Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 14 › Seite 111

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-03-04, Seite 111

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Pastor Gogelen nahm die Synode keinen Anstand, ihn als berathendes Glied aufzunehmen.

Aber was noch mehr ist und der Sache die Krone aufsetzt, ist dieses: Derselbe Miethsprediger, Herr Gogelen, wurde später als Glied in die Synode aufgenommen, ohne gewissenhafte Untersuchung der gerechten Beschwerden des Herrn Pastor Heid, deren oben Erwähnung geschehen ist.

Es wurde also durch diese Handlung der Synode ein Mensch als ein Bruder in Christo und als ein Diener der lutherischen Kirche anerkannt, der nicht nur ein offenbarer Unionist ist und bald Reformirten bald Lutheranern das heil. Abendmahl reicht, bald nach dem luth., bald nach dem Heidelberger oder diesem und jenem unirten Katechismus unterrichten kann, kurz doppelartig und gleich einer Fledermaus halb Vogel halb Säugethier ist, sondern über den auch die Synode im Zweifel sein mußte, ob er einen ordentlichen Beruf in und bei Wappaconetto von christlichen Gemeinden habe, oder ob er sich nur von gottlosen Buben miethen ließ, die durch ihren Haß und Widerwillen gegen Christi heilsame Zucht und Ordnung in Matth. 18, 15—17 und gegen andere nothwendige Stücke eines gesunden kirchlichen Gemeindewesens einen treuen Lehrer verworfen und sich dadurch selbst von der Kirche Gottes ausgeschlossen und in den Bann gethan haben?

Wäre es da nicht die Pflicht der Synode gewesen, bevor sie den Herrn Gogelen aufnahm, eine gründliche Untersuchung anzustellen und eine Committee nach dem nur 15 Meil. entfernten Wappaconetto abzuordnen, auch Pastor Heid aufzufordern, seine Klage gegen Herrn Gogelen zu beweisen? Und wenn diese Committee es also befunden, wie Pastor Heid dem Präsidenten Anzeige gethan, hätte dann nicht die Synode den Herrn Gogelen sogleich auf das Ernstlichste ermahnen sollen, jene sog. Gemeinden alsbald zu verlassen und dieselben vielmehr zur reumüthigen Umkehr zu ihrem von ihnen ordentlich berufenen Pastor und der treugebliebenen Gemeinde zu bewegen suchen? Falls aber Herr Gogelen sich entweder der Untersuchung, oder, so er schuldig befunden ward, der Befolgung dieser Ermahnung weigerte, so konnte ihn natürlich die Synode nicht aufnehmen. That sie es aber dennoch, so bestätigte sie freilich durch die Aufnahme desselben als kirchliche Körperschaft diese seine schändliche und gottlose Handlungsweise und machte sich dadurch seiner schrecklichen Sünde theilhaftig, daß er wider allen bessern Unterricht freche und zuchtlose Leute als eine Gemeinde Christi bediente und sie dadurch in ihrer Halsstarrigkeit und Unbußfertigkeit bestärkte. Und wäre es da nicht erschrecklich, daß demgemäß eine ganze Synode, statt das Reich Gottes zu fördern, vielmehr eine Mithelferin wäre, das Reich des Teufels zu stärken? Denn jedesmal, wenn der elende Miethling den muthwilligen Separatisten das heil. Abendmahl sich und ihnen zum Gericht austheilte, richtete die Synode mit ihm den Greuel der Verwüstung auf an heil. Stätte und machte sich theilhaftig fremder Sünde; jedesmal, wenn einer von diesen Feinden des Herrn und seines Wortes in seinen Sünden dahinstürbe, wäre die Synode mitschuldig an seinem ewigen Verderben.

Sie werden sich freilich hiebei schmücken und den Überschwang ihrer evangelischen Gesinnung und rettenden Liebe herausthun und sagen: Ja! mögen jene Leute auch gefehlt haben, so wäre es doch Unrecht, „sie der Gnadenmittel zu berauben oder sie zu zwingen, ihren vorigen Prediger wieder anzunehmen; das thut nicht in Amerika“; — Worte, die der Herr Präsident selber bei Gelegenheit einer andern Gemeinde an Pastor Heid geschrieben.

