Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 8 › Seite 63
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-12-06, Seite 63
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vater Unſer. —Anrede 5
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C. Tractat- u. falsche Missions-Gesellschaften. Vor diesen Gesellschaften sollte jeder treue Prediger seine Gemeinde warnen, weil sie unter dem Vorgeben, jeder Benennung zu genügen, in den Schriften treuer Zeugen die Wahrheit verfälschen und das Gift falscher Lehre in Strömen über unser Land ausschütten. Ebenso auch vor den falschen Missionsgesellschaften, weil dieselben nicht auf den Grund des lauteren und reinen Wortes Gottes, sondern ohne Glauben in falscher Liebe wirken,—
F. G. Zeumer, Th. Hengist, Peter Pauli.
Beschlossen, daß die Conferenz die geheimen Gesellschaften für unchristlich und für schädlich anerkenne. Dafür stimmten die Br. Kuchler, Fetter, Zeumer, Kranz, Hengist, Bächler, die Abg. Haßler, Rieger, Neuhard und Pauli, und dagegen stimmte der Sekretär! allein!!
Beschlossen, daß die Conferenz die Temperenzgesellschaften für unchristlich und schädlich erkläre. Dafür Br. Fetter, Kranz, Hengist, Bächler, Abg. Rieger und Pauli. Dagegen stimmten, Neuhardt und der Sekretär. Vertagt. Gebet von Br. Bächler.
IV. Sitzung.
Sonnabends, 4 Uhr Nachmittags. Gebet von Br. Hengist.
Bericht der Committee über die Gemeindeberichte der Prediger. Die Committee hat die Ehre der Chrw. Conferenz folgendes vorzulegen: Daß die Conferenz Ursache hat, sich herzlich zu freuen und Gott zu danken für den blühenden Zustand unseres Conferenzbezirks im Allgemeinen. Daß der Saame des göttlichen Wortes noch in den Herzen der Zuhörer einen guten Boden findet und Früchte in Geduld träget,— daß aber die Angelegenheiten der Gemeinden des Br. Hengist von der Conferenz reiflich in Erwägung gezogen und der beschuldigte Theil herzlich ermahnt werden sollte. M. Kuchler, Vorsitzer.
Beschlossen, daß die Conferenz es herzlich bedaure, daß in der Salems Gemeinde Unruhe und Streit entstanden ist; daß wir aber unter obwaltenden Umständen, nicht anders können, als jenen Leuten allein die Schuld davon beizulegen.
Beschlossen, daß der Sekretär obigen Beschluß der Salemsgemeinde mit den gehörigen Anmerkungen zusende und sie herzlich zur Besserung ermahne.
Beschlossen, daß die Conferenz nach nochmaliger Ueberlegung die Angelegenheiten der St. Johannes Gemeinde, das Betragen des dortigen Kirchenraths gegen ihren bekenntnißtreuen Prediger, Herrn Pastor Hengist, nur gänzlich mißbilligen und verwerfen muß, daß wir es jedoch nicht gut heißen können, daß Pastor Hengist noch neben dem erwählten Prediger in jener Gemeinde zu predigen fortfahre.
Bericht über gemeinschaftliche Kirchen. Die Committee, welcher die Pflicht aufgelegt wurde, über das Bauen von gemeinschaftlichen Kirchhäusern und Einführung gemeinschaftlicher Kirchen-Ordnungen zu berichten, berichtet hochachtungsvoll wie folgt:
Da wir aus Erfahrung wissen, daß durch das Bauen gemeinschaftlicher Kirchen und das Einführen gemeinschaftlicher Kirchenordnungen schon viele Streitigkeiten in unseren Gemeinden verursacht wurden, welche wir doch auf alle mögliche Weise zu verhüten suchen sollten, und da wir auch wissen, daß Luth. und Ref. Gemeinden durch solche Schritte noch lange nicht vereinigt sind, weil eine wahre Vereinigung zweier Denominationen nur dadurch zu Stande gebracht werden kann, wenn sie in Lehre und Bekenntniß eins werden. Und da es endlich sehr zu wünschen wäre,*) daß die Kirchen-Ordnungen unserer Gemeinde mit der Constitution unserer Synode übereinstimmen möchten, daher beschlossen:
*) Bloß zu wünschen? D. R.
