Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 3 › Seite 23
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-09-28, Seite 23
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frieden geben und ruhig warten, was da kommen werde. — Weit gefehlt! — Die Sorge für das, was nun kommen wird, preßt unter Anderem Pst. Grabau schon jetzt im neuesten Informatorium (Nro. 4.) die Worte aus: „Sehet, liebe Christen: der Haß gegen uns treibt diesen Professor. — Und wir bitten euch und flehen euch nun an, wer unter euch noch Gottesfurcht hat — der strafe diesen gehässigen Mann, der nun, wie in wüthender Verzweiflung, zu einer Schandwaffe greifen will.“ Ähnlich schreibt Pastor von Rohr ebendaselbst: „Nun drohet er („Herr Walther“) gar aus Rache, daß Pst. Grabau nicht mit ihm ohne vorherige Versöhnung mit unserer Synode Unterredung über Lehrstreitigkeiten halten will, und weil ihm wohl die rechten Waffen mangeln gegen die ihm nachgewiesene“ (?!) „donatistische Irrlehre, — seinen ganzen Beiwagen voll gegen uns gesammelter Lügen und scandalöser Geschichten loszulassen und auf uns abzuschießen. Ist das nicht so, als wenn ein ernster Mann einem bösen Buben seine Unart verweiset, und dieser zum Rennstein eilet und ihn mit Koth zu werfen droht?“ — Wir können uns nun freilich denken, daß den armen Herrn nicht eben wohl zu Muthe ist bei der Aussicht, daß einmal der Vorhang aufgezogen und, was man unter dem Titel: Kirche, Ehrwürdiges Ministerium, heiliges Amt, Kirchenordnung ꝛc. ꝛc, bisher getrieben, den Augen auch anderer Leute bloßgestellt werden soll. Aber, liebe Herren, wohl sind wir von Herzen geneigt, alles Geschehene der Vergessenheit zu überliefern, aber das sollt ihr wissen: dadurch, daß ihr erst uns trotzig auffordert, wir sollten doch herausgehen mit unseren Beweisen, und uns deßwegen, daß wir's noch nicht gethan hatten, ehrlose Verleumder nennt, und daß ihr nun (da wir, von euch dazu gedrungen, Aufklärungen zu geben uns verbindlich machen) gegen uns Feuer und Flammen speit und die ganze Christenheit gegen uns in die Schranken ruft — dadurch werdet ihr euren Zweck, uns abzuschrecken, nicht erreichen. Mögt ihr euch auch noch so ungeberdig stellen, die Sachen müssen nun an's Tageslicht! Thut es euch jetzt wehe, die Sache so weit getrieben zu haben, so klagt euch selbst darob an.
Die freien Blätter aus St. Louis und die freien Männer daselbst.
Auch dieser Blätter, welche bekanntlich einen ebenso gottlosen, als verrückten Atheismus zu verbreiten suchen und die ein neuerer Dichter sehr passend das Verthierungsorgan nennt, ist im „Lutheraner“ von Zeit zu Zeit Erwähnung gethan worden. Wir halten es daher für unsere Schuldigkeit, unsern Lesern von dem Schicksal Kunde zu geben, welches diese Blätter bisher gehabt haben und welches derselben aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst wartei.
