Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 19 › Seite 151

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-05-11, Seite 151

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ren Opfern verbundenen Druck bisher so gehemmt hat. Denn das Material zu den noch zu liefernden Bänden ist seit 20 Jahren dergestalt vorbereitet, daß, sobald die Druck- und Papierkosten durch größern Absatz nur einigermaßen besser als bisher gedeckt sind, der raschen Vollendung der Ausgabe nichts im Wege steht. Daß am Schlusse des Ganzen zweckmäßige Register nachfolgen werden, ist schon in der Ankündigung von 1826 öffentlich versprochen worden und bedarf daher keiner erneuerten Versicherung

Missionsbericht.

Shibahyongk, den 5. Febr. 1852.
An die hochehrwürdige Missions-Commission der Synode von Mo., O. u. a. Staaten.

Ehrwürdige Väter und Brüder in Christo!

Da die Zeit wieder gekommen ist, daß wir der Ordnung gemäß unsern Etat einschicken, so will ich solches nebst einem Bericht von unserer Station hiemit thun.

Obgleich wir im Allgemeinen viel Ursache haben, dem HErrn für seine uns reichlich verliehene Gnade im letzten Jahre, herzlich zu danken: so können wir doch auch wieder auf der andern Seite, nur mit Betrübniß und Trauer auf dasselbe zurückschauen. Es war eine Zeit vielfältigen Kampfes nach innen und außen, und schien die Unfreundlichkeit des Wetters, die vielen schrecklichen Stürme, die fürchterlichen Gewitter und das gräßliche Toben und Brausen des Sees vor unserer Thüre, ja die ganze Natur — im Einklang und Harmonie mit unsern Erfahrungen in der Mission zu stehen.

Die Versuchungen des Teufels mittelbar und unmittelbar, waren für unsere junge und kleine Christengemeinde noch nie so groß als in der letzten Zeit; noch nie waren die Helfershelfer des bösen Feindes, nemlich die, die Kraft der Gottseligkeit verläugnenden, aber im Scheine der Gottseligkeit 2 Timoth. 3, 5. einhergehenden Methodisten-Missionare, sammt ihren Creaturen so geschäftig, die zarte Pflanze unserer lutherischen Mission auszurotten, als eben in dieser Zeit. Fein spinnen sie, wenigstens ihrer Meinung nach, ihre Fäden, womit sie unsere Leute zu umgarnen suchen; doch es ist nichts so fein gesponnen, es kommt endlich an die Sonnen!

Es genüge einige Beispiele hievon anzuführen. In Sibiwaiing bot der alte Häuptling den Deutschen daselbst wohnhaft etwas Land zum Verkauf an, das sie kaufen wollten. Der Methodisten-Missionar am Caucalin Fluß sammt seinem Dolmetscher, einem Indianer, hörten es und warnten den Häuptling vor den Deutschen, weil sie ihn betrügen könnten, gaben ihm auch an, was er für sein Land fordern sollte u. s. w.; damit es aber scheinen sollte, als meinten sie es herzlich gut mit dem alten Manne, so kamen sie auf seine Einladung den schlechten Weg von Saginaw und maßen das zum Verkauf angebotene Stück Land ab, und obgleich sie von der Landmesserei so viel als nichts verstanden, so imponirten sie doch den Indianern damit nicht wenig und wußten sich durch ihre Schmeicheleien in ihre Gunst zu setzen. Unsere deutschen Freunde wollten jedoch hiernach nichts mehr von dem Land wissen. Hiemit konnten nun die Methodisten auf indirecte Weise auf unsere Indianer-Gemeinde einwirken. Ein Glied von uns hatte nämlich längst eine Frau von den Sibiwaiing Indianern geheirathet, die noch Heidin war. Anfänglich wurde sie von Sibiwaiing aus durch Drohungen bewogen, gegen ihre Überzeugung Heidin zu bleiben. Da aber diese Frau sowohl als ihr Mann Geschwister unter den Methodisten haben, so lockten diese sie beständig durch allerlei Vorspiegelungen und Versprechungen zum Methodismus, wozu nun die Indianer von Sibiwaiing, von den Methodisten bearbeitet, auch treulich halfen. Endlich geschah es, trotz alles Bittens, Vermahnens und Warnens unseres Gemeindegliedes von unserer Seite. Auch alle Vermahnungen von dem alten Vater dieses Mannes und unserer Gemeinde, waren fruchtlos, er zog mit seiner Frau und Kind — als Beute der Methodisten davon.

