Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 8 › Seite 62
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-12-05, Seite 62
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum
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nicht undankbar sein, wenn man ihren Kindern dient. Und die Leute, deren heimwärts an die Mutterkirche und Vaterland gerichteter Hülferuf Dein Herz gerührt hat, sind Abkömmlinge beider, Fleisch von unserm Fleisch, und Geist von unserm Geist. Es kann die Zeit kommen, wo ihre Enkel die unsrigen stärken im Glauben, wie und wenn jetzt wir es an ihnen thun. . . An wirksamen Empfehlungen, die Deiner Bereitwilligkeit dort eher und leichter zum Ziele Bahn brechen werden, als hier, soll und wird Dir's nicht fehlen. Meine, nach der Lossagung der dortigen Brüder von Stephan wieder aufgenommene Verbindung mit den jenseitigen Brüdern, besonders mit meinem alten Freunde W. und mit den mir verwandten Gebrüdern B., setzt mich in den Stand, Dir auf jener Bahn behülflich zu sein. Deine Bitte darum würde ich rund abschlagen, wenn Deine Freudigkeit, Dein Herzensdrang, aus dem Fleische käme. Weil sie aber, so wie ich Dich kenne, geistlicher Art ist, und weil Du nicht das Brod, sondern die Arbeit im Weinberge des HErrn suchst, überzeugt, daß Dir mit der Arbeit auch Dein Brod werde gegeben werden (Jes. 33, 16. Matth. 10, 10.), so will ich thun, was ich vermag. Ueber alles aber wollen wir den HErrn bitten, daß er dazu Ja und Amen sage, Er, in dessen Namen alle Gottesverheißungen Ja und Amen sind, und daß Er mit Dir gehe, Seinen Segen, Gnade und gutes Geleit Dir gebe! Möchten doch recht viele Deiner Alters- und Geistesgenossen gleichen Sinn anziehen, gleiches Erbarmen fühlen, hingehen und desgleichen thun! Denn es ist des Auswanderns um irdischer Zwecke willen nun genug, und es wird Zeit, daß um Gottes und der Seelen Seligkeit willen Solche nachziehen, die darauf ausgehen und deren Hände der HErr gefüllt hat, zu erhalten viel Volks, ehe denn es gar umkomme. (1 Mos. 50, 20. Marc. 8, 3.)“
„Alles Uebrige mündlich, wenn Du kommst. Bis dahin Gott befohlen.“—
Gott erwecke doch recht viele solche öffentliche Fürbitter für unsere an tüchtigen Kräften so arme hiesige Kirche, so werden hoffentlich bald immer mehr uns hier zu Hülfe kommen, die drüben am Markte müßig stehen müssen.
[Für den „Lutheraner.“]
Deutlichere Erklärung
des Past. Röbbelen über seine Stellung zum Seminar in Iowa.
Mir ist es von einem Gliede unsrer Synode zum Vorwurf gemacht worden, daß ich gelegentlich auch „das Schullehrerseminar in Iowa“ unter den Anstalten genannt habe, die der Unterstützung (von Seiten lutherischer Christen) bedürfen, weil es ja doch in keiner Verbindung mit unserer Synode stehe. Ich erkläre daher, daß ich dazu nur durch die noch in letzter Zeit von den Sendlingen des Herrn Pfarrer Löhe in Iowa, die eben jenes Schullehrerseminar, das, wie ich höre nicht einmal mehr ein bloßes Schullehrerseminar ist errichtet haben abgegebene Erklärung bewogen worden bin, ihre bisherige Sonderstellung finde nur auf dem Gebiet der Kirchenverfassung statt. Ich wollte es damit keineswegs an und für sich recht heißen, daß unsre Brüder in Iowa so wenig Ernst bezeigen, die gewiß Gott wohlgefällige, und von kirchlicher Ordnung geforderte Verbindung mit einer rechtgläubigen Synode hiesiger Lande zu suchen, und habe es ihnen selbst schon bezeugt, daß sie, die von Gott örtlich zunächst an uns gewiesen waren daran