Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 1 › Seite 7

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-08-31, Seite 7

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Reading, welcher auch für das nächste Synodaljahr aufs neue zum Präsidenten gewählt worden ist, dem Ministerium „die Frage zur Berathschlagung vor, ob es nicht für dasselbe und die Sache der ganzen Kirche besser wäre, wenn dieser Körper in seine Verbindung mit der Generalsynode wieder zurückträte.“ Dieser Antrag wurde denn auch in den Kreis der Berathungen gezogen und umständlich besprochen, und hierauf einstimmig beschlossen: „daß die fernere Erwägung dieser Frage bis zur nächsten Synode verschoben werde.“ Ferner beschlossen: „daß die Synode die Ehrwürdigen Synoden von Ohio und Tennessee in brüderlichem Sinne ersuche, diese wichtige Sache zu besprechen, wo möglich mit selbiger Delegaten an die Generalsynode zu ernennen und, wenn sie hiezu sich bestimmen, eine Committee zu ernennen, um in Vereinigung mit ihr (der Pensylv. Synode) ein gleiches Gesuch an die Ehrwürd. Synode von Missouri und anderen Staaten zu richten.“ Ferner beschlossen: „daß die Committee eine ähnliche Mittheilung an andere, noch nicht mit der Generalsynode verbundene Synoden machen soll.“ Beschlossen endlich, sagen die Beschließer: „daß wir zu diesen Beschlüssen geführt worden sind durch die Ueberzeugung, daß wir Alle in den wesentlichen Grundlehren unsrer theuren Mutterkirche übereinstimmen, und daß wir daher auch für eine äußere Vereinigung bereit sind, aus welcher wir einen reichen Segen erwarten können.“

Wer der lutherischen Kirche von Herzen angehört, wird sich über diese Beschlüsse herzlich betrüben. Bekanntlich trägt zwar die Generalsynode noch den Namen: lutherisch; selbige ist aber bekanntlich längst von der lutherischen Kirche abgefallen. Sie hat die Verpflichtung auf die öffentlichen Bekenntnißschriften oder symbolischen Bücher der lutherischen Kirche fahren gelassen und verlangt von ihren Gliedern allein das Bekenntniß des Glaubens: „daß die Fundamental-Wahrheiten der Bibel auf eine wesentlich richtige Weise in den Lehrartikeln der Augsburgischen Confession vorgetragen werden.“ Unter diese Fundamental-Artikel rechnet aber die Generalsynode z. B. nicht einmal die beiden letzten Hauptstücke des lutherischen Catechismus, nehmlich die Lehre von der heiligen Taufe und vom heiligen Abendmahle; gerade in diesen wichtigen Unterscheidungslehren, durch welche die lutherische Kirche von der reformirten Kirche und anderen protestantischen Sekten, wie der methodistischen, getrennt ist, läßt die Generalsynode jeden glauben, wie er Lust hat. Sie ist daher eigentlich nicht eine lutherische, sondern eine durch und durch unirte, religionsmengerische Gemeinschaft. Im Jahre 1845 hat sie es auch selbst in einem nach Deutschland gesendeten officiellen (amtlichgültigen) Schreiben unverholen ausgesprochen: „Wir stehen hier, wie überhaupt in den mehrsten unserer kirchlichen Grundsätze, auf gemeinschaftlichem Grunde mit der Unirten Kirche Deutschlands. Die Unterscheidungsansichten zwischen der altlutherischen und Reformirten Kirche achten wir als nicht wesentlich.“

