib bald darnach gezogen. Darum muß man darauf auch Achtung geben, daß er nicht mönchisch gezogen, und zu gar schwermüthig erzogen werde, darnach Art und Natur ist; allein, daß man gut Achtung darauf gebe, daß er nicht in ein wüstes Wesen und Büberei gerathe. Denn schwelgen, spielen, buhlen sind nicht Herzens Freude, davon er hier redet, sondern bringen oft Traurigkeit.
Die Todesstrafe.
Ludwig XI., König von Frankreich, sprach sich einst mit großer Entrüstung in einer Gesellschaft darüber aus, daß ein Missethäter nun schon den dritten Mord begangen habe. Sein Hofnarr, der dies hörte, erwiederte hierauf: „Dieser Mensch hat nur den ersten Mord selbst begangen, den zweiten und dritten hast Du begangen, König! Denn hättest du ihn nicht nach der ersten Mordthat begnadigt, so hätte er nicht noch die anderen begehen können.“ Hier traf das Sprüchwort ein: Kinder und Narren reden die Wahrheit.
Bericht des Predigers Kuhl von den sogenannten Altlutheranern im Westen.
Im Weyl'schen Kirchenboten, No. 16 laufenden Jahres, erstattet ein gewisser Herr Kuhl, ein Zögling des Gettysburger Seminars, seit vorigem Herbst Prediger einer mit der Generalsynode jüngst in Verbindung getretenen Gemeinde in Quincy, Illinois, Bericht über die kirchlichen Zustände des Westens. Bei dieser Gelegenheit kommt der bezeichnete Berichterstatter auch auf die hiesigen sogenannten Altlutheraner. Von diesen berichtet er Folgendes:
„Was die Altlutheraner, die ziemlich zahlreich
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and wine in the Lord's Supper, believes and confesses it, yet does not kneel before the consecrated elements and worship them, because, namely, as our Small Catechism teaches, the body and blood of Christ under the bread and wine were instituted by Christ Himself for us Christians to eat and to drink (and not to carry about, to worship, etc.). Then the conversation reported would most probably appear to him in a different light. For in truth it requires no great degree of impartiality to discover that the Old Lutheran meant to make a little sport of him, since he not only gave himself out as a Lutheran, but also sets himself up as a champion of their precious truths, without even knowing the Lutheran doctrine, let alone confessing it and believing it from the heart, as every true Old Lutheran does.
If, moreover, Mr. Weyl, who has by now been branded so often, wishes to continue with his scandalous stories about Old Lutherans, let him expect from us no other reply than that already given him repeatedly, namely, that he stands as a wretched slanderer so long as he does not come forward with convincing facts, with reasons and proofs from the Scriptures and our Symbols, or, if he cannot do this, as he knows full well, retracts his lying insinuations and his malicious aspersion of our good cause, and rather returns penitently to the precious faith and confession of his Church, instead of presuming, under her own name, to be her contemptible enemy! — A. C.
Report of Current Affairs.
The political events have hitherto been of such a kind that they led one to expect ever more important and decisive ones. For this reason we have let these reports lie over for some time, so as not always to have to report things half-finished. A decisive turn has at least occurred in Germany. The Frankfurt Imperial Diet has dissolved itself as a result of the recall of the deputies of the larger German states; the moderate part submitted to the necessity; only a small remnant, consisting of about a hundred members of the democratic party, resisted, removed to Stuttgart and played there for a short time the ridiculous role of a sovereign assembly prescribing laws for all Germany, until, driven apart by force by Württemberg troops, it was scattered to all four winds. The Imperial Regent has also left Frankfurt, perhaps never to return; for what should he do there henceforth? The King of Prussia has now proposed a German imperial constitution of his own, and intends to place himself at the head of a German confederation, if only the jealousy of Austria, which has allies in Bavaria and Württemberg, will allow it to come to that. Moreover, he is most zealously endeavoring, by suppressing the republican uprisings here and there, to restore peace and order and thereby to earn the thanks of the lesser princes. After Prussian soldiers had quelled the uprising in Dresden, a considerable Prussian army marched into Baden and defeated the insurgents, in which work it was, at the departure of the last news, finished except for the capture of the fortress of Rastatt. Thus an interregnum (period between reigns) has now set in; the so-called Central Power, recently created, has completed its inglorious career; the old German Confederation, existing since 1815, is in fact dissolved. What now may have been resolved in the council of the high watchmen over Germany? Who does not wish his brethren according to the flesh peace, order and prosperity, but still much more a return from the broken cisterns to the living fountain which they have forsaken? — In Leipzig a society is endeavoring to spread among the German people, by a new printing, such writings of Luther as suit the times.
