Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 23 › Seite 183
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-07-05, Seite 183
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3
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öffentlicht war. Nach diesem Bescheid haben sich die Herrn PP. Grabau u. von Rohr rathen lassen, auf ein Colloquium mit der Synode von Missouri eingehen zu wollen, auch ohne daß diese die sogenannten Rottenprediger zuvor abriefe. Die Richtigkeit dieses in Deutschland von den betreffenden Brüdern selbst gegebenen Berichts hat Herr P. Grabau nicht nur in seinem Informatorium in Abrede gestellt, sondern er hat auch nach Deutschland geschrieben und dort Widerruf verlangt. In Folge dessen ist denn in der Januar-Nummer des Preußischen Kirchenblattes von dem Herausgeber folgende Erklärung unter der Ueberschrift „Berichtigung” abgegeben worden:
„In der Nr. 19, S. 236 ff. gemachten Mittheilung, betreffend eine zu Breslau gehaltene Pastoral-Conferenz, zur Besprechung mit den Pastoren Grabau und von Rohr über den zwischen den lutherischen Synoden Buffalo und Miss Streit, heißt es, der Umstand habe Aussicht auf Schlichtung des Streits eröffnet, daß die genannten Pastoren sich haben rathen lassen, auf ein Gespräch mit der Synode Missouri einzugehen, auch ohne daß diese die in Rede stehenden Prediger zuvor abriefe u. s. w. Gegen diese Mittheilung haben die Pastoren Grabau und von Rohr eingewendet, „daß ihnen zwar der Rath gegeben worden: Nach Erkennung ihres Unrechts, von Seiten der Synode von Missouri, solche größere Milderung eintreten zu lassen, nämlich nur die Abwesenheit der Oppositionsprediger im Colloquium zu verlangen, daß sie dagegen noch Bedenken getragen hätten und, was diesen Punkt betroffen, sich nur den Rath der Neu-Ruppiner Conferenz hätten gefallen lassen, nämlich: die einstweilige Suspension der Gemeinschaft mit den Excommunicirten und deren Predigern.”— Indem ich vorstehende Berichtigung mittheile, bemerke ich, daß einer von unseren Pastoren, der jener Conferenz mit beiwohnte, sich eben so wenig wie ich erinnert, daß die Pastoren Grabau und von Rohr gegen den ihnen ertheilten Rath protestirt hätten Möglich, daß ihr Stillschweigen für eine Zustimmung von ihrer Seite zu unserem Vorschlage angesehen wäre. Da über die Verhandlungen der Conferenz kein Protokoll geführt worden, so muß die Sache auf sich beruhen bleiben.” (!)
D. H.
(Eingesandt.)
Kircheinweihung.
Am zweiten Sonntage nach Ostern wurde die Kirche der deutsch-evangelisch-lutherischen Zions-Gemeinde ungeänd. Augsb. Confession allhier zu Staunton, Mac. Co., Ills., dem Dienst des dreieinigen Gottes geweiht.
Der überaus schöne Frühlingsmorgen lockte eine große Anzahl Gäste, Freunde und auch Feinde von nah und fern herbei; nur die erwarteten Nachbarpastoren blieben aus, wodurch unsere Festfreude gestört wurde, und weßwegen unser Herr Pastor Besel alle Arbeit dieses Tages allein zu übernehmen genöthigt war. Der Zug ging 10½ Uhr Vormittags von einem Nachbarshause hinüber zur Kirche, deren Thor mit einem Blumenkranze umgeben war. Nachdem der Past. im Namen des dreieinigen Gottes die Kirchthür geöffnet, trat er und die Gemeinde unter Gesang des Liedes: „Ich will mit Danken kommen ꝛc.” zur Kirche ein. Unsere Frauen hatten dieselbe mit Blumenkränzen und Altar und Kanzel mit Sammet ꝛc schön geziert. Nach Beendigung des dritten Verses verlas der Pastor das Gebet Salamonis und die Gemeinde antwortete mit dem Gesang: „Jehova, Jehova, deinem Namen sei Ehre Macht und Ruhm ꝛc Amen.” Der Gottesdienst wurde zum ersten Male ziemlich ganz nach der Löhischen Agende gehalten. Der erste Kirchweihtext war 2 Mose 20, 24., nach welchem der Pastor zum Eingang das herrliche Geschenk Gottes anpries und hierauf nach 2 Mose 12, 14. „Ihr sollt diesen Tag haben zum Gedächtniß,” in der Abhanglung zeigte: Warum wir uns heute freuen sollen, dürfen und mögen, nehmlich 1, wegen des Ortes, des Gotteshauses, das Gott uns aus unverdienter Gnade zu seinem Gedächtniß und zur Verherrlichung seines Namens bescheret; 2, wegen der Verheißung, dadurch dieses Haus zu einem Segenshause wird, weil Jehova in Wort und Sacramenten zu uns kommen und segnen will (die kleine Kraft Offb. 3, 8., so wir sein Wort und Sacrament rein behalten.)
