Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 14 › Seite 108
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-03-05, Seite 108
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christlichen Unterricht das Erkenntniß Gottes in dieselben gepflanzet, ihr eigner Wille gebrochen, und sie zu guter Zucht und Ordnung angewiesen werden.
Bedenket, 2) daß Gott die Seelen der Kinder auf eure Seelen gebunden habe, und daß er an jenem Tage Rechenschaft dafür fordern werde, wenn ihr sie entweder außer der Schule müßig habt herumlaufen, und schändlich verwildern lassen, oder sie nur zu irdischer Arbeit angehalten, und euch um ihre Seelen nicht bekümmert. Gehen sie durch eure Schuld in ihrer Unwissenheit und Bosheit verloren, so wird Gott ihr Blut von euren Händen fordern.
Bedenket, 3) daß es der ernste Befehl Gottes ist, daß ihr eure Kinder in der Zucht und Vermahnung zum HErrn auferziehet sollet, Ephes. 6, 4. Weil aber euer mühsamer Beruf euch hindert, genugsame Zeit auf die Unterrichtung und Vermahnung eurer Kinder zu wenden; so seid ihr schuldig, die gute Gelegenheit, die euch Gott durch öffentliche Schulen dazu gibt, dankbarlich zu gebrauchen, damit durch den Dienst christlicher Schullehrer die Kinder in der Zucht und Vermahnung zum HErrn auferzogen werden.
Bedenket, 4) wie es euch selbsten so übel gefalle, wenn ihr in eurer Kindheit versäumet worden, und wie ihr's so oft bedauert, wenn ihr nicht lesen und schreiben könnet; hingegen, wie ihr's euern Eltern noch unter der Erde danket, wenn sie euch fleißig zur Schule gehalten haben. Wohlan, so thut denn diese Barmherzigkeit an euern Kindern, damit sie nicht, wenn ihr längst verweset seid, über eure Lieblosigkeit klagen und seufzen müssen.
Bedenkt, 5) wie gerne manche Eltern ihre Kinder in eine evangelische Schule schicken würden, wenn sie nur dürften, und wie die guten Salzburger Gott dafür würden gelobet haben, wenn sie in ihrem Lande christliche und evangelische Schulen gehabt hätten. Ach! seid nicht undankbar gegen Gott, der euch durch die Vorsorge der hohen Obrigkeit*) diese unschätzbare Wohlthat gönnet, daher ihr fast in allen euren Flecken und Dörfern dieselben vor der Thür haben könnet.
*) Der selige Rambach redet hier mit Eltern, die einst in Deutschland unter einer Obrigkeit lebten, welche für Einrichtung wahrhaft evangelischer Schulen Sorge trug. Hier, wo die Obrigkeit nichts für das Christenthum thun will, müssen die Eltern selbst dafür Sorge tragen. Eltern, die sich hier damit begnügen, daß ihre Kinder die von unserer Obrigkeit angerichteten englischen öffentlichen Schulen besuchen, zeigen damit nicht nur, daß sie keine Christen sind, sondern auch, daß sie selbst nicht werth sind, den Namen eines Deutschen zu tragen. D. R.
Bedenket, 6) daß Gott ebenso mit euch umgehen werde, wie ihr mit euern Kindern umgehet, und daß er entweder seinen Fluch auf eure Arbeit und Nahrung legen werde, wenn ihr am Schulgelde sparet wollet, oder, daß er euch reichlich werde segnen, wenn ihr einen Theil eures Vermögens anwendet, eure Kinder wohl erziehen zu lassen.
Bedenket, 7) daß eure Kinder es euch noch im Himmel danken werden, wenn ihr nichts an ihnen gespart habt, rechtschaffene Christen aus ihnen zu machen; daß sie aber auch in der Hölle ewig Ach und Wehe über euch schreien, und euch unaufhörlich verfluchen werden, wenn ihr sie in der Unwissenheit und Bosheit habt aufwachsen lassen zu ihrem ewigen Verderben.
Die Ursachen, geliebte Eltern, sollen euch billig bewegen, nicht nur zu Hause eure Kinder zum Singen und Lesen anzuhalten, sie zum Gebet bei dem Aufstehen und Niederlegen, vor und nach Tische, anzugewöhnen, und sie zu ermahnen, daß sie öfters an Gott gedenken, ihm für alles danken und sich der Ehrbarkeit und Tugend befleißigen, sondern sie auch fleißig und täglich zur Schule zu schicken, damit diese jungen Pflanzen täglich gewartet und begossen werden können.
