Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 1 › Seite 6

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-08-30, Seite 6

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Tanz 9

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New-Orleans.

Bei den entsetzlichen Nachrichten über das Wüthen des gelben Fiebers in dieser Stadt, welche gegenwärtig die Zeitungen enthalten, wird wohl mancher Leser mit banger Sorge an unseren lieben Bruder Volck denken, der erst vor kurzem seine Arbeit in dortiger Stadt begonnen, und zu wissen wünschen, wie es demselben und seiner lieben Gemeinde jetzt ergeht. Wir erlauben uns daher, aus einem an uns gerichteten Privatbriefe Hrn. Pastor Volck's v. 15. d. M. Folgendes mitzutheilen:

„Gott hat auch unsere Gemeinde mit Krankheit heimgesucht. Sieben erwachsene Glieder derselben liegen am gelben Fieber darnieder. Doch, Dank sei Gott und der treuen aufopfernden Pflege Hrn. Dr. Wolff's, sie sind alle wieder außer Gefahr . . . bei den Kranken in der Gemeinde ging alles gut. Da war überall eine Freudigkeit zum Sterben, ein ruhiges Hingeben in Gottes Willen, so daß sie mich manchmal mehr trösteten und aufrichteten, als ich sie. . . Mich hat Gott wunderbar bisher erhalten; denn obgleich ich fast immer in der Sonne laufen muß und beständig unter Kranken bin, fühle ich doch bis jetzt nicht das Geringste . . Beten Sie doch jetzt mit uns und für uns.“

Kirchliche Nachrichten.

Der gestrige Sonntag, der 11. n. Tr., war für uns ein großer Freudentag. In dem Städtchen Port Richmond auf der schönen Insel Staten Island unweit New York hatte sich seit einigen Jahren eine kleine lutherische Gemeinde gesammelt. Zu schwach, um sofort einen eignen Prediger unterhalten zu können, hatte sie sich zeitweilig von einem benachbarten herrnhutischen Prediger bedienen lassen, ohne jedoch das Ziel, einen eignen lutherischen Prediger zu erlangen, aus den Augen zu verlieren. Seit Anfang dieses Jahres hatte sie Gott unter ganz merkwürdigen Umständen in den Besitz einer schönen Kirche gesetzt. Bald darauf war sie durch eine wunderbare Verzweigung von Ereignissen, aus denen die gute Hand Gottes recht augenscheinlich zu erkennen ist, auf unsre Synode aufmerksam geworden und hatte bei ihr um einen Prediger nachgesucht, welcher ihr auch in der Person des Predigtamtscandidaten Hrn. Friedrich Böling's, eines Zöglings des Seminars in Fort Wayne, zugesendet wurde. Nachdem er mehrere Gastpredigten gehalten, und sich wie durch seine Persönlichkeit, so durch seine gründliche, gesunde und einfache Predigtweise bald das Zutrauen der Gemeinde erworben hatte, wurde er einstimmig zum Pastor erwählt und berufen und darauf gestern von mir unter Beistand des Hrn. Pastor Hoyer von Philadelphia im Angesichte seiner neuen Gemeinde ordinirt und auf sämmtliche Bekenntnißschriften der lutherischen Kirche verpflichtet. Mit dieser feierlichen Handlung wurde zugleich die Einweihung der Kirche verbunden. Hr. Pastor Hoyer hielt die Einweihungs- und Ordinations-Predigt. Der Inhalt derselben war, nach dem gewöhnlichen Sonntagsevangelium, der rechte Gottesdienst im Hause des HErrn. Er zeigte

1., wie unser Gottesdienst beschaffen sein müsse, damit er der rechte sei;

2., welch ein Segen und welche hohe Wohlthat der rechte Gottesdienst sei; und

3., was insonderheit diese Gemeinde thun müsse, damit ihr Gottesdienst in diesem Hause der rechte sei.

