Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 1 › Seite 3
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-08-31, Seite 3
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uns derselbe, wie oben bereits erwähnt, siebenzehn Irrthümer angedichtet hatte. Im Jahre darauf würdigte Past. Grabau unser Schreiben auf seine Antikritik schon selbst nicht einmal einer Antwort. Obgleich wieder ein Jahr später, nehmlich am 6. Jan. 1847, der Pastor und die Versteher der zur Buffalo-Synode gehörenden Gemeinde zu Kirchhayn, in Wisconsin, Pastor Grabau dringend baten, eine Synode abzuhalten zu dem Zwecke, „um die zwischen den missourischen Predigern und ihnen (von der Grabauischen Parthei) obschwebenden Streitigkeiten beilegen zu können," so schlug dies dennoch Past. Grabau ab und führte dadurch auch in der Kirchhayner Gemeinde eine Spaltung herbei. Im Jahre 1848 sodann thut uns derselbe sammt seiner ganzen Synode „als muthwillige falsche Lehrer und öffentliche thürstige Sünder," welche zu „meiden" seien, öffentlich in den Bann. Von dieser Zeit an hat Past. Grabau und seine Parthei recht eigentlich gegen uns gewüthet und getobt, und uns, wir können nicht anders sagen, mit wahrhaft pöbelhaften Schimpfreden übergossen.
Trotz aller dieser Unbilden haben wir bis in die neueste Zeit herein Versuche gemacht, Pastor Grabau zu einer mündlichen Aussprache zu bewegen, da es immer deutlicher wurde, daß der schriftliche Weg zu keinem glücklichen Ziele führen werde. Das erste Mal geschah dies im Frühling des Jahres 1846, wo Past. Grabau seine abschlägliche Antwort mit den Umständen entschuldigte. Das zweite Mal geschah es im April, 1847, worauf Past. Grabau wieder abschlägliche Antwort ertheilte, ja, seine Synode dazu bestimmte, zu erklären, „daß Past. Grabau auf solche Einladung und solcher Weise hinzureisen nicht befugt gewesen." Die letzte Einladung Past. Grabau's zu mündlicher Besprechung endlich hat unsere Synode in ihrer letzten diesjährigen Versammlung beschlossen und durch ihren Secretär, Hrn. Past. Habel, in freundlichster Form schriftlich an ihn ergehen lassen, mit dem Anerbieten, daß die Besprechung vor Zeugen von beiden Seiten geschehen und bis zum Austrag der Sache alles harte Schreiben gegenseitig ruhen möge, zugleich mit Uebersendung der von der Synode herausgegebenen und in diesem Jahre in Erlangen bei A. Deichert erschienenen Schrift: „Die Stimme unserer Kirche in der Frage von Kirche und Amt. Von der deutschen evangelisch-lutherischen Synode von Missouri, ꝛc., als ein Zeugniß ihres Glaubens, zur Abwehr der Angriffe des Hrn. Past. Grabau in Buffalo vorgelegt durch C. F. W. Walther." Der Brief lautet folgendermaßen:
Ehrwürdiger Herr! Im Namen u. Auftrage der deutschen evang.-luth. Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten, welche ihre Schuldigkeit erkennt, nichts zu unterlassen, wodurch Friede und Einigkeit in der Kirche herbeigeführt werden könnte—übersende ich Ihnen hierneben das vom Hrn. Prof. Walther im Auftrage derselben verabfaßte Büchlein: „Die Stimme unserer Kirche in der Frage von der Kirche und Amt"—mit der Bitte: diese Schrift, unter Gebet und Flehen zu Gott möglichst unbefangen durchzulesen, und sich daraus zu überzeugen, daß dieselbe nichts anderes als die Stimme der lutherischen Kirche enthalte. Sollten Sie aber gleichwohl nicht völlig dadurch überzeugt werden, oder in diesem und jenem Punkte noch Bedenken finden, so ist die Synode willig und bereit, sich durch Delegaten mündlich, sei es öffentlich oder privatim, wie Sie in dieser Beziehung es wollen, mit Ihnen zu besprechen, wobei auch die Bestimmung der Zeit und des Ortes Ihnen, ehrwürdiger Herr! überlassen bleiben soll.
Zugleich erbietet sich die Synode, im Lutheraner bis dahin nicht gegen Sie zu schreiben, wenn Sie auch Ihrerseits das harte Schreiben im Informatorium unterlassen wollen.