Der Herausgeber selbst macht bekannt. er habe schon, als die „Blätter“ die erste Hälfte ihres ersten Jahrgangs zurückgelegt hatten, zusetzen müssen; hierauf habe er sich an den hiesigen Verein der s. g. „freien Männer“ um „moralische“ Unterstützung gewendet; derselbe habe auch diese Unterstützung feierlich beschlossen, aber (wahrscheinlich aus Mangel an diesem Artikel) es bei dem Beschlossenhaben bewenden lassen; so habe denn der „Anzeiger des Westens“ endlich allein der armen „Blätter“ sich angenommen, aber in kurzer Zeit, sammt dem Herausgeber, die Summe von tausend Dollars daran eingebüßt; sei nun das andere Publikum eben so wenig begierig, aufgeklärt zu werden, als die hiesigen „freien Männer“, so werde der Atheismus im Westen bald keine „Blätter“ mehr, jedoch hoffentlich seine bekannten Früchte hervorbringen, das Blatt werde nehmlich in diesem Falle eingehen. Wie wir hören, mögen die „freien Männer“ das Blatt selbst umsonst nicht mehr lesen, denn den einfachen Grundsatz des Herausgebers: „Lasset uns essen, trinken und fröhlich sein, denn vielleicht morgen sind wir todt, und nach dem Tode ist ja alles aus,“—haben diese Herren schon aus der ersten Nummer begriffen und sie hoffen aus diesem Princip auch ohne Lehrerhülfe das ganze System praktisch und theoretisch entwickeln zu können. Dazu kommt, daß die Herrn „freien Männer“ selbst unter einander uneins geworden sind und sich gegenseitig böse Complimente machen und zwar so, daß es scheint, als hätten beide Parteien recht.
(Eingesandt)
Schulhauseinweihung.
Schon seit längerer Zeit war es inniger Wunsch der Ev. Luth. Gem. in St. Louis, ihren Schulbezirk weiter auszudehnen, und also den Kindern, welche weit von ihren Schullokalen entfernt wohnen, die Milch des süßen Evangeliums zu bringen.
Dieser Wunsch wurde aber noch durch ein sich herausstellendes Bedürfniß gesteigert, indem im südlichen Theile der Stadt sich mehr Gemeinde-Gliezer niederließen und deren Kinder einen weiten Weg in die Schulen hatten, und da in der Nähe der Dreieinigkeitskirche große Gebäude aufgeführt wurden, welche der Mädchenschule einen Theil des nöthigen Lichtes hinwegnahmen.
Seit fast zwei Jahren wurde nun wiederholt berathen, wie der längst gehegte Wunsch auf eine zweckmäßige Weise in Ausführung zu bringen sei; aber Schwierigkeiten häuften sich auf Schwierigkeiten. Doch endlich erhörte der Herr die vielen Seufzer, welche in dieser Angelegenheit zu ihm aufgesendet wurden, in erfreulicher Weise. Ein für unsern Zweck vorzüglich geeigneter Bauplatz, mit einem Hause, welches jetzt als Lehrerwohnung dient, wurde gefunden, und der Herr machte die Herzen willig die bedeutenden Lasten im Vertrauen auf ihn aufzunehmen und in seinem Namen das Werk zu beginnen. Im Laufe des Sommers entstand daher ein von Mauersteinen aufgeführtes Gebäude von 45 Fuß Länge und Breite, welches durch eine Mittelwand in zwei Räume getheilt ist, deren jeder durch fünf große Fenster Licht erhält und die durch eine große Flügelthüre in Verbindung stehen.
Das ganze Gebäude ist so eingerichtet, daß es als Fundament zu einer Kirche dienen kann, wenn es nothwendig würde, unsere Dreieinigkeitskirche aufzugeben, an welcher bereits der Zahn der Zeit zu nagen anfängt.
Der 30. August war nun für unsere liebe Gemeinde ein Tag allgemeiner inniger Freude, denn der Herr hatte so weit geholfen, daß genanntes Gebäude festlich eingeweiht werden konnte.
Zu diesem Zweck versammelten sich Nachm. 2. Uhr sämmtliche (5) Lehrer mit ihren Schülern in der Dreieinigkeitskirche, und zogen von hier aus mit denselben, unter Vortragung der den Schulen gehörigen Flaggen und blumenumwundener Stäbe, nach dem festlich geschmückten Hause, um welches eine große Menge Gemeindeglieder und viele Fremde sich versammelt hatten.
Nachdem sämmtliche Schüler auf dem Hofraum angelangt waren, öffnete der für diese Schule bestimmte Lehrer Koch, mit einigen die Sache betreffenden Worten, die Thüren. Die geräumigen Zimmer vermochten außer den Kindern nur einen Theil der Anwesenden zu fassen, und Fenster und Thüren waren daher zahlreich besetzt.
