Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 3 › Seite 22

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-09-28, Seite 22

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noch mehr durch den fünften, worin von Aufnahme und Ausschluß, von den Rechten und Pflichten der Mitglieder die Rede ist, und zwar in sehr entschiedener Aussprache. Und weil ihre Feinde (oder vielmehr die Tr—b—s-Rotte), die fast sämmtlich Glieder jener Gesellschaft sind, sich auf öffentlicher Straße und in den gemeinsten Bier- und Branntweinbuden gar greulich verschworen, sie abermals zu ruiniren, so fand sie es für nöthig, eine Clausel in die Verfassung mit aufzunehmen, die sie mit Gottes Hülfe vor ihren Feinden sichert und schützt, nehmlich Artikel V., §2: „Vorausgesetzt, daß niemand Mitglied dieser Gemeinde sein kann, welcher irgend einer geheimen Gesellschaft angehört.“ Die Gemeinde nahm diese Clausel mit 66 gegen 6 Stimmen an, zog sich aber durch dieselbe nicht nur den Haß der Welt und der offenbaren Feinde der Kirche zu, sondern mitunter auch den Haß derer, die sich Freunde des reinen und lautern evangelisch-lutherischen Bekenntnisses nennen, ja selbst den evangelisch-lutherischer Prediger. Davon konnte sich einer völlig überzeugen, welcher den Verhandlungen des westlichen Distrikts der Synode von Ohio beiwohnte und hörte, wie es herging bei Beantwortung der Frage, die durch Hrn. Past. Lasar, von Marion, Marion County, Ohio, vor diesen Ehrw. Körper schriftlich (nicht ohne Gründe) gebracht wurde, nehmlich: „Wie verhält sich die Synode zu ihren Gliedern in Bezug auf die geheimen Gesellschaften?“ Denn da wurden zuerst Vorschläge gemacht, daß man sich vor diesem „Feuerbrand“ hüten und die ganze Sache auf den Tisch legen sollte, u. s. w. Da dies aber nicht ging, so wurde die eingereichte Schrift einer Committee übergeben, die denn auch, obgleich ziemlich lahm, darüber berichtete. Hier ging denn der Lärm an: Der eine geheime Bruder wollte es so, der andere wieder anders haben. Und mit Bedauern muß ich es sagen, daß nur „wenige“ vom christlichen Standpunkte aus ernstlich in dieser wichtigen Sache sich betheiligten; es schien aber auch fast unmöglich, sich über das Getöse und die Witzmacherei der geheimen Brüder zu erheben. Das Weitere findet der Leser in den Verhandlungen der westlichen Distrikts-Synode von Ohio, gehalten in Dayton, Ohio, vom 5—10. Juni, 1852.

Ganz besonders zeichnete sich aber ein Freimaurer, Hr. Past. Henkel, von Germantown, Montgomery County, Ohio, aus. Er suchte diese wichtige Frage immer ins Lächerliche zu ziehen, indem er auf läppische Weise den heiligen Ehestand als eine ähnliche geheime Gesellschaft darzustellen sich erfrechte; von Hrn. Past. Schladermundt wurde er jedoch in seiner eigenen Schlinge gefangen und gebührendermaßen zurückgewiesen. Daß er dadurch die aufrichtigen Freunde der Kirche zu lähmen und zum Nachgeben zu bringen, so wie für sich und seinen „Orden“ einen Sieg zu feiern gedachte, bedarf wohl keiner Erwähnung; denn er bekannte ja offen vor der ganzen Synode und den anwesenden Gemeindegliedern: „Ich bin Maurer, darum aber doch evangelisch-lutherischer Prediger, der es so treu und aufrichtig mit der Kirche meint, als nur irgend Jemand.“ Hätte der alte Mann nur an 1 Cor. 8, 13. gedacht, so hätte er sich vor einer solchen Versammlung nicht so ausdrücken können. Wahrscheinlich vergaß er auch, daß er als Redner für die „Maurer,“ nicht Prediger der evangelisch-lutherischen Kirche sein kann; denn „niemand kann zweien Herren dienen.“ Matth. 6, 24. Freilich, Maurer bin ich auch, aber ein Steinmaurer, und das ist mein Beruf, durch welchen ich mich mit Gottes Segen ernähre.

