Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 4 › Seite 31

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-10-10, Seite 31

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da traten plötzlich so viele Krankheits- und Sterbefälle in meiner Gemeinde ein, daß ich die von Kirche und Schule übrige Zeit auf Krankenbesuche u. s. w. verwenden mußte.— Wenn dann des Tages Last und Hitze glücklich überstanden war, so fühlte ich mich des Abends, bei der noch fortdauernden nächtlichen Hitze, so abgespannt, daß ich, ohne Gesundheit und Leben aufs Spiel zu setzen, an keine Nachtarbeiten, wie sonst wohl, denken durfte.— So haben wir denn in den drei Monaten July, August und September mehr Kranke und Leichen gehabt, als bisher in 5 bis 6 Jahren zusammen genommen, — und haben auch gegenwärtig noch viele, wenn auch nicht mehr so gefährliche, Fieberkranke. Leider muß ich fürchten, daß dieselben Leiden nicht bloß über uns und unsre Brüder in der Nähe, sondern auch in der Ferne ergangen sein werden. Gott wolle es bald in Gnaden wenden!— Ich hoffe, daß Gott mir bald Zeit und Kraft verleihen werde, die nothgedrungen zurückgestellte Ausarbeitung des Synodalberichts wieder aufnehmen und vollenden zu können.—

Marion Township, Allen Co. Ja. d. 24sten Septbr. A. D. 1854.

F. W. Husmann,
Secr. der Synode von Missouri ꝛc.

(Eingesandt.)

Kircheinweihung.

Am VII. Sonntag p. Trin. hatten wir Lutheraner im westlichen Illinois einen recht fröhlichen, festlichen Tag. Die evang. lutherische St. Paulus-Gemeinde ungeänderter Augsb. Confession zu Columbia, Ill., weihte am selbigen Tage ihr neuerbautes Kirchlein ein.

Schon seit dreizehn Jahren besteht hier in und um Columbia mitten unter den bittersten Feinden der Wahrheit: Katholiken, Unionisten, Freigeistern u. s. w. ein kleines Häuflein treuer Bekenner der reinen Lehre, das der Herr durch den treuen Dienst des lieben Herrn Pastor Schieferdecker's gesammelt hat. Als der Unterzeichnete im Jahre 1850 von dieser und der evang. luth. Kreuzgemeinde in St. Clair Co. zu ihrem Seelsorger berufen ward, bestand die Gemeinde in Columbia nur aus etwa 7 oder 8 Familien, welche, da sie eine bedeutende Anzahl Kinder hatten, sich bereits einen eigenen Schullehrer berufen hatten. In den folgenden Jahren hat sich das kleine Häuflein um einige Glieder vermehrt, so daß wir gegenwärtig 13 stimmberechtigte Gemeindeglieder zählen.

Obwohl also schon seit Jahren hier in Columbia eine lutherische Gemeinde besteht, so hatten wir doch bis jetzt noch immer kein eigenes Gotteshaus; unsere gottesdienstlichen Versammlungen mußten wir mehrere Jahre lang in einem kleinen, engen Zimmer eines Privathauses halten. Die Gemeinde hat zwar immer das Bedürfniß einer eigenen Kirche gefühlt und oft an den Bau derselben gedacht, aber die geringe Zahl ihrer Glieder und die Armuth des größten Theils derselben entmuthigte sie immer wieder, den Bau derselben zu unternehmen.

Noch im Anfang dieses Jahres schien es, als dürften wir an die Möglichkeit des Baues einer Kirche noch nicht denken. Doch der Herr hatte anders gedacht; jetzt war die Zeit gekommen, da er uns helfen wollte. Was uns unmöglich zu sein schien, das war doch ihm möglich. In der Osterwoche wurde in einer Gemeindeversammlung noch einmal die Sache des Kirchbaues in ernstliche Berathung gezogen — und der Herr schenkte uns Vertrauen auf seine Hülfe und Muth, in seinem Namen ans Werk zu gehen. Und siehe, wie herrlich krönte er unsern Glauben und Vertrauen auf seine Hülfe! Es waren kaum drei Monate verflossen, so stand schon zu unsrer aller Freude ein hübsches, freundliches Brickkirchlein vor unsern Augen fertig da.

