Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 15 › Seite 90
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-03-15, Seite 90
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sich nicht finden und anderswo sich nicht sehen lassen, als in und an der Kirche Jesu, die in seinem Namen versammelt ist.“ (Inform. I, 22.)
16. „Wollten nun die lutherischen Gemeindeglieder sich einbilden, in ihrer eigenen persönlichen Salbung und geistlichem Gnadenstand d. i. im geistlichen Priesterthum das Amt der Schlüssel zu besitzen, so wäre es derselbe Enthusiasmus (Schwarmgeist), der in dem römischen Pabst steckt, welcher behauptet: daß im Schrein seines Herzens wegen heiligster Salbung seiner Person das Amt und die Kraft der Schlüssel von Christo niedergelegt sei.“ (Inform. I, 37.) „Demnach lehren unsere Symbole nicht, daß Christus sich solcher Gestalt in die Herzen des gläubigen Häufleins hineingelegt habe, daß er allda seine Schlüsselgewalt mit hineingezogen, denn das ist pietistisch, enthusiastisch, ja recht päbstisch.“ (Ib. 86.) Wir wissen, daß alle rechtgläubigen Catechismen so lehren, daß Christus unser Herr die Macht in seinem Namen die Sünde zu vergeben im Predigtamt verordnet und eingesetzt habe, und daß diese Macht in allen gläubigen Catechismen dem Predigtamt ausschließlich zugesprochen wird.“ (2. Synodalbrief S. 88.) — Wer in diesem Punkte päbstisch lehre, zeigt, was gegenüber steht. Wohl behauptet Grabau nicht, daß der Pabst und dessen Bischöfe allein die Schlüssel besitzen, aber ist es etwa weniger päbstisch, wenn er dies allein sich selbst und seinen Bischöfen zuschreibt? — Es ist auch eine trügerische Verkehrung, wenn Grabau schreibt, der Pabst wolle in dem Sinne die Schlüssel in seiner Salbung empfangen haben, in welchem wir Lutheraner den vom heil. Geist Gesalbten die Schlüssel zusprechen. Ja, es ist geradezu gotteslästerlich, daß Grabau hiermit die stinkige Pabstsalbung der Salbung der wahrhaft Gläubigen mit dem heiligen Geiste gleichstellt!!
Die Klopfgeister.
(Rapping Spirits.)
„Daß nicht unter dir gefunden werde, der die Todten frage, denn wer solches thut, der ist dem HErrn ein Gräuel.“ 5. Mos. 18, 10–12.
„Wehe denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer, denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn, und weiß, daß er wenig Zeit hat:“ diese Weissagung, Offb. 12, 12. wird in unseren Tagen vor unseren Augen erfüllt. Der Satan sieht schon den Feuerpfuhl, in welchen er bald geworfen werden soll; darum benutzt er die kurze Frist, welche ihm noch vergönnt ist, dazu, um so viel Menschen als möglich zu verführen. Und zwar ist der Teufel nicht damit zufrieden, daß er bereits Viele so weit entmenscht und verthiert hat, daß sie das Dasein Gottes leugnen: er will auch gerne von den Menschen angebetet sein. Darum sucht er jetzt eine Art neuer Religion zu stiften und zu diesem Zwecke offenbart er sich durch Klopfgeister.
Es war zuerst in Rochester, im Staate New York, wo sich im Jahre 1846 im Hause des Mitchell Weekmann ein solches Klopfen vernehmen ließ. Lange wußte man nicht, wie man sich dasselbe erklären sollte. Endlich verfiel man auf den Gedanken, es rühre von den Todten, von den abgeschiedenen Seelen der Verstorbenen her, und das wird jetzt von der Welt fast einstimmig angenommen. Darauf verbreitete sich das Geisterklopfen über das ganze Land und fand überall so viele Anhänger, daß ihre Anzahl jetzt schon auf eine halbe Million gestiegen ist. Sie geben mehrere Zeitungen heraus, halten zuweilen Conventionen oder öffentliche Versammlungen, wozu von allen Seiten Abgeordnete geschickt werden, und sind, wie es scheint, noch im Zunehmen begriffen.
Diese Klopfgeister sind aber keinesweges Menschenseelen, sondern Teufel, wie Gottes Wort uns auf das klarste bezeugt. Sie offenbaren sich, indem sie eine Mittelsperson (medium) erwählen, auf dessen Fragen sie durch Klopfen oder Kippen eines Tisches antworten. Auch offenbaren sie sich durch schreibende Mittelspersonen (writing medium). Wenn nämlich Jemand einen Todten fragt, so antworten die Klopfteufel in dessen Namen durch Briefe, welche sie durch die Mittelspersonen schreiben, wobei sie derselben die Hand führen und die Handschrift des Verstorbenen auf das Täuschendste nachahmen.