Wenn es Freimaurer, Hermannsbrüder, sonderbare Brüder, Druiden, und wie sie alle heißen, so aufrichtig mit der „wahren“ (d. i. rein evangelisch-lutherischen) Kirche des Herrn meinen, so kann ich gar nicht begreifen, warum sie die Glieder derselben um ihre im Schweiß des Angesichts erworbenen Kirchen bringen. Denn gerade die genannten Ordensbrüder in vereinter Macht waren es, welche die hiesige (Daytoner) Gemeinde um ihre Kirche brachten und nun rationalistischen Unfug darin treiben. Hr. Herzsch, der gegenwärtige Redner dieser abtrünnigen Leute, leugnet nicht nur unseres Herrn Jesu Christi Gottheit, sondern lehrt auch, daß man sich an Gott nicht versündigen könne; denn also predigte er am 5. Sonntag in den Fasten: „Man kann sich viel eher an seinem Nebenmenschen denn an Gott versündigen; ja an Gott kann man sich eigentlich nicht versündigen, dieweil man ihn nicht, wie seinen Nächsten, sieht.“ Am 6. Sonntag nach Trinit. fragte er ein Kind, welches er confirmirte: „Ist der heilige Geist auch eine Person in der Gottheit?“ „Nein,“ antwortete das von Hertzsch unterrichtete Kind. „Nein,“ sagte er hinzufügend, „denn sonst müßten eilf heilige Geister bei der Ausgießung des heil. Geistes gewesen sein,—aber es war nur Gottes Geist.“

Nun, Herr College, was sagst Du zu dem Getreibe dieses Mannes, welcher, so viel ich weiß, auch ein guter „Ordensbruder“ ist? Auch bitte ich Dich, lieber Herr College, mich nicht mehr hintergehen zu wollen; denn das gelingt Dir doch nicht, und einen Jeden, der sich ein Christ zu sein rühmt, er sei nun Laie oder Prediger und mit offenbaren Gottes- und Christusleugnern in eine, und noch dazu geheime Verbindung tritt, welche es, nach meiner Ansicht, zu ihrem Hauptzweck gemacht haben, die noch gläubigen Christen ihres sauer erworbenen Kircheneigenthums zu berauben, um so die Kirche zu zerstören und um Heidenaltäre, wie hier in Dayton, ungehindert wieder aufzubauen, muß ich für einen „Heuchler“ erklären, der, um nur recht für seinen Orden wirken zu können, oder um materieller Gründe willen noch predigt, oder zur Kirche geht.

Der dreieinige Gott wolle doch Seine Kirche stärken, daß sie mit allem Ernst gegen diese götzendienerischen Umtriebe kämpfen möge. Möchten doch alle sich christlich nennenden, insbesondere die der rein evangelisch-lutherischen Kirche angehörenden Zeitschriften ihre Stimmen mit heiligem Ernst und Eifer dagegen erheben.

Ties also, Herr College Henkel, sind meine von Dir am 10. Juni d. J. verlangten Ansichten über die mit ihrer Wohlthätigkeit so sehr prahlenden geheimen Gesellschaften; und wollte Gott, daß es auch die Deinigen, ja die aller Menschen wären.

Dayton.

Johannes Bundenthal.

Grabauiana.

Die Leser wissen, daß die Herrn Grabauisten unaufhörlich geschrieen haben: Beweise her! Beweise her, daß wir ungerecht gebannt u. tyrannisch gehandelt haben! Nun war es uns vorher bekannt geworden, daß sich diese Herrn durch ihr unchristliches, abscheuliches Auftreten bereits alles Zutrauen bei christlich gesinnten Leuten genommen hatten, so daß sich z. B. selbst diejenigen in Deutschland ihrer schämten, die doch in der Irrlehre mit ihnen übereinstimmten, nehmlich um des „abscheulichen“ Sinnes willen, welchen die Herrn bei ihrem Kampfe verrathen hatten. Wir waren daher entschlossen gewesen, wenn irgend möglich, die scandalösen Geschichten von ungerechtem Bann u. dgl., welche in der Grabauischen Partei vorgekommen waren, nicht auch noch zum öffentlichen Scandal der Kirche und Welt mitzutheilen. Auf jenes herausfordernde Goliaths-Geschrei hin aber und nachdem Pastor Grabau auch den letzten Antrag unserer ganzen Synode zu einer mündlichen Aussprache abgeschlagen*) hatte, haben wir endlich erklären müssen, so seien wir denn durch die Herrn selbst genöthigt, die ärgerlichen Vorfälle zu publiciren und insonderheit mit einem Mann, wie Pst. Grabau, von nun an in einem anderen Tone zu reden.

