Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 9 › Seite 70
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-12-19, Seite 70
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum
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nen Hunden das Zeichen, sich auf den angeblichen Hirsch loszustürzen. Der Bauer wird in Stücke zerrissen. Doch Gottes Gericht schlief nicht. Am anderen Tage ging der Bischof wieder auf die Jagd, stürzte dabei vom Pferde und hauchte sogleich unter einem Blutstrom seine verruchte Seele aus.
Der gottlose Papist Staphylus, dem Flacius diese Geschichte vorhielt, wagte nicht, dieselbe, da sie stadt- und landbekannt war, zu leugnen; er erklärte nur, einem Privatmanne wie Flacius gebühre es nicht, die Handlungen eines fürstlichen Bischofs zu richten. (Wolf. Lect. memor. II., 919. 20.)
Verzweiflung eines Verfolgers.
Der berühmte lutherische Theolog Alexander Alesse (Alesius), aus Edinburg in Schottland gebürtig (gestorben 1565), schreibt von einem Rath des Königs von Schottland, aus der Zeit der Reformation, Thomas Blauer, daß derselbe der Urheber der Verfolgungen der Lutheraner in Schottland gewesen, endlich aber, als sein Tod herangenaht, verzweifelt sei. Er schrie, schreibt Alesse, ohne Aufhören: „Ich bin verdammt, ich bin verloren!“ Als hierauf Mönche an seinem Bette erschienen, ihn zu trösten, rief er ihnen zu: „Hinweg mit euren Possen, denn ich habe mich nie überreden können, zu glauben, daß es einen Gott oder einen Teufel, eine Hölle oder einen Himmel gebe; eure und die evangelische Lehre habe ich immer gleich geachtet und in allen meinen Rathschlägen nur auf das Gold gesehen. Darum habe ich die Sache der Bischöfe geführt und den König vermocht, eure Widersacher zu vertreiben. Weder eure Messen noch eure Vigilien können mir etwas helfen. Ich bin schon verdammt und der Satan hält mich schon an seinem Strick, mich in den Abgrund der Hölle zu stürzen und mich da immer und ewiglich nach meinem Verdienste zu quälen.“ In diesem Jammer fuhr denn auch der Elende trostlos mit Ach und Weh dahin. — O möchten dies alle bedenken, die um schändlichen Gewinnes willen der Wahrheit widersprechen und die Bekenner derselben hassen und verfolgen! Ihrer wartet die Hölle gewiß, und der Vorschmack davon oft schon hier, wenn der Tod, dieser schauerliche Bote Gottes, ihnen naht. (Vgl. J. Wolfii lection. II. f. 293.)
Inquisitionsfrage.
Unter den 38 Fragen, welche die Inquisitionsrichter in Deutschland laut erhaltener Instruction denen vorlegen mußten, welche in Untersuchung gezogen wurden, war auch diese: „Ob er glaube, daß die Ordination in der Kirche ein Sacrament sei, so daß derjenige, welcher nicht nach der Weise der katholischen Kirche ordinirt worden, die kirchlichen Sacramente in der Kirche nicht kräftig verwalten, noch andere kirchliche Aemter heilsam verwalten könne?“ (J. Wolf. lect. mem. II, 621.)
Wie die Päpste Treu und Glauben halten.
Papst Paul III. lud einst Malatesta Balionus von Perugia zu sich ein, mit dem eidlichen Versprechen eines sicheren Geleites. Der Geladene, auf des Papstes Eid sich verlassend, erscheint. Der Papst aber läßt ihn alsbald tödten, mit der Ausrede: „Er habe dem Manne wohl sicheres Geleit zur Reise nach Rom, aber nicht zur Heimreise zugeschworen!“ (Dieser Paulus III. ist derselbe Papst, der zuerst den Jesuitenorden bestätigt, das Tridentinische Concil versammelt und auf seinem Sterbebette gesagt hat: „Er wollte sich glücklich preisen, wenn er keine Kinder erzeugt hätte;“ welcher letztere Wunsch jedoch nicht darin seinen Grund hatte, daß er sein hurisches Leben bereute, sondern, daß ihm seine Kinder so viel Noth machten!)
