Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 11 › Seite 81

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-01-16, Seite 81

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Der Lutheraner.
„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“
Offenb. Joh. Cap. 14, v. 6.7.
Herausgegeben von der Deutschen Ev. Luther. Synode von Missouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
Jahrgang 11.  St. Louis, Mo., den 16. Januar 1855.  No. 11.
Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorausbezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft. Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, sind an den Redakteur, alle andern aber, welche Geschäftliches, Bestellungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu senden.

(Eingesandt von Pastor Röbbelen.)

Die Offenbarung St. Johannis.

Das sechste Capitel.

Davon schreibt Dr. M. Luther: „Im 6. gehen an die künftigen Trübsaln, und erstlich die leiblichen Trübsaln, als da sind Verfolgung von der weltlichen Obrigkeit, welche ist der gekrönte Reuter mit dem Bogen auf dem weißen Roß. Item, Krieg und Blut, welche ist der Reuter mit dem Schwert auf dem rothen Roß. Item, theure Zeit und Hunger, welche ist der Reuter mit der Wage auf dem schwarzen Roß. Item, Pestilenz und Drüse, welche ist der Reuter im Todsbilde auf dem fahlen Roß. Denn diese vier Plagen folgen gewiß allezeit über die Undankbarn und Verächter des Worts Gottes, neben andern mehr Verstörung und Aenderung der Obrigkeiten, bis an den jüngsten Tag. Wie am Ende des 6. Capitels gezeigt wird, und die Seelen der Märtyrer solches auch treiben mit ihrem Geschrei.“

V. 1. u. 2. Erstes Siegel: bedeutet die Verfolgungen durch die ordentliche Obrigkeit zur Friedenszeit (weißes Pferd).

V. 3. u. 4. Zweites Siegel: bedeutet die blutigen Kriege, den Verfall der Reiche.

V. 5. u. 6. Drittes Siegel: bedeutet Hungersnoth „dem Oele und Wein thue kein Leid“: Barmherzigkeit lindert die Strafe, kann auch ein Fingerzeig sein, daß, während übrigens alle Ordnungen, Sitten und Rechte untergingen, doch Oel und Wein des barmherzigen Samariters blieben, der Weinberg des HErrn fortblühete, wie denn leibliche Noth und hohe Anfechtung den Glauben fördert, nicht erstickt).

V. 7. u. 8. Viertes Siegel: bedeutet Pestilenz.

V. 9. bis 11. Fünftes Siegel: Die Seelen unter dem Altar, das Blut der Märtyrer.

Der Altar zeigt an, daß die Blutzeugen Gott ein wohlgefälliges Opfer sind; „unter dem Altar“ bedeutet, daß der Altar trotz dem bleibt, die Kirche nicht untergeht, was doch so schien, als die Zeugen der Wahrheit erwürgt wurden, sondern immer wieder über den Leichen ihrer Bekenner sich herrlich erbaut und eben dadurch, daß die fallen, welche das Panier des Kreuzes bis in den Tod gläubig festhielten recht sichtlich gedeiht. Die Blutzeugen hatten ein schweres Joch zu tragen; sie sahen den Sieg der Kirche nicht, sie arbeiteten und seufzten in kümmerlicher Zeit; nach ihnen ward der Altar hoch aufgerichtet. — Ihr Geschrei erinnert an Abels Blut, tröstet und erweckt die Hoffnung auf den jüngsten Tag, weil trotz der Siege, die die Wahrheit feiert Ungerechtigkeit die Herrschaft behält. Auch folgt der Sieg nicht sogleich.

V. 12. bis 17. Das sechste Siegel- Veränderung der Regimente. — Es wird nun offenbar, daß der Zorn des Lammes die Ursache der schrecklichen Plagen gewesen ist, die über die Welt gekommen sind, was man vorher nicht glaubte. Sonne und Mond werden verfinstert: denn was bisher die Stelle des himmlischen Lichtes vertrat verliert seinen Schein; die Sterne fallen vom Himmel: sind die gefeierten Namen, die in der Finsterniß dieser Welt leuchteten; der Himmel entweicht: die schönen Träume vom Olymp und seiner Herrlichkeit fliehen, sichtliche Herrlichkeit der Tempel und Altäre schwindet, und was bleibt ist ein eingewickeltes Buch, die heilige Schrift, deren Geheimnisse nicht wie die heidnische Götterlehre Augen und Ohren ergötzen und den Sinnen offenbar sind, sondern verschlossen, der Vernunft eine Thorheit; alle Berge und Inseln werden bewegt: denn die Regimente werden erschüttert und ist doch keins, das wie ehedem zur Römer Zeit eine Zuflucht gäbe; und die Könige ꝛc. verbergen sich in den Klüften und Felsen an den Bergen: das sind die Tage, die für die heidnische Welt dasselbe waren, was in der Zerstörung Jerusalems das jüdische Volk erfuhr, wie der HErr vorhergesagt hatte (Berge fallet ꝛc.), wo man vergebens alles was Schutz verheißt zu seiner Zuflucht erwählt (der Schutz wie Berg Jes. 2.), zu den schon zerrissenen Ordnungen und Mächten flüchtet („Klüfte“), was gefallen ist äußerlich wieder baut und weil die alte ordentliche Gewalt (die Berge) wankt und machtlos auseinander fährt sich auf die Kräfte verläßt, die ohne durchs Herkommen geweihet zu sein natürliche Stärke haben („Felsen an den Bergen“), den Bergen, der ordentlichen Obrigkeit und Gewalt zugesellt werden, damit sie dieselben stützen und doch weiter nichts ausrichten, als daß alles über den Haufen fällt und schrecklicher noch als dieser furchtbare Einsturz der ewige Zorn des Lammes die Herzen erschüttert, den sie endlich aus diesem nächtlichen Gewölk mit unerträglichem Zucken in ihr Gewissen flammen sehen, um das was sie als unabwendbares Gericht des HErrn erkennen noch

