Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 20 › Seite 158
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-05-25, Seite 158
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gische Bedenken, das des Regensburger Theologen Wolfgang Waldners, betrifft, so sucht Herr Pastor Grabau dadurch allein zu beweisen, daß dasselbe nicht für uns spreche, ja daß wir damit die „Leser des Lutheraner ebenfalls getäuscht“ haben, weil der sel. Waldner von guten Christen rede, die aus fremden bedrückten Orten kommen; solche guten Christen seien zwar sie, die preußischen Lutheraner, in Deutschland gewesen, aber nicht die „Rottengeister,“ die wir angenommen hätten. Wahrscheinlich hat Herr Pastor Grabau hierbei nicht bedacht, daß unter diesen preußischen Lutheranern, die er einst selbst angenommen, eben mehrere von denen waren, die er jetzt nur Rottengeister titulirt. Er wird nun freilich sagen: „Diese bösen Buben sind erst hier offenbar geworden, ich habe sie auf ihr scheinheiliges Bekenntniß einstmals aufgenommen.“ Aber hiermit gibt er uns selbst unsere Rechtfertigung an die Hand, wenn er und Herr Pastor Winkler uns damit zu beschämen sucht, daß er uns beweist, wie auch unter den von uns Angenommenen, räudige Schafe gefunden würden.
Herr Pastor Grabau sollte sammt Herrn Pastor Winkler bedenken, daß die Sache zwischen uns endlich doch auf die Frage hinauslaufe: Wer lehrt rein nach Gottes Wort, den symbolischen Büchern unserer lutherischen Kirche und den Zeugnissen Luthers und anderer erleuchteter Lehrer, deren Rechtgläubigkeit wir beiderseits anerkennen? Wird es offenbar, daß Herr Pastor Grabau gegen uns die reine symbolische lutherische Lehre vertheidigt hat, so ist's außer Zweifel, daß wir uns gefangen geben und bekennen müssen, in der Annahme der von ihm Gebannten oder Abgegangenen schwerlich gesündigt zu haben; wiewohl auch dann in Unwissenheit, denn deß ist Gott unser Zeuge, daß uns weder persönlicher Haß, noch irdischer Vortheil dazu vermocht hat, sondern allein die Ueberzeugung, daß wir diejenigen nicht von uns stoßen dürften, welche sich von denen trennten, die wir selbst in gefährlichem und verderblichem Irrthume erblicken. Oder wird es offenbar, daß Herr Pastor Grabau in der angeblich Missourischen Rottengeisterei die alte reine evangelische lutherische Lehre angegriffen, bestritten und auf alle mögliche und erdenkliche Weise mit Hohn und Spott bedeckt hat: was beweisen denn alle die Nachweise, daß einige von uns Angenommene und von ihnen Ausgegangene böse Leute seien?*) Im schlimmsten Falle für uns, daß wir nicht die nöthige Strenge angewendet bei Aufnahme von Leuten, die vorgeblich alle um der falschen Lehre ihres vorigen Predigers willen von ihm nach Gottes Wort gewichen sind und bei uns die Spendung der Gnadenmittel begehrt haben; oder daß wir zu schnell zugefahren sind und nicht erst alles versucht haben, Einigung in der Lehre herbeizuführen, ehe wir durch Annahme Getrennter den klaffenden Riß noch erweiterten.
*) Es scheint, Herr Pastor Grabau hat schon an diesen Fall gedacht, ja selbst daran, daß ihm auch noch dazu nachgewiesen werden könne, er habe falsch gebannt. In der letzten Nummer des Informatoriums fängt man nehmlich schon an, den Grundsatz zu vertheidigen: Ein etwan ungerechter Bann, wenn er wirklich vorkäme, ist keine falsche Lehre und gibt kein Recht zur Trennung!“ Wir bemerken jedoch, daß dieser Aufsatz wider die Regel ohne Angabe des Verfassers ist; der will wahrscheinlich abwarten, wie die Sache abläuft. Böse Omina!