Die liebe Gemeinde, über die ihr geschenkte Wohlthat einer schönen Kirche und eines rechtschaffenen Predigers hoch erfreut, hatte alles mögliche aufgeboten, ihre Kirche auf's lieblichste auszuschmücken. Ihre Schwestergemeinde in New York hatte sich in Masse aufgemacht, um an dem schönen Gottesdienste des HErrn Theil zu nehmen und das kleine Sängerchor derselben half durch einen vierstimmigen Gesang die Feier erhöhen. Gott, der Vater unsers HErrn Jesu Christi, wolle dem neuen Pastor starken Glauben, brünstige Liebe, viel Weisheit und Geduld schenken, sein allerdings schwieriges Amt auszurichten, der Gemeinde aber erleuchtete Augen, die Zeit ihrer Heimsuchung durch die Predigt des Evangeliums zu erkennen und selig anzuwenden. Die lieben Leser des „Lutheraner“ wollen sich mit ihren Brüdern am atlantischen Meeresstrande freuen und dem HErrn danken, der die Schaaren seiner Evangelisten mehret und seine Kirche ausbreiten läßt und den Raum ihrer Hütte weit macht zur Rechten und zur Linken.

Th. J. Brohm.

New York am 8. August 1853.

☞ Herrn Pastor Böling's Post-Office ist:

Port Richmond,
Staten Island, N. Y.

Nachdem die evangelisch lutherische Gemeinde in Lafayette Co., Mo., durch Abgang des Herrn Pastor Quast vacant geworden, hatte dieselbe Herrn Pastor Franke, welcher bereits vor Jahren dieser Gemeinde schon einmal gedient hatte, dann aber von der Gemeinde in Buffalo abberufen worden war, und in Folge einer schweren Erkrankung eine geraume Zeit hatte privatisiren müssen, zum andern Male in ihr Pfarramt gerufen. Pastor und Gemeinde wünschten beiderseits eine förmliche und feierliche Introduction und hatten sich deshalb an das Präsidium unserer Synode gewendet, von welchem F's. nächster d. i. ohngefähr 50 Meilen weit entfernter Amtsnachbar, Pastor Wege in Benton County Auftrag erhielt, Herrn Pastor Franke zu introduziren. Er entledigte sich dieses Auftrags am 9. n. T. den 24sten Juli l. J. unter Assistanz seines lieben Amtbruders, des Herrn Past. Johannes in Colecamp. Die Feierlichkeit wurde nach Maaßgabe der Löheschen Agende vollzogen, nachdem Past. Wege die Frühpredigt gehalten und nach 1. Tim. 4, 16. von der herrlichen Verheißung „Du wirst dich selig machen und die dich hören,“ gehandelt hatte, indem er 1.) den Inhalt, 2.) die Bedingung, 3.) die Wichtigkeit dieser Verheißung darlegte. Nachmittags predigte Herr Past. Johannes. Er stellte die Frage „Was ist ein Diener Gottes in seinem Amte?“ und erörterte in gewandter und eindringlicher Rede die mit den Worten des Textes gegebene Antwort; daß nämlich dieselbe sey 1.) in Beziehung auf Gott — ein guter Geruch Christi, beides unter denen, die da selig werden und unter denen, die da verloren werden—2.) in Beziehung auf Menschen—diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Erquickt durch das gegenseitige, leider nur zu kurze Beieinanderseyn und mit der vollen Ueberzeugung, daß der Gemeinde zu ihrer Predigerwahl nur Glück zu wünschen sey, schieden die Brüder am folgenden Tage.

Am 10ten Sonntage nach Trinitatis, den 31. Juli l. J., hatten wir, Pastor Schliepsick und der Unterzeichnete, die Freude, den lieben Pastor F. Besel in Staunton, Ills., öffentlich in sein Amt daselbst einzuführen. So bedenklich es mit der ev. luth. Gemeinde in und um Staunton nach dem frühen Tode des sel. Pastor Reißner aussah, indem einige Glieder einen ev. unirten Prediger angenommen hatten und andere wegziehen wollten: so erfreulich sieht es jetzt daselbst aus. Die Abgegangenen sind zurückgekehrt und auch mehrere Methodisten haben sich an die ev. lutherische Gemeinde angeschlossen, so daß einige und zwanzig Familien sich entschieden auf das lutherische Bekenntniß constituirt und zu einer rechtgläubigen Gemeinde verbunden haben, die weder falsche Lehre noch gottloses Leben unter sich dulde. Auch sind noch weitere Aussichten für eine Gemeinde in der Nähe.

