Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 5 › Seite 34
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-10-25, Seite 34
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Miſſion 29 · Unterricht · Tanz 9
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der christlichen Kirchen hinfort ewiger Dank zu sagen.†) Ich vor meine Person preise mich dadurch selig.“
†) Aus diesem Feste ist Gott sei Dank! — nichts geworden, und so viel Verräther und Apostaten sich auch in der protestäntischen Kirche finden, die die Protestanten gern wieder der babylonischen Hure in den Schooß legen möchten, so wird es ihnen doch, ob Gott will, auch ferner nicht gelingen. D. R.
Nachdem nun der Jesuit hierauf Rath gegeben, wie zuerst die Städte Magdeburg, Braunschweig, Hildesheim, Hannover durch allerlei betrügerische Praktiken in die Gewalt zu bekommen und endlich durch Statuirung blutiger Exempel einzuschüchtern seien, setzt er hinzu: „Denn den Ketzern Glauben halten, ist, wie E. E. wissend, anders nichts, als den catholischen Glauben verläugnen und den armen verführten Seelen mit allen Courier zum Teufel helfen. Sind die Catholischen bisher nicht große Narren gewesen, daß sie ihre Zusage den Lutherischen und Calvinisten so lange gehalten? Es gemahnet mich eben, als wenn einer, so besonders klug sein wollte, einen tollen rasenden Menschen, welcher ein bloßes Messer oder anderes tödtliches Gewehr ergriffe, sollte vor Schaden hüten, und könnte mit guten Worten und Zusagen das Messer oder ein besseres wiederzugeben, ihm dasselbe aus den Händen erlistigen: gäbe es ihm aber der Zusage nach wieder! Würde man denselben nicht für einen Erznarren halten, ihm auch allen darob erfolgten Schaden zumessen? — Was hätte man nun von uns Catholischen vielmehr zu sagen, die wir die geistlich tollen unsinnigen Leute, so das Messer des weltlichen Gewalts ergriffen, desselben mit göttlicher List, guten Worten und Zusagen zu ihrer aller Seelen Seligkeit ohnig (frei) machen wollen, sollen und müssen, wollen wir anders der ewigen Gloria mitgenießen! Ich bin hier etwas weitläufiger, aber nicht E. E. halber, sondern allein darum, daß ich Sie damit brüderlich ermahnt haben wolle, diese Considerationes dem Herrn General-Obristen und ihren Rathgebern desto fleißiger einzubilden.“
In dem Folgenden zeigt der Jesuit, wie Hamburg, Lübeck u. Bremen leicht durch List und Bestechung zu erhalten seien, und setzt dann hinzu: „Und sollte das schon entstehen,“ (fehlschlagen), „so wird man allen äußersten Gewalt daran wenden; Volkes hat man genugsam zuzusetzen.“ Den schändlichen Jesuiten kümmert es also nicht, wenn dabei auch noch so viel seines eigenen Volkes zugesetzt wird und drauf geht, wenn nur seine Pläne wider die Protestanten dadurch erreicht werden!
In dem nun folgenden Theile seines Briefes giebt der Jesuit den Rath, um Dänemark wenigstens dazu zu bewegen, daß es den lutherischen Städten nicht zu Hülfe komme, solle man einen möglichst verschlagenen lutherischen Herrn, der im Herzen schon römisch gesinnt sei, in die Dienste des dänischen Königs zu bringen suchen, damit dieser fort und fort den König zu Gunsten der Pläne der Römischen bearbeite. Der Jesuit fährt hierauf fort: „Es sollen ja Ihrer Kaiserlichen Majestät Leute schon ein sehr taugliches Subjektum (dazu) im Vorschlage haben. Wie er mir beschrieben, soll es sehr eine ansehnliche, geübte, listige, praktische, wohlberedte und verdeckte Person sein, also daß man an demselben nichts, als des catholischen Glaubens öffentliche Profession (Bekenntniß) inkünftig zu desideriren (vermissen) haben werde.“†)
†) Man sieht hieraus, wie gefährlich römisch gesinnte Menschen innerhalb der protestantischen Kirche sind, gerade wenn sie nicht förmlich zur römischen Kirche übergehen. Solche werden oft von den Jesuiten gekauft, noch eine Zeitlang in der protestantischen Kirche zu bleiben, weil sie dann für das Papstthum mehr wirken können, als wenn sie die Maske schnell ablegen. Da die Jesuiten den Grundsatz haben, daß der gute Zweck ein sonst böses Mittel heilige, so verträgt es sich ganz gut mit ihrem Gewissen, daß einer der Ihrigen, wie schon oft geschehen, selbst bis zum Tode seinen Glauben nicht bekennt und als ein protestantischer Superintendent, Minister u. dergl. figurirt. D. R.