Wodurch viele im Papstthum zurückgehalten werden.
Als Papst Julius III. einen gewissen Bischof Petrus Betanus zum Cardinal machen wollte, so widersetzten sich einige Cardinäle, indem sie besonders dieses einwendeten, daß jener Bischof von der lutherischen Ketzerei angesteckt sei. Julius antwortete: „Wenn es so ist, so ist’s eben recht; oder sollte es nicht rathsamer sein, ihn durch Aufsetzung eines Cardinalshutes von diesem Flecken zu reinigen, und ihn mit solchen Banden an uns zu ketten und bei uns zu behalten, als zuzulassen, daß er von uns fliehe und sich mit unseren Feinden verbinde, die wir in Deutschland haben, wie Vergerius gethan hat?“ — Wie viele gute Köpfe mit schlechten Herzen, die den Betrug des Papstthums wohl einsehen, mögen so im Papstthum erhalten werden! Wir Lutheraner verlieren freilich hierbei nichts.
Wie freigebig übrigens jener Papst in Vergebung der Cardinalswürde war, zeigt, daß er einstmals zu großem Aerger der anderen Cardinäle seinem Affenwärter diese Würde ertheilte.
„Welt-Bote.“
So eben erhalten wir die erste Nummer einer neuen politischen Zeitschrift unter obigem Namen. Redakteur ist ein Herr B. F. Trexler. Der Ort der Herausgabe ist: Allentown in Pennsylvanien. Das Blatt, je Ein großer enggedruckter Bogen, soll in jeder Woche einmal, für den niedrigen Preis von Einem Dollar in Vorausbezahlung erscheinen und neben Unterhaltendem wöchentlich über alle Ereignisse und Zustände des In- und Auslandes Bericht geben. Ueber die bei Herausgabe dieser Zeitung zu befolgende Tendenz spricht sich der Herr Redakteur wie folgt aus: „Der Weltbote wird sich keiner der verschiedenen politischen Partheien in die Arme werfen und auch keine religiöse Benennung vor andern besonders hervorheben oder hintenan stellen; sondern in der Politik wie in der Religion schnurstracks und vorurtheilsfrei hindurchzusegeln suchen, um überall das Wahre und Gute, ohne Furcht oder Gefallsucht, nach bestem Erkennen und Vermögen herauszuheben und befördern und das Falsche und Schlechte bekämpfen zu können.“ Es soll das Blatt dem Bedürfniß eines „nach allgemein christlichen Grundsätzen redigirten und gegen den Unglauben wirkenden Neuigkeitsblattes“ entgegenkommen.
Obgleich sich uns nun bei diesem ausgesprochenen Plane noch manche Wünsche aufdrängen, so begrüßen wir doch auch dieses Unternehmen mit herzlicher Freude und wünschen dem ehrenwerthen Herrn Redakteur den besten Erfolg seines Werkes.
Um unseren Lesern zugleich etwas von dem Blatte genießen zu lassen, mögen auch hier zwei Auszüge stehen, welche von dem „Weltboten“ aus zwei deutschen ungläubigen Laster- und Lästerblättern zur Charakterisirung derselben und zum Beweis, wie nöthig die Herausgabe auch politischer Blätter für Christen sei, gegeben werden. Nr. 1 ist aus der hiesigen „Missouri-Zeitung“; Nr. 2 aus der „Newarker Zeitung.“
1) „Das erste und Hauptsächlichste, wodurch wir uns vor den religiösen Menschen unterscheiden, ist, daß wir in dem Glauben an einen „Gott“ und dem, was damit zusammenhängt, den Krebsschaden erkennen, der schon Jahrtausende lang an der Menschheit genagt und sie von ihrer Bestimmung abgehalten. Der Einzelne kann nicht menschlich leben, in keiner Familie kann wahres Glück blühen, die ganze Menschheit rennt auf Irrwegen nach ihrem Grabe; so lange die scheußlichen Popanze: Gott, Jenseits, ewige Vergeltung ihre Spuckexistenz fristen. Darum ist es die Aufgabe jedes wahren Revolutionairs, seine beste Kraft auf die Zerstörung dieses heillosen Nichts-Trio zu richten. Jede Revolution wird nur halb gemacht werden, wenn nicht dem Urmonarchen über den Sternen der Lebensnerv abgeschnitten wird; jede Revolution wird vergeblich gemacht werden, wenn nicht die Minister dieses Monarchen ausgerottet werden, wie man verderbliches Geschmeiß ausrottet.“ —
