Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 25 › Seite 193
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-07-31, Seite 193
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Der Lutheraner.
„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“
Offenb. Joh. Cap. 14, v. 6. 7.
Herausgegeben von der Deutschen Ev. Luther. Synode von Missouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
Jahrg. 11. St. Louis, Mo., den 31. Juli 1855. No. 25.
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Einige Nachrichten von der Art und Weise, in welcher in den Jahren 1655 und 1755 das Andenken an den im Jahre 1555 den 25. September geschlossenen Augsburgischen Religionsfrieden festlich und feierlich begangen worden ist.
Fortsetzung.
II. Wie das Fest abgekündigt worden ist?
Im Jahre 1655 wurde das Jubelfest zwei Sonntage vor der Feier in Sachsen folgendermaßen von den Canzeln abgekündigt:
Geliebte und Auserwählte in dem HErrn! Was dem Mann nach dem Herzen des HErrn, König David, wird nachgeschrieben, daß er für ein jegliches Werk gedanket dem Heiligen, dem Höchsten, mit einem schönen Liede, er habe gesungen von ganzem Herzen und den geliebt, der ihn gemacht hatte: eben das hat der durchlauchtigste hochgeborne Fürst und Herr, Herr Johann Georg, unser allerseits gnädigster Herr, als ein Pfleger und Säugamme der christlichen Kirche, hocherleuchtet jederzeit beobachtet. Denn nachdem aus christeifriger Liebe gegen Gott und seinem alleinseligmachenden Wort sich höchstgedachte Churfürstliche Durchlaucht zurück erinnert, was für hohe unaussprechliche Gnade die unerschöpfliche Güte und Barmherzigkeit Gottes nunmehr auf künftigen 25. September vor hundert Jahren seiner christlichen Kirche verliehen, da durch Krieg und das unchristliche Interim Alles in geist- und weltlichem Stand zernichtet gewesen, Er nicht allein den Heldengeist des durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Moritzens, Herzogens zu Sachsen, erwecket, daß er Anno 1552 mit Kaiserlicher Majestät den Passauischen Vertrag zwischen den sogenannten Catholischen und Augsburgischen Confessions-Verwandten, als einen Anfang zum heilsamen Religionsfrieden, gemacht, dergestalt, daß kein Theil dem andern um der Religion willen beschwerlich sein sollte; sondern Gott der HErr hernach unter Churfürst Augusti Regierung im Jahre 1555 Seine väterliche, himmlische Güte weiter so reichlich spüren und mächtiglich sehen lassen, daß im allgemeinen Reichstag eben an dem Ort, da dazumal vor 25 Jahren unser Glaubensbekenntniß, die Augsburgische Confession, öffentlich war übergeben und verlesen worden, der hochverpönte Religionsfriede aufs kräftigste und verbindlichste von beider Religion Zugethanen ist aufgerichtet und beschlossen worden, kraft welches Friedens, der auch in den Osnabrückischen Friedenstractaten 1648 aufs neue ist befestigt worden, sich das Römische Reich in Ruhe befunden und die wahre allein seligmachende Lehre der Augsburgischen Confession sich weit und breit ausbreitend herrlich erbauet: So haben Sie daher Ihrer Schuldigkeit erachtet, Ihrem heiligen Gott insonderheit auch für diese große Wohlthat von ganzem Herzen zu danken und Ihm dafür ein schönes Lob zu singen, zu welchem Sie die Churfürstlichen Gedanken gefasset, in Dero ganzem Churfürstenthum Gott dem HErrn zu Ehren und schuldigster Dankbarkeit ein Jubiläum, das ist, ein öffentliches Dankfest auf gedachten 25. Sept. auszuschreiben und solchergestalt zu halten ...*) Wird demnach Euer christliche Liebe hiermit von Gotteswegen ernstlich ermahnet und erinnert, für allen Dingen ihr Herz durch rechtschaffene Buße zu bereiten, damit sie Gott das schuldigste Dank- und Lobopfer darbringen und erhörlich beten möge; und wenn sie werden beniemten Vorabends mit allen Glocken das Fest um 1 Uhr einläuten hören, daß sie sich sodann zur Vesper und die, so da geistlich hungert, zur Beicht und gnädigster Absolution, den Tag darauf zum Gehör göttlichen Wortes, wie Vor- also auch Nachmittags, gleich als in den hohen Festtagen, mit Fleiß einstellen, mit bußfertigem, zerknirschten und zerschlagenen Herzen vor Gott erscheinen, demselben die Farren ihrer Lippen mit herzlicher Andacht opfern, um fernere Gnade und Erhaltung des Wortes Gottes, wie auch allgemeinen Profan- und Religionsfriedens zu der hochgelobten Dreifaltigkeit zu Haus und in der Kirchen beten und von andächtiger und feierlicher Begehung dieses Festes sich nichts Weltliches abhalten lassen wolle ... Also ist kein Zweifel, werden wir uns christlich und gottselig erzeigen, so werde Gott im Himmel solches wohl gefallen, Er unser Gebet erhören, ferner unser Gott und Vater um des blutigen Verdienstes JEsu Christi willen bleiben, das heil. Evangelium bei uns erhalten und uns endlich zu sich in die ewigen Hütten einnehmen. Dazu uns verhelfe Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist, hochgelobet in Ewigkeit. Amen.“
*) Wir lassen diejenigen Worte aus, in welchen die anzustellenden Feierlichkeiten angegeben werden, da dieselben bereits in voriger Nummer beschrieben worden sind.