*) Pastor Grabau will zwar, wahrscheinlich weil ihm die Sache nun bei ruhiger Ueberlegung doch selbst zu schimpflich zu sein scheint, es nicht Wort haben, daß er die Unterredung abgeschlagen habe; dazu hat dieser Mann die Frechheit, zum Beweise, daß dem nicht so sei, das Schreiben, darin er dieselbe abschlägt, abdrucken zu lassen. Wir hoffen aber, daß wenigstens unsere Lutheranerleser so viel Verstand haben, daß sie sehen, daß derjenige eine Unterredung zum Zweck der Beilegung von Streitigkeiten abschlägt, welcher zuvor verlangt, daß sich der, mit welchem die Verhandlungen vorgenommen werden sollen, erst schuldig geben müsse. — Das ist aber das Gericht, daß diejenigen, welche sich von einem falschen Lehrer tyrannisiren lassen, endlich ihm auch ihre gesunde Vernunft zum Opfer bringen und auch die verrücktesten Behauptungen u. Machtsprüche als große Weisheit und Heiligthum anbeten müssen (2 Cor. 11, 19, 20.) — Während übrigens bisher Pst. Grabau immer auf die Lehre, als das Erste und als die Hauptsache, gepocht und das Leben derselben nachgesetzt hat, so fängt er jetzt an, wo es unser Leben und Verfahren betrifft, eine andere Ordnung der Dinge vorzuschlagen. Es soll sich nehmlich hier handeln: „1. um richtige Aussöhnung und Abthun des öffentlichen Unrechts, 2. um Herstellung aller kirchlichen christlichen Gerechtigkeit, 3. und wenn das geschehen ist, so ist ein lautern gesegneter Herzensgrund zubereitet, auf welchem die heilige und selige Einigkeit im Geist und in der Lehre ohne Hinderung gesucht und aufgerichtet werden kann.“ Das glauben wir wohl, wenn wir bereits uns Pst. Grabau zu Füßen gelegt und ihm in Allem Recht gegeben haben würden, dann würden wir auch Gnade finden vor seinen Augen zu einem Gespräch über Lehre, d. h. zu einer zu erhaltenden gütigen Belehrung. — Das sind saubere Grundlagen zu einer Reformation!

Was thun nun die Herren? Du lieber Leser wirst denken, sie werden sich nun endlich zu-

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still more through the fifth, in which admission and exclusion, and the rights and duties of the members are treated, and indeed in very decided language. And because their enemies (or rather the Tr—b—s gang), who are almost all members of that society, swore most horribly on the public street and in the vilest beer and brandy shops to ruin them once more, it found it necessary to take into the constitution a clause which, with God's help, secures and protects it against its enemies, namely Article V., §2: "Provided that no one can be a member of this congregation who belongs to any secret society." The congregation adopted this clause by 66 votes to 6, but drew upon itself thereby not only the hatred of the world and of the open enemies of the church, but sometimes also the hatred of those who call themselves friends of the pure and sound Evangelical Lutheran confession, yea, even of Evangelical Lutheran preachers. Of this one could fully convince himself who attended the proceedings of the Western District of the Synod of Ohio and heard how it went in answering the question which was brought in writing (not without reasons) before this Reverend body by Mr. Pastor Lasar, of Marion, Marion County, Ohio, namely: "How does the Synod stand toward its members with respect to the secret societies?" For there proposals were first made that one should guard against this "firebrand" and lay the whole matter on the table, etc. As this would not do, the paper submitted was handed to a committee, which then also, though rather lamely, reported upon it. Here the uproar then began: one secret brother wanted it so, the other wanted it differently. And with regret I must say that only "few" took part earnestly in this important matter from the Christian standpoint; but it also seemed almost impossible to rise above the din and the jesting of the secret brothers. The reader will find the rest in the proceedings of the Western District Synod of Ohio, held in Dayton, Ohio, from the 5th to the 10th of June, 1852.

Quite especially, however, a Freemason distinguished himself, Mr. Pastor Henkel, of Germantown, Montgomery County, Ohio. He sought always to turn this important question into ridicule, by presuming in a silly manner to represent holy matrimony as a similar secret society; by Mr. Pastor Schladermundt, however, he was caught in his own snare and duly rebuffed. That he thereby intended to paralyze the sincere friends of the church and bring them to yield, and to celebrate a victory for himself and his "order," hardly needs mention; for he confessed openly before the whole Synod and the congregation members present: "I am a Mason, yet for all that an Evangelical Lutheran preacher, who means it as faithfully and sincerely with the church as anyone." Had the old man only thought of 1 Cor. 8, 13., he could not have expressed himself so before such an assembly. Probably he also forgot that as a speaker for the "Masons" he cannot be a preacher of the Evangelical Lutheran Church; for "no man can serve two masters." Matth. 6, 24. To be sure, I too am a mason, but a stonemason, and that is my calling, by which I support myself with God's blessing.