Bald darauf aber sollte ein besserer Fang gemacht werden. Dieser Abgefallene mit seinem ältern Bruder, der unterdessen Methodisten-Prediger geworden war, kamen nun und begehrten von ihren Eltern, daß sie von Shibahyongk weg — zu ihnen ziehen sollten, woselbst der Prediger für sie zu sorgen versprach, weil sie nun alt und hülflos geworden seien. Der alte Vater entgegnete: er wollte nichts von den Methodisten und ihrer falschen Lehre wissen, sondern bei der Wahrheit bleiben. Nun gingen sie an die Mutter und während sie ihrer Eltern Korn verzehrten, so sprachen sie immer nur von Versorgung derselben. Nicht viel fehlte, so hätten sie diese überredet, denn sie drangen in sie, ihren Vater zu verlassen — wenn er nicht gehen wolle ꝛc.: ein schöner Beweis von der Fähigkeit dieser sogenannten Prediger, Proselyten zu machen, aber auch von der gottlosen Lehre und gottesvergessenen Praxis der Methodisten; und wundert es uns nicht, daß dieser Prediger so sehr in seine Mutter drang, diese Gräuelthat zu verüben, hat er ja selbst vor zwei Jahren von seinem Gewissen getrieben, der falschen Lehre der Methodisten zu entsagen und sich der lutherischen Kirche anzuschließen — eine gleiche Erfahrung gemacht, indem seine eigene Frau damals von ihrem Missionar veranlaßt wurde, ihren Mann zu verlassen, wenn er sich der lutherischen Kirche anschließen würde; was, weil ihn seine Frau auch sogleich verließ — ihn bewog, reumüthig wiederum bei seiner Frau und dem Missionar Vergebung zu suchen. Der alte Vater jedoch blieb in dieser schweren Anfechtung standhaft durch Gottes Gnade, und sagte wiederum: Wenn denn eure Mutter gehen will, kann auch sie gehen, weil ich sie nicht halten kann: ich bleibe bei der Wahrheit. Der HErr aber, der diesem Ehepaare gegeben hat, einander treu zu lieben (was unter den Indianern selten ist), verhinderte dadurch das gewaltsame Zerreißen seiner Ordnung, dieser Ehe. Eine merkwürdige Erfahrung machten wir hierbei immer, sowohl bei Kindern, die in unserer Schule waren, als auch bei Erwachsenen; sie mögen von uns mit Liebe und Wohlthaten überhäuft worden sein, und sie selbst mögen uns mit Liebe zugethan sein, wie sie immer wollen, sobald sie von den Methodisten verführt sind — werden sie unsere ärgsten Feinde und zwar so plötzlich, daß man die Möglichkeit kaum glaubt. Das Herz blutet uns bei solchen Erfahrungen und wir klagen es dem HErrn, der zu Seiner Zeit darein sehen wird! Solche Früchte vermag freilich nur der Methodismus zu erzeugen, und wir wundern uns nicht so sehr darüber, da man ja deutlich sieht, daß nicht nur arme unwissende Indianer von ihnen verführt und um das Heil ihrer Seele betrogen werden — daß nicht nur wir lutherische Missionare den Heiden und wo möglich den Gliedern unserer eigenen Gemeinde verdächtigt werden: — sondern daß der Methodismus überhaupt an jedem Orte, wo er Wurzel gefaßt hat, gleiche Früchte träget, wie das neulich der „Lutheraner“ an einem Herrn „Mulfinger“ uns zur Genüge zeigte.