Nun wohlan, der Kampf ist angebrochen. Wir werden mit Gottes Hülfe auf dem Kampfplatz erscheinen und uns durch Nichts von der Hauptsache ablenken lassen. Auch das Siegesgeschrei unserer Herrn Gegner vor der Beendigung des Kampfes wird uns nicht beirren, eingedenk des Ausspruches des weisen Salomo: „Das Ende eines Dinges ist besser, denn sein Anfang.“ Pred. 7, 9.
Herr Pastor Winkler
bedient sich in der 14. Nummer des Informatoriums einer so nichtswürdigen unchristlichen Polemik gegen uns, den Redakteur des „Lutheraner,“ indem er uns wissentliche Lügen und schurkenhafte Winkelzüge insinuirt, daß wir von allem Kampf mit diesem Herrn abzustehen uns genöthigt sehen, da Gründe gegen Unverschämtheit eben so wenig ausrichten, wie ein Schwerdt gegen eine gewisse andere Waffe. Wir sind, Gott sei Dank! noch nicht so weit herunter, daß wir zur Rettung unseres guten Namens nöthig hätten, uns gegen einen Menschen feierlich zu vertheidigen, der mit advokatischer Gewandheit uns das Prädikat eines Lügners aufzuheften versucht. Wir fordern diejenigen, welche den „Lutheraner“ und das „Informatorium“ lesen, auf, unseren Aufsatz gegen Herrn Pastor Winkler und dessen Antworten vergleichend zu lesen, so wird es einer Vertheidigung von unserer Seite bei denen, die nicht anstatt Ja—Nein, und anstatt Nein—Ja lesen, nicht bedürfen. Wir haben bis jetzt aus Mangel an Zeit nach unserer Zurückkunft von Deutschland das Informatorium nur wenig berücksichtigen können. Dies scheint Herrn Pastor Winkler so kampflustig und übermüthig zu machen; er wisse aber, schenkt Gott Zeit und Kraft, so wollen wir das Versäumte alles noch treulich nachholen. Wir fürchten hingegen, wenn die Erzählung von Geschichten bei Herrn Pastor Winkler zu Ende sein wird, so dürfte dem lieben Manne ein gewisser anderer wichtigerer Stoff ausgegangen und das große Goliathschwerdt entfallen sein. Bessert sich übrigens Herr Pastor Winkler und läßt selbiger ein Bestreben blicken, endlich auch einen christlichen Kampf anzutreten, so versprechen wir, ihm in Allem Rede zu stehen, auch, wo nöthig, ihm auf den oben angeführten Vorwurf eben so glimpflich und christlich bescheiden zu antworten, wie wir unsere erste Antwort verabfaßt. Wird aber Herr Pastor Winkler fortfahren, alles durcheinander zu werfen, jede gottlose Rede und That von Gliedern unserer Gemeinden frevelhaft als eine Frucht unserer Lehre und uns als Theilnehmer daran hinzustellen, uns von Kopf bis zu Fuß mit dem Kothe seiner Schimpfreden zu bewerfen und dann auszurufen: Sehet, solche Leute sind dies!—so werden wir ihn nie einer Antwort würdigen, sondern uns um ihn, als einen offenbar- und darum unschädlich- gewordenen Lästerer nicht kümmern, so wenig, als unsere alten Theologen sich um viele Lästerschriften der jesuitischen Schreier gekümmert haben.
Möchte doch Herr Pastor Winkler endlich bedenken, daß seine Weise zu streiten wohl eine Zeitlang einigen gewünschten Eindruck hervorbringt, redliche Seelen gegen die Angegriffenen mit Bedenken erfüllt, insonderheit aber in ungebrochenen Herzen etwa einige Schadenfreude wirkt. Endlich aber wird selbst der rohe Pöbel satt, solchem Spiele zuzusehen, die Kinder Gottes hingegen werden bald betrübt und suchen endlich in dem giftigen wirren Kampf etwas, woran sich ihre arme umhergeworfene Seele in Anfechtung und Todesnoth festhalten kann. Kommt aber endlich dieser Zeitpunct, dann hat der, welcher leidenschaftlich stritt, wenn er erst auch oft applaudirt wurde, verspielt und der, welcher in der Stille sein Gewissen zu bewahren suchte und vor allem darnach trachtete, sich in dem Kampfe mit Menschen den offenen Zugang zum Gnadenstuhl nicht selbst zu verschließen, gewonnen.