sündigten, sich uns so fern zu stellen. Weil ich aber weiß, wie schwer es ist, zu einer vollkommen klaren Ueberzeugung von der Richtigkeit aller einzelnen Ordnungen unsrer Synode zu gelangen, und daß unsre Brüder in Iowa durch das Urtheil ihrer früheren Lehrer über uns ganz besonders gehindert werden, so schnell als es zu wünschen wäre die Ruhe des Gewissens zu finden, die zum Anschluß an unsre Synode erforderlich ist, so halte ich es nicht nur für zulässig, sondern für eine Pflicht der Liebe, auch diesen noch irrenden Gliedmaßen Christi die Schonung zu beweisen, die wir denen schuldig sind, welche ihrem, wenn auch noch nicht genug berichtigten Gewissen gemäß handeln. Da nun eine Liebesgabe, die man solchen reicht, die nach ihrem Bekenntniß mit uns auf Einem Grunde stehen und sich nur noch nicht überzeugen können, daß der Ausdruck, den sie der Fassung eines einzelnen, in der Verbindung, in welche sie denselben (ob auch aus Mangel an Einsicht in den innigen Zusammenhang aller Lehren) mit dem ganzen lutherischen Lehrgebäude setzen untergeordneten Artikels geben dem Wort Gottes widerspreche weder ein Zugeständniß zu etwaigem Irrthum in sich schließt, noch dasselbe zur Folge hat, zumal wenn die Wahrheit fort und fort laut genug bezeugt wird, sondern gar wohl als ein Akt der Großmuth angesehen werden kann, der mit der völligen Wahrheit auch die Hoffnung erlangt hat, sie werde sich endlich an denen siegreich erweisen, die noch nicht offenbare Feinde der Kirche, die sie bekannt geworden sind; so habe ich für das Seminar in Iowa um eine Beisteuer gebeten und habe um so weniger Grund, diese Bitte zu widerrufen, als unsre Brüder in Iowa Noth leiden.
Frankenmuth am 13ten Oktober 1854.
K. Röbbelen.
(Verspätet.)
Kirchliche Nachricht.
Dom. 12. p. Trin. wurde Herr J. H. A. Pincepank, bisher Cantor und Schullehrer in Frankenmuth, ordentlich berufen als Pastor vicarius und Schullehrer der evang. luther. Dreieinigkeits-Gemeinde in Buffalo, nach wohl bestandenem Examen von mir, dem Unterzeichneten, unter Assistenz des Hrn. Pastor C. Diehlmann inmitten genannter Gemeinde ordinirt.
Der barmherzige Gott rüste unsern lieben Bruder aus, die ihm mit anvertrauten Schafe und Lämmer mit Weisheit und Treue zu weiden und schmücke ihn mit vielem Segen.
Buffalo den 14. Nov. 1854.
C. M. Bürger.
[Für den „Lutheraner.“]
Die häufige Nachfrage, ob die “Cantica Sacra” ihre Erscheinung bald machen wird, hat mich veranlaßt allen denen, die meinem Unternehmen wohl wünschen und die mit Sehnsucht der Erscheinung des Buches entgegensehen, zur Nachricht diese Anzeige in unsren Kirchenblättern zu veröffentlichen.
Der Buchdrucker hat mir die Hoffnung gemacht, wie es auch ohne Zweifel seine Meinung war, daß er das Buch bis um diese Zeit fertig haben werde, allein Krankheit und andere ungünstige Umstände haben es ihm unmöglich gemacht Wort zu halten. Nun ist es nicht mehr möglich daß es zum Gebrauch diesen Winter fertig gemacht werden kann, vielleicht nicht vorm Frühjahr. Dieß thut mir Leid, um so mehr da ich weiß daß viele es sehr gern gehabt hätten um es diesen Winter zur Einübung einzuführen. Es ist aber dennoch wie ich hoffe kein Verlust dabei, ausgenommen die wenige Zeit die wir länger warten müssen: denn diese Verzögerung giebt mir eben mehr Gelegenheit an der Verbesserung des Buches zu arbeiten, so daß es daher nicht nur mehr als anfänglich beabsichtigt war enthalten sondern auch an Richtigkeit des Inhalts gewinnen wird.