Ist es nun nicht traurig, wenn die Pennsylvanische Synode, welche doch eine lutherische sein will, um mehr äußerliche Macht und Einfluß zu gewinnen, darauf ausgeht, sich mit einer Generalsynode verschmelzen zu lassen, durch welche sie in eine religionsmengerische Union eingeht und somit der lutherischen Kirche den Rücken kehrt? insonderheit jetzt, wo sich allenthalben durch Gottes Gnade vielmehr der Sinn regt, zu der verlaßnen Wahrheit und Kirche unserer Väter zurückzukehren? Diejeniger, welche dazu verleiten, werden Gott dafür einst eine schwere Rechenschaft zu geben haben und alle die Unterdrückung der göttlichen Wahrheit verantworten müssen, die ein solcher Schritt nothwendig zur Folge haben wird, wenn er, was Gott verhüten möge, gethan werden sollte. Aussicht hierzu ist leider nur zu viel da; denn die Pennsylvanische Synode hat sich auch in dieser Versammlung wieder als eine Gemeinschaft geoffenbart, welche schon selbst unionistischen Grundsätzrn huldigt. Sie hat wieder Prediger von allerhand fremdgläubigen Partheien als berathende Glieder aufgenommen und beschlossen, mit der hochdeutsch-reformirten Kirche zusammen ein deutsches Sonntagsschul-Gesangbuch herauszugeben, und, wie wir oben bereits gesehen haben, erklärt, daß auch sie die in den symbolischen Büchern unserer Kirche bekannten und seit 300 Jahren von allen Dienern unserer Kirche beschworenen Lehren in wesentliche und unwesentliche eintheilt und in dem, was sie gerade nicht für wesentlich hält, keine Glaubenseinigkeit fordert. Was kann man da anders erwarten, als daß sich diese Synode mit der unirten Generalsynode unbedenklich vereinigen und die etwa noch in ihr befindlichen aufrichtig lutherischen Prediger so von sich treiben werde? Von der Synode von Ohio und Tennessee versehen wir uns jedoch eines Besseren; so daß wir nicht fürchten, daß je an die Missourisynode der Antrag, sich auch mit der Generalsynode zu vereinigen, gelangen werde. Geschähe es aber, so würde unsere Synode, so geneigt sie zu jeder Vereinigung auf Grund der ganzen Wahrheit ist nach 1. Cor. 1: 10. und Ephes. 4, 3-6., sich doch nicht eher zu einer Vereinigang mit der Generalsynode verstehen zu können auf das entschiedenste erklären, als bis dieser Körper seinen bisherigen Abfall von der lutherischen Kirche, ihrer Lehre und Praxis, bekannt und sich davon gereinigt haben und zu derselben in der That und Wahrheit zurückgekehrt sein werde. Unsere Synode wird nimmer, ob Gott will, Fleisch für ihren Arm haltend, auch nur ein Jota der theuren Beilage unserer Kirche aufgeben, um durch eine bloß äußere Einheit ohne innere Glaubenseinigkeit stärker zu werden. Damit sie nicht verliere, was sie erarbeitet hat, sondern vollen Lohn empfahe (2. Joh. 8.), wird sie lieber die ganze Welt und alle falschen Brüder wider sich im Kampfe sehen, allein stehen und die Schmach, exclusiv und starrsinnig zu sein, fröhlich tragen, als wider Gott und sein Wort Friede machen. — Uebrigens finden wir in dem angezeigten Berichte auch einige Beschlüsse, die den lutherischen Lesern Freude machen werden. So hat die Synode beschlossen: „Daß sie keine Gemeinde anerkennt, welche annimmt, daß zur Bedingung des Rechts als Gemeindeglied nur Geldbeiträge erforderlich seien.“ Ferner beschlossen: „Daß dem Prediger seine ihm gebührende Stelle im Kirchenrath eingeräumt werde.“ Ferner beschlossen: „Daß die Synode es entschieden mißbilligt, wenn Prediger sich von ihren Gemeinden von Jahr zu Jahr erwählen lassen.“ (Wir wissen freilich nicht, ob die Synode es dabei etwa wie die Unirten im Westen macht, die sich auch nicht jahrweise dingen lassen, aber auf gegenseitige vierteljährige Aufkündigung, wobei die letzteren keine Miethlinge zu sein wähnen, sondern Diener Gottes!) — In unserem kirchlich verwüsteten Amerika hat man Ursache, sich auch über dergleichen Beschlüsse zu freuen.