Durch diese Klopfgeister sucht nun der Satan eine neue Religion in die Welt einzuführen. Es würde uns natürlich zu weit führen, wenn wir sie genauer beschreiben wollten; wir wollen nur aus der in St. Louis erscheinenden Zeitung: „Licht aus der Geisterwelt (light from
dem Sinn, weil jenes Bekenntniß der ganzen Kirche zum Nutzen war, sondern auch weil in dem bekennenden Petrus auch die Kirche selbst bekannte, so sind auch dem Petrus in Person der Kirche die Schlüssel des Himmelreichs gegeben worden, nicht nur weil sie ihm zu Nutzen und Gebrauch der ganzen Kirche gegeben sind, sondern auch weil die Kirche dieselben in der Person Petri empfing, daß sie den Gebrauch derselben selbst ausübe, wie in anderen unter dem Namen der Schlüsselgewalt verstandenen Stücken, so auch in Erwählung und Berufung tüchtiger Diener des Wortes.“ (L. c.)
16. „Hinsichtlich des Ausspendens dieses Sacraments (der Buße) erkläret aber die heilige Versammlung, daß alle jene Lehren falsch und der Wahrheit des Evangeliums ganz entgegengesetzt sind, welche das Amt der Schlüssel auf jedweden anderen Menschen außer den Bischöfen und Priestern verderblicher Weise ausdehnen, indem sie annehmen, daß jene Worte des HErrn: Alles was ihr binden werdet auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein, und alles was ihr lösen werdet ꝛc. Matth. 18., ohne Unterschied und insgemein zu allen Gläubigen Christi der Einsetzung dieses Sacraments zuwider so gesagt seien, daß ein Jeder die Macht habe, Sünden zu vergeben.“ (Das Trident. Concil. 14. Sitz. 6. Hptst.) „Wenn Jemand sagt . ., nicht allein die Priester seien die Ausspender der Absolution, sondern zu allen und jeglichem Gläubigen Christi sei gesagt: Alles was ihr ꝛc. . . der sei verflucht.“ (Ib. Can. 10.)
haben, so folgt, daß auch alle mit dieser Autorität ausgerüstet werden. So schließt Herr Dr. Brenz in seiner Auslegung von Joh. 20. Dies dient jedoch keinesweges der Schwärmerei der Wiedertäufer zum Schutz, welche die Stände, die Gott geschieden haben will, auf das ärgste vermengen und eine überaus schändliche Confusion einführen. Zwar sucht J. B. Fickler in seiner Replik wider Heilbrunner uns dieses Irrthums zu überweisen, wenn er schreibt: Da (nehmlich in unseren Gemeinden) ist weiter nichts nöthig, als daß einem jeden ohne Unterschied gesagt wird: Du, Hans, geh' und sei Prediger; du, Michel, nimm Brod und Wein und theile deinem Nachbar das Abendmahl aus; du, Barthel, geh' und absolvir' die Bauern. Jedoch von diesem Verdacht wird uns leicht eine aufrichtige Erklärung unserer Meinung und die Inachtnehmung der Distinktionen befreien, welche unsere Theologen in dieser Frage anwenden.“ (J. Gerhard Explicatio ex dom. p. 732.)