1. Daß wir für die Zukunft unsere Gemeinden bitten, in das Bauen gemeinschaftlicher Kirchen nicht mehr einzuwilligen;
2. Daß wir entschieden gegen gemeinschaftliche Kirchenordnungen sind, besonders wenn dadurch das gemeinschaftliche Stimmen beider Parteien in Erwählung eines Predigers oder Kirchen-Raths gebilligt wird;
3. Daß wir daher die in unserer Verbindung stehenden Gemeinden herzlich bitten, wenn sie gemeinschaftliche Kirchen-Ordnungen haben, sie entweder ganz aufzuheben, oder doch dahin verbessern, daß beide Gemeinden ihre Beamten wählen;
4. Daß wir den Gemeinden, die neue Kirchen-Ordnungen einführen wollen, die Kirchen-Ordnung anempfehlen, welche von unserer Synode aufgesetzt und von der allgemeinen Synode in Columbus im April 1853 verbessert und empfohlen worden ist. S. Bächler, M. Kuchler
Vertagt bis Montag Morgens 9 Uhr, Gebet von Br. Kranz..
V. Sitzung.
Montag Morgens 9 Uhr, Eröffnet mit Gesang und Gebet von Br. Hengist.
Beschlossen, daß Br. Zeumer Erlaubniß habe, sich von der Conferenz zu entfernen.
Beschlossen, daß wir die Eilfertigkeit mit welcher Pastor Kuchler und der Abg. seiner Gemeinde sich von unserer Conf. Versammlung weggestohlen, aufs höchste tadeln und daß wir verlangen, daß er sich wegen der in der Gemeinde von ihm ausgestreuten Gründe seiner heimlichen Entfernung bei der nächsten Versammlung verantworten solle.
Beschlossen, daß der Sekretär die Verhandlungen der diesjährigen Conferenz in dem „Lutheraner“ und dem Standard veröffentlichen soll.
Beschlossen, daß wir jetzt aufbrechen und uns wieder versammeln, Deo volenti, auf Donnerstag Abend vor dem Vollmond im Monat August 1854, in der Springfield Kirche, Mahoning Co., Ohio.
Der Gegenstand: Ob die weltl. Obrigkeit auf Gottes Wort gegründete Rechte hat, die hl. Ehe einzusegnen, wurde auf den Tisch gelegt.
Bescheinigt durch J. D. Nunemacher, Sekretär.
Christliche Vollkommenheit.
So große Fortschritte du auch bei Leibes Leben gemacht haben magst, du irrst, wenn du meinst, deine Sünden seien ausgestorben, und nicht vielmehr unterdrückt. Du magst wollen oder nicht, unter deinen Grenzen wohnt noch der Jebusiter; er kann wohl unterjocht, aber nicht ausgerottet werden. 1 Kön. 9, 20. 21. Ich weiß, spricht der Apostel, daß in mir nichts Gutes wohnet. Röm. 7, 18. Das wäre zu wenig, wenn er nicht auch bekennete, daß Böses in ihm sei. Entweder stelle dich daher, wenn du es wagst, über den Apostel, oder bekenne mit ihm, daß es auch dir an Sünden nicht mangelt.
Bernhardus.