Was soll man wohl zu solchen Wortensagen, die Gottes Wort und Ordnung nach amerikanischer Unordnung, aber nicht diese nach jenem messen? Wer anders beraubet denn die trotzigen und widerspenstigen Leute der Gnadenmittel, als sie sich selber? Und ist das wirklich rettende Liebe, oder nicht vielmehr verderbender Unverstand, wenn muthwillige Separatisten als christliche Gemeinden angesehen und bedient und mithin in ihrer Bosheit und Unbußfertigkeit gestärkt werden? Wo ist der Befehl Christi, in solchem Falle also zu thun? Gebietet er nicht im Gegentheil: „Ihr sollt das Heiligthum nicht den Hunden geben und die Perlen nicht vor die Säue werfen?“ Aber freilich, das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? Das thut nicht in Amerika.

Das aber thut — und in dieser liebevollen Hingebung an den amerikanischen Geschmack exercirt sich die Ohio-Synode sammt ihren gleichgesinnten Schwester-Synoden nicht ein Geringes — das thut, einen „gedingten“ Predigthalter, Täufer, Confirmirer, Abendmahlsreicher, Copulirer und Grabredner abzugeben, aber das thut nicht, sich der sonderlichen geistlichen Nothdurft der Einzelnen als ein Vater in Christo sorgfältig anzunehmen, zu strafen, zu trösten und zu vermahnen; das thut, Leute zu confirmiren, die, ohne schwachsinnig zu sein, dennoch die heil. zehn Gebote und den Glauben nicht gelehrt*) und also als völlig untüchtig zur Selbstprüfung zum heil. Abendmahl zugelassen wurden, aber nicht thut es, auch den Schwachen durch treue Lehre und Pflege den nothdürftigen Verstand der christlichen Heilswahrheit beizubringen; — das thut, einen Haufen von Gemeinden anzunehmen, in jeder alle vier Wochen nach amerikanischem Geschmack (d. i. nach dem Sprüchwort: wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß) ein loses Gemengsel von Gesetz und Evangelium zu predigen und keine Kinderlehre zu halten und dann eiligst heimzureiten; aber das thut nicht, eine oder höchstens zwei Gemeinden gründlich und sorgfältig zu bedienen, sonder Menschenfurcht und Bauchsorge auch die amerikanischen Lieblingssünden, als da sind: Geldgier, schlechte Kinderzucht, Weiberherrschaft, Unbeständigkeit, Trägheit ꝛc. mit dem Gesetze scharf zu strafen und nur solche, die da hungrig und durstig sind nach der Gerechtigkeit, mit dem Evangelio zu trösten: — das thut, die armen Kinder gründlich zu verwahrlosen und sie den Distriktsschulen ganz und gar zu überlassen, und darnach auch den Confirmanden-Unterricht so schnell wie möglich abzumachen; aber das thut nicht, zunächst durch freundlich ernste Belehrung und Vermahnung der Eltern Gemeindeschulen anzurichten und die Kinder selber von Jugend auf in und mit Gottes Wort in biblischer Geschichte und Katechismus, Sprüchen und Liedern zu unterweisen und aufzuziehen, als die Pflanzschule und Hoffnung der Kirche; — das thut, sich zeitweise von den Gemeinden miethen und dingen zu lassen und also Miethsprediger und Menschenknechte zu sein, die den Stab Wehe nicht führen, ihre Stimme nicht wie eine Posaune erheben dürfen; aber das thut nicht, einen ordentlichen Beruf zu verlangen und als Gottes Knechte und Diener Christi zu strafen, zu drohen, zu vermahnen und die von dem Herrn geordnete Kirchenzucht auch bis zum Banne hinauszuführen.

*) Diese Fälle können nachgewiesen werden.

Auf diese und ähnliche Weise geschieht es denn, daß die Prediger dieser Synode, indem sie sich dem verderbten Geschmack und der Verwöhnung ihres Volks anbequemen, was sie, thörichter Weise, für Liebe zu halten scheinen, ihre Gemeinden nicht von Innen her zu einer gesunden kirchlichen Erkenntniß und Gestaltung zu bringen vermögen und ein christlich-kirchliches Gemeindeleben unter solcher Pflege und Leitung unmöglich entstehen kann.