Der Gott aller Gnaden segne das Zeugniß und die Arbeit seines Knechtes und stärke, befestige und vollbereite die ganze Gemeinde in Christo Jesu zum ewigen Leben. Amen.

Johann Friedrich Bünger.

St. Louis, d. 23. Aug. 1853.

Die St. Louis-Distrikts-Predigerconferenz versammelt sich demnächst in Altenburg, Perry Co., Mo., den 7. Oktober l. J. und die folgenden Tage.

In Betreff einer Einsendung.

Wir haben von Mrs. Henning eine Einsendung erhalten, worin gewisse, in dem dritten Synodalbriefe Hrn. Pastor Grabau's gemachte Angriffe auf den guten Namen der Familie Krause als ebensoviele Unwahrheiten zurückgewiesen werden. Wir müssen hierdurch erklären, daß der „Lutheraner“ sich unmöglich mit dergleichen reinen Privatsachen befassen kann.

In Deutschland erschien so eben und erwarten wir Exemplare bis Ende dieses Monats:
E. W. G. Keyl's,
Pastor der lutherischen St. Pauli-Gemeinde [unleserlich] Baltimore
Katechismus-Auslegung
aus Dr. Luther's Schriften und den symbolischen Büchern
1. Hauptstück

English translation AI translation

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New-Orleans.

Upon the dreadful reports of the ravages of yellow fever in this city, which the newspapers at present contain, many a reader will think with anxious concern of our dear brother Volck, who only a short time ago began his work in that city, and will wish to know how it goes with him and his dear congregation now. We therefore take the liberty of communicating the following from a private letter addressed to us by Rev. Mr. Volck of the 15th inst.:

"God has visited our congregation also with sickness. Seven adult members of it are lying ill with yellow fever. Yet, thank God and the faithful, self-sacrificing care of Dr. Wolff, they are all out of danger again . . . among the sick in the congregation all went well. There was everywhere a joyfulness in dying, a quiet surrender to God's will, so that they sometimes comforted and encouraged me more than I them. . . God has wonderfully preserved me thus far; for although I must run almost constantly in the sun and am continually among the sick, I feel until now not the least . . Pray now with us and for us."

Church News.

Yesterday's Sunday, the 11th after Trinity, was a great day of joy for us. In the little town of Port Richmond on the beautiful island of Staten Island near New York a small Lutheran congregation had gathered for some years. Too weak to support a pastor of its own at once, it had for a time let itself be served by a neighboring Moravian preacher, without, however, losing sight of the goal of obtaining a Lutheran pastor of its own. Since the beginning of this year God had, under quite remarkable circumstances, put it in possession of a beautiful church. Soon thereafter, through a wonderful concatenation of events, in which the good hand of God is quite evidently to be recognized, it had become aware of our Synod and had applied to it for a pastor, who was also sent to it in the person of the candidate for the ministry Mr. Friedrich Böling, a pupil of the seminary at Fort Wayne. After he had held several guest sermons, and had, as by his personality so by his thorough, sound and simple manner of preaching, soon gained the confidence of the congregation, he was unanimously elected and called pastor, and thereupon yesterday ordained by me, with the assistance of Rev. Mr. Hoyer of Philadelphia, in the sight of his new congregation, and pledged to all the Confessional Writings of the Lutheran Church. With this solemn act the dedication of the church was at the same time joined. Rev. Mr. Hoyer delivered the dedication and ordination sermon. Its content was, after the usual Sunday gospel, the right worship in the house of the LORD. He showed

1., how our worship must be constituted, that it may be the right one;

2., what a blessing and what a high benefit the right worship is; and

3., what in particular this congregation must do, that its worship in this house may be the right one.