Sprecht ihr, 1), „es falle euch zu schwer, das Schulgeld aufzubringen, zumal, da ihr der Kinder mehr hättet“; so wird euch Lutherus in dem gedachten Büchlein lehren, daß kein Geld besser angewendet werden könne, als dieses, das ihr an die theuer erkauften Seelen eurer Kinder wendet. Gott wird euch desto reichlicher wieder an eurer Nahrung segnen, wenn ihr einen Theil dessen, was er euch bescheret, eure lieben Kinder mitgenießen lasset. Brechet lieber an andern unnöthigen und sündlichen Ausgaben etwas ab, die Gott ohne dem an jenem Tage in eurer Rechnung nicht wird passiren lassen. Ueber dieses sind ja auch an manchen Orten freie Schulen, welche der Gemeinde wenig oder nichts kosten. Es würde auch ein Gott wohlgefälliges Werk sein, wenn an einem und andern Orte wohlhabende Leute, die entweder keine Kinder haben, oder doch den ihrigen genug nachlassen, etwas bei ihrem Tode dazu vermachten, davon nach und nach ein Kapital gesammelt und sicher untergebracht werden könnte, von dessen Zinsen ein Schulmeister desselben Orts, ohne Beschwerung der Gemeinde, einen Zuschuß davon genießen könne.*) Denjenigen Eltern aber, die ganz arm sind, und keinen Schullohn geben können, werden die Herrn Pfarrer jedes Ortes gern mit einer Steuer aus dem Kirchenkasten, wenn es dieser vermag, zu Hülfe zu kommen suchen.
*) Zinsen zu zahlen für ein Kapital, das diesen Zweck hat, ist keine Unterstützung des Wuchers, was es sonst wäre, sondern ein Werk der Barmherzigkeit, wie das Zinsenzahlen an Wittwen und Waisen. D. R.
Sprecht ihr, 2) „ihr hättet eure Kinder zu eurer Haus- und Feldarbeit nöthig, sie müßten den ganzen Frühling, Sommer und Herbst hindurch draußen im Felde bei dem Viehe bleiben“; so bedenket doch, wie übel ihr euern armen Kindern rathet und vorstehet, daß ihr über euerm Ackerbaue ihr Gemüth wüste liegen und verwildern, und über eurer Viehzucht sie selbst viehisch werden lasset. Was wird Gott dazu sagen? Wird er nicht den Fluch in eure Arbeit schicken? Möget ihr doch außer den Schulstunden eure Kinder mit zur Arbeit anhalten; aber, daß ihr sie deswegen von der Schule abhaltet, damit ihr indessen einen irdischen Vortheil durch sie machen möget, das wird Gott gewiß mit Armuth, Mangel und Krankheit strafen, und was ihr auf eine solche Art gewinnet, wieder zerrinnen lassen.
Sprecht ihr, 3) „mein Kind lernet nichts in der Schule, ja, es bringet mehr Böses, als Gutes mit nach Hause“; so liegt die Schuld vielleicht an seiner eigenen Faulheit, oder daran, daß ihr es zu Hause nicht wieder aufsagen lasset, was es in der Schule gelernt hat, daher alles sogleich wieder vergessen wird. Vielleicht kann es auch eben deswegen nichts lernen, weil es so unfleißig zur Schule geschickt wird. Uebrigens sind freilich unter einem großen Haufen Kinder immer einige räudige Schafe, die andere anstecken können. Ihr müsset aber eure Kinder desto fleißiger zu Hause vermahnen, daß sie sich nicht nach andrer bösem Exempel, sondern nach Gottes Wort richten, und Gott vor Augen haben. Habt ihr aber sonst was wegen übler Zucht in der Schule zu erinnern, so zeigts euerm Herrn Pfarrer an, damit es gebessert werde, und behaltet eure Kinder deswegen nicht aus der Schule.