Nachmittags wurde nach der Predigt die Beichte und das heilige Abendmahl gefeiert und darnach ein Kind zur heil. Taufe gebracht. Der Herr krönte unsre Festfreude auch dadurch, daß an diesen Festtage drei Familien zu unserer Gemeinde traten, worunter ein alter Mann war, der vor versammelter Gemeinde dem römisch-katholischen Glauben absagte und unserem luth. Bekenntniß feierlich zusagte und nun mit uns Theil nahm am heiligen Sacrament des wahren Leibes und Blutes Jesu Christi. Zum Schluß dankte der Pastor für den Sieg, den Gott durch Jesum Christum gegeben hat, und nach einer kurzen aber ernstlichen Ermahnung zur Beständigkeit im lautern Bekenntniß unserer luth. Kirche, schloß er mit der Bitte 1 Cor. 15, 58. und die ganze Gemeinde stimmte ein: „Nun danket alle Gott ꝛc.”. Der HErr sei gelobet, der bisher geholfen, er wird auch ferner helfen, und milde Geber erwecken, die da helfen, daß wir unser Kirchlein vollends ausbauen können.
Im Namen der Gemeinde die Vorsteher:
August Sievers
Adam Leffie.
Kirchliche Nachricht.
Der liebe Leser hat in einer früheren Nummer des „Lutheraners” schon erfahren, daß Gott auch im Norden Wisconsins die Mauern seines Zions zu bauen angefangen, und den Unterzeichneten als ein schwaches Werkzeug zu diesem Bau zu gebrauchen gewürdigt hat. Er hat uns aber in dem Jahre, seitdem das Predigtamt hier aufgerichtet ist, über unser Bitten und Verstehen gesegnet, indem er die hiesige Gemeinde, die gar klein und schwach das Werk des Herrn begann, so weit innerlich und äußerlich stärkte, daß sie schon im Laufe des verflossenen Winters unternehmen konnte, eine ihr angetragene vormalige Presbyterianerkirche von 50 Fuß Länge und 20 Fuß Breite zu kaufen. Am Sonntage Sexagesimä wurde dieses Gebäude unter überaus zahlreichem Besuch auch von auswärtigen Schwestergemeinden für unsern Gebrauch eingeweiht. Es war ein Tag der Freude und des Dankes gegen Gott.
Aber noch weiter hat Gott gesegnet. Bisher waren von mir neben der hiesigen Gemeinde noch einige andere Landgemeinden bedient worden, so daß an jedem dieser Orte nur jeden zweiten Sonntag gepredigt werden konnte. In diesem Frühjahr aber ist nun durch Gottes Gnade eine dieser Gemeinden in Town Herman, 10 Meilen nordwestlich von hier, fähig u. willig geworden, eine eigene Parochie zu bilden. Und auf Vorschlag des Präsidiums unserer Synode berief sie den Candidaten des heil. Predigtamts, Herrn Johann Nicolaus Beyer, welcher auf dem Seminar zu Fort Wayne Theologie studirt hat, zu ihrem Prediger und Seelsorger. Derselbe ist dann am Himmelfahrtsfeste im Auftrage des Herrn Präses von Herrn Pastor Lochner unter Assistenz des Unterzeichneten inmitten seiner Gemeinde ordinirt und in sein Amt eingewiesen.
Der gnädige Gott aber, der uns bisher so reichlich gesegnet hat, wolle auch ferner über uns, beides über der Gemeinde in Town Herman u. Sheboygan und ihren Predigern mit seiner Gnade walten.
Sheboygan Wisc. 7. Juni 1854.
D. Eisfeldt.
Die Addresse des lieben Bruders ist:
Rev. Joh. Nic. Beyer,
Howards Grove
Sheboygan Co. Wisc.