Sobald es zur Versendung bereit ist, will ich den Bestellern zeitige Nachricht geben.
Canton Ohio Nov. 20. 1854.
J. J. Fast.
Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.
Cäsarius, Bischof von Arles, geboren 470, gest. 542, sagt in einer Adventspredigt: „Bedenkt doch, meine Brüder, wenn ein mächtiger oder angesehener Mann seinen oder seines Sohnes Geburtstag feiern will, wie eifrig er mehrere Tage vorher sein Haus von allem Schmutze reinigen läßt; das Haus wird weiß angestrichen, der Fußboden ausgekehrt, und mit mannichfaltigen Blumen geschmückt. Alles, was zur Freude der Seele und zur Ergötzlichkeit des Körpers dienen kann, wird sorgfältig angeschafft. Wenn du nun so große Vorkehrungen machst für deinen oder deines Sohnes Geburtstag, welche Vorkehrungen mußt du nicht erst für den Geburtstag deines Herrn machen? Strebe also mit allen Kräften darnach, daß nicht Gott das in deiner Seele finde, was du nicht in deinem Hause finden willst. Wenn dich Christus so zur Feier seines Geburtstages vorbereitet sieht, wird er selbst zu dir kommen, und deine Seele nicht allein besuchen, sondern auch in derselben ruhen und ewig in derselben wohnen. Wie selig ist die Seele, welche ihr Leben mit Gottes Hülfe so einzurichten sucht, daß sie fähig wird, Christum als Gast und Bewohner in sich aufzunehmen, wie im Gegentheil, wie elend ist die Seele, welche sich so mit Sünden befleckt hat, daß in derselben nicht Christus zu ruhen, sondern der Teufel zu herrschen anfängt!“
English translation AI translation
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not be ungrateful, if one serves their children. And the people whose homeward cry for help, directed to the Mother Church and fatherland, has touched your heart, are descendants of both, flesh of our flesh and spirit of our spirit. The time may come when their grandchildren strengthen ours in the faith, as and when we now do it for them. . . Effective recommendations, which will pave the way for your readiness there sooner and more easily than here, shall and will not be lacking to you. My connection with the brethren across the sea, resumed after the renunciation of Stephan by the brethren there, especially with my old friend W. and with the brothers B., who are related to me, puts me in a position to be of assistance to you on that path. Your request for it I would flatly refuse, if your cheerful readiness, your heart's urge, came from the flesh. But since it is, as I know you, of a spiritual kind, and since you seek not bread, but the work in the vineyard of the LORD, convinced that with the work your bread also will be given you (Isa. 33, 16. Matt. 10, 10.), I will do what I can. But above all let us ask the LORD to say Yes and Amen to it, He in whose name all the promises of God are Yea and Amen, and that He go with you, give you His blessing, grace and good escort! Might very many of your contemporaries and fellow-spirits take up the same mind, feel the same compassion, go and do likewise! For there has been enough emigrating for earthly purposes, and it is time that for God's sake and the salvation of souls those should follow after who are bent upon it and whose hands the LORD has filled, to save much people alive, before it perish altogether. (Gen. 50, 20. Mark 8, 3.)"
"Everything else orally, when you come. Until then, God be with you."—
May God raise up many such public intercessors for our Church here, so poor in capable forces, then hopefully more and more will soon come to our help here, who over there must stand idle in the marketplace.
[For the "Lutheraner."]
A Plainer Declaration
by Pastor Röbbelen Concerning His Position toward the Seminary in Iowa.