Sprecht ihr, 4) „mein Kind kann sich mit dem Katechismus nicht lange herumschleppen, genug, daß es ein wenig beten und lesen, und einige Sprüchlein hersagen kann. Ich habe es auch in meiner Jugend nicht weiter gebracht, und hoffe doch, selig zu werden. Gott wird von uns armen Leuten so viel nicht fordern. Wir wollen bei unserer Einfalt bleiben“ ꝛc. ꝛc. — so wisset, daß die wahre christliche Einfalt keine Dummheit und Unwissenheit sei. Und da euch Gott öffentliche Schulen für eure Kinder anweisen, und durch die hohe Obrigkeit befehlen lässet, daß ihr eure Kinder bis ins vierzehnte Jahr hinein schicken solltet: so wird er auch Rechenschaft von euch fordern, wie ihr und eure Kinder diese gute Gelegenheit gebraucht habt. Je weniger ein Christ aus Gottes Wort weiß, desto mehrern Zweifeln und Versuchungen ist er unterworfen*): daher die Apostel so ernstlich darauf dringen, daß wir in der Erkenntniß unsres HErrn JEsu Christi wachsen sollen, 2 Petr. 3, 18. Seid ihr in eurer Jugend versäumt worden, so ist es euch gar keine Schande, wenn eure Kinder, durch fleißiges Schulgehen, es weiter in der Erkenntniß des Christenthums bringen, als ihr es habt bringen können.
*) Von welchen traurigen Folgen es in dieser Beziehung sei, daß so viele Deutsche in ihrem alten Vaterlande keinen guten und vollständigen Jugendunterricht in der reinen christlichen Lehre genossen haben, sieht man unter anderem daran, daß hier leider! so viele sogleich abfallen und die Religion und Kirche ihrer frommen Vorväter verlassen, wenn sie von den Predigern der hiesigen schwärmerischen Secten nur ein wenig in Versuchung geführt werden. Es betrübt sich wohl mancher Vater herzlich darüber, daß sein Kind ein Methodist, Baptist und dergleichen geworden ist, aber er bedenkt nicht, daß er vielleicht selbst die Schuld davon trägt, indem er sein Kind nicht in einer rechtgläubigen Schule der wahren Lehre wohl gründen ließ. D. R.
Nun sehet, geliebte Freunde, daß alle eure Entschuldigungen, die ihr vorbringt, warum ihr eure Kinder nicht fleißiger zur Schule haltet, nicht hinreichen, eure Nachlässigkeit zu entschuldigen. Fahret daher nicht länger fort, durch Ungehorsam gegen den Befehl Gottes und der hohen Obrigkeit, eine schwere Verantwortung auf euch zu laden. Bittet Gott, daß er eure bisherigen Fehler in der Kinderzucht euch um Christi willen ver
English translation AI translation
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Christian instruction the knowledge of God may be planted in them, their own will broken, and they directed to good discipline and order.
Consider, 2) that God has bound the souls of the children upon your souls, and that He will require an account for it on that day, if you have either let them run idly about outside of school and grow shamefully wild, or have kept them only to earthly labor and have not troubled yourselves about their souls. If through your fault they are lost in their ignorance and wickedness, God will require their blood at your hands.
Consider, 3) that it is the earnest command of God that you should bring up your children in the nurture and admonition of the Lord, Eph. 6:4. But since your toilsome calling hinders you from devoting sufficient time to the instruction and admonition of your children, you are bound thankfully to use the good opportunity which God gives you for this through public schools, so that through the service of Christian schoolteachers the children may be brought up in the nurture and admonition of the Lord.
Consider, 4) how ill it pleases yourselves, when you were neglected in your childhood, and how often you lament it when you cannot read and write; on the other hand, how you thank your parents even under the earth, when they kept you diligently at school. Well then, show this mercy to your children, that they may not, when you have long since decayed, have to complain and sigh over your lack of love.
Consider, 5) how gladly many parents would send their children to an evangelical school, if only they were allowed, and how the good Salzburgers would have praised God for it, if they had had Christian and evangelical schools in their land. Ah! be not ungrateful toward God, who through the care of the high authorities*) grants you this inestimable benefit, so that you can have them almost in all your villages and hamlets at your very door.
*) The blessed Rambach is here speaking with parents who once lived in Germany under an authority which took care for the establishment of truly evangelical schools. Here, where the authorities will do nothing for Christianity, the parents themselves must take care of it. Parents who here content themselves with their children attending the English public schools established by our authorities show thereby not only that they are no Christians, but also that they are themselves not worthy to bear the name of a German. The Editor.
Consider, 6) that God will deal with you just as you deal with your children, and that He will either lay His curse upon your labor and sustenance, if you will spare the school money, or that He will bless you richly, if you apply a part of your property to have your children well brought up.
