Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 21 › Seite 142
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-06-07, Seite 142
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription AI-corrected against the scan
142
fen. Als er aber wieder auferstand von den Todten, da verkündete die Natur lautjubelnd der Welt seinen herrlichen Triumpf durch den Donner eines gewaltigen Erdbebens. Und auch bei der Himmelfahrt unsers Herrn war die Natur als seine treue Dienerin geschäftig, denn eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.
L. Wir würden die Natur besser verstehen, wenn wir mehr im Worte Gottes lebten. Dann würden wir jenen demüthigen, kindlichen Sinn empfangen, der Gottes Werke am besten erkennt.
W. Die Schrift sagt: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes und die Veste verkündiget seiner Hände Werk. Ps. 19, 1. Und Röm. 1, 19. 20. Daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar, denn Gott hat es ihnen offenbart, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit wird ersehen, so man das wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt.
L. Allerdings. Gott offenbart sich uns auch durch das Buch der Natur, daß wir daraus sein Dasein, sein herrliches Wesen und seine göttlichen Eigenschaften erkennen können. Allein diese Erkenntniß bliebe immer eine ungenügende, wenn wir das Buch der hl. Schrift nicht hätten.
W. Aber doch spricht Gott auch in der Schöpfung seine göttlichen Gedanken aus: die irdischen Dinge sind Abbilder von himmlischen Dingen; weßhalb Gott so häufig in seinem Wort durch Gleichnisse zu uns redet, die aus dem Reiche der Natur gekommen sind.
L. Freilich. Christus ist die Sonne der Gerechtigkeit, der geistliche Fels, der Weinstock, dessen Reben die Gläubigen sind. So ist der Frühling ein liebliches Bild der Auferstehung. Vor Kurzem war noch alles kalt, todt und erstorben: und jetzt prangt alles durch Gottes allmächtige Kraft voll neuen Lebens und frischen Grüns. Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. 1 Cor. 15, 42. Die Leiber der Gläubigen sterben und verwesen, aber am schönen Frühlingsmorgen der Auferstehung werden sie hervorgehen unverweslich, verklärt, in unsterblicher ewiger Schönheit und Jugend.
W. Ich gestehe dir, lieber Leopold, daß ich die Natur jetzt mit andern Augen ansehe. Sie hatte früher für mich stets etwas Fremdes, fast Feindseliges. Nun aber ist sie mir lieb, da ich sie in Christo als Gottes Werk betrachte! nun werde ich auch wieder meine Freude daran haben.
L. Und wirst doch auf gleiche Weise vor sündlicher Verwerfung, wie vor Vergötterung der Natur dich hüten. Christus ist die Wahrheit, in welcher verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntniß, Col. 2, 3. In ihm allein finden wir auch den Schlüssel zu einer richtigen, Gott wohlgefälligen Naturbetrachtung.
Indessen war es über den Gesprächen der beiden Freunde Abend geworden. Der Mond war aufgegangen und prangte in stiller Schöne am dunklen Himmel und goß sein Silberlicht über die duftenden Fluren aus.
Nun sage mir, lieber Ausleger, unterbrach Wilibald das Schweigen, ist nicht auch der Mond nach dem Worte Gottes das Abbild von etwas Himmlischen?
Er ist ein Bild der Christlichen Kirche, erwiederte Leopold. Denn es heißt Hohel. 6, 9.: Wer ist, die hervorbricht wie die Morgenröthe, schön wie der Mond . . ? Gleichwie der Mond sein Licht von der Sonne empfängt, so empfängt die Kirche ihre Gerechtigkeit und Schönheit von Christo. Und gleichwie der Mond mit dem empfangenen Lichte die dunkle Erde bestrahlt, so erleuchtet die Kirche mit dem vom Herrn ihr anvertrauten Evangelio die mit Finsterniß und Todesschatten erfüllte Welt.