Herr Pst. Wyneken eröffnete nun die Feierlichkeit mit einigen Worten und das herrliche Lied „Allein Gott in der Höh' sei Ehr“ erschallte zum erstenmal an dieser Stätte. Hierauf flehte Herr Pst. Wyneken in einem herzlichen Gebete um Segen zum HErrn und sprach sodann in einer längeren Rede über „die Wichtigkeit der Schulen;“ gab mehrere geschichtliche die Schulen betreffende Nachweisungen; machte auf den unvergleichlich großen Nutzen der Schulen überhaupt für Staat und Kirche und auf den Vorzug christlicher Schulen insonsonderheit aufmerksam, und ermunterte zum Lob und Dank gegen den Herrn für die große Güte und Gnade, die er uns in dieser Hinsicht bisher erwiesen.
Nach Schluß der Festrede wurde von den Schülern ein für die Feierlichkeit gefertigtes Lob- und Danklied zweistimmig gesungen, worauf der Lehrer Koch eine kurze Ansprache „über die Veranlassung zum Bau dieses Gebäudes“ an die Kinder hielt und einige Worte der Ermahnung an diejenigen Schülerinnen, welche von ihm zu einem andern Lehrer, so wie an diejenigen Schüler, welche von dem andern zu ihm übergingen, und schließlich an sämmtliche Schüler richtete.
Hierauf wurde nochmals von den Schülern in einem Gesange um göttlichen Segen gefleht, worauf die Schüler der Immanuels-Schule einen Choral mit geeignetem Text erschallen ließen.
Zum Schluß ertönte der Vers „Lob, Ehr und Preis sei Gott,“ und mit Vaterunser u. Segenswunsch wurde die Feierlichkeit geendet.
Sämmtliche Schüler und ein großer Theil
English translation AI translation
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content and quietly wait to see what will come. — Far from it! — The anxiety for what is now to come extorts from Pastor Grabau, among other things, even now in the latest Informatorium (No. 4.) the words: "Behold, dear Christians: hatred against us drives this Professor. — And we beg you and entreat you now, whoever among you still has the fear of God — punish this hateful man, who now, as in raging despair, would resort to a weapon of infamy." Similarly writes Pastor von Rohr in the same place: "Now he ("Mr. Walther") even threatens, out of revenge, because Pastor Grabau will not hold a conference on doctrinal controversies with him without previous reconciliation with our Synod, and because the right weapons are no doubt lacking to him against the heresy proved upon him" (?!) "Donatistic, — to let loose his whole sidecar full of lies and scandalous stories collected against us and to shoot them off at us. Is it not as when a serious man reproves a bad boy for his naughtiness, and he runs to the gutter and threatens to throw mud at him?" — We can well imagine, to be sure, that the poor gentlemen are not very comfortable at the prospect that the curtain will be drawn up once and that what has hitherto been practised under the title: Church, Reverend Ministerium, holy office, church order, etc. etc., is to be exposed to the eyes of other people also. But, dear gentlemen, though we are from the heart inclined to consign all that has happened to oblivion, yet this you shall know: by your first defiantly challenging us that we should come out with our proofs, and calling us dishonorable slanderers because we had not yet done so, and by your now (since we, urged by you to it, bind ourselves to give explanations) spitting fire and flames against us and calling all Christendom into the lists against us — by this you will not attain your purpose of frightening us off. Though you may act ever so unruly, the matters must now come to light! If it now grieves you to have driven the matter so far, accuse yourselves for it.
The free Blätter of St. Louis and the free men there.
Mention has been made in the "Lutheraner" from time to time also of these Blätter, which, as is well known, seek to spread an atheism as godless as it is demented, and which a recent poet very fittingly calls the organ of brutalization. We therefore hold it to be our duty to give our readers news of the fate which these Blätter have hitherto had and which, in all probability, awaits them shortly.