So betrübend aber solche Erfahrungen sind in der Mission, so erfreulich ist es auch für uns, zu sehen, daß Gottes Wort, wenn nicht an vielen — doch an einzelnen Seelen sich kräftig erweiset, wie wir das an dem alten Manne oben wahrnehmen, der früher schon und immer mehr Spuren zeigt, daß er von dem HErrn Christo und Seinem Worte ergriffen ist. ER erhalte ihn durch Seinen Geist im Glauben bis ans Ende. Aber auch Andere in unserer kleinen Gemeinde machen uns viel Freude und ermuntern uns, Gott zu danken. Wenn wir überhaupt bei unserer Gemeinde das Vormals, mit dem Nun, vergleichen, so ist der Unterschied auffallend. Wenn wir betrachten, wie fröhlich sie nun zum Hause Gottes kommen, wie sie mit uns die köstlichen Lutherslieder in ihrer Sprache singen, wie aufmerksam sie Gottes Wort und die Predigt desselben hören, wie sie still wieder heimkehren und ihren Beruf abwarten, wie sie gleich nach der Geburt dem HErrn Christo ihre Kinder in der Taufe darbringen, wie nach und nach Reinlichkeit bei ihnen einkehrt, wie sie nicht mehr mit ihren Familien im Winter ihre Jagdplätze beziehen, sondern in ihren kleinen Blockhäusern still und friedlich wohnen ꝛc.: wenn wir dieses und anderes mit dem Vormals zusammenhalten, so staunen wir über die große Veränderung, die der HErr durch Sein Wort bewirkt, und sehen, daß ER über Bitten und Verstehen und mehr gethan hat, als wir je zu hoffen gewagt haben!

Unsere Schule ist diesen Winter kleiner als in früheren Jahren, weil wir keine Kinder von Sibiwaiing wie früher haben, indem wir aus Mangel an gehöriger Einrichtung sie nicht aufnehmen könnten, selbst wenn ihre Eltern sie uns zu übergeben, (was nicht der Fall ist) willig wären. Sie zählt von 6 — 10 Schüler, zuweilen mehr, wenn nämlich unser Häuptling mit einigen anderen Erwachsenen zur Schule kommt und sich als Schüler unter die Kinder setzt. Ein jun-

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ren sacrifices, has hitherto so hindered the printing. For the material for the volumes still to be delivered has for 20 years been so prepared that, as soon as the costs of printing and paper are covered, by a larger sale, even only somewhat better than hitherto, nothing stands in the way of the speedy completion of the edition. That suitable indexes will follow at the close of the whole was already publicly promised in the announcement of 1826, and therefore requires no renewed assurance

Report from the Mission.

Shibahyongk, the 5th of Febr. 1852.
To the Right Reverend Mission Commission of the Synod of Mo., O. and other States.

Reverend Fathers and Brethren in Christ!

Since the time has again come when, according to order, we send in our estimate, I will herewith do so, together with a report of our station.

Although in general we have much cause to thank the LORD heartily for His grace richly bestowed upon us in the past year, yet on the other hand we can look back upon it only with sadness and mourning. It was a time of manifold conflict within and without, and the unfriendliness of the weather, the many dreadful storms, the terrible thunderstorms, and the horrible raging and roaring of the lake before our door, yes, all nature, seemed to be in accord and harmony with our experiences in the mission.

The temptations of the devil, direct and indirect, were never so great for our young and small Christian congregation as in the latest time; never were the helpers of the wicked Enemy, namely those who deny the power of godliness, but go about in the show of godliness, 2 Timoth. 3, 5., the Methodist missionaries, together with their creatures, so busy to root out the tender plant of our Lutheran mission as just in this time. Finely they spin, at least in their own opinion, their threads wherewith they seek to ensnare our people; but there is nothing so finely spun, it comes at last to the sun!

