Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 17 › Seite 110
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-04-12, Seite 110
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Bekenntnisſchriften
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Und immer tiefer tritt und tritt
Des Maulthiers schwerer Fuß im Schnee.
Und immer träger Schritt vor Schritt
Schwankt hin der Zug auf steiler Höh,
Schwankt an dem Abgrund nur vorbei,
Als ob es eine Wiege sei.
In Majestät erheben sich
Der Berge Häupter nah und fern,
Wie Riesenleiber fürchterlich.
Es ist die Majestät des HErrn!
Die Alp' ist hoch, die Alp' ist steil,
Gott gebe euren Führern Heil.
Gedankenvoll und eingehüllt,
Mit weißen Streifen angethan,
Beweget wie ein Schattenbild
Der stumme Zug sich bergesan.
O gute Führer, sagt uns doch,
Wer wird die Lieben sehen noch?
Was rauscht hinunter da in's Thal?
Sind meine Wandrer eingewiegt?
Was sitzt im Schnee dort grau und fahl,
In weichen Flaum sanft eingeschmiegt?
Ich denke, es sind Schläfer wohl,
Sie sind so still gedankenvoll.
Doch nein, es war nur Todesgestalt.
„Das Kreuz, das Kreuz!“ ein Führer ruft.
‚Das Kreuz, das Kreuz!‘ ein Echo schallt
Mit lautem Jubel durch die Luft.
Sie haben wieder ihren Pfad
Und finden bald die sichre Statt.
Sind wir nicht Wandrer alle gleich
Auf schwindelnd hoher Bergesbahn?
Zur Ewigkeit, zu Gottes Reich
Ohn Straucheln kein Fuß gehen kann.
Das Kreuz am Weg der Ewigkeit
Gibt Hoffnung, Friede, Sicherheit. —
G. Sch.
Warum ist das Bekenntniß: Ich glaube an die Bibel! nicht hinreichend?
Wir haben, wie du weißt, lieber Leser, (du erlaubst es ja, daß ich so zutraulich rede, — es spricht sich da viel besser und offener) — wir haben also in unsrer theueren lutherischen Kirche unsre besonderen Bekenntnißschriften (symbolische Bücher), das heißt Bücher, darin unser heiliger Glaube fest und klar zusammengestellt ist, wie er von unsren Vätern aus Gottes Wort gezogen und von Anfang angenommen worden ist. Eine dieser Bekenntnißschriften hast du und ich und haben wir Lutheraner wohl alle von Jugend auf in Händen gehabt, — das ist unser lieber kleiner Katechismus mit seinen fünf großen Hauptstücken, mit seinem köstlichen: Was ist das? — und mit den starken Glaubensworten. Das ist die kürzeste Bekenntnißschrift, darin gar fein und kindlich die Summe unsres theuren Glaubens zusammengefaßt ist. Will einer wissen, was die luth. Kirche als Gottes gnädige Offenbarung annimmt u. auf welchem Glauben ein treu luthersches Kind lebt und stirbt, — so mag er nur den kleinen Katechismus aufschlagen, — da hat er's kurz beisammen.
Außerdem haben wir aber noch fünf gar herrliche Bücher, die alle unsren Glauben darstellen, und die leider nicht so allgemein verbreitet sind, wie sie es verdienen. Im Vertrauen gesagt, lieber Leser, — ich kenne viele Pfarrer, die haben noch niemals die Bekenntnißschriften unsrer luth. Kirche gründlich durchstudirt, ja nicht einmal flüchtig gelesen; ist das nicht eine Schande? Die Namen der Herrn will ich zwar nicht nennen, — aber vielleicht kennst du auch einen oder den andern der Art.
Zu unsren Bekenntnißschriften gehört weiter die Augsburgische Confession, die anno 1530 zu Augsburg vor dem Reichstage ist vorgelesen worden, darin die Evangelischen gar herrlich ihren Glauben darstellten. Dann die sogenannte Apologie, die der wackere Philipp Melanchthon zur Vertheidigung der Augsburgischen Confession geschrieben hat. Dann die Schmalkaldischen Artikel, die von dem Gottesmanne Luther verfaßt und 1537 bei einer Versammlung ev. Fürsten und Theologen zu Schmalkalden vorgelegt und unterschrieben worden sind; man wollte sie ursprünglich einem Concile, einer Versammlung von Bischöfen und hohen Prälaten, die der Papst nach Mantua berufen wollte, vorlegen. Das geschah zwar nicht, doch hat man die Artikel beibehalten, weil sie den reinen Glauben gar herrlich lehren.