It has been made a reproach to me by a member of our Synod that I occasionally also named "the teachers' seminary in Iowa" among the institutions which need the support (on the part of Lutheran Christians), because, after all, it stands in no connection with our Synod. I therefore declare that I was induced to do so only by the declaration given quite recently by the emissaries of Pastor Löhe in Iowa, who have established that very teachers' seminary, which, as I hear, is no longer even a mere teachers' seminary, that their hitherto separate position took place only in the field of church government. I did not wish thereby in the least to approve in and for itself that our brethren in Iowa show so little earnestness in seeking the connection, certainly well-pleasing to God and demanded by church order, with an orthodox Synod of this country, and I have already testified to them that they, who by God were directed locally first of all to us, sinned in standing so far aloof from us. But because I know how hard it is to arrive at a perfectly clear conviction of the correctness of all the single ordinances of our Synod, and that our brethren in Iowa are especially hindered by the judgment of their former teachers about us from finding as quickly as might be wished the peace of conscience which is requisite for joining our Synod, I hold it not only permissible but a duty of love to show also to these still erring members of Christ the forbearance we owe to those who act according to their conscience, though not yet sufficiently enlightened. Now since a gift of love, which one extends to those who according to their confession stand with us upon One foundation and are only not yet able to be convinced that the expression which they give to the formulation of a single article, subordinate in the connection in which they place it (though from want of insight into the inner coherence of all doctrines) with the whole Lutheran doctrinal structure, contradicts the Word of God, neither involves a concession to possible error nor has the same as a consequence, especially when the truth is continually testified loudly enough, but may very well be regarded as an act of magnanimity, which with the full truth also has obtained the hope that it will in the end prove victorious over those who are not yet manifest enemies of the Church, who have become known; therefore I have asked for a contribution for the seminary in Iowa, and have the less reason to withdraw this request, as our brethren in Iowa are in want.
Frankenmuth, the 13th of October 1854.
K. Röbbelen.
(Belated.)
Church Notice.
On the 12th Sunday after Trinity, Mr. J. H. A. Pincepank, formerly cantor and schoolteacher in Frankenmuth, was regularly called as pastor vicarius and schoolteacher of the Evang. Luth. Trinity Congregation in Buffalo, after a well-passed examination by me, the undersigned, and was ordained in the midst of the said congregation with the assistance of Rev. Pastor C. Diehlmann.
May the merciful God equip our dear brother to feed the sheep and lambs entrusted to him with wisdom and fidelity, and adorn him with abundant blessing.
Buffalo, the 14th of Nov. 1854.
C. M. Bürger.
[For the "Lutheraner."]
The frequent inquiry whether the "Cantica Sacra" will soon make its appearance has induced me to publish this notice in our church papers, for the information of all who wish my undertaking well and who await the appearance of the book with longing.
The printer gave me the hope, as was also without doubt his own opinion, that he would have the book finished by this time, but sickness and other unfavorable circumstances have made it impossible for him to keep his word. Now it is no longer possible that it can be finished for use this winter, perhaps not before spring. This grieves me, the more since I know that many would have been very glad to have it, in order to introduce it this winter for practice. Yet it is, as I hope, no loss, except the little time that we must wait longer: for this delay gives me just so much more opportunity to work at the improvement of the book, so that it will contain not only more than was originally intended but will also gain in correctness of contents.
As soon as it is ready for dispatch, I will give the subscribers timely notice.
Canton, Ohio, Nov. 20, 1854.
J. J. Fast.
Preparation for the Christmas Festival.
Caesarius, Bishop of Arles, born 470, died 542, says in an Advent sermon: "Consider, my brethren, when a mighty or distinguished man wishes to celebrate his own or his son's birthday, how zealously for several days beforehand he has his house cleansed of all dirt; the house is whitewashed, the floor swept, and it is adorned with manifold flowers. Everything that can serve for the joy of the soul and the delight of the body is carefully procured. If now you make such great preparations for your own or your son's birthday, what preparations must you not first make for the birthday of your Lord? Strive therefore with all your might that God find not in your soul what you would not find in your house. When Christ sees you thus preparing for the celebration of His birthday, He will Himself come to you, and not only visit your soul, but also rest in it and dwell in it forever. How blessed is the soul which seeks to order its life with God's help so that it becomes fit to receive Christ as guest and inhabitant, as, on the contrary, how wretched is the soul which has so defiled itself with sins that in it not Christ rests, but the devil begins to rule!"