Gebe Gott, daß Herr Pastor Winkler sich nicht auch durch diese uns erpreßte Expectoration erbittern, sondern vielmehr besänftigen läßt; denn, wie gesagt, zu einem christlichen Kampfe erklären wir uns bereit; ja, wir geben selbst die Hoffnung nicht auf, daß, wenn zu einem solchen Kampfe Raum gelassen wird, eine Einigung und Verständigung zur Freude der heiligen Engel, zum Troste der armen Kirche und zur Ehre des Friedefürsten nicht unmöglich ist. Wird aber dazu kein Raum gelassen, sondern jedes annähernde Friedenswort als ein Bußbekenntniß, also als ein Aufgeben der erkannten Wahrheit ergriffen, ausgelegt und ausgebeutet; jede von der Gegenpartei zum Vorwurf gemachte Handlung von vornherein von ihr als muthwillige Bosheit gebrandmarkt; keine Möglichkeit zugestanden, daß das, was man an dem Andern tadeln zu müssen meint, ein Werk aus irrendem Gewissen gewesen sein könne—: nun dann, so thue man, was man nicht lassen kann und verantworte am jüngsten Tage den unmöglich gemachten Frieden der Kirche.
Die Religion der Atheisten.
Ein Atheist oder auf deutsch ein Gottesleugner ist nothwendig zugleich ein unmoralischer Mensch; wenn man ihn anders noch einen Menschen nennen kann, da ja derjenige, welcher das ihm von Natur eingepflanzte Gottesbewußtsein auszutilgen trachtet und daher alle Menschenwürde verleugnet, zum Thiere herabgesunken ist. Nicht alle Atheisten sind jedoch muthig genug, ihre eigentlichen Grundsätze zu offenbaren. Die meisten, während sie ihren Schöpfer mit frohem Maule verleugnen und lästern, sind dabei so feig und so heuchle-
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logical opinion, that of the Regensburg theologian Wolfgang Waldner, is concerned, Pastor Grabau seeks to prove by it alone that the same does not speak for us, yes, that we have thereby "likewise deceived the readers of the Lutheraner," because the blessed Waldner speaks of good Christians who come from strange oppressed places; such good Christians, he says, they, the Prussian Lutherans, were indeed in Germany, but not the "mob-spirits" whom we had received. Probably Pastor Grabau did not consider in this that among these Prussian Lutherans, whom he himself once received, there were precisely several of those whom he now titles only mob-spirits. He will, to be sure, now say: "These wicked rogues first became manifest here; I received them at one time upon their hypocritical confession." But herewith he gives us ourselves our justification into our hands, if he and Pastor Winkler seek to put us to shame by proving to us that among those received by us also scabby sheep would be found.
Pastor Grabau, together with Pastor Winkler, ought to consider that the matter between us comes down in the end to the question: Who teaches purely according to God's Word, the symbolical books of our Lutheran Church, and the testimonies of Luther and of other enlightened teachers, whose orthodoxy we both acknowledge? If it becomes manifest that Pastor Grabau has defended against us the pure symbolical Lutheran doctrine, then it is beyond doubt that we must surrender and confess that in the reception of those banned by him or departed from him we have hardly sinned; although even then in ignorance, for God is our witness that neither personal hatred nor earthly advantage has moved us thereto, but solely the conviction that we dared not thrust from us those who separated themselves from those whom we ourselves perceive to be in dangerous and ruinous error. Or if it becomes manifest that Pastor Grabau, in the alleged Missourian mob-spirit business, has attacked, contested, and in every possible and conceivable way covered with scorn and mockery the old pure evangelical Lutheran doctrine: what then do all the demonstrations prove that some of those received by us and departed from them are wicked people?*) In the worst case for us, that we did not apply the necessary strictness in the reception of people who all allegedly departed from their former preacher, according to God's Word, for the sake of his false doctrine and have desired of us the dispensing of the means of grace; or that we pounced too quickly and did not first try everything to bring about unity in doctrine, before we widened the yawning rent still further by the reception of the separated.