Dann kommt der große Katechismus Luthers, für die Pfarrherrn zum Unterrichte geschrieben, — und endlich die Concordienformel (Eintrachtsformel), darin ausführlich über einzelne hochwichtige Lehren unsrer luth. Kirche gehandelt wird, darüber Streit entstanden war; es sollte durch diese gar herrliche und grundbiblische Auseinandersetzung Eintracht unter den Evangelischen gestiftet werden, daher der Name: Eintrachtsformel. Diese 5 nebst dem kleinen Katechismus, — also 6 zusammen, sind die Bekenntnißschriften oder die symbolischen Bücher unsrer luth. Kirche und wer wissen will, was von Alters her bei uns gelehrt und geglaubt worden ist, der muß dort nachsehen.
Wir reden wohl später noch einmal genauer darüber, denn leider ist die reine luth. Lehre und das Bekenntniß unsrer Kirche gar wenig bekannt. Ein treuer Pastor hat zwar die heilige Pflicht in Kirche und Confirmandenstunde davon zu reden und außer dem kleinen Katechismus doch mindestens noch die Augsburgische Confession mit den Confirmanden zu besprechen, — aber leider geschieht es nicht. Ja diese Bekenntnißschriften sollen in unsren Tagen gar nichts mehr gelten. Nicht einmal die fünf Hauptstücke werden noch in gebührenden Ehren gehalten.
Da kommen die hochweisen Menschen her und sprechen: das sind Bücher von Menschen gemacht für eine alte Zeit, die nun längst vergangen ist; wir sind klüger als unsre Vorfahren (heut zu Tage will bekanntlich das Ei immer klüger sein als die Henne), — wir bedürfen solcher Bücher nicht mehr, — sondern wir glauben an die Bibel, das ist genug. Solch Wort hört man gar oft; selbst recht fromme Leute sagen's: wir glauben an die Bibel, — und so ist's genug. Vielleicht lieber Leser, hast du auch manchmal schon so gesagt und gedacht, und dein Pfarrer hat's wohl auch schon auf der Kanzel und in der Confirmandenstunde fürgebracht. Aber laß uns einmal genauer zusehen: Ist's denn wirklich genug? — Ich sage rundweg: Nein. Das ist freilich bald gesagt; ich denk's aber auch zu beweisen und habe drei schwere und gewaltige Gründe dafür. Nun lautets freilich fast gotteslästerlich, daß es nicht soll genug sein, wenn man sich zum Glauben an die Bibel bekennt, — aber, lieber Leser, fahre nicht gleich mit solchem Urtheil zu, sondern höre erst, wie meine drei schweren Gründe lauten, — dann sag mir's besser und anders, wenn du's besser und anders weißt.
Zum ersten:
Es ist nicht genug, zu sagen: ich glaube an die Bibel, weil alle christliche Kirchen und Secten also sprechen. Da kommen die Katholiken her, und gründen sich auf die Bibel, — daneben freilich noch auf das Wort des Papstes, auf mündliche Ueberlieferungen, die Christus seinen Aposteln mitgetheilt haben soll und die von denen nun fort und fort geerbt sein, bis der Mann zu Rom, der sich den heiligen Vater nennen läßt, diese ungeschriebenen Worte Christi allein im Besitz haben will.
Da stellen sich weiter hin die Reformirten und sprechen: wir gründen uns einzig auf die Bibel. und doch ist ihr Glauben ein andrer, als der lutherische in manchen hochwichtigen Punkten.
Weiter treten auf die Mennoniten, die Herrnhuter, die Baptisten, dazu die Deutschkatholiken und Lichtfreunde, und alle sprechen: wir glauben an die Bibel!