Sind Sie nun willig und bereit, auf solche Vorschläge einzugehen, so werden Sie hiermit ersucht, diese ihre Willfährigkeit dem Präsidio unserer Synode möglichst bald gefälligst erklären zu wollen.
Gott schenke Ihnen seinen Geist und Gnade und gebe doch Frieden und Einigkeit in der Kirche, um Jesu Christi willen. Amen.
gez. Ludwig W. Habel, Secr. d. Synode.
Fort Wayne, Ja., d. 3. Juli, 1852.
Die Antwort Past. Grabau's hierauf ist wiederum—eine abschlägliche gewesen. Er verlangt, daß wir erst alle Prediger von ihren Aemtern zurückrufen, welche ehemalige Glieder der Gemeinden seiner Partei gegenwärtig bedienen, dieselben für Rottenprediger erklären und Buße thun! Wir müssen gestehen, wir wissen in der That nun nicht, nicht nur, was wir von der Gesinnung, sondern auch nicht, was wir von dem gesunden Verstande Hrn. Past. Grabau's denken sollen. Derselbe scheint die Prozeßordnung jener Völker in Uebung bringen zu wollen, nach welchem der zu Verhörende erst verurtheilt, respective gehängt, und dann seine Sache, ob er im Recht oder Unrecht sei, untersucht wird.
(Fortsetzung folgt.)
(Für den „Lutheraner.")
Einsender dieses hat wie alle Glieder der ev. luth. Synode von Mo., O. u. a. St. auf der letzten Synodalversammlung die Verpflichtung übernommen, seine Gemeine in einer Predigt zur Unterstützung der Vorbereitungsanstalt für künftige Kirchendiener in St. Louis, Mo., zu ermahnen. Es ist ihm aber, theils weil er erst vor nicht gar langer Zeit seine Gemeinde zu wiederholten Malen in besonderen Ansprachen veranlaßt hat, durch nicht unbedeutende Opfer zu bezeugen, daß sie weiß, wie sehr sie als eine christliche Gemeine nach dem Vorbild der apostolischen Kirche und auf Grund deutlicher Worte der Schrift verbunden ist, auch im Ganzen und Großen der Kirche, in deren Schooß der HErr sie gelegt hat und von deren Gütern sie lebt, Liebe und Dankbarkeit zu erzeigen, theils weil die Frankenmuther gegenwärtig selbst ihre große Noth haben, den begonnenen Kirchbau zu vollenden, unter den jetzigen Umständen nicht wohl möglich, der ihm befohlenen Heerde zuzumuthen, daß sie ihre, dem nächsten eigenen Bedürfniß so nöthigen, Kräfte vertheile. Dennoch möchte er seiner Verpflichtung nachkommen. Weil er nun nicht wagen mag, Angesichts des eben aufgerichteten Gerüsts der neuen Kirche das Seufzen sorgender und beschwerter Herzen durch einen Aufruf zu größerer Arbeit in der Ferne zu vermehren, so hat er folgende List ersonnen, um sich aus dem Dilemma zu ziehen, in das ihn die Forderungen und Rücksichten der Liebe gebracht haben. Er hat vor längerer Zeit eine Predigt gehalten, die zu diesem Zwecke ganz passend ist: denn sie beschreibt die Gestalt der Kirche und hält sich sonderlich dabei auf, daß sie wegen großer Bedürftigkeit schier nicht scheine leben zu können (I., 2.), aber doch durch der Frommen freiwilligen Gehorsam (Ps. 110, 3.) (II., 2.) nicht allein auf dieser Welt bleibe, sondern auch über sie herrsche; er wüßte nicht, wie er es besser anfangen sollte, um die Leute anzutreiben, daß sie ihre Schuldigkeit thun, und sie doch vor dem seelengefährlichen Wahn zu bewahren, als wenn sie wunder was für Thaten gethan hätten, wenn sie dem HErrn Christus einige Thaler Almosen gegeben haben, der sie in seinen Dienern besucht und durch seine Diener auch um solche Beisteuern, wie zu Seminarien ꝛc. auffordert, als wenn er das wiedersagte, was er in jener Predigt gesagt hat. Nun haben die Frankenmuther die Predigt aber schon gehört. Er kann sie doch nicht dasselbe Jahr noch einmal halten. Er hat das auch gar nicht nöthig. Er erinnert nur an das, was er schon gesagt hat, und damit die Erinnerung um so größeren Nachdruck habe, hält er seinen Mund vor das Sprachrohr des „Lutheraners" und ruft hiemit seinen Frankenmuthern zu:
„Frankenmuther! Les't nun mal die Predigt, die ich euch gehalten habe und denkt fein daran, warum ihr sie jetzt zu lesen bekommt. Ich will euch nicht drängen: aber schreibt's euch hinter's Ohr. Und wenn eure Kirche steht und ihr habt euch verschnauft, so vergeßt den HErrn Christus draußen nicht. Denn ihr seid nicht allein sein Leib, sondern er hat noch viele Glieder, an denen ihr's beweisen könnt, wie lieb ihr Ihn habt. Und sonderlich denkt auch an das Concordia-Collegium in St. Louis, wie ihr neulich das Fort-Wayner Seminar so reichlich bedacht habt. Denn wenn ihr für die Pflanzschulen junger Prediger und Lehrer sorgt, so sorgt ihr für euch und eure Kinder mit, weil ihr ja doch daher einen Pfarrer und Schullehrer nehmen müßt, wenn ich und der Herr Cantor nicht mehr sind. Jetzt aber bin ich noch da und grüße euch von St. Louis in treuer Liebe
K. Röbbelen, Pfarrer.
Frankenmuth am 16. August 1852.
* * *
Predigt
am Sonntage nach Neujahr, den 4. Januar 1852 in Frankenmuth, N. A.,
gehalten von
Pastor K. A. W. Röbbelen.
Text: das Sonntags-Evangelium, Matth. 2, 13—23.
Dies scheint alles dem zu widersprechen, das von dem HErrn Christo geweissagt worden war. Denn wenn er selber zu den Heiden fliehen muß,
English translation AI translation
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us the same person, as already mentioned above, had imputed seventeen errors. In the year following, Pastor Grabau did not himself deem our writing on his Antikritik worthy even of an answer. Although a year later again, namely on January 6, 1847, the pastor and the elders of the congregation at Kirchhayn, in Wisconsin, belonging to the Buffalo Synod, urgently begged Pastor Grabau to hold a synod for the purpose of being able "to settle the controversies pending between the Missourian preachers and themselves (of the Grabauian party)," Pastor Grabau nevertheless refused this, and thereby brought about a division in the Kirchhayn congregation also. In the year 1848 thereupon he put us, together with our whole Synod, publicly under the ban "as wilful false teachers and open, notorious sinners," whom one must "avoid." From that time on Pastor Grabau and his party have properly raged and raved against us, and have, we cannot say otherwise, drenched us with truly vulgar abuse.
In spite of all these wrongs we have made attempts, up to the most recent time, to move Pastor Grabau to an oral discussion, since it became ever plainer that the written way would lead to no happy end. The first time this happened was in the spring of the year 1846, when Pastor Grabau excused his refusing answer on account of circumstances. The second time was in April, 1847, whereupon Pastor Grabau again gave a refusing answer, indeed induced his Synod to declare "that Pastor Grabau had not been authorized to travel thither on such an invitation and in such a manner." The last invitation to Pastor Grabau for an oral discussion, finally, our Synod resolved upon in its last meeting this year, and had it sent to him in writing, in the friendliest form, through its Secretary, the Rev. Pastor Habel, with the offer that the discussion should take place before witnesses from both sides, and that until the matter be settled all harsh writing might cease on both sides, together with the sending of the work published by the Synod and issued this year at Erlangen by A. Deichert: "Die Stimme unserer Kirche in der Frage von Kirche und Amt. Von der deutschen evangelisch-lutherischen Synode von Missouri, ꝛc., als ein Zeugniß ihres Glaubens, zur Abwehr der Angriffe des Hrn. Past. Grabau in Buffalo vorgelegt durch C. F. W. Walther." The letter reads as follows:
Reverend Sir! In the name and by commission of the German Evang. Luth. Synod of Missouri, Ohio and other States, which recognizes it as its duty to omit nothing whereby peace and unity in the Church might be brought about, I send you herewith the little book composed by Prof. Walther by its commission: "Die Stimme unserer Kirche in der Frage von der Kirche und Amt"—with the request: to read this writing through, with prayer and supplication to God, as free from prejudice as possible, and to convince yourself from it that it contains nothing else than the voice of the Lutheran Church. Should you nevertheless not be fully convinced thereby, or find scruples yet on this or that point, the Synod is willing and ready to discuss with you orally through delegates, whether publicly or privately, as you may wish in this respect, in which case the appointment of the time and place shall also be left to you, Reverend Sir.