Um nun aber nach dieser Abschweifung zum rechten Schluß-Urtheil über obige Handlungsweise der Synode zu gelangen, so ist das gewiß, daß sie nicht einmal rechtlich, geschweige christlich und kirchlich gehandelt und von Neuem bewiesen hat, was von ihrem Sichbekennen zu den Symbolen der luth. Kirche und von ihrer confessionellen Lauterkeit zu halten sei, nämlich daß es ihr damit kein rechtschaffener Ernst, sondern das kirchliche Bekenntniß ihr ein bloßes Aushängeschild sei, hinter dem sie nach wie vor ihr loses leichtfertiges Wesen treibt und die armen Gemeinden kirchlich immer mehr verkommen und verderben läßt. Gott helfe in Gnaden wenigstens denen heraus, die sich noch wollen helfen lassen. —

Gottes Gericht über einen Feind der Wahrheit.

Welch' ein arger Feind der Wahrheit Dr. Eck, mit welchem Luther in Leipzig disputirte, gewesen sei, ist bekannt. Einst verbreitete sich das Gerücht von seinem erfolgten Tode. Bucer berichtete daher in einer seiner Schriften, man sage, Eck sei gestorben. Das Gerücht war ungegründet. Mit triumphirendem Herzen las es Eck, daß man ihn todt sage. Alsobald schickte er sich daher an, seine Gegner davon, daß er noch am Leben und auf dem Plane sei, durch die Herausgabe eines Buches zu überführen. Der Titel, den er diesem Buch gab waren die Worte: „Quia Eccius vivit!“ d. i. Weil Eck noch lebt. Aber was geschah? In dem Augenblick da das Buch in Ingolstadt ausgegeben wurde, hatte Eck zu leben aufgehört. Auf seinem kurzen Krankenlager von einigen

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Pastor Gogelen, the Synod made no scruple of receiving him as an advisory member.

But what is more, and sets the crown upon the matter, is this: the same hireling preacher, Herr Gogelen, was afterwards received as a member into the Synod, without conscientious investigation of the just complaints of Herr Pastor Heid, which were mentioned above.

Thus by this act of the Synod a man was recognized as a brother in Christ and as a servant of the Lutheran Church, who is not only a manifest Unionist and gives the Holy Supper now to Reformed, now to Lutherans, can instruct now according to the Lutheran, now according to the Heidelberg, or this and that united catechism, in short, is two-natured and, like a bat, half bird, half mammal, but concerning whom the Synod also must have been in doubt whether he had a regular call in and near Wappaconetto from Christian congregations, or whether he had only let himself be hired by godless fellows, who by their hatred and aversion against Christ's wholesome discipline and order in Matt. 18, 15—17 and against other necessary parts of a sound churchly congregational life have rejected a faithful teacher and thereby excluded themselves from the Church of God and put themselves under the ban?

Would it not have been the duty of the Synod, before it received Herr Gogelen, to institute a thorough investigation and to appoint a committee to Wappaconetto, distant only 15 miles, and also to call upon Pastor Heid to prove his complaint against Herr Gogelen? And if this committee had found it so, as Pastor Heid reported to the President, should not the Synod then have admonished Herr Gogelen most earnestly forthwith to leave those so-called congregations, and rather to seek to move them to penitent return to their regularly called pastor and to the congregation that had remained faithful? But if Herr Gogelen refused either the investigation, or, if he was found guilty, compliance with this admonition, then of course the Synod could not receive him. But if it did so nevertheless, it confirmed, to be sure, by receiving him, as a churchly body, this his shameful and godless manner of acting, and made itself partaker of his dreadful sin, in that he served insolent and undisciplined people as a congregation of Christ, against all better instruction, and thereby strengthened them in their stiffneckedness and impenitence. And would it not be dreadful that accordingly a whole Synod, instead of furthering the kingdom of God, should rather be a helper in strengthening the kingdom of the devil? For every time the wretched hireling dispensed the Holy Supper to the wilful Separatists, to his own and their judgment, the Synod set up with him the abomination of desolation in the holy place and made itself partaker of other men's sin; every time one of these enemies of the Lord and of his Word should die in his sins, the Synod would be accessory to his eternal destruction.