W. Und nichtwahr, wenn dann der heilige Geist die todten Herzen durch das Evangelium anhaucht, erweckt und wiedergebiert, dann entsteht in ihnen ein geistlicher, himmlischer Lebens- und Liebes-Frühling, dann heißt es: Siehe, der Winter ist vergangen; der Regen ist weg und dahin; die Blumen sind hervorgekommen im Lande; der Feigenbaum hat Knoten gewonnen, die Weinstöcke haben Augen gewonnen u. geben ihren Geruch. Hohel. 1, 11-13.
L. Ach ja, möge der heilige Geist auch in unsern Herzen einen freudenreichen Lenz erwecken und sie mit seinen Gaben zu seligen Gärten Gottes weihen und schmücken!
Hermann Fick.
Ach, wär ich erst bei Dir!
Ach, wär ich erst bei dir!
HErr JEsu, ich bin hier
Auf Erden nicht zu Haus,
Ich sehne mich hinaus.
Es wird mir diese Welt
Tagtäglich mehr vergällt;
Sie haßt dich grimmiglich,
Und ich, ich liebe dich.
Ich liebe dich, denn du
Schenkst meiner Seele Ruh,
Schenkst deinen Himmel mir:
Ach, wär ich erst bei dir!
Zwar weiß ich leider wohl,
Daß ich bin sündenvoll;
Allein dein theures Blut
Macht mein Gewissen gut.
Doch ist mir wohl bewußt,
Daß noch die böse Lust
In meinem Fleische lebt,
Und stets dir widerstrebt.
Erst in der Herrlichkeit
Schmückt mich das weiße Kleid,
Der reinen Unschuld Zier:
Ach, wär ich erst bei dir!
Ich bin, o Jesu, dein
Die Seligkeit ist mein,
Du hast mich oft entzückt,
Und himmlisch süß erquickt.
Doch folget bald der Freud
Stets wechselnd wieder Leid,
Und oft erfüllt mein Herz
Nur Schrecken, Angst und Schmerz.
Denn sel'ger Vollgenuß,
Der Wonne Ueberfluß
Wird erst im Himmel mir:
Ach, wär ich erst bei dir!
Hermann Fick.
Kirchliche Nachrichten.
Am Tage der Himmelfahrt, den 5. Mai, ist Pst. Joh. Kunz, nachdem er von der deutschen evangel. luth. Gemeinde unweit des Sugar Creek, Hancock Co., Ja., einen ordentlichen Beruf empfangen und denselben mit Bewilligung seiner bisherigen Gemeinde angenommen hatte, von Pastor Fr. Schumann, da Pastor Fricke durch plötzliche Erkrankung dem zunächst ihm gewordenen Auftrage nicht genügen konnte, in seine neue Gemeinde eingeführt worden, allwo ihm der HErr auch fernerhin Seine Gnade, Eifer und Treue verleihen möge, daß er zum Segen werde für Viele.
Dr. M. Sihler, Pastor.
Fort Wayne, 17. Mai 1853.
Die Addresse des lieben Bruders ist:
Revd. Joh. Kunz,
Sugar Creek P. O.,
Hancock Co., Ia.
Hochwürdiger Herr Präses!
Hiemit erstatte ich den schuldigen Bericht, daß Herr J. Strieter, vormals Zögling des Fort Wayner Seminars, nachdem derselbe von der deutschen ev. luth. Gemeinde in und um Elyria, Loraine Co., O., einen ordentlichen Beruf erhalten, im Auftrage des Hrn. Vicepräses am 6. April vor seiner Gemeinde und unter Assistenz des Hrn. Pst. Steinbach von mir ordinirt und dabei auf sämmtliche Bekenntnißschriften unsrer Kirche verpflichtet worden ist
Das Arbeitsfeld unsres Bruders ist äußerlich klein, wolle es der HErr dafür durch Seinen Segen desto fruchtbarer machen!
H. C. Schwan.
Cleveland, 6. Mai 1853.