Dabei wirds einem ja ganz wirr im Kopf, daß diese alle sich auf die eine Bibel beziehen. Freilich ist das oft ein gar sonderbarer Glaube, wie namentlich bei den Deutschkatholiken und Lichtfreunden, die nehmen sich aus der heiligen Schrift was ihnen grade gefällt. Sie machen sich zu Richtern über Gottes Wort und werfen weg, was ihnen zu schwer, zu groß ist und behalten nur die Sprüchlein, die ihnen grade in ihren Kram passen und die ihnen süß schmecken, so wie die bösen, schnippischen Kinder, aus der Neujahrsbrezel die Rosinen herauspicken. Wenn da in der Bibel steht: „Niemand kommt zum Vater, denn durch mich!“ oder: „Wer nicht glaubet, der soll verdammet werden,“ — oder etwas vom jüngsten Gerichte und von Hölle und Teufel, — das werfen sie weit weg, denn das brennt, das soll nichts gelten. — Das können wir nicht verstehen, also glauben wir's nicht, — sprechen sie da und machen unser liebes Gotteswort zurecht, daß es zum Erbarmen ist. Dabei aber sagen sie immer: wir glauben an die Bibel!
Nun prüfe einmal, — was weißt du von dem Glauben eines Menschen, der nur sagt: ich glaube an die Bibel? — Da weißt du noch gar nichts, nicht ob er Katholik, Reformirter, Lutheraner, Baptist, Herrnhuter, Lichtfreund u. s. w. ist. Wenn mich aber einer fragt: weß Glaubens bist du? — da will er eine Antwort haben, daran er auch merken kann, was ich eigentlich bin und da ist's nicht genug, nur zu bekennen: ich glaube an die Bibel, sondern ich muß auch
English translation AI translation
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And ever deeper tread and tread
The mule's heavy foot in the snow.
And ever slower, step by step,
The train sways onward on the steep height,
Sways on past the abyss
As though it were a cradle.
In majesty the heads of the mountains
Rise up, near and far,
Like giant bodies, terrible.
It is the majesty of the LORD!
The Alp is high, the Alp is steep,
God grant your guides well-being.
Thoughtful and wrapped about,
Clad with white stripes,
Moved like a shadow-image
The silent train goes up the mountain.
O good guides, tell us then,
Who will see the loved ones yet?
What rushes down there into the valley?
Are my wanderers lulled to sleep?
What sits in the snow there, gray and pale,
Softly nestled in soft down?
I think they are sleepers, surely,
They are so still and thoughtful.
But no, it was only a figure of death.
"The cross, the cross!" a guide cries out.
'The cross, the cross!' an echo resounds
With loud jubilation through the air.
They have their path again
And soon find the safe resting-place.
Are we not all wanderers alike
On a dizzyingly high mountain way
To eternity, to God's kingdom,
Where no foot can go without stumbling?
The cross on the way of eternity
Gives hope, peace, security. —
G. Sch.
Why Is the Confession: I Believe in the Bible! Not Sufficient?
We have, as you know, dear reader, (you will allow me to speak so familiarly, — one speaks much better and more openly that way) — we have, then, in our dear Lutheran Church our particular Confessional Writings (symbolical books), that is, books in which our holy faith is set forth firmly and clearly, as it was drawn from God's Word by our fathers and accepted from the beginning. One of these Confessional Writings you and I, and we Lutherans probably all, have had in our hands from youth up, — that is our dear Small Catechism with its five great Chief Parts, with its precious: What is this? — and with the strong words of faith. That is the shortest Confessional Writing, in which the sum of our dear faith is comprehended most finely and childlike. If anyone wishes to know what the Lutheran Church accepts as God's gracious revelation and in what faith a true Lutheran child lives and dies, — let him but open the Small Catechism, — there he has it briefly together.
Besides this, however, we have five more truly glorious books, which all set forth our faith, and which, alas, are not so generally spread abroad as they deserve. Told in confidence, dear reader, — I know many pastors who have never thoroughly studied the Confessional Writings of our Lutheran Church, indeed have not even read them cursorily; is that not a disgrace? The names of these gentlemen I will not mention, — but perhaps you yourself know one or another of the sort.
