Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 1 › Seite 7
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-08-30, Seite 7
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geſang 1 · Geſetz und Evangelium · Ztaatsſchule 4 · Unterricht · Geſang 1 · Tanz 9
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Alle eingehenden Bestellungen werden wir der Reihe nach expediren.
Wir machen auf unser reichhaltiges theologisches Lager noch besonders aufmerksam
Cataloge stehen gern zu Diensten.
Philadelphia, d. 15. Aug. 1853.
Schäfer und Koradi,
Südwestl. Ecke der 4. und Wood Straße.
Zur Nachricht.
Die 1. Auflage vom 1. Hefte des Buches: „Die Märtyrer der evangelisch-lutherischen Kirche,“ bestehend in 2000 Exemplaren, ist bereits vergriffen. Sobald sich wieder eine hinreichende Anzahl von darauf Subscribirenden findet, soll eine 2. Auflage davon erscheinen.
Hermann Fick,
ev. luth. Pastor in Bremen,
bei St. Louis, Mo.
Veränderte Addresse.
Revd. Fr. Schumann,
Arcadia P. O.,
Hamilton Co., Ia.
Privatseelsorge.
Für Solche, die sich schwach im Glauben fühlen:—Luther über Jes. 53, 8: „Weil denn nichts schädlicheres, noch verderblicheres ist, denn die Sicherheit und Frechheit, so sollst du dich aufrichten und Trost empfahen, wenn du deines Glaubens Schwachheit fühlest. Denn solche Blödigkeit ist ein sicher Zeichen eines frommen, gottesfürchtigen Herzens. Denn du bist gewißlich ein Glied Christi, ob du gleich ein schwach Glied bist. Dazu ist es auch von Gott geboten, daß wir die schwachen Christen nicht sollen verachten, noch verstoßen, Röm. 14, 1. ff. Derohalben wird unser Herrgott den Schwachen im Glauben ja nicht feind sein, oder sie vor den Kopf stoßen. Denn es bleibt auch in den frommen und heiligen Leuten Furcht und Zittern vor dem Tode, ein geängstetes, schüchternes Herz und mancherlei Gebrechen. Darum soll man diejenigen, die diese Dinge nicht so schnelle begreifen oder vernehmen können, vermahnen, daß sie darum nicht erschrecken, oder sich irren lassen, ob sie gleich im Anfange ein wenig schwach und ungeschickt sind, sondern, daß sie mit den Aposteln beten und sprechen: Herr, stärke uns den Glauben, Luc. 17, 5. Denn du bist derohalben nicht ohne Glauben, oder außer dieser Lehre, ob du sie schon so gründlich wohl noch nicht kannst oder fühlest. Denn St. Paulus, der hocherleuchtete Apostel, bekennet selbst, daß er es noch nicht ergriffen habe, Phil. 4, 12. So muß man auch den für einen Christen halten und ists auch, der Christo eingeleibet ist und an ihm hanget, so schwächlich er mag, ob er es schon nicht so gar rund und gänzlich alles verstehet. Denn derselbige hat schon unsers lieben Herrn Jesu Christi Gerechtigkeit bekommen weil er sie anfähet zu haben. Im Evangelio stehet allenthalben also geschrieben: Jesus sprach zu seinen Jüngern :c., daß er seine Apostel nie nicht Meister, sondern allerwege Schüler nennt, und die lieben Apostel ihren Namen haben von Lernen, darum, daß sie Christi Schüler sind, nicht darum, daß sie ihn schon erkannt und ausgelernet haben. Und wiewohl solch ihr Erkenntniß unvollkommen ist, so ists dennoch das rechte Erkenntniß Christi, darinnen auch die Apostel Jünger und Schüler Christi bleiben. Die Lehre ist wohl ganz und vollkommen; diejenigen aber, welche sie lernen, sind nicht gelehrt genug, noch vollkommen, sondern wir haben nur des Geistes Erstlinge, Röm. 8, 23., strecken uns immer förder, Phil. 3, 13., und gedenken auch weiter zu kommen. Derohalben so sind nun diejenigen Christen, die den Tod und die Macht der Sünden nur stark und grimmig fühlen. Was thun aber dieselbigen? Wenn sie jetzt die Sünde und den Tod vor ihnen sehen und fühlen, so bleiben sie dennoch an Christo wie sie nur können, obwohl schwächlich, und verleugnen auch das Wort Gottes nicht! sie leiden darüber alles, und beharren dennoch in dem lieben Herrn Jesu Christo; sie suchen und erwarten auch von Niemand anders Hülfe, Heil und Friede.—Das alles muß man wohl merken, daß wir nicht aus den Christen Stöcke machen, die gar keine Sünde empfinden noch fühlen. Denn ein Christ hat ja noch Fleisch und Blut, darum muß er ungezweifelt auch Sünde und Schwachheit des Glaubens fühlen.“