16. „Da ist kein Zweifel an, daß niemand Sünde bindet oder vergibt, denn allein, der den heil. Geist so gewiß habe, daß du und ich's wissen, wie diese Worte Christi allhier (Joh. 20, 22. 23.) überzeugen. Das ist aber niemand, denn die christliche Kirche, das ist, die Versammlung aller Gläubigen Christi; die hat allein diese Schlüssel, da sollt du nicht an zweifeln; und wer ihm darüber die Schlüssel zueignet, der ist ein rechter abgeleimter Sacrilegus, Kirchenräuber, es sei Pabst oder wer es wolle. Wenn ein Stein oder Holz mich könnte absolviren im Namen der Christlichen Kirche, wollte ich's annehmen; wiederum wenn mich der Pabst im Namen seiner Gewalt in den obersten Chor der Engel setzte, wollte ich beide Ohren stopfen und ihn vor den größten Gotteslästerer halten. Er ist ein Knecht der Schlüssel, wie alle anderen Priester, sie sind aber allein der Kirchen. Ein Herr mag leiden, daß sein Knecht sein Wappen führe, so ferne er nicht vermesse, (daß) das Wappen sein sei für allen Knechten und jedermann. Also die Christliche Kirche gibt die Schlüssel dem Pabst, und befiehlt, in ihrem Namen sie zu führen und brauchen, aber sie lässet sie darum nicht sein sein. . Daß auch ein Kind in der Wiegen mehr Recht zu den Schlüsseln hat und alle, die den heiligen Geist haben, denn er.“ (Luther. Opp. XIX, 1052. 54.) „Kurzum Gott will unverbunden sein, an der Menge, Größe, Höhe, Macht und was persönlich ist bei den Menschen, sondern will allein bei denen sein, die sein Wort lieben und halten, und sollten's eitel Stallbuben sein. Was fragt er nach hohen, großen, mächtigen Herren? . . Wir haben hier (Matth. 18, 19. 20.) den HErrn selbst über alle Engel und Creaturen: der sagt, sie sollen alle gleiche Gewalt, Schlüssel und Amt haben, auch zween schlechte Christen allein, in seinem Namen versammelt. Diesen HErrn soll uns Pabst und alle Teufel nicht zum Narren, Lügner noch Trunkenbold machen, sondern wir wollen den Pabst mit Füßen treten und sagen, er sei ein verzweifelter Lügner, Gotteslästerer und abgöttischer Teufel, der die Schlüssel zu sich allein gerissen hat unter St. Peter's Namen, so Christus dieselben Allen gleich insgemein gegeben hat.“ (Luther vom Jahre 1515. XVII, 1346.) „Hierher gehören die Sprüche Christi, welche zeugen, daß die Schlüssel der ganzen Kirchen, und nicht etlichen sonderen Personen gegeben sind, wie der Text sagt: Wo zween oder drei in ꝛc. Zum letzten wird solches auch durch den Spruch Petri bekräftigt, da er spricht: Ihr seid das königliche Priesterthum.“ (Schmalkaldische Artikel. Anhang von der Bischöfe Gewalt. fol. 157.)
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itself and be seen nowhere else than in and at the Church of Jesus, which is assembled in His name." (Inform. I, 22.)
16. "Should the Lutheran members of congregations now imagine that in their own personal anointing and spiritual state of grace, that is, in the spiritual priesthood, they possess the office of the keys, it would be the same enthusiasm (fanaticism) that sits in the Roman Pope, who maintains that in the shrine of his heart, on account of the most holy anointing of his person, the office and power of the keys has been deposited by Christ." (Inform. I, 37.) "Accordingly our Symbols do not teach that Christ has laid Himself in such a form into the hearts of the believing little flock, that He has drawn His power of the keys in along with Himself, for that is Pietistic, enthusiastic, yea, downright Popish." (Ib. 86.) We know that all orthodox Catechisms so teach that Christ our Lord has ordained and instituted in the ministry of preaching the power to forgive sins in His name, and that this power is assigned exclusively to the ministry of preaching in all believing Catechisms." (2. Synodalbrief p. 88.) — Who it is that teaches Popishly on this point, is shown by what stands over against it. Grabau indeed does not maintain that the Pope and his bishops alone possess the keys, but is it any less Popish if he ascribes this to himself and his bishops alone? — It is also a deceitful perversion when Grabau writes that the Pope wished to have received the keys in his anointing in the sense in which we Lutherans assign the keys to those anointed by the Holy Ghost. Yea, it is downright blasphemous that Grabau herewith places the stinking papal anointing on a level with the anointing of the truly believing with the Holy Ghost!!
The Rapping Spirits.
(Rapping Spirits.)
"That there be not found among you one that asketh of the dead; for whosoever doeth such things is an abomination unto the LORD." Deut. 18, 10–12.
"Woe to the inhabiters of the earth and of the sea! for the devil is come down unto you, having great wrath, because he knoweth that he hath but a short time:" this prophecy, Rev. 12, 12., is being fulfilled in our days before our eyes. Satan already sees the lake of fire into which he shall soon be cast; therefore he uses the short respite which is still granted him to seduce as many men as possible. And indeed the devil is not content that he has already so far dehumanized and brutalized many that they deny the existence of God: he also would gladly be worshipped by men. Therefore he now seeks to found a kind of new religion, and for this purpose he reveals himself through rapping spirits.
It was first in Rochester, in the State of New York, where in the year 1846 in the house of Mitchell Weekmann such a rapping made itself heard. For a long time no one knew how to explain it. At length the thought was hit upon that it proceeded from the dead, from the departed souls of the deceased, and this is now accepted almost unanimously by the world. Thereupon the spirit-rapping spread over the whole land and found everywhere so many adherents that their number has now already risen to half a million. They publish several newspapers, hold at times conventions or public assemblies, to which delegates are sent from all sides, and are, as it seems, still on the increase.