To our Confessional Writings belongs further the Augsburg Confession, which was read aloud in the year 1530 at Augsburg before the Diet, in which the Evangelicals presented their faith most gloriously. Then the so-called Apology, which the valiant Philip Melanchthon wrote in defense of the Augsburg Confession. Then the Smalcald Articles, which were composed by the man of God, Luther, and in 1537 were laid before an assembly of evangelical princes and theologians at Smalcald and signed; originally it was intended to lay them before a Council, an assembly of bishops and high prelates, which the Pope wished to convene at Mantua. That indeed did not happen, but the Articles were retained because they teach the pure faith most gloriously.
Then comes Luther's Large Catechism, written for the pastors for instruction, — and finally the Formula of Concord (Eintrachtsformel), in which several highly important doctrines of our Lutheran Church, about which strife had arisen, are treated at length; through this most glorious and thoroughly biblical exposition concord was to be established among the Evangelicals, whence the name: Formula of Concord. These 5, together with the Small Catechism, — thus 6 in all, — are the Confessional Writings or the symbolical books of our Lutheran Church, and whoever wishes to know what has been taught and believed among us from of old must look there.
We shall probably speak of this again later, more exactly, for alas, the pure Lutheran doctrine and the confession of our Church are very little known. A faithful pastor has indeed the holy duty to speak of them in church and in the confirmation class, and besides the Small Catechism to discuss with the confirmands at least the Augsburg Confession, — but alas, it does not happen. Indeed, these Confessional Writings are to count for nothing at all in our days. Not even the five Chief Parts are still held in due honor.
Then the very wise men come forward and say: these are books made by men for an old time which is now long past; we are wiser than our forefathers (nowadays, as is well known, the egg always wants to be wiser than the hen), — we no longer need such books, — but we believe in the Bible, that is enough. One hears such a word very often; even quite pious people say it: we believe in the Bible, — and so it is enough. Perhaps, dear reader, you too have sometimes said and thought so, and your pastor has probably also put it forward from the pulpit and in the confirmation class. But let us look more closely: Is it then really enough? — I say flatly: No. That is indeed soon said; but I intend to prove it too, and have three weighty and mighty reasons for it. Now it sounds indeed almost blasphemous that it should not be enough when one confesses faith in the Bible, — but, dear reader, do not rush at once to such a judgment, but first hear what my three weighty reasons are, — then tell me better and otherwise, if you know better and otherwise.
First:
It is not enough to say: I believe in the Bible, because all Christian churches and sects speak so. Here come the Catholics, and base themselves on the Bible, — besides, to be sure, also on the word of the Pope, on oral traditions which Christ is supposed to have communicated to his Apostles and which have been inherited from them on and on, until the man at Rome who lets himself be called the Holy Father wants to have these unwritten words of Christ solely in his possession.
Then the Reformed step forward further and say: we base ourselves solely on the Bible. and yet their faith is different from the Lutheran in many highly important points.
Further there appear the Mennonites, the Moravians, the Baptists, together with the German Catholics and Friends of Light, and all say: we believe in the Bible!
It makes one's head quite dizzy that all of these refer to the one Bible. To be sure, it is often a very strange faith, as especially with the German Catholics and Friends of Light, who take from Holy Scripture whatever just pleases them. They make themselves judges over God's Word and throw away what is too hard or too great for them and keep only the little sayings which just suit their purposes and taste sweet to them, like naughty, snippy children who pick the raisins out of the New Year's pretzel. When it stands there in the Bible: "No man cometh unto the Father, but by me!" or: "He that believeth not shall be damned," — or something about the last judgment and about hell and the devil, — they throw that far away, for that burns, that is to count for nothing. — That we cannot understand, so we do not believe it, — they say, and doctor our dear Word of God so that it is pitiful. Yet withal they always say: we believe in the Bible!
Now examine this once, — what do you know of the faith of a man who only says: I believe in the Bible? — Then you know nothing at all yet, not whether he is a Catholic, Reformed, Lutheran, Baptist, Moravian, Friend of Light, etc. But when someone asks me: of what faith are you? — he wants to have an answer by which he can also notice what I actually am, and then it is not enough merely to confess: I believe in the Bible, but I must also