In dem Folgenden kommt der Jesuit auf Schweden und wie dieses abzuhalten sei, daß es dem protestantischen Deutschland nicht zu Hülfe komme. Er sagt da unter Andern: „Schweden anlangend, werden Ihre Kaiserliche Majestät demselben mit äußerlicher Freundschaft über die Maßen ehren, inmittelst den Polen wider denselben höchsten Vermögens anhetzen und mit Volk stärken, damit sich derselbe“ (der Schwede) „der Städte in Deutschland nicht annehmen dürfte. Mittlerzeit ist gute Hoffnung, weil der Schwede die Gefahr liebt, daß er auch darin bald umkommen werde. Nach seinem Tode wird es einen erbärmlichen Zustand geben in Schweden.“††)
††) Auch jener Plan, Schweden von einem, Deutschland zu leistenden Beistand durch betrügerische Freundschaftsbezeigungen abzuhalten, ist bekanntlich gescheitert. Selbst jesuitische Politik war einem Manne, wie Gustav Adolph war, nicht gewachsen. D. R.
Nachdem der Jesuit nun ferner berichtet hat, daß der Kaiser dem Papste geschworen habe, „wenn er schon keine füglichen Prätexte (Vorwände) haben könnte,“ ungeachtet der beschworenen Freundschaft zuletzt auch in Dänemark einzufallen und dieses protestantische Reich dem Papst wieder zu unterwerfen, so setzt er folgende Entschuldigung solcher meineidigen Treubrüchigkeit hinzu: Alldieweil der höchste Grad menschlicher Verpflichtung ist, der Menschen Seligkeit zu befördern. Nun kann es bei den Ketzern nicht, als durch allerhand Betrüglichkeit, durch unwidertreibliche Gewalt exequirt, geschehen; gestalt es denn der heilige catholische Glaube dafür hält: wenn man die Ketzer zu dem Ende“ (sie selig zu machen) „wenn man kann, nicht betreuget, eine Sünde wider den heil. Geist begehet, angesehen die einmal versäumte Gelegenheit nicht wieder zu bringen und (man) also in ewiger Todsünde beharre, auch keine Buße stattfinden könne.“
Der saubere Brief, der außer dem Angeführten noch viele wichtige Aufschlüsse über den Gang der Ereignisse in Deutschland während des dreißigjährigen Krieges giebt, schließt folgendermaßen: „Es ist ein Werk, darauf die Völle“ (Wohlfahrt) „der catholischen Kirchen besteht; wollte mich derowegen mit Er. Erw. nicht seliger schätzen, als wann dieser unser getreuer Samen, in einen guten Acker geworfen, Gott wohlgefällige, tausendfältige Frucht brächte. Nun Gott und alle Heiligen werden dazu helfen, deme ich Er. Erw. aus höchster Andacht hiermit empfehle. Datum Prag, am 8. Aprilis Anno 1628.“ Seinen Namen hat der feige Bube zu unterzeichnen sich nicht getraut. Er schreibt davon: „Dies habe auf der Kaiserlichen Majestät expressen Befehlich alsobald an Er. Erw. ohne Charactern“ (ohne Namensunterschrift) schreiben sollen, weil sie Zeigern“ (dem Ueberbringer des Briefes) „wohl zu getrauen.“ —
Hier hast du denn, lieber Leser, ein Beispiel, an welchem du sehen kannst, welche Grundsätze die Herren Jesuiten hegen, und ob die Sorge der Protestanten für die Wohlfahrt der Kirche und des Staates, für Glauben und Moralität bei dem Ueberhandnehmen des Jesuiterordens in Amerika eine grundlose sei. Leute, wie Herr Maximilian Oertel, der bekannte Apostat, suchen freilich die Furcht vor den Jesuiten lächerlich zu machen und als etwas den Protestanten Schimpfliches darzustellen. Aber das ist nur eine jesuitische List, die Protestanten zu bewegen, daß sie seine lieben Jesuiten, die ihm Brod verschafft haben, gewähren und hübsch in Ruhe lassen. Eine andere plumpe Maßregel, sich die historischen Zeugnisse gegen die Jesuiten vom Halse zu schaffen, ist, daß er dreist die Wahrheit des Berichteteten leugnet und z. B. uns nach der Mittheilung des „Thorner Blutbades“ den Rath giebt, besser Geschichte zu studiren und nicht allen Fabeln alter Weiber zu glauben. Mit diesem Leugnen notorischer geschichtlicher Thatsachen bezeugt aber Herr Oertel, daß es entweder gerade ihm an Geschichtskenntniß mangelt, oder daß er ehrlos genug ist, vor seinen ungebildeten oder gleichgesinnten Lesern zu leugnen, wovon er selbst weiß, daß es Wahrheit ist. Was uns selbst betrifft, so können wir Herrn Oertel versichern, daß wir nicht nur die authentischen Quellen für die Geschichte des Thorner Trauerspiels gelesen haben und besitzen, sondern daß wir überhaupt uns mit dem Studium der Geschichte des Jesuitismus so weit beschäftigt haben, daß uns nicht nöthig ist, zur Darstellung derselben unsere Zuflucht zu Fabeln und Mährchen zu nehmen.