2) „Selbsterhaltung ist der erste und vorherrschenste Trieb, wie jedes lebenden Wesens, so auch des Menschen. Sobald seine Verhältnisse die oben beschriebene Gestaltung annehmen (daß nämlich Arbeitslosigkeit und hohe Preise der Lebensmittel eintreten), macht auch dieser Trieb der Selbsterhaltung sein Recht geltend, und es erwacht der ganz natürliche Drang, zuzugreifen und das zum Leben Erforderliche, vor allen Dingen Speise und Trank, zu nehmen, wo es eben zu finden ist. Gesetz, Sitte, Moral, Religion, und wie alle diese Zwangsjacken der bürgerlichen Gesellschaft heißen mögen, haben freilich den Trieb der Selbsterhaltung, besonders in der Erscheinungsform des Zugreifens, bedeutend eingeengt; aber in großer und allgemeiner Roth sprengt die Natur alle künstlichen Fesseln und Bande, welche die bürgerliche Gesellschaft einschnüren, und die Natur macht ihre Rechte geltend.“
Kirchliche Nachrichten.
Zu dem Einen Gemeinlein, das vor 10 Jahren im Westen von St. Louis Co., Mo., in Centraltownship, sich bildete, waren noch 3 andere in der Nähe gekommen, welche sämmtlich bisher vom Herrn P. Müller bedient wurden. Die Arbeit war für Einen Mann zu groß, zumal an zwei Orten Schule gehalten werden mußte. Auch wünschte die Gemeinde an der Manchesterstraße, die stärkste
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hounds the signal to rush upon the alleged stag. The peasant is torn to pieces. But God’s judgment did not sleep. On the next day the bishop went hunting again, fell from his horse, and at once breathed out his wicked soul in a stream of blood.
The godless papist Staphylus, to whom Flacius put this story, did not dare to deny it, since it was known to town and country; he declared only that it was not fitting for a private man like Flacius to judge the actions of a princely bishop. (Wolf. Lect. memor. II., 919. 20.)
Despair of a Persecutor.
The renowned Lutheran theologian Alexander Alesse (Alesius), a native of Edinburgh in Scotland (died 1565), writes of a counselor of the King of Scotland, from the time of the Reformation, Thomas Blauer, that he had been the author of the persecutions of the Lutherans in Scotland, but at last, when his death drew near, fell into despair. He cried, writes Alesse, without ceasing: “I am damned, I am lost!” When monks thereupon appeared at his bed to comfort him, he called out to them: “Away with your antics, for I could never persuade myself to believe that there is a God or a devil, a hell or a heaven; your doctrine and the evangelical I have always esteemed alike, and in all my counsels I have looked only to gold. Therefore I took up the cause of the bishops and prevailed upon the king to drive out your adversaries. Neither your masses nor your vigils can help me anything. I am already damned, and Satan already holds me by his cord, to cast me into the abyss of hell and to torment me there forever and ever according to my deserts.” In this misery the wretched man then went hence, comfortless, with woe and lamentation. — O would that all would consider this, who for the sake of shameful gain contradict the truth and hate and persecute its confessors! Hell surely awaits them, and the foretaste of it often already here, when death, that dreadful messenger of God, draws near them. (Cf. J. Wolfii lection. II. f. 293.)
A Question of the Inquisition.
Among the 38 questions which the inquisitors in Germany, according to the instruction they had received, had to put to those who were brought under examination, was also this one: “Whether he believes that ordination in the church is a sacrament, so that he who has not been ordained after the manner of the Catholic Church cannot validly administer the ecclesiastical sacraments in the church, nor salutarily administer other ecclesiastical offices?” (J. Wolf. lect. mem. II, 621.)
How the Popes Keep Faith and Troth.