Consider, 7) that your children will thank you for it yet in heaven, if you have spared nothing in making upright Christians of them; but that they will also cry out eternally in hell woe and alas over you, and curse you unceasingly, if you have let them grow up in ignorance and wickedness to their eternal destruction.
These reasons, beloved parents, ought justly to move you, not only at home to keep your children to singing and reading, to accustom them to prayer at rising and lying down, before and after meals, and to exhort them that they often think of God, thank Him for everything, and apply themselves to decency and virtue, but also to send them diligently and daily to school, that these young plants may be tended and watered daily.
Say you, 1), "It is too hard for us to raise the school money, especially as we have more children"; Luther will teach you in the aforesaid little book that no money can be better spent than this, which you spend upon the dearly bought souls of your children. God will bless you the more richly again in your sustenance, if you let your dear children share in a part of what He has bestowed upon you. Rather cut something off from other unnecessary and sinful expenses, which God will not let pass in your account on that day in any case. Besides this, there are in many places free schools, which cost the congregation little or nothing. It would also be a work well pleasing to God, if in one place and another well-to-do people, who either have no children, or leave enough to their own, would bequeath something to it at their death, from which a capital might be gradually gathered and safely invested, from the interest of which a schoolmaster of the same place might enjoy a supplement, without burdening the congregation.*) But for those parents who are quite poor and cannot pay school fees, the pastors of each place will gladly seek to come to their help with a contribution from the church chest, if it is able.
*) To pay interest on a capital which has this purpose is no support of usury, which it would otherwise be, but a work of mercy, like the paying of interest to widows and orphans. The Editor.
Say you, 2) "You need your children for your housework and fieldwork; they must stay all spring, summer and autumn out in the field with the cattle"; then consider how badly you advise and provide for your poor children, in that over your farming you let their minds lie waste and run wild, and over your cattle-raising let them themselves become beastly. What will God say to this? Will He not send the curse upon your labor? You may well keep your children at work outside school hours; but that you keep them from school for this reason, in order to make meanwhile an earthly gain by them, this God will surely punish with poverty, want and sickness, and what you gain in such a way He will let melt away again.
Say you, 3) "My child learns nothing at school; yes, it brings home more evil than good"; then the fault lies perhaps in its own laziness, or in this, that you do not have it repeat at home what it has learned at school, so that everything is forgotten again at once. Perhaps also it can learn nothing just because it is sent so irregularly to school. Moreover, to be sure, among a great crowd of children there are always some scabby sheep, which can infect others. But you must admonish your children at home the more diligently, that they do not follow the evil example of others, but live according to God's Word, and have God before their eyes. But if you have anything else to remark on account of bad discipline in the school, report it to your pastor, that it may be amended, and do not on that account keep your children out of school.
Say you, 4) "My child cannot drag itself along so long with the Catechism; it is enough that it can pray a little and read, and recite a few little texts. I too got no further in my youth, and hope nevertheless to be saved. God will not require so much of us poor people. We will remain in our simplicity," etc. etc. — then know that true Christian simplicity is no stupidity and ignorance. And since God assigns you public schools for your children, and lets the high authorities command that you should send your children up to the fourteenth year, He will also require an account of you, how you and your children have used this good opportunity. The less a Christian knows of God's Word, the more doubts and temptations he is subject to*): therefore the Apostles press so earnestly that we should grow in the knowledge of our LORD JESUS Christ, 2 Pet. 3:18. If you were neglected in your youth, it is no shame to you at all if your children, by diligent attendance at school, attain further in the knowledge of Christianity than you have been able to attain.
*) Of what sad consequences it is in this respect that so many Germans in their old fatherland have not enjoyed good and complete instruction in the pure Christian doctrine, one sees among other things from this, that here, alas! so many fall away at once and forsake the religion and church of their pious forefathers, if they are led into temptation only a little by the preachers of the fanatical sects of this country. Many a father grieves heartily that his child has become a Methodist, Baptist and the like, but he does not consider that perhaps he himself bears the guilt of it, in that he did not have his child well grounded in the true doctrine in an orthodox school. The Editor.
Now see, beloved friends, that all your excuses which you bring forward, why you do not keep your children more diligently at school, do not suffice to excuse your negligence. Therefore go on no longer, through disobedience to the command of God and of the high authorities, to load a heavy responsibility upon yourselves. Pray God that He may for Christ's sake for-