Let it suffice to adduce some examples of this. In Sibiwaiing the old chief offered to the Germans living there some land for sale, which they wished to buy. The Methodist missionary on the Caucalin River, together with his interpreter, an Indian, heard of it and warned the chief against the Germans, because they might cheat him, and also told him what he should demand for his land, etc.; but in order that it might seem as if they meant it heartily well with the old man, they came, at his invitation, the bad road from Saginaw and measured off the piece of land offered for sale, and although they understood as good as nothing of land surveying, yet they impressed the Indians with it not a little, and knew how to set themselves in their favor by their flatteries. Our German friends, however, after this wished to know nothing more of the land. Herewith the Methodists could now influence our Indian congregation in an indirect way. A member of ours had, namely, long since married a woman of the Sibiwaiing Indians, who was still a heathen. At first she was induced from Sibiwaiing, by threats, to remain a heathen against her conviction. But since this woman as well as her husband have brothers and sisters among the Methodists, these constantly enticed her by all sorts of pretenses and promises to Methodism, to which the Indians of Sibiwaiing, worked upon by the Methodists, also faithfully helped. At last it happened, in spite of all the entreating, admonishing and warning of our member on our side. Also all the admonitions of the old father of this man and of our congregation were fruitless; he went away with his wife and child, as a prey of the Methodists.

Soon afterwards, however, a better catch was to be made. This apostate, with his elder brother, who in the meantime had become a Methodist preacher, now came and demanded of their parents that they should move away from Shibahyongk to them, where the preacher promised to provide for them, because they had now become old and helpless. The old father replied: he would know nothing of the Methodists and their false doctrine, but would abide by the truth. Now they went to the mother, and while they consumed their parents' corn, they spoke continually only of providing for them. It lacked not much, and they would have persuaded her, for they pressed her to leave her husband — if he would not go, etc.: a fine proof of the ability of these so-called preachers to make proselytes, but also of the godless doctrine and God-forgetting practice of the Methodists; and it does not surprise us that this preacher so urgently pressed his mother to commit this abomination, for he himself two years ago, driven by his conscience to renounce the false doctrine of the Methodists and to join the Lutheran Church, had a like experience, in that his own wife was then induced by her missionary to leave her husband if he should join the Lutheran Church; which, because his wife also left him at once, moved him, penitent, to seek forgiveness again from his wife and from the missionary. The old father, however, remained steadfast in this heavy temptation by God's grace, and said again: If then your mother will go, she may also go, since I cannot hold her: I abide by the truth. But the LORD, who has given this married pair to love one another faithfully (which is rare among the Indians), thereby prevented the violent rending of His ordinance, this marriage. A remarkable experience we always had in this, both with children who were in our school and with adults; they may have been loaded by us with love and benefits, and they themselves may be as affectionately inclined to us as they will, as soon as they are seduced by the Methodists they become our worst enemies, and that so suddenly that one can scarcely believe the possibility. Our heart bleeds at such experiences, and we complain of it to the LORD, who in His time will look into it! Such fruits only Methodism can indeed produce, and we do not wonder so much at it, since one plainly sees that not only poor ignorant Indians are seduced by them and cheated of the salvation of their souls, that not only we Lutheran missionaries are made suspect to the heathen and, if possible, to the members of our own congregation: — but that Methodism everywhere, in every place where it has taken root, bears like fruits, as the "Lutheraner" lately showed us abundantly in the case of a Mr. "Mulfinger."

Yet as distressing as such experiences are in the mission, it is also as gratifying to us to see that God's Word, if not in many, yet in single souls proves itself mighty, as we perceive in the old man above, who earlier already, and more and more, shows traces that he is laid hold of by the LORD Christ and His Word. HE preserve him by His Spirit in faith unto the end. But also others in our little congregation give us much joy and encourage us to thank God. When we compare in general in our congregation the Formerly with the Now, the difference is striking. When we consider how joyfully they now come to the house of God, how they sing with us the precious hymns of Luther in their own language, how attentively they hear God's Word and the preaching of the same, how they quietly return home again and await their calling, how immediately after birth they bring their children to the LORD Christ in baptism, how gradually cleanliness enters among them, how they no longer go in winter with their families to their hunting grounds, but dwell quietly and peacefully in their little log houses, etc.: when we compare this and other things with the Formerly, we marvel at the great change which the LORD has wrought through His Word, and see that HE has done more than we ask or understand, and more than we ever dared to hope!

Our school this winter is smaller than in former years, because we have no children from Sibiwaiing as formerly, since for lack of proper accommodations we could not receive them, even if their parents were willing (which is not the case) to give them over to us. It numbers from 6 — 10 scholars, sometimes more, namely when our chief with some other adults comes to the school and sets himself as a scholar among the children. A young-