(Eingesandt.)
Unsere Mission.
(Fortsetzung)
Sie (die Methodisten) freuen sich über die Schwachheit und Fehltritte unserer Christen und statt sie zu warnen, wenn sie sie fehlen sehen, zeigen sie mit Fingern auf sie und sagen: „Ich danke dir Gott, daß ich nicht bin wie diese.“ Sie dünken sich rein zu sein von jeder Sünde und sehen daher in ihrem Hochmuthe die Fehltritte Anderer mit zehnfachen Augen an. So oft wir daher mit Methodisten zu thun haben, mit ihnen über Gottes Wort reden, worin sie gewöhnlich sehr schlecht bewandert sind, da suchen
English translation AI translation
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the Christian churches, to render eternal thanks to God the Lord.†) For my own person, I count myself blessed thereby."
†) Out of this festival, thank God! — nothing has come, and however many traitors and apostates there may be even in the Protestant Church, who would gladly lay the Protestants again in the lap of the Babylonian harlot, yet they will not, God willing, succeed in future either. The Editor.
After the Jesuit has next given counsel how first the cities of Magdeburg, Brunswick, Hildesheim, and Hanover are to be got into one's power by all manner of deceitful practices, and finally to be intimidated by the setting of bloody examples, he adds: "For to keep faith with heretics is, as Your Honor knows, nothing else than to deny the Catholic faith and to help the poor misled souls by all couriers to the devil. Have the Catholics not hitherto been great fools in keeping their promise so long to the Lutherans and Calvinists? It strikes me just as if one who wished to be particularly clever should try to guard against harm a mad raving man who had seized a naked knife or other deadly weapon, and could with good words and promises, giving back the knife or a better one, craft it out of his hands: but would give it back to him according to the promise! Would not such a man be held an arch-fool, and be charged with all the harm that followed? — What more, then, would there be to say of us Catholics, who want to, ought to, and must free those spiritually mad, insane people, who have seized the knife of worldly power, of it by divine craft, good words, and promises, for the blessedness of all their souls, if we would share in the eternal glory! I am here somewhat more prolix, but not on Your Honor's account, but solely because I would admonish you brotherly to impress these considerations the more diligently upon the Lord General-Colonel and his counselors."
In what follows the Jesuit shows how Hamburg, Lübeck, and Bremen are easily to be obtained by craft and bribery, and then adds: "And should that fail" (miscarry), "all the utmost force will be employed; there is people enough to spend." The shameless Jesuit is therefore not troubled if in the process ever so many of his own people are spent and perish, provided only his plans against the Protestants are thereby accomplished!