Eingegangen
für die evang. luth. Gemeinde zu Neumelle, Mo.
zum Aufbau ihrer durch Feuers Hand abgebrannten Kirche:
Von der Gemeinde zu Pomeroy, O., und zwar:
von Hrn. Pst. Habel $5.00,
„ HH. Lehrer Holls, Benz und Mees, G. Rasp, je $2.00 6.00
„ Hrn. Gander und den Schulkindern 1.43
„ „ Treß d. jüng. 1.50
„ HH. M. Joachim, J. Gebhardt, Jac. Tiez, J. Klein, A. M[unleserlich]es, G. Weiersmüller, H. Scharf, Jac. Göglein, A. Fruth, je $1.00 9.00
„ Hrn. G. Joachim 0.95
„ HH. J. Klein, W. Scharf, W. Scharf, Joh. Göglein, J. Niemeier, Wittwe Wienk und Frau Kinstein die ältere je $0.50 3.50
„ Hrn. D. Göglein 0.35
„ HH. J. Göglein, P. Sauvage, Ch. Hamm, J. Mack, L. Reuter, A. Kalb, F. Niemeier, Wittwe Gebhardt, Wittwe Guschwa, je $0.25 2.25
„ der Gemeinde zu Chester bei Pomeroy, O.,
English translation AI translation
142
rocks. But when He rose again from the dead, then nature, with jubilant voice, proclaimed to the world His glorious triumph by the thunder of a mighty earthquake. And at the ascension of our Lord also nature was busy as His faithful handmaid, for a cloud received Him out of their sight.
L. We should understand nature better if we lived more in the Word of God. Then we should receive that humble, childlike mind which best recognizes God's works.
W. The Scripture says: The heavens declare the glory of God, and the firmament showeth his handywork. Ps. 19, 1. And Rom. 1, 19. 20. That which may be known of God is manifest in them; for God hath showed it unto them, for the invisible things of him from the creation of the world are clearly seen, being understood by the things that are made, even his eternal power and Godhead.
L. Certainly. God reveals Himself to us also through the book of nature, so that we can recognize from it His existence, His glorious being and His divine attributes. But this knowledge would always remain an insufficient one if we did not have the book of Holy Scripture.
W. But yet God expresses His divine thoughts also in creation: earthly things are images of heavenly things; for which reason God so frequently speaks to us in His Word by similitudes which have come from the realm of nature.
L. Indeed. Christ is the Sun of righteousness, the spiritual Rock, the Vine whose branches are the believers. So spring is a lovely picture of the resurrection. A short time ago everything was still cold, dead and withered: and now everything, by God's almighty power, is resplendent, full of new life and fresh verdure. It is sown in corruption; it is raised in incorruption. 1 Cor. 15, 42. The bodies of the believers die and decay, but on the fair spring morning of the resurrection they shall come forth incorruptible, transfigured, in immortal, eternal beauty and youth.
W. I confess to you, dear Leopold, that I now look upon nature with other eyes. Formerly it had for me always something strange, almost hostile. But now it is dear to me, since I behold it in Christ as God's work! Now I shall also again have my joy in it.
L. And yet you will guard yourself in like manner against sinful rejection, as against the deification of nature. Christ is the Truth, in whom are hid all the treasures of wisdom and knowledge, Col. 2, 3. In Him alone we find also the key to a right contemplation of nature, well-pleasing to God.
Meanwhile, during the conversation of the two friends, evening had come. The moon had risen and shone in quiet beauty in the dark heaven and poured its silver light over the fragrant fields.
Now tell me, dear interpreter, Wilibald broke the silence, is not the moon also, according to the Word of God, the image of something heavenly?
It is an image of the Christian Church, replied Leopold. For it is said, Song of Sol. 6, 9.: Who is she that looketh forth as the morning, fair as the moon . . ? As the moon receives its light from the sun, so the Church receives her righteousness and beauty from Christ. And as the moon, with the light it has received, illumines the dark earth, so the Church, with the Gospel entrusted to her by the Lord, enlightens the world filled with darkness and the shadow of death.