Nachdem Herr Pastor Paulus Heid von der lutherischen Gemeinde in und bei Greenville, Dark Co., O., zu ihrem Prediger und Seelsorger berufen worden, und mit Einwilligung seiner früheren Gemeinde in Auglaize Co., O., diesen Ruf angenommen hatte, ist derselbe von Herrn Pastor Streckfuß, dem vom Präsidio erhaltenen Auftrage gemäß, am 8. Sonntag nach Trinit. vor einer großen Versammlung feierlich in sein Amt eingeführt worden.

Gott lasse ihn unter den ihm anvertrauten Seelen, die schon seit Jahren, mitten unter Secten lebend, sich nach der Lehre ihrer Kirche und der lautern Milch des göttlichen Wortes sehnten, viele Frucht schaffen zum ewigen Leben. Amen.

Die Addresse des lieben Bruders ist:

Rev. P. Heid,
Greenville,
Dark Co., O.

Eine Bitte.

Ohngefähr zwei Jahre lang haben wir, die ev. luth. Gemeinde ungeänderter Augsb. Conf. in und um Mischawaka, unsere öffentlichen Gottesdienste in einem Privat-Hause gehalten. In der Hoffnung, daß die Gemeinde zunehmen werde, haben wir uns entschlossen, ein Gotteshäuschen zu bauen, ein sogenanntes Frame-Kirchlein. Nachdem wir in Gottes Namen an das Werk gegangen, ist mit Gottes Hülfe bereits soviel an dem Gebäude geschehen, daß wir uns in demselben versammeln können. Das Haus nämlich ist fertig nach außen hin, im Innern desselben ist noch nichts geschehen, es ist weder gewölbt noch beplästert, Kanzel, Altar und Stühle fehlen noch. Da aber unsere Gemeinde noch sehr klein ist, bestehend gegenwärtig aus neun Familien und einigen ledigen Personen, überdies alle von geringen Vermögensumständen: so sind wir jetzt nicht im Stande, den Bau zur Vollendung zu bringen. Wir sehen uns daher genöthigt, uns an die lieben Glaubensbrüder zu wenden, mit der Bitte, daß auch sie ihr Schärf-

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Reading, who has also been elected president anew for the next synodical year, laid before the Ministerium "the question for deliberation, whether it would not be better for it and for the cause of the whole Church, if this body should again enter into connection with the General Synod." This motion was accordingly drawn into the circle of the deliberations and discussed at length, and thereupon unanimously resolved: "that the further consideration of this question be postponed until the next Synod." Further resolved: "that the Synod in a brotherly spirit request the Reverend Synods of Ohio and Tennessee to discuss this important matter, if possible to appoint delegates jointly with it to the General Synod, and, if they determine upon this, to appoint a committee, in order, in union with it (the Pennsylvania Synod), to direct a like request to the Reverend Synod of Missouri and other States." Further resolved: "that the committee shall make a similar communication to other Synods not yet connected with the General Synod." Resolved finally, say the resolvers: "that we have been led to these resolutions by the conviction that we all agree in the essential fundamental doctrines of our dear mother Church, and that we are therefore also ready for an outward union, from which we can expect a rich blessing."

Whoever belongs to the Lutheran Church from the heart will be heartily grieved over these resolutions. It is well known that the General Synod still bears the name Lutheran; but it is likewise well known that it has long since fallen away from the Lutheran Church. It has let go the obligation to the public confessions or symbolical books of the Lutheran Church, and requires of its members only the confession of the belief: "that the fundamental truths of the Bible are taught in a substantially correct manner in the doctrinal articles of the Augsburg Confession." Among these fundamental articles the General Synod does not reckon, for example, so much as the last two chief parts of the Lutheran Catechism, namely the doctrine of holy Baptism and of the holy Supper; precisely in these important distinguishing doctrines, by which the Lutheran Church is separated from the Reformed Church and other Protestant sects, such as the Methodist, the General Synod lets everyone believe as he pleases. She is therefore properly not a Lutheran, but a thoroughly unionistic, religion-mixing communion. In the year 1845 she herself also declared it openly in an official (officially valid) letter sent to Germany: "We stand here, as indeed in most of our churchly principles, on common ground with the United Church of Germany. The distinctive views between the old Lutheran and the Reformed Church we regard as not essential."