Pope Paul III once invited Malatesta Balionus of Perugia to come to him, with the sworn promise of safe conduct. The invited man, relying on the pope’s oath, appears. But the pope has him put to death at once, with the excuse: “He had indeed sworn the man safe conduct on the journey to Rome, but not on the journey home!” (This Paul III is the same pope who first confirmed the order of the Jesuits, assembled the Council of Trent, and said on his deathbed: “He would count himself happy if he had not begotten children;” which latter wish, however, had its ground not in his repenting of his harlot’s life, but in the fact that his children caused him so much trouble!)
What Keeps Many in the Papacy.
When Pope Julius III wished to make a certain Bishop Petrus Betanus a cardinal, some cardinals objected, urging especially that this bishop was infected with the Lutheran heresy. Julius answered: “If it is so, it is just right; or would it not be more advisable to cleanse him of this stain by the placing of a cardinal’s hat upon him, and to chain him to us with such bonds and keep him with us, than to allow him to flee from us and join our enemies, whom we have in Germany, as Vergerius did?” — How many good heads with bad hearts, who see well enough the deceit of the papacy, may in this way be kept in the papacy! We Lutherans, to be sure, lose nothing thereby.
How liberal that pope, moreover, was in bestowing the dignity of cardinal is shown by the fact that he once, to the great vexation of the other cardinals, conferred this dignity upon his monkey-keeper.
“Welt-Bote.”
We have just received the first number of a new political periodical under the above name. The editor is a Mr. B. F. Trexler. The place of publication is Allentown in Pennsylvania. The paper, one large closely printed sheet, is to appear once every week, at the low price of One Dollar in advance, and, besides entertaining matter, to give a weekly report of all the events and conditions of the home country and abroad. Concerning the tendency to be followed in the publication of this paper the editor expresses himself as follows: “The Weltbote will not throw itself into the arms of any of the various political parties, and also will not especially emphasize or neglect any religious denomination before others; but will seek to sail straight through, free from prejudice, in politics as in religion, in order to bring out and promote everywhere what is true and good, without fear or favor, to the best of its knowledge and ability, and to be able to combat what is false and bad.” The paper is to meet the need of a news-sheet “edited according to generally Christian principles and working against unbelief.”
Although, with this declared plan, many wishes still press themselves upon us, we nevertheless also welcome this undertaking with hearty joy, and wish the honorable editor the best success of his work.
In order at the same time to let our readers enjoy something of the paper, two extracts may also stand here, which are given by the “Weltbote” from two German unbelieving papers of vice and blasphemy, to characterize them and as proof how necessary the publication of political papers also for Christians is. No. 1 is from the “Missouri-Zeitung” of this place; No. 2 from the “Newarker Zeitung.”
1) “The first and chief thing by which we distinguish ourselves from religious people is that in the belief in a “God” and in what is connected with it we recognize the cancer which for thousands of years has gnawed at mankind and kept it from its destiny. The individual cannot live humanly, in no family can true happiness bloom, the whole of mankind is running on wrong paths to its grave; so long as the hideous bugbears, God, the hereafter, eternal retribution, eke out their ghost-existence. Therefore it is the task of every true revolutionary to direct his best strength to the destruction of this wretched trio of nothings. Every revolution will be made only by halves if the vital nerve of the primeval monarch above the stars is not cut off; every revolution will be made in vain if the ministers of this monarch are not rooted out, as one roots out destructive vermin.” —
2) “Self-preservation is the first and most predominant impulse, as of every living creature, so also of man. As soon as his circumstances assume the shape described above (namely, that unemployment and high prices of the necessaries of life set in), this impulse of self-preservation also asserts its right, and there awakens the quite natural urge to lay hold and to take what is required for life, above all food and drink, wherever it is to be found. Law, custom, morality, religion, and whatever all these strait-jackets of civil society may be called, have indeed greatly restrained the impulse of self-preservation, especially in the form of its appearance as laying hold; but in great and general distress nature bursts all artificial fetters and bonds which bind civil society, and nature asserts her rights.”
Church News.
To the one little congregation which formed ten years ago in the west of St. Louis County, Mo., in Central Township, 3 others in the vicinity had since been added, all of which have hitherto been served by Pastor Müller. The work was too great for one man, especially as school had to be kept at two places. The congregation on Manchester Road, the strongest