In the next part of his letter the Jesuit gives counsel, in order to move Denmark at least not to come to the help of the Lutheran cities, that one should seek to bring a Lutheran gentleman, as shrewd as possible, who is already Romish-minded at heart, into the service of the Danish king, so that he might continually work upon the king in favor of the plans of the Romanists. The Jesuit then continues: "Your Imperial Majesty's people are said already to have a very suitable subject" (for this) "in view. As he has been described to me, he is said to be a very stately, practiced, cunning, skilled, eloquent, and concealed person, so that in him one will have nothing to miss in future but the public profession (confession) of the Catholic faith."†)
†) One sees from this how dangerous Romish-minded people are within the Protestant Church, precisely when they do not formally go over to the Roman Church. Such persons are often bought by the Jesuits to remain a while longer in the Protestant Church, because they can then work more for popery than if they were to lay aside the mask quickly. Since the Jesuits hold the principle that a good end sanctifies an otherwise evil means, it agrees very well with their conscience that one of their own, as has often happened, should not confess his faith even to death, and should figure as a Protestant superintendent, minister, and the like. The Editor.
In what follows the Jesuit comes to Sweden, and how it is to be prevented from coming to the help of Protestant Germany. He says there, among other things: "As to Sweden, Your Imperial Majesty will honor it beyond measure with outward friendship, meanwhile incite the Poles against it with all their might and strengthen them with troops, so that it" (the Swede) "may not take upon itself the cities in Germany. In the meantime there is good hope, since the Swede loves danger, that he too will soon perish therein. After his death there will be a pitiable state of things in Sweden."††)
††) That plan, too, of keeping Sweden from giving assistance to Germany by deceitful protestations of friendship, has, as is well known, failed. Even Jesuit politics was not equal to a man such as Gustavus Adolphus was. The Editor.
After the Jesuit has further reported that the Emperor has sworn to the Pope, "even if he should have no fitting pretexts" (pretenses), notwithstanding the sworn friendship, finally to invade Denmark also and to subject this Protestant realm again to the Pope, he adds the following excuse for such perjured faithlessness: Since the highest degree of human obligation is to promote the blessedness of men. Now this cannot happen with heretics except by all manner of deceit, executed by irresistible force; as the holy Catholic faith holds: if one does not deceive the heretics to this end" (to make them blessed) "when one can, one commits a sin against the Holy Ghost, seeing that the opportunity once neglected cannot be brought back, and (one) thus remains in eternal mortal sin, and no repentance can take place."
The precious letter, which besides what has been quoted gives many important disclosures about the course of events in Germany during the Thirty Years' War, closes as follows: "It is a work on which the welfare" (prosperity) "of the Catholic Church depends; I would therefore esteem myself no more blessed than if this our faithful seed, cast into good ground, should bring forth a thousandfold fruit well pleasing to God. Now God and all the saints will help thereto, to whom I commend Your Reverence in highest devotion. Dated Prague, the 8th of April, Anno 1628." His name the cowardly knave did not dare to sign. He writes of it: "This I was to write at once, upon the Imperial Majesty's express command, to Your Reverence without characters" (without signature of name), "because you may well trust the bearer" (the carrier of the letter). —
Here, then, dear reader, you have an example by which you can see what principles the Jesuit gentlemen cherish, and whether the concern of the Protestants for the welfare of the Church and the State, for faith and morality, over the increase of the Jesuit order in America is groundless. Men like Mr. Maximilian Oertel, the well-known apostate, indeed seek to make the fear of the Jesuits ridiculous, and to represent it as something shameful to Protestants. But that is only a Jesuit trick, to move the Protestants to let his dear Jesuits, who have provided him bread, go on and quietly alone. Another clumsy measure to get the historical testimonies against the Jesuits off his neck is that he boldly denies the truth of what is reported, and, for example, after our communication of the "Thorner Blutbad" gives us the advice to study history better and not to believe all the old wives' fables. By this denial of notorious historical facts, however, Mr. Oertel testifies that either he in particular lacks knowledge of history, or that he is shameless enough to deny before his uneducated or like-minded readers what he himself knows to be true. As for ourselves, we can assure Mr. Oertel that we not only have read and possess the authentic sources for the history of the Thorn tragedy, but that we have in general occupied ourselves with the study of the history of Jesuitism so far that it is not necessary for us to take refuge in fables and tales for the presentation of it.
(Submitted.)
Our Mission.
(Continuation)
They (the Methodists) rejoice over the weakness and lapses of our Christians, and instead of warning them when they see them err, they point at them with fingers and say: "I thank thee, God, that I am not as these." They think themselves clean from every sin, and therefore in their pride look upon the lapses of others with tenfold eyes. So often, therefore, as we have to do with Methodists, and talk with them about God's Word, in which they are usually very poorly versed, they seek