The editor himself makes known that already when the "Blätter" had completed the first half of their first volume, he had to lose money; whereupon he turned to the local society of the so-called "free men" for "moral" support; that they solemnly resolved upon this support also, but (probably for lack of this article) let it rest with the resolving; that thereupon the "Anzeiger des Westens" at last alone took up the cause of the poor "Blätter," but in a short time, together with the editor, lost upon it the sum of a thousand dollars; that if now the other public is just as little eager to be enlightened as the local "free men," atheism in the West will soon have no "Blätter" more, yet hopefully bring forth its known fruits, the paper namely will in this case cease. As we hear, the "free men" will not read the paper even for nothing any more, for the simple principle of the editor: "Let us eat, drink and be merry, for perhaps tomorrow we are dead, and after death all is over,"—these gentlemen have already grasped from the first number, and they hope from this principle, even without the help of a teacher, to develop the whole system practically and theoretically. To this it must be added that the gentlemen "free men" themselves have fallen out among one another and pay each other evil compliments, and indeed in such a way that it appears as if both parties were right.
(Submitted)
Dedication of a Schoolhouse.
For a long time it had been the earnest wish of the Ev. Luth. Congregation in St. Louis to extend its school district further, and so to bring the milk of the sweet Gospel to the children who live far from their school buildings.
This wish was, however, still heightened by a need that made itself felt, in that more congregation members were settling in the southern part of the city and their children had a long way to the schools, and because large buildings were being erected near the Trinity Church, which took away from the girls' school a part of its necessary light.
For almost two years it had now been repeatedly deliberated how the long-cherished wish might be carried out in a suitable manner; but difficulties piled upon difficulties. Yet at last the Lord graciously heard the many sighs which were sent up to Him in this matter. A building site especially suited to our purpose, with a house which now serves as the teacher's dwelling, was found, and the Lord made hearts willing to take up the considerable burdens in trust in Him and to begin the work in His name. In the course of the summer there arose accordingly a building of brick, 45 feet in length and breadth, which is divided by a partition wall into two rooms, each of which receives light through five large windows, and which are connected by a large folding door.
The whole building is so arranged that it can serve as the foundation for a church, if it should become necessary to give up our Trinity Church, at which the tooth of time already begins to gnaw.
The 30th of August was now for our dear congregation a day of general heartfelt joy, for the Lord had helped so far that the said building could be solemnly dedicated.
For this purpose all (5) teachers assembled with their pupils at 2 o'clock in the afternoon in the Trinity Church, and marched from there with them, with the flags belonging to the schools and flower-wreathed staves borne before them, to the festively adorned house, around which a great multitude of congregation members and many strangers had gathered.
After all the pupils had arrived in the yard, Teacher Koch, who is appointed for this school, opened the doors with a few words relating to the matter. The spacious rooms were able, besides the children, to hold only a part of those present, and windows and doors were therefore thickly occupied.
Mr. Pastor Wyneken now opened the solemnity with a few words, and the glorious hymn "Allein Gott in der Höh' sei Ehr" resounded for the first time in this place. Thereupon Mr. Pastor Wyneken in a heartfelt prayer implored a blessing from the LORD and then spoke in a lengthy address on "the importance of schools;" gave several historical references concerning schools; called attention to the incomparably great benefit of schools generally for state and church, and to the preeminence of Christian schools especially, and exhorted to praise and thanks toward the Lord for the great goodness and grace which He has hitherto shown us in this respect.
After the close of the festival address a song of praise and thanksgiving, prepared for the solemnity, was sung by the pupils in two parts, whereupon Teacher Koch gave a short address to the children "on the occasion of the building of this edifice," and directed a few words of admonition to those girls who were passing from him to another teacher, as also to those boys who were passing from the other to him, and finally to all the pupils.
Thereupon a song was once more sung by the pupils imploring divine blessing, whereupon the pupils of the Immanuel School let a chorale with a suitable text resound.
At the close the verse "Praise, honor and glory be to God" sounded, and with the Lord's Prayer and benediction the solemnity was ended.
All the pupils and a large part