2. Tim. 2, 15.
Ueber die nöthige Theilung des Wortes schreibt der alte Martin Geyer:
„Es ist eine schlechte Sache, wenn beim Wort und der Lehre es an geschickten Vorschneidern fehlt, wenn eins mit dem andern vermengt und und verderbt wird, daß es einem mehr ekeln, als Appetit erwecken muß. Das Wort des Gesetzes und des Evangelii muß allerdings recht getheilt werden. Altes und Neues muß vom Hausvater aus dem Schatze vernünftig vorgetragen werden, Matth. 13, 52., also, daß man trotzigen und frechen Köpfen nicht viel sanfte Trostsprüche vorschwätze; sie mißbrauchens ohnedem mehr, als zu viel. Hingegen kleinmüthigen, blöden und zweifelhaften Gemüthern darf man nicht viel von der strengen Gesetzlehre oder von subtilen Streitfragen einbläuen; sie würden damit nur mehr geängstiget und verwirret, als gestärket und gebessert. Was nützt es, wenn bei großer Dürre im Sommer die Luft durch die Blitze gereinigt und die Erde durch den Donner bewegt wird, wenn nicht auch ein feiner fruchtbarer Regen darauf folgt? Also auf strenge Gesetzpredigten gehört bei bewegten Zuhörern ein sanfter evangelischer Trost. Wer am Wort und an der Lehre arbeitet, der thut alles, so viel möglich, zu rechter Zeit, am rechten Ort, auf bequeme Art. Wenn Ein Nagel am rechten Ort ins Bret geschlagen wird, so hält es besser als hundert Nägel am unrechten Orte.“
Von Leuten, die alles meistern können.
So schreibt Luther:
Ehrgeizige Leute lassen sich dünken, daß sie große Erfahrung haben, und sind die Allerweisesten; hauen den andern zur Bank, schänden und lästern sie, und wollen alles ausrichten und alle meistern. Da wollen wir noch weit nicht hin. Gott behüte uns vor den Predigern, die allen Leuten gefallen und die von Jedermann ein gut Zeugniß haben. Wenn mich alle Leute für einen guten Prediger hielten, so wollte ich nimmermehr ein Prediger sein. Ursache ist, daß, welche die Klügsten sind, können die andern behauen und reformiren. Wenn du aber sie recht ansiehest, so ist nicht ein Körnlein Weisheit in ihnen; doch geben sie Zeugniß von großer Weisheit. In einer Stadt müssen auch solche Leute sein, die die andern alle richten und meistern, und sind doch selber die närrischsten oder rechte Narren in der Haut. Wer da will ein Prediger sein, der muß Richter haben, die sonst nichts zu thun haben denn daß sie uns richten und klügeln; wenn sie es aber ein halb Stündlein versuchen sollten, so gienge es ihnen wie dem Pfeifer, der den Tanz verderbte. Also waren ihrer auch nicht viel, die etwas von Mose hielten, sondern murrten wider ihn, achteten ihn für einen wahnwitzigen Menschen, und setzten sich allezeit wider ihn, ja, wollten ihn und Aaron steinigen und erwürgen. (Ueber Deut. 1, 13.)
