Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 14 › Seite 105
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-03-05, Seite 105
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeindekonſtitution 3
Der Lutheraner.
„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“
Herausgegeben von der deutschen evangelisch-lutherischen Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
Jahrgang 6. St. Louis, Mo., den 5. März 1850. No. 14.
Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.
Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, sind an den Redacteur, alle anderen aber, welche Geschäftliches, Bestellungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu senden.
Gemeinde-Ordnung für die deutsche evangelisch-lutherische Gemeinde ungeänderter Augsburgischer Confession in St. Louis, Mo., 1843.*)
*) Wir theilen diese wenigen Paragraphen unserer hiesigen Gemeindeordnung mit, hierzu von mehreren Brüdern wiederholt aufgefordert. D. R.
§ 1.
Da nach Gottes Wort (1 Cor. 14, 40. Col. 2, 5.) in jeder christlichen Gemeinde Alles ehrlich und ordentlich zugehen soll und dem zu Folge unsere Väter durch Verabfassung christlicher Kirchenordnungen vorangegangen sind; so haben wir, eine Anzahl deutscher Lutheraner, in hiesiger Stadt und Umgegend wohnhaft, uns verbunden, zusammen eine Parochie zu bilden, und wir legen durch gegenwärtiges, von uns namentlich unterzeichnetes Document die Ordnung nieder, unter welcher wir in einem Gemeinde-Verbande stehen und die Verwaltung der innern und äußern Angelegenheiten unserer Gemeinschaft bestimmen.
§ 2.
Unsere Kirche und Gemeinde soll den Namen führen: Die Dreieinigkeitskirche der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Ungeänderter Augsburgischer Confession zu St. Louis, Mo.
§ 3.
In unserer Gemeinde werden alle kanonischen Bücher des Alten und Neuen Testaments als Gottes geoffenbartes Wort anerkannt und sämmtliche symbolische Bücher der evangelisch-lutherischen Kirche als die aus dem Worte Gottes gezogene Form und Norm, nach welcher, weil sie aus Gottes Wort genommen, nicht nur die Lehre in unserer Gemeinde geführt und geprüft, sondern auch alle vorfallende Lehr- und Religionsstreitigkeiten geurtheilt und regulirt werden sollen. Diese sind: die drei Hauptsymbola, die ungeänderte Augsburgische Confession, derselben Apologie, die Schmalkaldischen Artikel, Dr. Luthers kleiner und großer Katechismus, die Concordienformel und die Visitationsartikel.
Es kann daher
§ 4.
Niemand ein Glied, noch weniger ein Beamter dieser Gemeinde sein noch werden, noch einen Antheil an den Rechten eines Gemeindegliedes haben, als wer:
a) getauft ist;
b) sich zu allen kanonischen Büchern des Alten und Neuen Testaments, als zu der einigen göttlichen Regel und Richtschnur des Glaubens und Lebens, bekennt, und
c) bei etwa noch vorhandenem Mangel an Kenntniß sämmtlicher vorgenannter symbolischen Bücher zum wenigsten die Augsburgische Confession und den kleinen Katechismus Lutheri kennt und sich dazu bekennt;
d) nicht in offenbaren Werken des Fleisches lebt (Gal. 5, 19—21.), sondern einen christlichen Wandel führt;
e) das heilige Abendmahl zum öftern mitgenießt, wenn er zu den Erwachsenen gehört;
f) sich den Ordnungen, welche gemeinschaftlich festgesetzt sind, und noch festgesetzt werden sollten, so weit sie dem Worte Gottes nicht zuwider sind, unterwirft und sich in brüderlicher Liebe zurechtweisen läßt, wo er gefehlt hat.
§ 5.
Stimmfähig sind nur diejenigen männlichen Gemeindeglieder, welche das einundzwanzigste Jahr ihres Alters erfüllt und die Gemeinde-Ordnung unterschrieben haben, und wählbar allein diejenigen, welche das fünfundzwanzigste Jahr ihres Alters erfüllt haben und bereits ein Jahr Gemeindeglied gewesen sind.
§ 6.
Jedes Gemeindeglied ist verpflichtet, nach Vermögen
a) zur Erhaltung von Schule und Kirche,
b) zur Deckung der sämmtlichen Gemeindeschulden
verhältnißmäßig beizutragen.
c) Wenn jemand drei Monate lang zur Communkasse keinen Beitrag gegeben, sich auch wegen Armuth nicht entschuldigt hat, so hat der Vorsteher die Verpflichtung, ihn brüderlich zu ermahnen.
§ 7.
Wird ein Gemeindeglied nach fruchtloser Anwendung der in Gottes Wort vorgeschriebenen Stufen der Ermahnung (Matth. 18, 15—20.), wo selbige möglich sind, von der Gemeinde ausgeschlossen, so wird dasselbe dadurch aller Rechte eines Gemeindegliedes und an jegliches Besitzthum der Gemeinde, als solcher, verlustig, so lange als dasselbe nicht wieder in die Gemeinde aufgenommen worden ist.
Dasselbe gilt auch von denjenigen Gemeindegliedern, welche freiwillig aus dem Gemeindeverband heraustreten, oder diesen Austritt durch ihren Wegzug bewirken, wenn sie ihre Verbindung mit der Gemeinde dadurch aufheben.
§ 8.
Das Pfarramt in der Gemeinde kann nur einem solchen Prediger übertragen werden, der sich zu allen kanonischen Büchern des Alten und Neuen Testaments, als Gottes geoffenbartem Worte, und zu den daraus abgeleiteten sämmtlichen symbolischen Büchern der evangelisch-lutherischen Kirche, deren § 3 gedacht, bekennt, worauf derselbe sowohl als der Schullehrer bei seiner Vocation verpflichtet wird.