Is it not sad, now, when the Pennsylvania Synod, which yet wishes to be a Lutheran one, in order to gain more outward power and influence, goes about to let itself be fused with a General Synod, through which it enters into a religion-mixing union and thereby turns its back on the Lutheran Church? especially now, when everywhere, by God's grace, the mind is stirring rather to return to the forsaken truth and Church of our fathers? Those who lead thereto will one day have to give God a heavy account for it, and will have to answer for all the suppression of the divine truth which such a step must necessarily bring in its train, if it should be taken, which may God forbid. Prospect of this is, alas, only too present; for the Pennsylvania Synod has again in this convention revealed itself as a communion which already itself pays homage to unionistic principles. It has again admitted preachers of all manner of heterodox parties as advisory members, and resolved to publish, together with the High German Reformed Church, a German Sunday-school hymnal, and, as we have already seen above, has declared that it too divides the doctrines confessed in the symbolical books of our Church, and sworn to for 300 years by all the servants of our Church, into essential and non-essential, and in that which it just does not hold to be essential demands no unity of faith. What else can one expect than that this Synod will unhesitatingly unite with the unionistic General Synod, and thus drive from itself the sincerely Lutheran preachers who may still be in it? Of the Synod of Ohio and Tennessee, however, we expect better; so that we do not fear that the proposal to unite also with the General Synod will ever come before the Missouri Synod. But should it happen, our Synod, though inclined to every union on the ground of the whole truth, according to 1 Cor. 1: 10 and Eph. 4, 3-6, would declare most decidedly that it cannot consent to a union with the General Synod until this body shall have acknowledged and cleansed itself from its hitherto prevailing falling away from the Lutheran Church, from its doctrine and practice, and shall have returned to the same in deed and in truth. Our Synod will never, God willing, making flesh its arm, give up so much as one jot of the dear heritage of our Church, in order to become stronger by a merely outward unity without inner unity of faith. That it may not lose what it has wrought, but receive a full reward (2 John 8), it will rather see the whole world and all false brethren against it in the conflict, stand alone, and gladly bear the reproach of being exclusive and obstinate, than make peace against God and his Word. — Besides, we find in the report cited some resolutions also which will gladden Lutheran readers. Thus the Synod resolved: "That it recognizes no congregation which assumes that money contributions only are required as the condition of the right of a congregation member." Further resolved: "That the preacher be granted his due place in the church council." Further resolved: "That the Synod decidedly disapproves when preachers let themselves be elected by their congregations from year to year." (We do not indeed know whether the Synod perhaps does it in this respect as the Unionists in the West, who also do not let themselves be hired by the year, but on mutual quarterly notice, whereby the latter fancy themselves no hirelings, but servants of God!) — In our ecclesiastically devastated America one has reason to rejoice also over such resolutions.

Whereas Pastor Paulus Heid had been called by the Lutheran congregation in and near Greenville, Dark Co., O., to be its preacher and pastor, and, with the consent of his former congregation in Auglaize Co., O., had accepted this call, he has been solemnly installed in his office before a great assembly by Pastor Streckfuß, according to the commission received from the President, on the 8th Sunday after Trinity.

May God let him bring forth much fruit unto eternal life among the souls entrusted to him, who, living for years in the midst of sects, have longed for the doctrine of their Church and the sincere milk of the divine Word. Amen.

The address of the dear brother is:

Rev. P. Heid,
Greenville,
Dark Co., O.

A Request.

For about two years we, the Ev. Luth. congregation of the unaltered Augsb. Conf. in and about Mishawaka, have held our public divine services in a private house. In the hope that the congregation will increase, we have resolved to build a little house of God, a so-called frame church. Since we set to work in God's name, so much has already been done on the building, with God's help, that we can assemble in it. The house, namely, is finished on the outside; in the interior of it nothing has yet been done, it is neither vaulted nor plastered, and pulpit, altar and pews are still lacking. But since our congregation is still very small, consisting at present of nine families and some single persons, and moreover all of slender means, we are not now in a position to bring the building to completion. We therefore see ourselves compelled to turn to our dear brethren in the faith, with the request that they also their mite