„Vater unser.“
Bekanntlich pflegen die Herrn Reformirten anstatt des Lutherischen „Vater unser“ zu sagen: „Unser Vater“. Die hochgelehrten Herrn meinen nehmlich, jene lutherische Wortstellung sei nur eine unbeholfene, allzu wörtliche Übersetzung des lateinischen Pater noster oder des griechischen Pater hömon. Hierin irren sie aber, wenn auch nicht so gefährlich, doch ebenso gewiß, wie in den Lehren, durch die sie sich von uns Lutheranern unterscheiden. Professor Eiselein, der berühmte deutsche Grammatiker, schreibt in seiner Bearbeitung der Grimm'schen Grammatik: „Die Form ‚Vater unser‘ ist kein Gräcismus, sondern kerndeutsche Fügung wie: der Bruder sîn; dîn Niftel mîn; frouwe mîn u. s. w. S. 351.
Quittung und Dank.
Mit innigem Dank gegen Gott und die milden Geber, bescheinige ich, zu meinem Unterhalt in Fort-Wayne empfangen zu haben zu verschiedenen Zeiten:
Durch Herrn Pastor Dr. Sihler $ 50
Von Herr Pastor Föhlinger, Büchners Hausconcordanz an Werth 4 00
Durch denselben von mehreren Freunden 10 00
Theils von, theils durch Herrn Pastor Kolb von Gliedern seiner Gemeinde 6 00
Von Herrn Lehrer Richter 1 00
„ „ Schultheß in Fort-Wayne 1 84
„ „ W. Schneider 1 50
„ „ A. Siemon 1 00
„ „ Chr. Rosse 50
„ „ Chr. Pipenbrink 1 00
„ dem Frauenvereine in Fort-Wayne zwei wollene Unterhemden an Werth 2 00
Summa $29 34
Der treue Gott wolle es Ihnen hier zeitlich und dort ewiglich vergelten.
Wilh. Engelbert.
English translation AI translation
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C. Tract and False Missionary Societies. Against these societies every faithful preacher ought to warn his congregation, because under the pretext of satisfying every denomination they falsify the truth in the writings of faithful witnesses and pour out the poison of false doctrine in streams over our land. Likewise also against the false missionary societies, because the same work not upon the foundation of the pure and unmixed Word of God, but without faith, in false love,—
F. G. Zeumer, Th. Hengist, Peter Pauli.
Resolved, that the Conference recognize the secret societies as unchristian and harmful. For this voted Brethren Kuchler, Fetter, Zeumer, Kranz, Hengist, Bächler, Delegates Haßler, Rieger, Neuhard and Pauli, and against it voted the Secretary! alone!!
Resolved, that the Conference declare the temperance societies unchristian and harmful. For this: Brethren Fetter, Kranz, Hengist, Bächler, Delegates Rieger and Pauli. Against it voted Neuhardt and the Secretary. Adjourned. Prayer by Br. Bächler.
Fourth Session.
Saturday, 4 o'clock in the afternoon. Prayer by Br. Hengist.
Report of the committee on the congregational reports of the preachers. The committee has the honor to lay the following before the Reverend Conference: That the Conference has cause to rejoice heartily and to thank God for the flourishing condition of our conference district in general. That the seed of the divine Word still finds good soil in the hearts of the hearers and bears fruit in patience,— but that the affairs of the congregations of Br. Hengist should be carefully considered by the Conference and the accused party earnestly admonished. M. Kuchler, Chairman.
Resolved, that the Conference heartily regret that in the Salem congregation unrest and strife have arisen; but that we, under the circumstances prevailing, cannot do otherwise than to lay the blame for it upon those people alone.
Resolved, that the Secretary send the above resolution to the Salem congregation with the proper remarks and earnestly admonish them to amendment.
Resolved, that the Conference, after renewed consideration, must wholly disapprove and reject the affairs of the St. John's congregation, the conduct of the church council there toward their confession-faithful preacher, Pastor Hengist, but that we cannot approve that Pastor Hengist should continue to preach in that congregation alongside the elected preacher.