Quittung und Dank.
Herzlich dankend bescheinige ich zu meiner Unterstützung im hiesigen Seminar empfangen zu haben:
Von mehreren Freunden durch Herrn Past. Fröhlinger in Fort-Wayne $15 28
Durch Herrn Past. Kolb in Adams Co., Ind., von seiner Gemeinde eine am Osterfeste erhobene Collecte 7 00
Von Fr. Gallmeyer, Adams Co., Ind. 0 50
„ Herrn Mayland 1 00
„ „ J. Gänssbauer, Saginaw, Mich. 1 00
„ „ Grübel, Marien Tnshp., Allen Co., Ind. 2 46
„ Fr. Thime, Noble Co., Ind. 0 50
„ dem geehrten Frauen-Verein in Fort-Wayne, zwei Hemden.
Der treue Gott wolle es den milden Gebern nach seiner Verheißung reichlich vergelten.
M. Engelbert.
Für den Jüngling Heinrich Koch von hier, welcher sich dem heiligen Predigtamte widmen will und deshalb im Concordia College in St. Louis vorbereitet werden soll, habe ich bei dessen Abreise vom hiesigen Jünglings-Vereine $16, 50 ct. empfangen und dieselben übergeben. Gott segne diese reiche Gabe und lasse diesen Jüngling zu einem tüchtigen Arbeiter im Weinberge des HErrn gebildet werden.
Ernst M. Bürger.
Town Hamburg bei Buffalo, 12. Juni 1854.
English translation AI translation
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made public. After this decision the Reverend Messrs. Grabau and von Rohr allowed themselves to be advised to be willing to enter upon a colloquium with the Synod of Missouri, even without the latter first recalling the so-called mob preachers. The correctness of this report of the brethren concerned, given by themselves in Germany, Mr. Pastor Grabau has not only denied in his Informatorium, but has also written to Germany and demanded a retraction there. In consequence of this, the editor has issued in the January number of the Prussian Kirchenblatt the following declaration under the heading "Correction":
"In the communication made in No. 19, p. 236 ff., concerning a pastoral conference held at Breslau, for discussion with Pastors Grabau and von Rohr about the controversy between the Lutheran Synods of Buffalo and Miss Streit, it is said that the circumstance had opened the prospect of a settlement of the controversy, in that the said pastors have allowed themselves to be advised to enter upon a conversation with the Synod of Missouri, even without the latter first recalling the preachers in question, etc. Against this communication Pastors Grabau and von Rohr have objected, 'that the advice was indeed given them: after acknowledgment of their wrong, on the part of the Synod of Missouri, to allow such greater leniency to take place, namely to demand only the absence of the opposition preachers at the colloquium, that they had nevertheless still had misgivings about it and, as regards this point, had let themselves be guided only by the advice of the Neu-Ruppin conference, namely: the temporary suspension of fellowship with the excommunicated and their preachers.'"— In communicating the foregoing correction I remark that one of our pastors, who attended that conference, remembers just as little as I that Pastors Grabau and von Rohr protested against the advice given them. It is possible that their silence was to be regarded as an assent on their part to our proposal. Since no minutes were kept of the proceedings of the conference, the matter must rest upon itself." (!)
D. H.
(Submitted.)
Dedication of a Church.
On the second Sunday after Easter the church of the German Evangelical Lutheran Zion's congregation of the unaltered Augsburg Confession here at Staunton, Macoupin Co., Ills., was dedicated to the service of the Triune God.
The exceedingly beautiful spring morning attracted a great number of guests, friends and also enemies from near and far; only the expected neighboring pastors stayed away, whereby our festal joy was marred, and for which reason our pastor, Mr. Besel, was compelled to undertake all the work of this day alone. The procession went at half past ten o'clock in the forenoon from a neighbor's house over to the church, whose door was surrounded by a garland of flowers. After the pastor, in the name of the Triune God, had opened the church door, he and the congregation entered the church singing the hymn, "Ich will mit Danken kommen, etc." Our women had adorned it with garlands of flowers, and altar and pulpit with velvet, etc. After the end of the third verse the pastor read the prayer of Solomon, and the congregation answered with the hymn, "Jehova, Jehova, deinem Namen sei Ehre, Macht und Ruhm, etc., Amen." The service was held for the first time almost entirely according to the Löhe agenda. The first dedication text was Exodus 20:24, after which the pastor, at the opening, extolled the glorious gift of God, and thereupon, after Exodus 12:14, "And this day shall be unto you for a memorial," showed in the discourse why we should, may and can rejoice today, namely, 1, on account of the place, the house of God, which God has vouchsafed us out of undeserved grace for His memorial and for the glorification of His name; 2, on account of the promise, whereby this house becomes a house of blessing, because Jehovah desires to come to us and bless us in Word and Sacraments (the little strength, Rev. 3:8, if we keep His Word and Sacrament pure).