Der VII. Sonntag nach Trinitatis ward nun als der Tag der Einweihung festgesetzt, u. Jung und Alt sah mit Sehnsucht demselben entgegen. Endlich kam er, dieser fröhliche und festliche Tag, der unsere Herzen mit Freude und unsern Mund mit Lob erfüllte. Am Vorabend und frühen Morgen des Festtages bemühten sich noch Einige das neuerbaute Kirchlein mit Blumen-Kränzen und Guirlanden festlich zu schmücken, Andere sorgten für das Unterkommen und die Erquickung der ankommenden Gäste aus den benachbarten Gemeinden. Obwohl die Hitze am selbigen Tage sehr drückend war, so hatten wir dennoch die Freude, eine nicht geringe Anzahl unserer Brüder und Schwestern aus den benachbarten Gemeinden als Mitfeiernde unseres fröhlichen Kirchweihfestes zu begrüßen. Zu unserer ganz besonderen Freude aber gereichte die Erscheinung des uns allen so theuern Herrn Professor Walthers aus St. Louis, der auf unsere dringende Bitte die Hauptarbeit des Tages übernommen hatte.

Nachdem vorher der Unterzeichnete mit denjenigen, die am selbigen Tage das heil. Abendmahl genießen wollten, Beichte gehalten hatte, begann der Hauptgottesdienst früh um 9 Uhr. Herr Professor Walther hielt die Einweihungspredigt. Nachdem derselbe mit einer herzergreifenden Lobpreisung und Anbetung des dreieinigen Gottes angehoben und im Eingange der Predigt uns als seine Brüder und Schwestern, mit denen er in einem Glauben und Bekenntniß Christi verbunden, freudig begrüßt und seine große Freude über die Gnade Gottes, die er uns erzeigt, ausgesprochen hatte, redete er über Ps. 26, 8. Das Thema enthielt die Frage: „Worin besteht die Ehre, die wir Gott in diesem Hause geben müssen, damit dasselbe mit Recht ein Gotteshaus genannt werden könne?“ Die Antwort war eine zweifache: „1. darin, daß hier nicht menschliche Weisheit, sondern allein Gottes geoffenbartes Wort gepredigt werde; und 2. darin, daß hier nicht menschliche Würdigkeit, sondern allein Gottes Gnade in Christo gepriesen werde.“

Unmittelbar nach der Predigt hielt derselbe ein herzliches und brünstiges Einweihungsgebet, in welchem er die Gemeinde mit ihrem neuerbauten Kirchlein dem gnädigen und allmächtigen Schutz und Segen des Herrn befahl. Gleich darauf folgte die Feier des hl. Abendmahls, an welcher auch die anwesenden Pastoren theilnahmen. Nachmittag um 3 Uhr war wiederum Gottesdienst. Herr Pastor Holls aus Centreville predigte über das Sonntagsevangelium Mark. 8, 1—9. Auch am Montag früh wurde noch Gottesdienst gehalten, wobei Herr Pastor Birkmann über Luc. 19, 1—10. predigte.

Indem wir unsern lieben Glaubensgenossen erzählen, was der Herr an uns gethan hat, danken wir zugleich herzlich den lieben Brüdern, die uns mit milden Gaben in unserer Armuth bedacht und so mit hülfreiche Hand zum Bau unseres Kirchleins gereicht haben. Der Herr segne sie dafür hundert- und tausendfältig im Leiblichen und Geistlichen. Noch behält zwar unser Gemeindlein $200 Schulden, aber wir sind doch der fröhlichen Hoffnung, daß der Herr, der uns so weit gnädiglich geholfen, auch noch ferner mit seiner Hülfe nicht verlassen wird. Ihm, dem Herrn der Kirche, der sein Zion lieb hat und es täglich bauet und erhält, sei unsere Gemeinde mit ihrem neuerbauten Kirchlein befohlen. Er lasse es durch sein reines Wort und die ungefälschten Sakramente ein rechtes Gotteshaus werden und verleihe, daß durch diese heil. Gnadenmittel in demselbigen Kinder Gottes geboren werden wie der Thau aus der Morgenröthe. Er segne unsere kleine Gemeinde zu Columbia und gebe, daß durch sein Wort ihr noch Viele hinzugethan werden. Er verleihe ihr einen Sieg nach dem andern und lasse sie besitzen die Thore ihrer Feinde, auf daß der Satan, der auch hier so greulich wüthet und sein Werk, das Werk der Finsterniß, unter den Kindern des Unglaubens treibet, zu Schanden werde und Jedermann erkenne, der rechte Gott sei zu Zion.