They will, to be sure, adorn themselves herewith and exhibit the overflow of their evangelical disposition and saving love, and say: Yes! though those people may have erred, it would yet be wrong "to rob them of the means of grace or to compel them to take back their former preacher; that is not done in America"; — words which the Herr President himself wrote to Pastor Heid on the occasion of another congregation.

What is one to say to such sayings, which measure God's Word and order by American disorder, but not this by that? Who else robs the defiant and stubborn people of the means of grace, if not they themselves? And is that truly saving love, or not rather ruinous folly, when wilful Separatists are regarded and served as Christian congregations and thereby strengthened in their wickedness and impenitence? Where is the command of Christ to act so in such a case? Does he not, on the contrary, command: "Give not that which is holy unto the dogs, neither cast ye your pearls before swine?" But indeed, that is a hard saying, who can hear it? That is not done in America.

But this is done — and in this loving devotion to American taste the Ohio Synod, together with its like-minded sister Synods, exercises itself in no small measure — this is done, to be a "hired" preacher, baptizer, confirmer, dispenser of the Supper, marrier and grave-orator; but this is not done, to take care diligently, as a father in Christ, of the special spiritual need of individuals, to rebuke, to comfort and to admonish; this is done, to confirm people who, without being feeble-minded, have nevertheless not been taught the holy Ten Commandments and the Creed*) and were thus admitted, as wholly unfit for self-examination, to the Holy Supper, but it is not done, to impart also to the weak, by faithful teaching and care, the needful understanding of the Christian truth of salvation; — this is done, to accept a heap of congregations, to preach in each every four weeks, after American taste (that is, according to the proverb: wash my fur, but do not make me wet), a loose medley of Law and Gospel, and to hold no catechization of children, and then to ride home in all haste; but this is not done, to serve one or at most two congregations thoroughly and carefully, and, without fear of man and care for the belly, to rebuke sharply with the Law also the favorite American sins, as there are: covetousness, bad bringing up of children, rule of wives, inconstancy, sloth, etc., and to comfort with the Gospel only those who hunger and thirst after righteousness: — this is done, to neglect the poor children thoroughly and leave them wholly to the district schools, and afterward to dispose of the confirmation instruction as quickly as possible; but this is not done, first, by friendly, earnest instruction and admonition of the parents, to set up congregational schools, and to instruct and bring up the children themselves from youth up in and with God's Word, in Biblical history and catechism, texts and hymns, as the nursery and hope of the Church; — this is done, to let oneself be hired and engaged by the congregations for a time, and so to be hireling preachers and servants of men, who do not wield the staff Woe, and may not lift up their voice like a trumpet; but this is not done, to demand a regular call and, as God's servants and ministers of Christ, to rebuke, to threaten, to admonish, and to carry out the church discipline ordained by the Lord even to the ban.

*) These cases can be proved.

In this and like manner it comes to pass that the preachers of this Synod, in that they accommodate themselves to the corrupt taste and the spoiling of their people, which they, foolishly, seem to hold for love, are not able to bring their congregations from within to a sound churchly knowledge and form, and a Christian churchly congregational life cannot arise under such care and guidance.

But in order now, after this digression, to arrive at the right final judgment concerning the above manner of acting of the Synod, this is certain, that it has acted not even rightly, to say nothing of Christianly and churchly, and has shown anew what is to be thought of its professing the Symbols of the Lutheran Church and of its confessional sincerity, namely that it is not in earnest therewith, but the churchly confession is to it a mere signboard behind which it, as before, carries on its loose, frivolous ways and lets the poor congregations decay and perish churchly more and more. God help in grace at least those out of it who still will let themselves be helped. —

God's Judgment upon an Enemy of the Truth.

What an arch enemy of the truth Dr. Eck, with whom Luther disputed at Leipzig, had been is known. Once a rumor spread of his having died. Bucer therefore reported in one of his writings that it was said Eck was dead. The rumor was unfounded. With a triumphant heart Eck read that he was said to be dead. Straightway, therefore, he set about convincing his opponents, by the publication of a book, that he was still alive and on the field. The title which he gave this book was the words: "Quia Eccius vivit!" that is, Because Eck still lives. But what happened? At the moment when the book was issued at Ingolstadt, Eck had ceased to live. On his short sick-bed of some