At the same time the Synod offers not to write against you in the Lutheraner until then, if you on your part also will omit the harsh writing in the Informatorium.
If you are now willing and ready to enter upon such proposals, you are hereby requested to be so kind as to declare this your readiness as soon as possible to the Presidium of our Synod.
God grant you His Spirit and grace, and grant peace and unity in the Church, for Jesus Christ's sake. Amen.
signed Ludwig W. Habel, Secr. of the Synod.
Fort Wayne, Ind., July 3, 1852.
The answer of Pastor Grabau to this has again been a refusing one. He demands that we first recall from their offices all preachers who at present serve former members of the congregations of his party, declare them to be preachers of a faction, and do penance! We must confess, we really do not now know, not only what we are to think of the disposition, but also what we are to think of the sound understanding of the Rev. Pastor Grabau. He seems to wish to put into practice the legal procedure of those nations according to which the man to be examined is first condemned, respectively hanged, and then his case, whether he be in the right or in the wrong, is investigated.
(To be continued.)
(For the "Lutheraner.")
The writer of this has, like all members of the Ev. Luth. Synod of Mo., O. and other States, assumed at the last synodical meeting the obligation to exhort his congregation, in a sermon, to the support of the preparatory institution for future ministers of the church in St. Louis, Mo. But it is, partly because he has only not very long ago moved his congregation, repeatedly, in special addresses, to testify by no inconsiderable sacrifices that it knows how greatly it, as a Christian congregation after the pattern of the apostolic Church and on the ground of plain words of Scripture, is bound also to show love and gratitude to the Church as a whole and at large, into whose bosom the LORD has laid it and by whose goods it lives, and partly because the Frankenmuthers are at present themselves in great need, in completing the church building they have begun, not well possible under the present circumstances to demand of the flock entrusted to him that it should distribute its strength, so needful for its own nearest necessity. Nevertheless he would like to fulfil his obligation. Since he now dares not, in view of the scaffolding of the new church just erected, to increase the sighing of anxious and burdened hearts by a summons to greater labor in the distance, he has devised the following ruse to extricate himself from the dilemma into which the demands and considerations of love have brought him. Some time ago he delivered a sermon which is quite suitable for this purpose: for it describes the form of the Church and dwells especially on this, that on account of great want she seems almost unable to live (I., 2.), yet through the willing obedience of the pious (Ps. 110, 3.) (II., 2.) not only remains in this world, but also rules over it; he would not know how to set about it better, in order to urge the people to do their duty, and yet to guard them against the soul-endangering delusion as if they had done wonderful deeds if they have given the LORD Christ a few dollars of alms, who visits them in His servants and through His servants also asks for such contributions as for seminaries, etc., as if he were repeating what he said in that sermon. Now the Frankenmuthers have already heard the sermon. He cannot well deliver the same sermon again in the same year. Nor does he need to at all. He only reminds of what he has already said, and in order that the reminder may have the greater emphasis, he holds his mouth before the speaking-trumpet of the "Lutheraner" and herewith calls to his Frankenmuthers:
"Frankenmuthers! Just read now the sermon which I preached to you, and keep well in mind why you are now getting it to read. I will not press you: but write it behind your ear. And when your church stands and you have caught your breath, do not forget the LORD Christ outside. For you are not only His body, but He has yet many members, by whom you can prove how dear you hold Him. And especially think also of the Concordia College in St. Louis, as you lately so liberally remembered the Fort Wayne Seminary. For if you provide for the nurseries of young preachers and teachers, you provide for yourselves and your children also, since you must surely take a pastor and schoolteacher from thence when I and the Herr Cantor are no more. But now I am still here and greet you from St. Louis in faithful love
K. Röbbelen, Pastor.
Frankenmuth, August 16, 1852.
* * *
Sermon
on the Sunday after New Year, the 4th of January 1852, in Frankenmuth, N. A.,
delivered by
Pastor K. A. W. Röbbelen.
Text: the Sunday Gospel, Matt. 2, 13-23.
This seems to contradict everything that was prophesied of the LORD Christ. For if He Himself must flee to the heathen,