Report on union churches. The committee to which the duty was assigned to report on the building of union church-houses and the introduction of union church constitutions, reports respectfully as follows:
Since we know from experience that through the building of union churches and the introduction of union church constitutions many quarrels have already been caused in our congregations, which we ought by every possible means to prevent, and since we also know that Lutheran and Reformed congregations are by such steps still far from being united, because a true union of two denominations can be brought about only by their becoming one in doctrine and confession. And since it is finally much to be desired,*) that the church constitutions of our congregations should agree with the constitution of our Synod, it was therefore resolved:
*) Merely to be desired? D. R.
1. That for the future we request our congregations no more to consent to the building of union churches;
2. That we are decidedly against union church constitutions, especially when thereby the common voting of both parties in the election of a preacher or church council is approved;
3. That we therefore heartily request the congregations standing in our connection, if they have union church constitutions, either to abolish them entirely, or at least to amend them so that both congregations choose their officers;
4. That we recommend to the congregations which wish to introduce new church constitutions the church constitution which was drawn up by our Synod and amended and recommended by the General Synod at Columbus in April 1853. S. Bächler, M. Kuchler
Adjourned until Monday morning 9 o'clock, prayer by Br. Kranz..
Fifth Session.
Monday morning 9 o'clock, opened with singing and prayer by Br. Hengist.
Resolved, that Br. Zeumer have leave to withdraw from the Conference.
Resolved, that we censure in the highest degree the haste with which Pastor Kuchler and the delegate of his congregation stole away from our Conf. assembly, and that we demand that he justify himself at the next assembly concerning the reasons spread abroad in the congregation by him for his secret departure.
Resolved, that the Secretary publish the proceedings of this year's Conference in the "Lutheraner" and the Standard.
Resolved, that we now break up and reassemble, Deo volenti, on the Thursday evening before the full moon in the month of August 1854, in the Springfield Church, Mahoning Co., Ohio.
The subject: Whether the civil magistracy has rights grounded on God's Word to solemnize holy matrimony, was laid on the table.
Certified by J. D. Nunemacher, Secretary.
Christian Perfection.
However great progress thou mayest have made in this bodily life, thou errest if thou thinkest thy sins are dead and not rather suppressed. Thou mayest will or not, within thy borders the Jebusite still dwells; he may well be subdued, but not exterminated. 1 Kings 9:20, 21. I know, says the Apostle, that in me dwelleth no good thing. Rom. 7:18. That would be too little, if he did not also confess that evil is in him. Either set thyself, if thou darest, above the Apostle, or confess with him that thou also lackest not for sins.
Bernhardus.
"Our Father."
It is well known that the Reformed gentlemen are accustomed, instead of the Lutheran "Vater unser," to say "Unser Vater." The highly learned gentlemen namely think that this Lutheran word-order is only a clumsy, too literal translation of the Latin Pater noster or of the Greek Pater hömon. In this they err, though not so dangerously, yet just as surely, as in the doctrines by which they differ from us Lutherans. Professor Eiselein, the renowned German grammarian, writes in his revision of Grimm's Grammar: "The form 'Vater unser' is no Graecism, but a purely German construction like: der Bruder sîn; dîn Niftel mîn; frouwe mîn, etc. p. 351.
Receipt and Thanks.
With hearty thanks toward God and the kind givers, I certify that I have received, for my support in Fort Wayne, at various times:
Through Pastor Dr. Sihler $ 50
From Pastor Föhlinger, Büchner's Hausconcordanz, in value 4 00
Through the same from several friends 10 00
Partly from, partly through Pastor Kolb, from members of his congregation 6 00
From Teacher Richter 1 00
" " Schultheß in Fort Wayne 1 84
" " W. Schneider 1 50
" " A. Siemon 1 00
" " Chr. Rosse 50
" " Chr. Pipenbrink 1 00
" the Ladies' Society in Fort Wayne two woolen undershirts, in value 2 00
Total $29 34
May the faithful God repay it to you here in time and yonder in eternity.
Wilh. Engelbert.