Sanfte und wirksame Zurechtweisung durch Gesang und Saitenspiel.
Ein Freund meldet von seinem Besuche in S... folgenden Vorgang. „Bei meiner Ankunft daselbst erfuhr ich mit Bedauern, daß zwei unserer dortigen Bekannten mit einander in Uneinigkeit gerathen waren, und ich wünschte sehr, daß es mir gelingen möchte, das gute Vernehmen unter ihnen wieder herzustellen. Zufälliger Weise — wie man sich auszudrücken pflegt — traf ich denjenigen, welcher die Mißhelligkeiten veranlaßt hatte, bei einem Dritten in der Stube, worin ein schönes Clavier stand. Nachdem wir einander gegrüßt, und von unserem Ergehen überhaupt etwas mitgetheilt hatten, trat ich an das Clavier, und fieng an zu spielen und zu singen:
„Ihr Kinder des Höchsten wie steht's um die Liebe?
Wie folgt man dem wahren Vereinigungstriebe?
Bleibt ihr auch im Bande der Einigkeit stehen?
Ist keine Zertrennung der Geister geschehen?
Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen,
Wir dürfen ohn' Liebe uns Brüder nicht nennen,
Die Flamme des HErren muß lichterloh brennen.“
Etwas Mehreres brauchte ich dem Schuldigen nicht zu sagen. Er zerfloß in Thränen und säumte nicht, den Beleidigten aufzusuchen, und ihn um die Hand des Friedens zu bitten.
(Ps. 133, 3.)
English translation AI translation
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All orders received will be filled by us in turn.
We call special attention to our rich theological stock
Catalogues are gladly at your service.
Philadelphia, Aug. 15, 1853.
Schäfer and Koradi,
Southwest corner of 4th and Wood Street.
Notice.
The 1st edition of the 1st number of the book: "Die Märtyrer der evangelisch-lutherischen Kirche," consisting of 2000 copies, is already out of print. As soon as a sufficient number of subscribers again presents itself, a 2nd edition of it shall appear.
Hermann Fick,
ev. Luth. Pastor in Bremen,
near St. Louis, Mo.
Change of Address.
Revd. Fr. Schumann,
Arcadia P. O.,
Hamilton Co., Ia.
Private Pastoral Care.
For those who feel weak in faith:—Luther on Is. 53, 8: "Since nothing is more harmful or more pernicious than security and presumption, you should lift yourself up and receive comfort when you feel the weakness of your faith. For such timidity is a sure sign of a pious, God-fearing heart. For you are surely a member of Christ, even though you be a weak member. Besides, it is also commanded by God that we should not despise nor reject the weak Christians, Rom. 14, 1 ff. Therefore our Lord God will not be hostile to the weak in faith, or strike them in the face. For there remain also in pious and holy people fear and trembling before death, an anguished, timid heart and manifold infirmities. Therefore one should admonish those who do not so quickly grasp or perceive these things, that they should not be alarmed on that account, or let themselves be led astray, though they be at the beginning a little weak and unskilled, but that they pray and say with the apostles: Lord, increase our faith, Luke 17, 5. For you are not on that account without faith, or outside this doctrine, though you cannot yet so thoroughly well know or feel it. For St. Paul, the highly enlightened apostle, himself confesses that he has not yet attained, Phil. 4, 12. So one must also hold him for a Christian, and he is one, who is incorporated into Christ and clings to Him, however weakly he may, though he does not understand everything so fully and completely. For the same has already received our dear Lord Jesus Christ's righteousness because he begins to have it. In the Gospel it stands written everywhere thus: Jesus said to His disciples, etc., that He never calls His apostles masters, but always disciples, and the dear apostles have their name from learning, because they are Christ's disciples, not because they have already known and learned all. And although such knowledge of theirs is imperfect, yet it is the right knowledge of Christ, in which the apostles also remain disciples and pupils of Christ. The doctrine is indeed whole and perfect; but those who learn it are not taught enough, nor perfect, but we have only the firstfruits of the Spirit, Rom. 8, 23, reach forth ever farther, Phil. 3, 13, and mean also to come further. Therefore those are now Christians who feel the death and the power of sin strongly and fiercely. What do these same do? When they now see and feel sin and death before them, they nevertheless cling to Christ as best they can, though weakly, and do not deny the Word of God! they suffer everything on account of it, and persevere nevertheless in the dear Lord Jesus Christ; they seek and expect help, salvation and peace from no one else.—All this one must well note, that we do not make blocks out of the Christians, who feel and sense no sin at all. For a Christian has indeed still flesh and blood, therefore he must undoubtedly feel also sin and weakness of faith."