Ihm, dem barmherzigen und reichen Gott, der uns so gnädiglich geholfen, sei Dank, Preis, Ehre und Anbetung in Ewigkeit. Amen.

Joh. Rennicke, ev. luth. Pastor.

Kirchliche Nachricht.

Am 11. Sonntag nach Trinit. ist Herr Christoph Carl Metz, vormaliger Pfarrer der luther. Gemeinde in St. Joseph, Mo., als nunmehriger Pfarrer der luther. St. Johannes-Gemeinde in Neu Orleans, La. durch den Unterzeichneten in sein Amt eingeführt worden. Es wird allen Gliedern unsrer Synode diese Mittheilung um so erfreulicher sein, je inniger die Theilnahme war, die diesen durch den Tod ihres theuren Past. Volk und dann durch manche zerrüttende Vorgänge so schwer geprüften Gemeinde von allen Seiten geschenkt wurde. Möge die Saat der Schmerzen und Thränen, welche dieses Arbeitsfeld bisher gekostet hat, eine desto reichere und ergiebigere Ernte tragen, und die liebe Gemeinde sich lange dieses ihres neuen Lehrers erfreuen. Gott der HErr lasse den Weinstock seiner Kirche, den er nun auch nach dem Süden verpflanzt hat, da-

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there suddenly occurred so many cases of sickness and death in my congregation that I had to spend the time left over from church and school on visiting the sick, etc.— When then the burden and heat of the day had been happily got through, I felt myself in the evening, with the still continuing nocturnal heat, so worn out that, without risking health and life, I dared not think of any night work, as otherwise I might well have done.— So in the three months of July, August and September we have had more sick and more corpses than hitherto in 5 or 6 years taken together, — and have even at present still many, though no longer so dangerous, fever patients. Alas, I must fear that the same sufferings will have come not only over us and our brethren near by, but also afar off. May God soon turn it away in mercy!— I hope that God will soon grant me time and strength to be able to resume and complete the preparation of the Synodal Report, which was of necessity set aside.—

Marion Township, Allen Co. Ja., the 24th of Septbr. A. D. 1854.

F. W. Husmann,
Secretary of the Synod of Missouri, etc.

(Sent in.)

Church Dedication.

On the VII. Sunday after Trinity we Lutherans in western Illinois had a right joyful, festive day. The Evangelical Lutheran St. Paul's Congregation of the Unaltered Augsburg Confession at Columbia, Ill., dedicated on that same day its newly built little church.

For thirteen years there has existed here in and about Columbia, in the midst of the bitterest enemies of the truth: Catholics, Unionists, freethinkers, etc., a little flock of faithful confessors of the pure doctrine, which the Lord has gathered through the faithful service of the dear Pastor Schieferdecker. When the undersigned in the year 1850 was called by this and the Evangelical Lutheran Cross Congregation in St. Clair Co. to be their pastor, the congregation at Columbia consisted of only about 7 or 8 families, who, since they had a considerable number of children, had already called a schoolteacher of their own. In the following years the little flock has increased by a few members, so that at present we count 13 voting members of the congregation.

Although, then, a Lutheran congregation has existed here at Columbia for years, we had until now still no church of our own; our services we had to hold for several years in a small, narrow room of a private house. The congregation had indeed always felt the need of a church of its own and often thought of building it, but the small number of its members and the poverty of the greater part of them discouraged it again and again from undertaking the building.