III. Ueber welche Texte gepredigt worden.
A. Im Jahre 1655.
Im Jahre 1655 war in Chursachsen für die Vorbereitungsvesper der 147. Psalm als Vor-
English translation AI translation
Der Lutheraner.
"God's Word and Luther's doctrine pass away now and nevermore."
Rev. John, chap. 14, vv. 6, 7.
Published by the German Ev. Luth. Synod of Missouri, Ohio and other States.
Edited by C. F. W. Walther.
Year 11. St. Louis, Mo., July 31, 1855. No. 25.
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Some Accounts of the Manner in Which, in the Years 1655 and 1755, the Memory of the Religious Peace of Augsburg, Concluded on September 25 in the Year 1555, Was Celebrated Festively and Solemnly.
Continuation.
II. How the Festival Was Announced.
In the year 1655 the Jubilee festival was announced from the pulpits in Saxony, two Sundays before the celebration, in the following manner:
Beloved and elect in the LORD! What is written of the man after the heart of the LORD, King David, that for every work he gave thanks to the Holy One, the Most High, with a beautiful song, that he sang with his whole heart and loved Him who had made him: that very thing the most serene, highborn Prince and Lord, Lord John George, our gracious Lord on all sides, as a nursing-father and nurse of the Christian Church, being highly enlightened, has at all times observed. For after His Electoral Highness, out of Christian zeal and love toward God and His Word that alone makes blessed, called to mind what high and unspeakable grace the inexhaustible goodness and mercy of God would bestow upon His Christian Church on the coming 25th of September, a hundred years ago, when through war and the unchristian Interim everything in spiritual and temporal estate had been brought to ruin, He not only awakened the heroic spirit of the most serene Prince and Lord, Lord Maurice, Duke of Saxony, so that in the year 1552 he made with His Imperial Majesty the Treaty of Passau between the so-called Catholics and the adherents of the Augsburg Confession, as a beginning toward a salutary religious peace, to the effect that no party should be burdensome to the other for the sake of religion; but God the LORD afterward, under the reign of Elector Augustus in the year 1555, let His fatherly, heavenly goodness be yet more richly perceived and mightily seen, so that in the general Diet, in the very place where twenty-five years before our Confession of faith, the Augsburg Confession, had been publicly presented and read, the much-contested religious peace was established and concluded in the most effectual and binding manner by the adherents of both religions, by virtue of which peace, which was confirmed anew also in the Osnabrück peace treaties of 1648, the Roman Empire has found itself in quiet, and the true doctrine of the Augsburg Confession, which alone makes blessed, spreading far and wide, has been gloriously built up: therefore They have deemed it Their duty to thank Their holy God with the whole heart especially also for this great benefit and to sing Him a beautiful praise for it, to which end They have formed the Electoral resolve to proclaim and so to hold, in Their whole Electorate, to the honor of God the LORD and in most bounden gratitude, a Jubilee, that is, a public festival of thanksgiving, on the said 25th of September ...*) Your Christian love is therefore hereby earnestly admonished and reminded, in the name of God, above all things to prepare its heart by sincere repentance, that it may bring to God the most bounden sacrifice of thanks and praise and pray with acceptance; and when it shall hear the festival rung in with all the bells at one o'clock on the aforesaid eve, that it then diligently present itself at Vespers and, those who hunger spiritually, at Confession and gracious Absolution, and on the day following at the hearing of the divine Word, both forenoon and afternoon, as on the high festival days, and appear before God with a penitent, contrite and broken heart, offer Him with hearty devotion the calves of their lips, and pray in house and in church to the highly praised Trinity for further grace and preservation of the Word of God, as also for the general civil and religious peace, and let nothing worldly keep it from the devout and solemn observance of this festival ... Thus there is no doubt, if we show ourselves Christian and godly, that God in heaven will be well pleased with it, that He will hear our prayer, will further remain our God and Father for the sake of the bloody merit of JESUS Christ, will preserve the holy Gospel among us, and will at last take us to Himself into the everlasting habitations. To this may God the Father, God the Son, God the Holy Ghost, praised forever, help us. Amen."
*) We omit those words in which the ceremonies to be arranged are specified, since they were already described in the previous number.
III. On Which Texts Sermons Were Preached.
A. In the Year 1655.
In the year 1655 in Electoral Saxony the 147th Psalm was, for the Vespers of preparation, as fore-