2 Tim. 2, 15.
Concerning the necessary rightly dividing of the Word writes the old Martin Geyer:
"It is a poor state of affairs when in the Word and the doctrine there is a lack of skilled carvers, when one thing is mixed with another and and spoiled, so that it must cause one more nausea than appetite. The word of the Law and of the Gospel must by all means be rightly divided. Old and new must be brought forth from the treasure by the householder with discretion, Matt. 13, 52, so that one does not preach many gentle words of comfort to defiant and insolent heads; they misuse them without that more than enough. On the other hand, to fainthearted, timid and doubting minds one must not drive in much of the strict doctrine of the Law or of subtle disputed questions; they would be thereby only the more frightened and confused, rather than strengthened and bettered. What does it profit if in a great drought in summer the air is cleansed by lightning and the earth shaken by thunder, if a fine fruitful rain does not follow thereupon? So upon strict law-sermons there belongs, for agitated hearers, a gentle evangelical comfort. He who labors at the Word and the doctrine does everything, as far as possible, at the right time, in the right place, in a fitting manner. If one nail is driven into the board in the right place, it holds better than a hundred nails in the wrong place."
Of People Who Can Master Everything.
So writes Luther:
Ambitious people let themselves think that they have great experience, and are the wisest of all; they hew the others to the bench, revile and slander them, and want to carry out everything and to master everyone. We do not want to go so far. God preserve us from the preachers who please all people and who have a good testimony from everybody. If all people held me for a good preacher, I would never again be a preacher. The reason is that those who are the cleverest can chop down the others and reform them. But if you look at them aright, there is not a grain of wisdom in them; yet they give testimony of great wisdom. In a city there must also be such people, who judge and master all the others, and are themselves the most foolish, or downright fools in the skin. He who would be a preacher must have judges who have nothing else to do than to judge us and criticize; but if they should try it for half an hour, it would go with them as with the piper who spoiled the dance. So also there were not many of them who thought anything of Moses, but they murmured against him, regarded him as a madman, and set themselves always against him, yes, would have stoned and slain him and Aaron. (On Deut. 1, 13.)
Gentle and Effective Reproof by Song and Stringed Instrument.
A friend reports from his visit in S... the following occurrence. "On my arrival there I learned with regret that two of our acquaintances there had fallen into discord with each other, and I wished very much that I might succeed in restoring good understanding between them. Accidentally—as one is wont to say—I met the one who had caused the dissensions at a third person's, in the room where there stood a fine piano. After we had greeted one another and had communicated something of our welfare in general, I stepped to the piano, and began to play and to sing:
"Ye children of the Most High, how stands it with love?
How does one follow the true impulse to union?
Do you also remain in the bond of unity?
Has no rending of spirits taken place?
The Father in heaven can know hearts,
We may not without love call ourselves brethren,
The flame of the LORD must burn brightly."
Something more I did not need to say to the guilty one. He dissolved in tears and did not delay to seek out the offended, and to ask him for the hand of peace."
(Ps. 133, 3.)