§ 9.
Die Gemeinde in ihrer Gesammtheit hat die oberste Gewalt in der äußern und innern Verwaltung aller kirchlichen und Gemeindeangelegenheiten; keine Anordnung oder Entscheidung für die Gemeinde, oder für ein Gemeindeglied als solches, hat eine Gültigkeit, mag sie von einem Einzelnen oder von einem Körper in der Gemeinde ausgehen, wenn sie nicht im Namen und nach einer von der Gemeinde gegebenen allgemeinen oder besondern Vollmacht geschieht; und was im Namen und nach einer von der Gemeinde gegebenen Vollmacht von Einzelnen oder kleineren Körpern angeordnet und entschieden wird, kann allezeit an die Gemeinde, als an den obersten Gerichtshof, zur letzten Entscheidung gebracht werden. Doch hat auch die Gemeinde kein Recht, irgend etwas wider Gottes Wort und die Symbole der reinen evangelisch-lutherischen Kirche
English translation AI translation
Der Lutheraner.
"God's Word and Luther's doctrine shall pass away never and nevermore."
Published by the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States.
Edited by C. F. W. Walther.
Volume 6. St. Louis, Mo., March 5, 1850. No. 14.
Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks at the yearly subscription price of One Dollar for subscribers living at a distance, who are to pay it in advance and bear the postage. — In St. Louis each single number is sold for 5 Cents.
Only those letters which contain communications for the paper are to be sent to the Editor; all others, which contain business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent hither under the address: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.
Congregational Constitution for the German Evangelical Lutheran Congregation of the Unaltered Augsburg Confession in St. Louis, Mo., 1843.*)
*) We communicate these few paragraphs of our local congregational constitution, having been repeatedly requested to do so by several brethren. The Editor.
§ 1.
Since according to God's Word (1 Cor. 14:40; Col. 2:5) everything in every Christian congregation is to be done decently and in order, and our fathers have accordingly gone before us by drawing up Christian church orders; therefore we, a number of German Lutherans dwelling in this city and its surroundings, have united ourselves to form together one parish, and we hereby set down, in this document signed by us by name, the constitution under which we stand in one congregational union and by which we determine the administration of the internal and external affairs of our community.
§ 2.
Our church and congregation shall bear the name: The Trinity Church of the German Evangelical Lutheran Congregation of the Unaltered Augsburg Confession at St. Louis, Mo.
§ 3.
In our congregation all the canonical books of the Old and New Testaments are acknowledged as God's revealed Word, and all the symbolical books of the Evangelical Lutheran Church as the form and norm drawn from the Word of God, according to which, because they are taken from God's Word, not only shall doctrine in our congregation be conducted and tested, but also all occurring controversies concerning doctrine and religion shall be judged and settled. These are: the three chief symbols, the Unaltered Augsburg Confession, its Apology, the Smalcald Articles, Dr. Luther's Small and Large Catechism, the Formula of Concord, and the Visitation Articles.
Therefore
§ 4.
no one can be or become a member, still less an officer, of this congregation, nor have a share in the rights of a member of the congregation, unless he:
a) is baptized;
b) confesses all the canonical books of the Old and New Testaments as the sole divine rule and standard of faith and life, and
c) in case of any lack of knowledge of all the aforesaid symbolical books, at the very least knows the Augsburg Confession and Luther's Small Catechism, and confesses them;
d) does not live in the manifest works of the flesh (Gal. 5:19-21), but leads a Christian walk;
e) partakes of the Holy Supper often, if he is among the adults;
f) submits himself to the orders which have been jointly established, and which may yet be established, so far as they are not contrary to the Word of God, and lets himself be admonished in brotherly love where he has erred.
§ 5.
Only those male members of the congregation have a vote who have completed the twenty-first year of their age and have signed the Constitution, and only those are eligible to office who have completed the twenty-fifth year of their age and have already been members of the congregation one year.
§ 6.
Every member of the congregation is obliged, according to his ability,
a) to the maintenance of school and church,
b) to the discharge of all the debts of the congregation
to contribute proportionately.
c) If anyone for three months has given no contribution to the common treasury, and has not excused himself on account of poverty, the Elder is under obligation to admonish him in a brotherly manner.
§ 7.
If a member of the congregation, after fruitless application of the steps of admonition prescribed in God's Word (Matt. 18:15-20), where these are possible, is excluded from the congregation, he thereby forfeits all rights of a member of the congregation and any claim to the possessions of the congregation as such, so long as he has not been received again into the congregation.
The same holds also for those members of the congregation who voluntarily withdraw from the congregational union, or effect this withdrawal by their removal from the place, if they thereby dissolve their connection with the congregation.
§ 8.
The pastoral office in the congregation can be entrusted only to such a preacher as confesses all the canonical books of the Old and New Testaments as God's revealed Word, and all the symbolical books of the Evangelical Lutheran Church derived therefrom, mentioned in § 3; whereupon he, as well as the schoolteacher, is pledged at his call.
§ 9.
The congregation in its entirety has the supreme authority in the external and internal administration of all churchly and congregational affairs; no ordinance or decision for the congregation, or for a member of the congregation as such, has validity, whether it proceeds from an individual or from a body in the congregation, unless it is done in the name and according to a general or special authority given by the congregation; and what is ordained and decided in the name and according to an authority given by the congregation, by individuals or smaller bodies, can at any time be brought to the congregation, as to the highest court, for final decision. Yet the congregation also has no right to do anything contrary to God's Word and the symbols of the pure Evangelical Lutheran Church