If Freemasons, Hermann's Brethren, Odd Fellows, Druids, and whatever they are all called, mean so sincerely by the "true" (that is, purely Evangelical Lutheran) church of the Lord, then I cannot understand at all why they bring the members of it out of their churches acquired in the sweat of their face. For precisely the said brethren of the orders, in united power, were those who brought the local (Dayton) congregation out of its church and now carry on rationalistic mischief in it. Mr. Herzsch, the present speaker of these apostate people, denies not only the Godhead of our Lord Jesus Christ, but also teaches that one cannot sin against God; for thus he preached on the 5th Sunday in Lent: "One can much sooner sin against one's neighbor than against God; yea, against God one cannot really sin, since one does not see Him as one sees one's neighbor." On the 6th Sunday after Trinity he asked a child whom he was confirming: "Is the Holy Ghost also a person in the Godhead?" "No," answered the child instructed by Hertzsch. "No," he said, adding, "for otherwise eleven Holy Ghosts must have been present at the outpouring of the Holy Ghost,—but it was only God's Spirit."

Now, Mr. Colleague, what do you say to the doings of this man, who, so far as I know, is also a good "brother of the order"? I also beg you, dear Mr. Colleague, not to wish to deceive me any more; for you will not succeed in it, and everyone who boasts of being a Christian, be he layman or preacher, and enters into a connection, and a secret one at that, with open deniers of God and of Christ, who, in my view, have made it their chief purpose to rob the still believing Christians of their hard-earned church property, in order thus to destroy the church and to rebuild heathen altars unhindered, as here in Dayton, I must declare to be a "hypocrite," who, in order only to work properly for his order, or for the sake of material reasons, still preaches, or goes to church.

May the triune God strengthen His church, that it may fight with all earnestness against these idolatrous intrigues. Would that all periodicals calling themselves Christian, especially those belonging to the purely Evangelical Lutheran Church, would raise their voices against it with holy earnestness and zeal.

Ties also, Mr. Colleague Henkel, are my views, demanded of you on the 10th of June of this year, on the secret societies that boast so greatly of their benevolence; and would to God that they were yours also, yea, those of all men.

Dayton.

Johannes Bundenthal.

Grabauiana.

The readers know that the Grabauist gentlemen have ceaselessly cried out: Produce proofs! Produce proofs that we have banned unjustly and acted tyrannically! Now it had previously become known to us that these gentlemen, through their unchristian, abominable conduct, had already lost all confidence among Christian-minded people, so that, for instance, even those in Germany who agreed with them in the false doctrine were ashamed of them, namely on account of the "abominable" spirit which the gentlemen had betrayed in their conflict. We had therefore resolved, if at all possible, not to communicate also, to the public scandal of the church and the world, the scandalous stories of unjust ban and the like which had occurred in the Grabauist party. In response to that challenging Goliath's cry, however, and after Pastor Grabau had also refused the last proposal of our whole Synod for a verbal discussion,*) we have at last had to declare that we were then compelled by the gentlemen themselves to publish the offensive occurrences and in particular to speak henceforth in another tone with a man like Pastor Grabau.

*) Pastor Grabau, to be sure, probably because the matter now, upon calm reflection, seems to himself too disgraceful, will not have it said that he refused the conference; this man has the effrontery, moreover, in proof that it is not so, to have the letter in which he refuses it printed. We hope, however, that at least our readers of the Lutheraner have so much understanding that they see that he refuses a conference for the purpose of settling disputes who demands beforehand that the one with whom the negotiations are to be undertaken must first plead guilty. — But this is the judgment, that those who let themselves be tyrannized over by a false teacher at last sacrifice to him also their sound reason and must worship even the maddest assertions and edicts as great wisdom and holiness (2 Cor. 11, 19, 20.) — While, by the way, Pastor Grabau has hitherto always insisted on doctrine as the first and the chief thing and set the life of it behind, he now begins, where it concerns our life and conduct, to propose a different order of things. It is, namely, to be a matter here of: "1. proper reconciliation and putting away of the public wrong, 2. restoration of all churchly Christian righteousness, 3. and when that has been done, a pure blessed ground of the heart is prepared, on which the holy and blessed unity in spirit and in doctrine can be sought and established without hindrance." That we readily believe, if we had already laid ourselves at Pastor Grabau's feet and had given him right in everything, then we should also find grace before his eyes for a conversation about doctrine, that is, for a kindly instruction to be received. — These are fine foundations for a Reformation!

What do the gentlemen do now? You, dear reader, will think they will now at last-