In the afternoon, after the sermon, confession and the Holy Supper were celebrated, and after that a child was brought to holy Baptism. The Lord crowned our festal joy also by this, that on this feast day three families joined our congregation, among them an old man who, before the assembled congregation, renounced the Roman Catholic faith and solemnly pledged himself to our Lutheran confession, and now partook with us of the holy sacrament of the true body and blood of Jesus Christ. At the close the pastor gave thanks for the victory which God has given through Jesus Christ, and after a short but earnest exhortation to steadfastness in the pure confession of our Lutheran Church, he concluded with the petition of 1 Cor. 15:58, and the whole congregation joined in: "Nun danket alle Gott, etc." The LORD be praised, who has helped hitherto, He will also help further, and raise up kind givers who will help us to finish building our little church completely.
In the name of the congregation, the elders:
August Sievers
Adam Leffie.
Church News.
The dear reader has already learned in an earlier number of the "Lutheraner" that God has begun to build the walls of His Zion also in northern Wisconsin, and has deemed the undersigned worthy to be used as a weak instrument for this building. But in the year since the ministry was established here, He has blessed us beyond our asking and understanding, in that He has so strengthened the congregation here, which began the work of the Lord very small and weak, inwardly and outwardly, that already in the course of the past winter it was able to undertake to buy a former Presbyterian church offered to it, fifty feet long and twenty feet wide. On Sexagesima Sunday this building was dedicated for our use, with an exceedingly numerous attendance, also from neighboring sister congregations. It was a day of joy and of thanksgiving to God.
But God has blessed still further. Hitherto several other country congregations had been served by me alongside the congregation here, so that at each of these places preaching could be held only every second Sunday. This spring, however, by God's grace, one of these congregations, in Town Herman, 10 miles northwest of here, has become able and willing to form a parish of its own. And upon the proposal of the presidium of our Synod it called the candidate of the holy ministry, Mr. Johann Nicolaus Beyer, who has studied theology at the seminary at Fort Wayne, as its preacher and pastor. The same was then, on Ascension Day, by commission of the Rev. President, ordained and installed into his office in the midst of his congregation by Mr. Pastor Lochner, with the assistance of the undersigned.
May the gracious God, who has so richly blessed us hitherto, also in future rule over us, both over the congregation in Town Herman and Sheboygan and their preachers, with His grace.
Sheboygan, Wisc., June 7, 1854.
D. Eisfeldt.
The address of the dear brother is:
Rev. Joh. Nic. Beyer,
Howards Grove
Sheboygan Co. Wisc.
Receipt and Thanks.
I herewith heartily thank and acknowledge having received for my support in the seminary here:
From several friends through Mr. Past. Fröhlinger in Fort-Wayne $15 28
Through Mr. Past. Kolb in Adams Co., Ind., from his congregation a collection taken up at the Easter festival 7 00
From Mrs. Gallmeyer, Adams Co., Ind. 0 50
" Mr. Mayland 1 00
" " J. Gänssbauer, Saginaw, Mich. 1 00
" " Grübel, Marion Twp., Allen Co., Ind. 2 46
" Mrs. Thime, Noble Co., Ind. 0 50
" the esteemed Ladies' Society in Fort-Wayne, two shirts.
May the faithful God repay it richly to the kind givers according to His promise.
M. Engelbert.
For the young man Heinrich Koch of this place, who desires to devote himself to the holy ministry and for that purpose is to be prepared at Concordia College in St. Louis, I received from the Young Men's Society here, at his departure, $16.50 and handed it over to him. God bless this rich gift and let this young man be trained to be a capable laborer in the vineyard of the LORD.
Ernst M. Bürger.
Town Hamburg near Buffalo, June 12, 1854.