These rapping spirits, however, are by no means human souls, but devils, as God's Word testifies to us most clearly. They reveal themselves by choosing a go-between (medium), to whose questions they answer by rapping or by the tilting of a table. They also reveal themselves through writing go-betweens (writing medium). For when anyone asks a dead person, the rapping devils answer in his name by letters which they write through the go-betweens, guiding their hand and imitating the handwriting of the deceased in the most deceptive manner.
Through these rapping spirits Satan now seeks to introduce a new religion into the world. It would naturally lead us too far if we were to describe them more exactly; we will only from the newspaper appearing in St. Louis: "Licht aus der Geisterwelt (light from
the sense, because that confession was for the benefit of the whole Church, but also because in the confessing Peter the Church itself also confessed, so the keys of the kingdom of heaven were also given to Peter in the person of the Church, not only because they were given to him for the benefit and use of the whole Church, but also because the Church received them in the person of Peter, that she herself might exercise the use of them, as in other matters understood under the name of the power of the keys, so also in the election and calling of fit servants of the Word." (L. c.)
16. "As regards the dispensing of this sacrament (of penance), however, the holy assembly declares that all those doctrines are false and wholly opposed to the truth of the Gospel which ruinously extend the office of the keys to any other men besides the bishops and priests, supposing that those words of the LORD: Whatsoever ye shall bind on earth shall be bound in heaven, and whatsoever ye shall loose, etc., Matt. 18., were said, contrary to the institution of this sacrament, without distinction and in common to all the believers of Christ, so that everyone has the power to forgive sins." (The Council of Trent, Session 14, Chap. 6.) "If anyone says . ., that not only the priests are the dispensers of absolution, but that to all and every believer of Christ it is said: Whatsoever ye, etc. . . let him be accursed." (Ib. Can. 10.)
have, it follows that all are also equipped with this authority. So concludes Herr Dr. Brenz in his exposition of John 20. This, however, by no means serves as a defense of the fanaticism of the Anabaptists, who confound in the worst way the estates which God has willed to have separated and introduce an exceedingly shameful confusion. Indeed J. B. Fickler seeks to convict us of this error in his Replik against Heilbrunner, when he writes: There (namely in our congregations) nothing further is necessary than that it be said to everyone without distinction: You, Hans, go and be a preacher; you, Michel, take bread and wine and distribute the Lord's Supper to your neighbor; you, Barthel, go and absolve the peasants. From this suspicion, however, a sincere explanation of our opinion and heed to the distinctions which our theologians apply in this question will easily free us." (J. Gerhard Explicatio ex dom. p. 732.)
16. "There is no doubt that no one binds or forgives sin save him alone who has the Holy Ghost so surely that you and I know it, as these words of Christ here (John 20, 22. 23.) prove. But that is no one, except the Christian Church, that is, the assembly of all believers of Christ; she alone has these keys, of that you should not doubt; and whoever ascribes the keys to himself over against her, he is a right smooth-glued sacrilegus, a robber of the Church, be he Pope or whoever he will. If a stone or a piece of wood could absolve me in the name of the Christian Church, I would accept it; on the other hand, if the Pope in the name of his power set me in the highest choir of the angels, I would stop both my ears and hold him for the greatest blasphemer. He is a servant of the keys, like all other priests; they belong, however, to the Church alone. A lord may suffer his servant to bear his coat of arms, provided he does not presume (that) the coat of arms is his before all servants and everyone. Thus the Christian Church gives the keys to the Pope, and bids him to carry and use them in her name, but she does not therefore let them be his own. . That even a child in the cradle has more right to the keys, and all who have the Holy Ghost, than he." (Luther. Opp. XIX, 1052. 54.) "In short, God will be unbound, by the multitude, size, height, power, and whatever is personal among men, but will be alone with those who love and keep His Word, even if they were all mere stable-boys. What does He ask after high, great, mighty lords? . . We have here (Matt. 18, 19. 20.) the LORD Himself over all angels and creatures: He says they shall all have equal power, keys and office, even two poor Christians alone, assembled in His name. This LORD shall not be made by the Pope and all the devils into a fool, liar or drunkard, but we will tread the Pope under our feet and say that he is a desperate liar, blasphemer and idolatrous devil, who has snatched the keys to himself alone under the name of St. Peter, whereas Christ has given the same to all alike in common." (Luther of the year 1515. XVII, 1346.) "To this belong the sayings of Christ, which testify that the keys have been given to the whole Church, and not to certain particular persons, as the text says: Where two or three in, etc. Finally, this is also confirmed by the saying of Peter, where he says: Ye are a royal priesthood." (Smalcald Articles. Appendix, Of the Power of the Bishops. fol. 157.)