Still at the beginning of this year it seemed as though we might not yet think of the possibility of building a church. But the Lord had thought otherwise; now the time had come when He would help us. What seemed impossible to us was yet possible to Him. In Easter week the matter of the building of a church was once more taken into earnest consideration in a congregational meeting — and the Lord gave us confidence in His help and courage to go to work in His name. And behold, how gloriously He crowned our faith and trust in His help! Scarcely three months had passed when, to the joy of us all, a pretty, friendly little brick church stood finished before our eyes.

The VII. Sunday after Trinity was now appointed as the day of dedication, and young and old looked forward to it with longing. At last it came, this joyful and festive day, which filled our hearts with joy and our mouths with praise. On the eve and early morning of the festival some still busied themselves to adorn the newly built little church festively with wreaths of flowers and garlands; others provided for the lodging and refreshment of the arriving guests from the neighboring congregations. Although the heat on that day was very oppressive, we nevertheless had the joy of greeting a not small number of our brethren and sisters from the neighboring congregations as fellow celebrants of our joyful church dedication festival. To our quite special joy, however, was the appearance of Professor Walther of St. Louis, so dear to us all, who at our urgent request had undertaken the chief work of the day.

After the undersigned had previously heard confession of those who wished to partake of the holy Supper on the same day, the chief service began early at 9 o'clock. Professor Walther delivered the dedication sermon. After he had begun with a heart-stirring praise and adoration of the triune God and in the opening of the sermon had joyfully greeted us as his brethren and sisters with whom he was joined in one faith and confession of Christ, and had expressed his great joy over the grace of God which He has shown us, he spoke upon Ps. 26, 8. The theme contained the question: "Wherein consists the honor which we must give to God in this house, that the same may with right be called a house of God?" The answer was twofold: "1. in this, that here not human wisdom, but God's revealed Word alone be preached; and 2. in this, that here not human worthiness, but God's grace alone in Christ be praised."

Immediately after the sermon he offered a hearty and fervent prayer of dedication, in which he commended the congregation with its newly built little church to the gracious and almighty protection and blessing of the Lord. Directly thereupon followed the celebration of the holy Supper, in which the pastors present also took part. In the afternoon at 3 o'clock there was again divine service. Pastor Holls of Centreville preached on the Sunday Gospel, Mark 8, 1—9. Also on Monday early divine service was held, at which Pastor Birkmann preached on Luke 19, 1—10.

In telling our dear fellow believers what the Lord has done for us, we thank at the same time heartily the dear brethren who have remembered us with kind gifts in our poverty and so have extended a helping hand toward the building of our little church. May the Lord bless them for it a hundred- and a thousandfold in things bodily and spiritual. Our little congregation still owes $200 in debts, but we are nevertheless of the joyful hope that the Lord, who has so far graciously helped us, will also further not forsake us with His help. To Him, the Lord of the Church, who loves His Zion and daily builds and maintains it, be our congregation with its newly built little church commended. May He cause it through His pure Word and the unadulterated Sacraments to become a true house of God, and grant that through these holy means of grace in the same children of God be born like the dew from the womb of the morning. May He bless our little congregation at Columbia and grant that through His Word many more be added to it. May He give it one victory after another and let it possess the gates of its enemies, that Satan, who rages so horribly also here and carries on his work, the work of darkness, among the children of unbelief, may be put to shame and every man may know that the true God is in Zion.

To Him, the merciful and rich God, who has so graciously helped us, be thanks, praise, honor and adoration in eternity. Amen.

Joh. Rennicke, Ev. Luth. Pastor.

Church News.

On the 11th Sunday after Trinity Mr. Christoph Carl Metz, formerly pastor of the Lutheran congregation at St. Joseph, Mo., was installed by the undersigned into his office as now pastor of the Lutheran St. John's Congregation at New Orleans, La. This communication will be the more gratifying to all members of our Synod the more heartfelt the sympathy was which was shown from all sides to this congregation, so severely tried first by the death of its dear Pastor Volk and then by many disruptive occurrences. May the seed of sorrows and tears which this field of labor has hitherto cost bear a so much the richer and more fruitful harvest, and may the dear congregation long rejoice in this its new teacher. May God the Lord cause the vine of His Church, which He has now planted also in the South, to