In Hungary it has not yet come to a decisive battle, and the repeated rumors of tremendous victories of the Hungarians over the Russians have not been confirmed; nevertheless the former still maintain the advantages they won earlier. So long as the Hungarians are not wholly subdued, so long, to be sure, the thrones are not yet secure. A victorious advance of the same would suddenly give all Germany, perhaps Europe, a different aspect. It would not be incredible that the Hungarians should defy the united power of Russia and Austria. Something similar happened formerly with the Hussites. And who knows whether the Hungarians have not been chosen by God as a scourge against the Austrian imperial house, laden with many blood-guiltinesses?
Rome fell at the beginning of July, after a lengthy bombardment and not without streams of blood, into the hands of the French. The victors, however, seem to be in no small embarrassment as to what they shall do with their prey. The Pope has not yet returned, although the French have sent him the keys of the city. —
"Rejoice, O young man, in thy youth, and let thy heart cheer thee in the days of thy youth." Eccl. 11, 9.
Concerning this Luther writes: "That is, if God gives thee joy, then use it; if He sends thee tribulation, be not afraid, despair not. Thus should one instruct young people from their youth up: and such young men as follow not this exhortation, of them will come no upright man. For young people are hot in the head, and are as yet inexperienced in many things, therefore they cannot yield, or bear the great wickedness and ingratitude of the world. Therefore Solomon is a right royal schoolmaster. He forbids not the young to be among people, or to be merry, as the monks do with their pupils; for there come of them mere sticks and blocks, as also the mother of all monks, Anselm, has said: A young person, so cooped up, and drawn away from people, is like planting a fine young tree, that might bear fruit, in a narrow pot. For thus have the monks imprisoned their youth, as one puts birds in a cage, so that they must not see nor hear the people, and dared speak with no one. But it is dangerous for the young to be thus alone, thus wholly separated from people.
Therefore one should let young people hear and see, and learn all manner of things; yet so that they be kept in discipline and honor. Nothing is accomplished with such monkish constraint. It is good that a young person be much among people; yet so that he be honestly trained to uprightness and virtue, and be kept from vices. For young people such tyrannical monkish constraint is altogether harmful, and joy and recreation are as needful to them as eating and drinking; for they also remain the sooner in health.
So one should take chief pains with a person that he fear God and know God's Word, hear and learn it, and become of an honorable disposition: if he is godly and pious in heart, the body is soon trained accordingly. Therefore one must also give heed to this, that he be not trained monkishly, and brought up too melancholy, according as his nature and temperament is; only that one take good heed that he fall not into a wild way of life and rascality. For carousing, gaming, wantonness are not the joy of heart of which he here speaks, but often bring sadness.
Capital Punishment.
Louis XI, King of France, once expressed himself with great indignation in company over the fact that a malefactor had now already committed the third murder. His court jester, who heard this, replied: "This man has himself committed only the first murder; the second and third thou hast committed, O King! For hadst thou not pardoned him after the first murder, he could not have committed the others." Here the proverb applied: Children and fools speak the truth.
Report of Pastor Kuhl on the So-called Old Lutherans in the West.
In the Weyl'sche Kirchenbote, No. 16 of the current year, a certain Mr. Kuhl, a pupil of the Gettysburg Seminary, since last autumn pastor of a congregation in Quincy, Illinois, recently joined with the General Synod, submits a report on the churchly conditions of the West. On this occasion the said reporter also touches upon the so-called Old Lutherans here. Of these he reports the following:
"As for the Old Lutherans, who are rather numerous