*) It appears Pastor Grabau has already thought of this case, yes, even of this, that it could moreover be proved against him that he has banned wrongly. In the last number of the Informatorium one namely already begins to defend the principle: An unjust ban, if it should actually occur, is no false doctrine and gives no right to separation!" We remark, however, that this article is, contrary to rule, without the name of the author; he probably wishes to wait and see how the matter turns out. Evil omens!
Well then, the battle has broken out. With God's help we shall appear on the battlefield and let nothing turn us aside from the main matter. Even the cry of victory of our gentlemen opponents before the end of the battle will not confuse us, mindful of the saying of the wise Solomon: "Better is the end of a thing than the beginning thereof." Eccl. 7:9.
Pastor Winkler
avails himself in the 14th number of the Informatorium of so worthless and unchristian a polemic against us, the editor of the "Lutheraner," in that he insinuates to us willful lies and knavish evasions, that we see ourselves compelled to desist from all contest with this gentleman, since arguments against impudence accomplish as little as a sword against a certain other weapon. We are, God be thanked! not yet so far down that for the rescue of our good name we should need solemnly to defend ourselves against a man who with lawyerly dexterity tries to pin upon us the predicate of a liar. We call upon those who read the "Lutheraner" and the "Informatorium" to read our essay against Pastor Winkler and his answers comparatively, and then a defense on our part will not be needed with those who do not read Yes for No and No for Yes. Up to now, for lack of time after our return from Germany, we have been able to pay little attention to the Informatorium. This seems to make Pastor Winkler so eager for battle and presumptuous; but let him know, if God grant time and strength, we will faithfully make up all that has been neglected. We fear, on the other hand, that when the narrating of stories comes to an end with Pastor Winkler, a certain other, weightier material may have run out on the dear man and the great Goliath-sword have fallen from his hand. If, moreover, Pastor Winkler amends and lets some endeavor be seen at last to enter upon a Christian contest also, we promise to answer to him in everything, and also, where necessary, to reply to the reproach cited above as gently and Christianly as we composed our first answer. But if Pastor Winkler will continue to throw everything together in confusion, to represent wantonly every godless speech and deed of members of our congregations as a fruit of our doctrine and us as participants in it, to bespatter us from head to foot with the mire of his abusive speeches and then to cry out: Behold, such people are these!—then we shall never deem him worthy of an answer, but shall not trouble ourselves about him as a blasphemer who has become manifest and for that reason harmless, just as little as our old theologians troubled themselves about the many libels of the Jesuitical clamorers.
Would that Pastor Winkler would at last consider that his manner of contending produces, to be sure, for a time some desired impression, fills honest souls with misgivings against those attacked, and in particular works some malicious joy in unbroken hearts. But at last even the rude rabble becomes weary of watching such a game, while the children of God, on the other hand, soon become troubled and seek at last in the poisonous, confused strife something to which their poor tossed-about soul in temptation and the anguish of death can hold fast. But when at last this moment comes, then he who contended passionately, though he was at first often applauded, has lost, and he who in quietness sought to keep his conscience and above all strove not to shut against himself the open access to the throne of grace in the contest with men, has won.
God grant that Pastor Winkler may not be embittered also by this expectoration wrung from us, but rather be pacified; for, as said, for a Christian contest we declare ourselves ready; yes, we do not ourselves give up the hope that, if room is left for such a contest, an agreement and understanding, to the joy of the holy angels, to the comfort of the poor Church and to the honor of the Prince of Peace, is not impossible. But if no room is left for this, but every approaching word of peace is seized upon, interpreted and exploited as a confession of penitence, thus as a giving up of the recognized truth; every action charged by the opposing party as a reproach is branded from the outset by them as wanton wickedness; no possibility is conceded that what one thinks one must censure in the other may have been a work out of an erring conscience—: well then, let one do what one cannot leave undone and answer on the last day for the peace of the Church made impossible.
The Religion of the Atheists.
An atheist, or in German a denier of God, is necessarily at the same time an immoral man; if one can still call him a man at all, since he who seeks to extinguish the consciousness of God implanted in him by nature, and therefore denies all human dignity, has sunk down to the beast. Not all atheists, however, are bold enough to disclose their actual principles. The most, while they deny and blaspheme their Creator with a gay mouth, are withal so cowardly and so hypocrit-