The dear congregation, highly rejoiced over the benefit bestowed on it of a beautiful church and an upright pastor, had mustered everything possible to adorn its church in the loveliest way. Its sister congregation in New York had turned out in a body to take part in the beautiful divine service of the LORD, and the small singing choir of the same helped to heighten the celebration by a four-part hymn. May God, the Father of our LORD Jesus Christ, grant the new pastor strong faith, fervent love, much wisdom and patience to carry out his indeed difficult office, but to the congregation enlightened eyes, to recognize the time of its visitation through the preaching of the Gospel and to apply it unto salvation. The dear readers of the "Lutheraner" will wish to rejoice with their brethren on the shore of the Atlantic and thank the LORD, who multiplies the hosts of His evangelists and lets His Church spread abroad and makes the place of her tent wide to the right and to the left.

Th. J. Brohm.

New York, August 8, 1853.

☞ The Post-Office of Rev. Mr. Böling is:

Port Richmond,
Staten Island, N. Y.

After the evangelical Lutheran congregation in Lafayette Co., Mo., had become vacant through the departure of Rev. Mr. Quast, it had called for the second time to its pastorate Rev. Mr. Franke, who had already years ago served this congregation once, but then had been called away by the congregation in Buffalo, and in consequence of a severe illness had had to live privately for a considerable time. Pastor and congregation both wished a formal and solemn introduction and had therefore turned to the Presidium of our Synod, from which F.'s nearest, that is, about 50 miles distant neighbor in office, Pastor Wege in Benton County, received the commission to introduce Rev. Mr. Franke. He discharged himself of this commission on the 9th Sunday after Trinity, the 24th of July of this year, with the assistance of his dear brother in office, Rev. Mr. Johannes in Colecamp. The ceremony was performed according to Löhe's Agenda, after Pastor Wege had held the early sermon and, on 1 Tim. 4, 16, had treated of the glorious promise "Thou shalt save thyself, and them that hear thee," setting forth 1.) the content, 2.) the condition, 3.) the importance of this promise. In the afternoon Rev. Mr. Johannes preached. He put the question "What is a servant of God in his office?" and discussed in skillful and impressive speech the answer given with the words of the text; namely, that the same is 1.) in relation to God—a sweet savor of Christ, both among them that are saved and among them that perish—2.) in relation to men—to these a savor of death unto death, but to those a savor of life unto life. Refreshed by the mutual, alas too brief being together, and with the full conviction that the congregation is only to be congratulated on its choice of a pastor, the brethren parted on the following day.

On the 10th Sunday after Trinity, the 31st of July of this year, we, Pastor Schliepsick and the undersigned, had the joy of publicly inducting the dear Pastor F. Besel at Staunton, Ills., into his office there. However precarious things looked for the ev. Luth. congregation in and about Staunton after the early death of the late Pastor Reißner, some members having accepted an ev. united preacher and others wishing to move away, so gratifying is the situation there now. Those who had gone away have returned, and several Methodists also have joined the ev. Lutheran congregation, so that some twenty-odd families have constituted themselves decidedly on the Lutheran confession and united into an orthodox congregation which will tolerate among them neither false doctrine nor ungodly life. There are also further prospects for a congregation in the neighborhood.

The God of all grace bless the testimony and the labor of His servant and strengthen, establish and perfect the whole congregation in Christ Jesus unto eternal life. Amen.

Johann Friedrich Bünger.

St. Louis, Aug. 23, 1853.

The St. Louis District Pastoral Conference will assemble shortly at Altenburg, Perry Co., Mo., on the 7th of October of this year and the following days.

Concerning a Communication.

We have received from Mrs. Henning a communication in which certain attacks upon the good name of the Krause family, made in the third synodical letter of Rev. Mr. Grabau, are repudiated as so many untruths. We must hereby declare that the "Lutheraner" cannot possibly concern itself with such purely private matters.

Just published in Germany, and expected by us in copies by the end of this month:
E. W. G. Keyl's,
Pastor of the Lutheran St. Paul's Congregation [illegible] Baltimore
Katechismus-Auslegung
from Dr. Luther's writings and the symbolical books
1. Hauptstück
(450 pages) Price $1.