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Der Lutheraner.
"God's Word and Luther's doctrine pure shall to eternity endure."
Rev. of John, Chap. 14, v. 6, 7.
Published by the German Ev. Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States.
Edited by C. F. W. Walther.
Volume 11.  St. Louis, Mo., January 16, 1855.  No. 11.
Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks at the yearly subscription price of One Dollar for out-of-town subscribers, who are to pay in advance and bear the postage. — In St. Louis each single number is sold for 5 cents. Only the letters containing communications for the paper are to be sent to the editor; all others, however, which contain business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent here under the address: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.

(Submitted by Pastor Röbbelen.)

The Revelation of St. John.

The Sixth Chapter.

Of this Dr. M. Luther writes: "In the sixth chapter begin the future tribulations, and first the bodily tribulations, such as persecution from the worldly authority, which is the crowned rider with the bow on the white horse. Likewise war and blood, which is the rider with the sword on the red horse. Likewise dear times and hunger, which is the rider with the balance on the black horse. Likewise pestilence and plague, which is the rider in the form of Death on the pale horse. For these four plagues surely follow always upon the unthankful and despisers of the Word of God, along with other further destruction and alteration of the authorities, until the last day. As is shown at the end of the sixth chapter, and the souls of the martyrs also urge the same with their cry."

V. 1 and 2. First seal: signifies the persecutions by the regular authority in time of peace (white horse).

V. 3 and 4. Second seal: signifies the bloody wars, the decay of the kingdoms.

V. 5 and 6. Third seal: signifies famine, "hurt not the oil and the wine": mercy lightens the punishment, and may also be a hint that, while all other orders, customs and rights perished, yet the oil and wine of the merciful Samaritan remained, the vineyard of the Lord continued to flourish, as indeed bodily need and severe trial further faith and do not stifle it.

V. 7 and 8. Fourth seal: signifies pestilence.

V. 9 to 11. Fifth seal: The souls under the altar, the blood of the martyrs.

The altar shows that the witnesses of blood are a well-pleasing sacrifice to God; "under the altar" signifies that the altar remains in spite of it, that the Church does not perish, which yet seemed so when the witnesses of the truth were slain, but is ever again gloriously built up over the corpses of her confessors, and that precisely by this, that those fall who faithfully held fast the banner of the cross even unto death, she visibly prospers. The witnesses of blood had a heavy yoke to bear; they saw not the victory of the Church, they labored and sighed in a time of distress; after them the altar was raised high. — Their cry reminds us of Abel's blood, comforts and awakens the hope of the last day, because despite the victories which the truth celebrates, unrighteousness retains the dominion. Also the victory does not follow immediately.

V. 12 to 17. The sixth seal - the changing of the governments. — It now becomes manifest that the wrath of the Lamb was the cause of the dreadful plagues that have come upon the world, which before this was not believed. Sun and moon are darkened: for what hitherto took the place of the heavenly light loses its shining; the stars fall from heaven: these are the celebrated names which shone in the darkness of this world; the heaven departs: the fair dreams of Olympus and its glory flee, the visible glory of temples and altars vanishes, and what remains is a rolled-up book, the Holy Scripture, whose mysteries are not, like the heathen mythology, delightful to eyes and ears and open to the senses, but shut up, to reason a foolishness; all mountains and islands are moved: for the governments are shaken, and there is none left which, as formerly in the time of the Romans, could give a refuge; and the kings, etc., hide themselves in the caves and in the rocks of the mountains: these are the days which for the heathen world were the same as what the Jewish people experienced in the destruction of Jerusalem, as the Lord had foretold (Mountains, fall, etc.), where one in vain chooses for his refuge everything that promises protection (protection like a mountain, Isa. 2), flees to the already shattered orders and powers ("caves"), rebuilds outwardly what has fallen, and because the old regular authority (the mountains) totters and falls powerless asunder, relies on the forces which, without being hallowed by custom, have natural strength ("rocks of the mountains"), which are joined to the mountains, the regular authority and power, that they may prop them up and yet accomplish nothing further than that everything falls in a heap, and, more terrible even than this fearful collapse, the eternal wrath of the Lamb shakes the hearts, which they at last see flaming out of this nocturnal storm-cloud with intolerable flashing into their conscience, in order, what they recognize as the inevitable judgment of the Lord, still