W. And truly, when the Holy Ghost then breathes upon the dead hearts through the Gospel, awakens and regenerates them, then there arises in them a spiritual, heavenly spring of life and love, then it is said: Lo, the winter is past; the rain is over and gone; the flowers appear on the earth; the fig tree putteth forth her green figs, and the vines with the tender grape give a good smell. Song of Sol. 1, 11-13.
L. Ah yes, may the Holy Ghost awaken also in our hearts a joyful spring and consecrate and adorn them with His gifts to be blessed gardens of God!
Hermann Fick.
Oh, Were I but with Thee!
Oh, were I but with Thee!
LORD JESUS, I am here
On earth not at home,
I long to go out hence.
This world becomes to me
More bitter day by day;
It hates Thee fiercely,
And I, I love Thee.
I love Thee, for Thou
Givest rest to my soul,
Givest me Thy heaven:
Oh, were I but with Thee!
Indeed I know full well,
Alas, that I am full of sin;
Yet Thy precious blood
Makes my conscience good.
But well I am aware
That the evil lust still
Lives in my flesh,
And ever strives against Thee.
Only in glory
Shall the white robe adorn me,
The ornament of pure innocence:
Oh, were I but with Thee!
I am, O Jesus, Thine,
The blessedness is mine,
Thou hast often ravished me
And refreshed me with heavenly sweetness.
But soon joy is followed
Ever alternating by sorrow again,
And often my heart is filled
With only terror, anguish and pain.
For blessed full enjoyment,
The overflow of bliss,
Will be mine only in heaven:
Oh, were I but with Thee!
Hermann Fick.
Church News.
On Ascension Day, the 5th of May, Pastor Joh. Kunz, having received a regular call from the German Evangelical Lutheran congregation near Sugar Creek, Hancock Co., Ia., and having accepted it with the consent of his former congregation, was installed into his new congregation by Pastor Fr. Schumann, since Pastor Fricke, through sudden illness, could not fulfil the commission given to him first, where may the LORD also henceforth grant him His grace, zeal and fidelity, that he may become a blessing to many.
Dr. M. Sihler, Pastor.
Fort Wayne, 17 May 1853.
The address of the dear brother is:
Revd. Joh. Kunz,
Sugar Creek P. O.,
Hancock Co., Ia.
Right Reverend Mr. President!
Herewith I render the due report that Mr. J. Strieter, formerly a pupil of the Fort Wayne Seminary, having received a regular call from the German Ev. Luth. congregation in and about Elyria, Loraine Co., O., was ordained by me on the 6th of April before his congregation, by commission of the Vice-President, with the assistance of Pastor Steinbach, and was thereby pledged to all the Confessional Writings of our Church.
The field of labor of our brother is outwardly small; may the LORD for that reason make it the more fruitful through His blessing!
H. C. Schwan.
Cleveland, 6 May 1853.
Received
for the Evang. Luth. congregation at Neumelle, Mo.
toward the rebuilding of their church, burned down by the hand of fire:
From the congregation at Pomeroy, O., namely:
from Mr. Pastor Habel $5.00,
" Messrs. Teachers Holls, Benz and Mees, G. Rasp, each $2.00 6.00
" Mr. Gander and the school children 1.43
" " Treß the younger 1.50
" Messrs. M. Joachim, J. Gebhardt, Jac. Tiez, J. Klein, A. M[illegible]es, G. Weiersmüller, H. Scharf, Jac. Göglein, A. Fruth, each $1.00 9.00
" Mr. G. Joachim 0.95
" Messrs. J. Klein, W. Scharf, W. Scharf, Joh. Göglein, J. Niemeier, Widow Wienk and Mrs. Kinstein the elder, each $0.50 3.50
" Mr. D. Göglein 0.35
" Messrs. J. Göglein, P. Sauvage, Ch. Hamm, J. Mack, L. Reuter, A. Kalb, F. Niemeier, Widow Gebhardt, Widow Guschwa, each $0.25 2.25
" the congregation at Chester near Pomeroy, O.,